Gehaltsvorschlag in Vertragsentwurf zu niedrig- verhandeln?

Hallo zusammen!

Ich würde gerne mal ein paar Meinungen einholen.

Ich habe einen Job in Aussicht, der näher an meinem Wohnort ist. Ich habe der Personalerin gesagt was ich verdiene, da ich Bankentarif bekomme, ist das auch kein Geheimnis. Sie sagte das müsste sie in etwa auch hinbekommen. Allerdings bekäme ich keinen Bonus mehr, was ein fast 14. Gehalt gewesen ist und das Weihnachtsgeld wird durch eine Leistungsprämie mit einer sehr komplizierten Rechnung ersetzt.

Nun hat sie mir einen Vertragsentwurf geschickt, in dem 500EUR brutto weniger drin stehen, als ich bei der Bank verdienen würde. Und zusätzlich fehlt das 14. Gehalt. Ist es dreist hier den Betrag zu verlangen den ich bei der Bank kriegen würde? Vom Arbeitsinhalt wäre es okay. Sie sagt das sie sich am öffentlichen Tarif orientieren. Ich habe 15 Jahre Berufserfahrung, Ausbildung + Studium. Bin mir echt unsicher jetzt!

Danke schon mal für eure Meinungen!

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Und das ist einer der Gründe, warum Frauen bei gleicher Arbeit immer noch weniger verdienen als Männer.

Selbstverständlich rufst Du dort an, bedankst Dich für den Vertragsentwurf, der sich im Grossen und Ganzen mit Deinen Vorstellungen deckt, aber leider Deinen Gehaltsvorstellung nicht entspricht. Und dann verhandelst Du. Ein neuer AG wird immer versuchen unter Deinen Vorstellungen einzusteigen - es ist an Dir zu verhandeln und nicht gleich den ersten Vorschlag zu schlucken. Kein Mann würde das tun.

Grüsse
BiDi

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>>Und das ist einer der Gründe, warum Frauen bei gleicher Arbeit immer noch weniger verdienen als Männer. <<

#pro#pro

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Hallo BiDi! Und danke für deine Antwort.

Ja, ich denke ähnlich wie du. Zumal ich entsprechende Ausbildungen habe die das Gehalt auch rechtfertigen. Ich war ziemlich erstaunt über das "Angebot" nachdem ich im Gespräch klar gemacht habe, das ich wesentlich mehr verdiene und das auch haben möchte.

Möchte mich ja auch am liebsten verbessern. Aber das ist tatsächlich schwierig, wenn man als Akademikerin nur Teilzeit arbeiten möchte.

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Ich würde nochmal nachfragen.

Das mit dem 14. Gehalt wurde dir doch schon mündlich gesagt, wenn ich das:

"Allerdings bekäme ich keinen Bonus mehr, was ein fast 14. Gehalt gewesen ist und das Weihnachtsgeld wird durch eine Leistungsprämie mit einer sehr komplizierten Rechnung ersetzt."

richtig verstehe.

Ich würde sagen: die Personalerin entscheidet es eh nicht. Und Bankentarif ist ja nun sicher nich nur ein Betrag und man spricht nicht über seinen Verdienst.

Also nochmal nachfrage, ob es wirklich so ist, erklären, dass du es anders verstanden hast und dann entscheiden, ob du das Angebot annimmst.

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Sorry da hab ich etwas unverständlich geschrieben. Ich meinte einfach, das ich ja auch die Einbuße des Bonus habe + 500EUR weniger brutto.

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Wie groß ist dein Wunsch die Stelle anzunehmen? Weil halt xy an Vorteilen da ist?

Nachfragen würde ich auf jeden Fall. Immerhin ist es nur ein Entwurf den du da bekommen hast.
Hat eine Bekannte auch gemacht. Es wurde ein bisschen nachgebessert, sie hat aber trotzdem weniger verdient als davor.

Probieren es, höflich aber bestimmt.

"Leider habe ich bemerkt, dass mein Gehalt deutlich sinken würde. Können sie mir bitte einen neuen Vorschlag schicken? "

Oder so was.

Ich kenne aber auch einen Fall wo jemand so auf den Job angewiesen war dass gar nix mit verhandeln war.

LG

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Hallo!

Du wechselst also die Branche, und die neue Branche orientiert sich am TVÖD - nicht am Bankentarifvertrag, der schon recht hoch angesetzt ist.

Die Frage ist eher, ob man Dir da überhaupt so viel zahlen kann. Wenn das Unternehmen dem öffentlichen Dienst zuzuordnen ist, dann können sie sich vielleicht jemanden der auf den Bankentarif besteht schlicht und ergreifend nicht leisten.

Wie viel macht es denn netto aus, hast Du da schon nachgerechnet?

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Die gehören nicht dem öffentlichen Dienst an, aber sie orientieren sich an der Gehaltsstruktur. Denke das das ganz hohe Gehalt nicht sein muss. Kann sicher noch ein wenig nach unten gehen, aber eben auch nicht mehr viel. Ich bin für den Job mehr als geeignet, die werden tatsächlich nur schwierig eine bessere finden- ohne da jetzt irgendwie prahlen zu wollen. Und ich muss den Job nicht nehmen, bin in ungekündigter Stellung tätig.

Es macht netto über 300 EUR aus. Ich müsste dann auch eine Tagesmutter beschäftigen, die morgens die Kinder übernimmt. Die kostet in etwa 300EUR.

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Wie bist du denn an den Job gekommen? Normalerweise stellt man sich vor, spricht alle wichtigen Details durch - insbesondere natürlich das Gehalt - und bekommt dann den Vertrag mit den besprochenen Einträgen zugesandt.

Bei dem Untenehmen entschiedet allein die Personalerin, was gezahlt wird? Mir kommt das Verhalten vor, wie auf dem Basar. Du sagst, was du verdienst, sie schlägt was vor, du bist nicht einverstanden, es wird nachverhandelt........ Man klärt doch mit den Entscheidern, was möglich ist und was nicht. Musst du den Job annehmen? Du verschlechterst dich doch eklatant. 500 € brutto jeden Monat weniger und dann noch das fehlende 14. Gehalt......... Sowas geht man doch nur ein, wenn man keine Alternativen hat oder die Hoffnung auf einen baldigen Aufstieg in der Firma.

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Danke für deinen Beitrag! Das Vorstellungsgespräch hat mit den Entscheidern vor Ort in der Filiale statt gefunden. Die haben zu dem Thema Gehalt noch nichts gesagt.

Anschließend habe ich noch ein weiteres Gespräch, allerdings per Telefon, mit der Personalentscheiderin gehabt. Da haben wir dann über die finanzielle Seite gesprochen.

Ich kann auf jeden Fall in meinem Job bleiben. Er macht mich nur sehr unglücklich, so das ich schnellst möglich wechseln möchte.

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Ist in dem 2. Gespräch auch mal über konkrete Zahlen gesprochen worden?

Auf diese Zahlen solltest Du nun in einem Gespräch hinweisen und Deine Forderung nach einem Jahresgehalt von XY Euro bekräftigen.

Als Backup solltest Du eine 2. Zahl im Kopf haben, die Du mindestens haben willst und zwar ohne den Bonus "mit der komplizierten Berechnungsformel", denn das ist ein Bonus ohne Anspruch auf Auszahlung.

Im whorst case bekommst Du den Job halt nicht bzw. musst die schlechteren Konditionen schlucken.

Ich habe selbst Jahre lang als Pendler mit 55km one way verbracht und war froh, als es nur noch <10km waren. Gerade die Zeit nach den Herbstferien und November, wenn ALLE da sind und ALLE Auto fahren ... einfach nur ätzend. Dazu die Spritkosten, Verschleiß, Wartungskosten usw. Demnächst reicht der Benziner anstatt des Diesel; das musst Du alles mit berücksichtigen.

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Hi,
wie "froh" kannst Du Dich rechnen?

Sparst Du jeden Tag 2 Stunden Fahrtzeit, incl. Sprit und PKW Abnutzung?

Mein Mann hat 55 km einfach, das ist jeden Monat nur 300,-- an Sprit. 70 Minuten Fahrtweg, PKW Abnutzung ist enorm.

Bitte doch um eine Korrektur des Entwurfes, Du bist ja ungekündigt. Wenn sie nicht einlenken, dann halt nicht.

Alles Gute
Claudia

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Danke für deine Meinung Claudia!

Tatsächlich habe ich jetzt einen Fahrtweg von fast 2 Stunden:-D Es sind einfache Strecke 85 km. Allerdings fahre ich nur 2 Tage die Woche. Die neue Stelle wären 20km, an 5 Tagen die Woche.

Ein bißchen runterrechnen kann ich natürlich schon, aber so viel Spielraum ist da nicht.

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Naja, das sind 130 km weniger am Tag. Das sind 650 km pro Woche. 2600 km im Monat, die du weniger fährst. Das ist nicht nur eine enorme Zeitersparnis, sondern eben auch Geld. Bares Geld. Ich würde mal schätzen, du schaffst im Schnitt 600 km mit einem Tank? Kommt natürlich auf das Auto an. Sind grob überschlagen 250 € im Monat nur für Sprit. Im Vergleich zum neuen Arbeitsweg, wo es etwa 70 € im Monat werden. Das sind allein schon über 2000 € im Jahr. Und wenn man sich die Entwicklung des Spritpreises anschaut, bleibt es dabei nicht wie es im Moment ist: http://www.umweltschutz-infos.de/benzinpreis-in-zehn-jahren/

Und, das kommt ja noch dazu: Weniger Kilometer = weniger Verschleiß = weniger Reparaturkosten. Wenn sie also noch ein bisschen entgegen kommen, würde ich da auf jeden Fall drüber nachdenken.

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Du bewirbst Dich aus einem sicheren Job heraus auf eine neue Stelle ? Nie und nimmer würde ich dann einen Job annehmen, in dem ich 6.000 € im Jahr weniger verdiene, soviel an Fahrtkosten kann ich gar nicht einsparen. Erkläre Personalerin deutlich aber bestimmt, dass Dein Jahresgehalt deutlich sinken würde und sie sicher Verständnis dafür haben müsste, dass du durch den Wechsel nicht weniger verdienen möchtest.

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Was heißt konkret "orientiert sich am Öffentlichen Dienst"? Ich arbeite z. B. für einen eingetragenen Verein, bei dem der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes angewendet wird - und da gibt es schlicht kaum Spielraum. Es gibt genaue Tätigkeitsbeschreibungen und Erfahrungsstufen, da kann man natürlich im Einzelfall nachverhandeln, ob z. B. die vorherige Tätigkeit dazu führen kann, dass man nicht mit Erfahrungsstufe 1 in einer Gruppe anfängt, aber viel mehr ist da in der Regel nicht drin.

Auch die Leistungsprämie ist etwas, was im Öffentlichen Dienst ganz klar geregelt ist - wieviel man bekommt, hängt natürlich auch von den eigenen Leistungen ab, aber der Topf, aus dem ausgeschüttet wird, ist eben begrenzt.

Verlangen kannst Du viel, aber es ist ja kein Geheimnis, dass man im Öffentlichen Dienst häufig weniger verdient als in der freien Wirtschaft. Bei 500 Euro Differenz kann ich mir nicht vorstellen, dass die nachverhandelt werden können.

LG

Anja

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Hallo Anja! Danke für deine Nachricht.

Was das konkret heißt, weiß nur die Personalabteilung. Es ist eine private Weiterbildungsschule, also nicht dem öffentlichen Dienst angehörend.

Wenn die alles ausgeschöpft haben, werden sie aber sicher auch nicht höher gehen, weil es das Gehaltsgefüge nicht her gibt.

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Das Gehaltsgefüge könnte am Ende das Zünglein an der Waage sein.
Du wirst nicht nennenswert über die Summe einer vergleichbaren und bereits vorhandenen Stelle kommen können.

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Selbstverständlich sprichst Du mit Nachdruck die Differenz von 500,--- EUR an, Du wechselst aus ungekündigter Stellung und bist mehr als qualifiziert.

Warum willst Du überhaupt den Job wechseln? Und regelmäßig verlangt man mehr, als man momentan verdient, wenn man den Job wechselt. Dein neuer AG muss Dir ja schließlich einen gewissen Anreiz bieten, dass Du Deine wertvolle Arbeitskraft nun für ihn einsetzt.

Du bekommst keine Prämie mehr, das Weihnachtsgeld wird quasi erfolgssabhängig bezahlt und Du sollst auch noch auf 500,-- EUR/Monat verzichten. Nein, so nicht. Und was bedeutet denn, dass die Personalerin das "in etwa hinbekommt"? Wurde nicht über das Gehalt im Gespräch gesprochen?

Wie dem auch sei die 500,-- EUR weniger werden nicht akzeptiert, vielmehr solltest Du die Summe mehr verlangen, die Du tatsächlich für die Tagesmutter ausgeben musst, ausgehend von Deinem aktuellen Gehalt.

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Danke für deine Meinung!

Ich bin keine Bankerin und durch Zufall in einen Job gerutscht, der mir vor der Elternzeit viel Spaß gemacht hat. Das hatte wenig mit Bank zu tun und viel mit Kundenbetreuung etc. Während der Elternzeit wurde meine Tätigkeit aber massiv verändert und ich versage in diesem Job auf ganzer Linie, weil mir das Grundwissen aus der Ausbildung und ehrlicherweise auch die Freude am Bankgeschäft fehlt. Ich bin einfach keine Bankerin! Das hat mich in den letzten 2 Jahren u.a. in eine Depression geführt.

Zwischendrin habe ich dann mein Studium zur Diplomkauffrau beendet und wollte mich damit ganz neu orientieren.