Unterhaltstitel Jugendamt

    • (1) 15.11.16 - 14:06

      Ich nochmal. Muss heute aufs Jugendamt wegen der Festlegung des Unterhaltstitels.

      Ich les immer wieder, dass ein dynamischer Titel anzuraten ist, weil der sich automatisch bei Änderungen anpasst (Kindergeld, Altersstufe, DT...).

      Der Mindestunterhalt wäre doch, laut der DT bei 335 EUR in der unterste Altersstufe, richtig? Wie verhält es sich nun, wenn der KV aber einem Mangelfall unterliegt und er selbst diesen Betrag nicht zahlen kann? Lohnt sich demnach eine dynamischer Titel überhaupt?

      Wenn ich einen statischen Titel einrichten lasse, kann ich mögliche Änderungen nur über eine Abänderungsklage stellen. Mache ich die dann auch beim Jugendamt und wie lange dauert sowas dann?

      Der Berater auf dem JA meinte, man könne den Titel auch befristen auf zwei Jahre und dann einen neuen machen. ich dachte eher an Befristung bis Volljährigkeit. Was ist sinnvoller?

      Bitte helft mir!

      Danke und LG
      dr.posemuckl

            • Vielen Dank für die Links. Ich les mich da mal ein.

              Der Mitarbeiter auf dem Jugendamt meinte, man könne sich auch selbst auf einen Betrag einigen, dann sollte ich aber die Beistandschaft kündigen. Wie ist das zu verstehen? Habe schon einige Beiträge gelesen, dass die KM und der KV über die Unterhaltshöhe selbst einigen können. Und er hatte das anfangs auch so erklärt, aber das mit der Beistandschaft eben erst ein anderes Mal gebracht.

              Wie denn nun?

              Bis jetzt ist immer Verlass auf die Zahlungen des KV gewesen und ich möchte ihn keinesfalls bis auf den letzten Cent ausnehmen. Das einzige, was ich eigentlich möchte, ist eine volstreckbare Urkunde falls er es sich mal anders überlegt.

              • Warum Du die Beistandschaft kündigen sollst, wenn Ihr Euch auf einen Beitrag einigt, kann ich nicht sagen und würde den Grund nochmals erfragen ... so lange der KV zuverlässig zahlt, benötigst Du sie sowieso nicht ... Du kannst sie ja wieder einrichten, wenn es mal anders läuft ...

                ... auf einen Beitrag einigen, ist nur dann möglich, wenn Du von keinen anderen sozialen Leistungen abhängig bist ...

                ... ansonsten würde ich an Deiner Stelle schon auf den Mindestunterhalt bestehen ... und den auch (dynamisch) titulieren lassen ...

                ... das hat für mich auch nichts mit "bis auf den letzten Cent ausnehmen" zu tun ... es steht Deinem Kind zu und der Betrag ist auch nicht die Welt.

                Von dem in der Düsseldorfer Tabelle angegebenen Mindestunterhalt ist übrigens noch das hälftige Kindergeld abzuziehen; das ist dann der Zahlbetrag.
                Und bedenke, dass ab dem 1.1.2017 die Beträge in der Düsseldorfer Tabelle erhöht werden; und das Kindergeld auch.

                LG

                • ... so lange der KV zuverlässig zahlt, benötigst Du sie sowieso nicht ... Du kannst sie ja wieder einrichten, wenn es mal anders läuft ...

                  Mir wurde das so gesagt, dass ich die Beistandschaft brauche, damit ich diesen Unterhaltstitel fordern kann. Wenn ich demnach diese kündige, hat der Titel auch keine Gültigkeit mehr. Ich habe den Eindruck, nicht nur ich #hicks, sondern auch der Mitarbeiter des JA versteht es nicht.

                  Wenn er aber die Zahlung von heut auf morgen einstellt, müsste ich ohne Titel erst klagen. Und wie lange das dauert, wissen wir ja alle. ICH möchte nur die Grundsicherung für die Kinder, aber der KV versteht das leider anders.

                  • >>> Mir wurde das so gesagt, dass ich die Beistandschaft brauche, damit ich diesen Unterhaltstitel fordern kann. <<<

                    Nein, Du kannst das auch einen Anwalt und das Gericht machen lassen.
                    Und um den Titel durchzusetzen, benötigst Du einen Gerichtsvollzieher ... genau den würde die Beistandschaft (auf Deine Kosten) zur Durchsetzung auch beauftragen.

                    >>> Wenn ich demnach diese kündige, hat der Titel auch keine Gültigkeit mehr. <<<

                    Das ist Quatsch.

                (9) 15.11.16 - 17:51

                Warum sollte der Vater so blöd sein und einen Titel über den Mindest-KU freiwillig unterzeichnen, den er nicht bedienen kann und durch den dann Schulden auflaufen?

                Es macht doch keinen Sinn, über seine Leistungsfähigkeit hinaus Forderungen zu fixieren.

                Grüße Küstenkönigin

                • >>> Warum sollte der Vater so blöd sein und einen Titel über den Mindest-KU freiwillig unterzeichnen, den er nicht bedienen kann und durch den dann Schulden auflaufen? <<<

                  Er kann natürlich, auch nicht "blöd" sein ... und die TE bemüht für die Titulierung das Gericht ... dann kann man ja sehen, was das Gericht bei der Titulierung für angemessen hält.

                  >>> Es macht doch keinen Sinn, über seine Leistungsfähigkeit hinaus Forderungen zu fixieren. <<<

                  Für das Kind macht das durchaus Sinn.

                  • (11) 15.11.16 - 19:05

                    Man kann eine Kuh nicht schlachten und erwarten, dass sie weiterhin Milch gibt. Sollte man auch in Unterhaltsangelegenheiten nicht vergessen.

                    Grüße Küstenkönigin

                    • Die Kuh würde hier aber nicht geschlachtet, sondern allenfalls an die Kette gelegt ...

                      ... dieser KV wäre nicht der Erste, der es sich im Status "Mangelfall" gemütlich einrichtet.

                      • (13) 15.11.16 - 19:13

                        Das kann nur die TE wissen. Wenn er es sich bequem macht, dann kann sie ihm ja Feuer unterm Hintern machen. Aber wenn er nun mal ein Geringverdiener ist, dann muss man ihn auch nicht mit Macht in die Bedürftigkeit treiben.

                Er kann ja eine gewisse Summe selbst bedienen und diese soll festgehalten und tituliert werden. Schulden laufen dadurch doch nicht auf. Seine Zahlbeträge entsprechen noch nicht einmal dem Mindestunterhalt, sondern es wären knapp 350,- Euro für beide Mäuse. Warum sollten die Kinder darauf verzichten?

                Und mit dem dynamischen Titel geht es mir doch nur darum, dass Anpassungen wie Kindergeld automatisch berücksichtigt werden. Da hätte der Vater doch einen einen kleinen Vorteil davon, wenn er etwas weniger zahlen muss.

                • (15) 17.11.16 - 13:40

                  Die Dynamik bezieht sich vereinfacht ausgedrückt auf die Düsseldorfer Tabelle, d. h. X Prozent vom Mindestunterhalt.

                  Nehmen wir mal an, er ist leistungsfähig i.H.v. 120 Euro, der Mindest-KU für ein 3 jähriges Kind beträgt 240 Euro. Er müsste also 50% titulieren. Dann kommt irgendwer auf die Idee, der Mindest-KU wird auf 300 Euro erhöht, er müsste also 50% = 150 Euro zahlen. Er unterschreitet dann seinen Selbstbehalt und müsste entweder

                  a) mit weniger als dem SB klarkommen
                  b) den Titel abändern und dafür klagen, falls du nicht zustimmst
                  c) jeden Monat 30 Euro Schulden machen, wenn er weiter nur 120 Euro zahlt.

                  Die 30 Euro oder aufgelaufenen x Monate x 30 Euro kannst du dann pfänden lassen.
                  Wieso sollte der KV so einen Titel unterschreiben, wenn er sich damit sehr wahrscheinlich in die Sch... reitet? Würdest du einen 5-Jahres-Mietvertrag mit Staffelmiete unterschreiben, wenn du weißt, dass du die Miete im 2. Jahr schon nicht mehr zahlen kannst und keine Chance auf ein Sonderkündigungsrecht hast?

                  Grüße Küstenkönigin

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