Mann kommt von Spielsucht nicht los

    • (1) 08.12.16 - 11:21

      Hallo, ich weiss zwar nicht ob das hier das passende Forum ist, aber vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen.
      Ich bin mit meinem Mann nun seit 14 Monaten verheiratet und wir haben ein 3 Monate altes Baby.

      Er ist meine große Liebe und absouluten Traummann, aber paar Monate nach der Hochzeit (wahrscheinlich erst dann, da wir uns entschieden unsere Finanzen und alles Geldmäßige zusammen zu tun, vorher hatte jeder sein eigenes Geld..) erfuhr ich das er Spielsüchtig ist und das schon seit 10 Jahren! Ich war schokiert und dachte nur wie konnte ich das nicht bemerkt haben. Es flog so auf, das ich frühzeitig nach hause kam und ihn fragte wo er sei (per WhatsApp) er wusste nicht das ich zu hause war und antwortete das er zu Hause sei. Ich war total irritiert und auch sauer und wartete dann eben auf ihn. Irgendwann Stunden später, kam er ziemlich geknickt und verärgert nach Hause. Ich hab ihn sofort zur Rede gestellt und war richtig sauer ich dachte weiss Gott was er getan hatte .. Und dann kam es raus, er berichtete mir unter Tränen das er spielsüchtig sei, schon seit 10 Jahren und einfach nicht davon loskäme. Er war in der Spielo gewesen und hat sein ganzes Gehalt verzockt. Er "öffnete" sich mir und meinte er hätte es noch nie jemandem erzählt und er erzählte mir genau die Abläufe wie es immer ist: Es kommt einfach so blitzartig in seine Gedanken, wie toll es doch jetzt wäre zu spielen (in dem Moment seht er nur das es spass macht etc), dann nimmt er sich vor nur ein wenig einzusetzen, was aber nicht klappt, danach verliert er die Kontrolle und zockst bis nichts mehr da ist und wenn er dort rausgeht ärgert er sich und hat teilweise selbstmordgedanken, weil er realisiert das es immer ein Kreis ist.
      In dem Moment verstand ich dann auch seine stimmungsschwankungen die er schon früher immer gehabt hat.

      Nun ja, ich war schokiert und war aber fest davon überzeugt das wir es schaffen, ich wollte ihm helfen.. Jetzt weiss ich ich war bisschen naiv und hab es auf die leichte Schulter genommen. Er vertraute mir seine Karte an und sein ganzes Geld an, damit er keinen Zugriff hat. Naja wie soll ich es sagen, oh Wunder hat er es trotzdem das ganze lezte Jahr irgendwie geschafft ab und zu was zu verlocken, kleinere Summen sowie höhere zb bei Seite gelegten für neue Einrichtung etc von 20 Euro bis 1000 Euro war alles drin. Jedesmal Streit, teilweise sehr heftig, danach wieder Einsicht, für paar Tage bis paar Wochen alles gut und dann wieder von vorne. Vorschläge meinerseits Suchtberatung oder Therapie werden abgelehnt mit der Begründung bringt ja eh nichts. Wir hätten eigentlich ein sehr gutes Leben, aber durch das alles können wir uns grade so über Wasser halten. Dann wurde ich ungeplant schwanger, für uns beide stand aber fest das abtreiben o.ä. nicht in die Tüte kommt. Heute ist der kleine unser ganzes Glück und mein Mann ein wundervoller Vater.
      Nun und wieso ich endlich mal entschieden habe das zu teilen sind die neuesten Ereignisse.
      Vor paar Tagen kam er ziemlich geknickt wie schon lange nicht mehr nach Hause, ich wusste nicht was los war, da ich mir sicher war Spielo kanns nicht gewesen sein, da ich die Karte aufbewahrte, fragte ich ihn was los sei. Es hat seine Zeit gedauert bis er mich darauf aufmerksam machte das die Karte nicht mehr dort war wo ich sie versteckt habe, anscheinend zu schlecht versteckt habe. Auch wie ich später merkte machte er sich an dem Umschlag zu schaffen in dem ich jedes Jahr Geld sammeln für die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" da ich diese Aktion einfach schön finde und es mir spass macht Geschenke für die Kinder zu kaufen etc. Dort war zwar wesentlich weniger Geld als auf dem Konto (knapp 100 €) aber es verletzte mich irgendwie mehr. Das Ende vom Lied ist das ich nun unsere Miete grade so mit dem Geld was ich für unseren Urlaub, den wir schon länger nicht mehr machen konnten, beiseite gelegt habe bezahlen konnte und noch ein paar Lebensmittel davon kaufen konnte. Und das wars für diesen Monat obwohl nicht mal die Hälfte rum ist und Weihnachten vor der Tür steht und wir noch keine Geschenke besorgt haben. Es ist echt so traurig da ich mich auf das erste Weihnachten mit Baby so gefreut habe.
      Nun will ich ihn trotzdem auf keinen Fall hängen lassen, denn es ist ja nicht so das er uneinsichtig ist was seine spielsucht angeht und ich denke wenn er sich endlich professionelle Hilfe holen würde, kriegt er das auch gut in den Griff. Nur muss er das endlich selber wollen. Was jetzt aber das aktuellere Problem für mich ist, ist das ich diesmal nicht wie für gewohnt reagiere. Normalerweise beende ich diese angespannte Stimmung die dann jedesmal zwischen uns herrscht schon am nächsten Tag, da ich das nicht aushalte wenn es so eine lieblose Funkstille ist. Ich komme dann auf ihn zu. Diesmal schaffe ich es einfach nicht, so als ob die Luft raus ist. Wir haben seit Tagen nicht geredet, keine Zärtlichkeit, nichts. Ich bin "müde" glaube ich, auch merke ich bei mir eine wesensveränderung, ich werde ernster, unfreundlichen.. All das gefällt mir garnicht und ich mache mir Sorgen das das jetzt irgendwie der Anfang vom Ende unserer zwischenmenschlichen Beziehung ist ..
      Ich weiss nicht wie ich mich verhalten soll, das trifft es auf den Punkt.
      Ich weiss es einfach nicht.
      Ich musste das alles jetzt einfach mal los werden und würde mich sehr freuen wenn hier jemand ist der damit erfahrungen hat und mir irgendwie dazu berichten könnte. Danke

      • Hallo,

        das ist ne ganz schöne Misere, in der Du da steckst.
        Du möchtest Deinen Mann nicht hängen lassen, verständlich, aber da Du immer wieder da bist und ihm "hilfst" wird er auch nichts ändern. Suchtkranke Menschen müssen oft erst am Boden liegen, damit sie merken, daß sie professionelle Hilfe brauchen.
        Ich würde den Mann vor die Wahl stellen, Therapie, am besten stationär, oder Du und das Kind.
        Machst Du so weiter, wird sich nie etwas ändern und Ihr habt ein Kind, also wäre es auch von Dir veantwortungslos, alles weiter so laufen zu lassen.

        LG

        Hallo,

        Ohne Therapie kommt er/ihr da nicht raus!!!!

        Mach ihm das klar! Ansonsten würde ich an deiner Stelle meine Sachen packen oder ihn raus werfen!

        Ich wünsche dir viel Kraft!

        Lg

        Hallo.

        Ich würde ihm gleich heute Abend das Messer auf die Brust setzen und ihn zu einer Therapie zwingen. Zudem würde ich ihm nahelegen, dass er diese ernst zu nehmen hat und nicht mit dem "bringt ja eh nix"-Gedanken schon angeht.

        Alles Gute!

      • Hallo

        Was ich schreibe ist meine Meinung und leichter geschrieben als getan.

        Packe deinem Mann die Koffer und schmeiß ihn raus.
        Rede mit ihm das Du nicht mehr willst und nicht mehr kannst.
        Wenn er bereit ist in eine Therapie zu gehen wirst du da sein und ihn besuchen und wenn er therapiert ist kann es einen Neuanfang für euch geben.

        Aber jetzt willst Du das er geht sofort.

        Geh bitte auch zu einer Suchtberatung denn da du ihm immer helfen willst , was du niemals schaffen wirst, könntest du schon Co abhängig sein.

        Ansonsten rutscht du in was rein was Du nicht willst.

        Es reicht nicht ihm die Karte wegzunehmen. Er wird sich Geld beschaffen, Freunde oder Kollegen anpumpen nach dem Motto ich hab die Brieftasche vergessen. Hier und da ein 20 er weil er ja Windeln kaufen wollte und du krank bist. Schon bekommt er Geld geliehen und zack ist er in der Spielhalle.

        Frag mal seine Freunde und Kollegen ob sie noch Geld bekommen denn er war ja zeitweise ohne Karte, oder ob er sich mal was geliehen hat.

        Er hat euch beklaut.
        Ihm war es egal ob die Miete bezahlt wird
        Ihm war es egal das Du noch Weihnachtsgeschenke kaufen willst.
        Ihm war es egal das du Geld für Weihnachten im Schukarton gespart hast.
        Ihm ist es egal ob ihr in den Urlaub fahren könnt
        Ihm wird es auch egal sein ob du Windeln usw kaufen kannst
        Ihm ist es egal ob ihr was zu essen habt

        usw. usw. usw

        Du willst ihn nicht hängen lassen denn er ist ja nicht uneinsichtig

        Werde mal wach und das schnell
        Er redet dir nach dem Mund sagt dir was du hören willst

        Sicher kann er die Sucht in den Griff bekommen wenn er sich Hilfe holt aber dazu ist er nicht bereit. Er sagt doch das ihm da keiner helfen kann.

        Du bist ja da und wirst es irgendwie hinbekommen.
        Solange du da bist wird er nichts ändern

        Wenn du nicht mit ihm untergehen willst und auch an dein Baby denkst kannst du ihn nur fallen lassen und ich denke das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für dich und dein Baby .

        Wenn du ihn rauswirfst lass ihn reden und denke nur daran was er dir angetan hat und höre nicht auf sein "es tut mir so Leid ich mach es nie wieder" dann schaffst du das auch.

        Dir und deiner Maus alles Gute

        Du bist quasi co-abhängig. Dein Mann ist Suchtkrank und da hilft es nicht mal Karten o.ä. zu verstecken. Er muss zum Entzug und zur Suchttherapie.
        Macht er das nicht, dann wird es wahrscheinlich schlimmer werden.

        Wie Du ihm helfen kannst? GAR NICHT, außer kein Verständnis mehr, kein Geld und ihn "fallen" lassen. Das klingt jetzt hart, aber warum sollte er etwas ändern, Du machst doch immer wieder heititeiti mit ihm und alles ist wieder gut.

        Würdest Du das bei einem Alkoholiker oder Drogenabhängiugen auch machen? Nichts anderes ist Dein Mann.

        Wenn er keine Therapie will, kannst Du nichts machen, außer Dich aus der Co-Abhängigkeit zu befreien.

      • Wenn Du ihn immer wieder "auffängst" wird sich nie etwas ändern.

        Entweder Du setzt ihm die Pistole auf die Brust oder schmeißt ihn gleich raus,
        Anders wird das nichts.

        Naja, sei froh, dass du es so früh bemerkt hast.

        Ich würde SOFORT getrennte Konten machen und ganz wichtig - der Bank sagen, dass dein Mann trotz aller Liebe, kein Zugriff auf dein Vermögen und deine Gelder hat. So ist erstmal "dein" Geld sicher.
        Rechnet zusammen aus, was ihr monatlich benötigt - entsprechend viel Geld muss er dir noch zusätzlich überweisen. Du zahlst dann eben alles für die Familie. Der Rest seines Geldes ist sein "Taschengeld" und zu seiner freien Verfügung. Allerdings würde ich ihm zeitgleich noch ein Ultimatum setzen, dass er eine Therapie zu beginnen hat, sonst bist du samt Kind weg. Und Kindesunterhalt und Betreuungsunterhalt dürften ihn wohl so ziemlich an den Selbstbehalt bringen - da wird er dann automatisch therapiert.

      Ich finde, du solltest deinen Mann unterstützen. ABER nicht so, wie die meisten es sich vorstellen.

      Du solltest auf jeden Fall dein eigenes Konto einrichten. Nur dein Name. Alle Einnahmen und Kosten laufen über dieses Konto. Er behält ein Konto, welches aber nur als 'Taschengeldkonto' dient. So kommst du nicht in Schwierigkeiten die täglichen Dinge zu bezahlen.

      Dann muss er auf jeden Fall in Therapie. Und das muss er einsehen, denn die hilft wirklich nur, wenn man es selbst auch will. Er muss das ganz klar sagen und wollen. Wenn er es nicht will, dann würde ich mein Leben so regeln, als wäre ich Alleinerziehend. Da muss er Verantwortung für seine eigenen Dinge übernehmen. Denn natürlich liebst du ihn und er verlässt sich auf dich. Das endet aber in einem Kreislauf, aus dem er nicht ausbrechen kann. Und das wird die Familie zerstören. Also Hilfe annehmen, ansonsten muss man eben tatsächlich später bis an Scheidung denken.

      Und hol auch dir bitte Hilfe!

      http://www.check-dein-spiel.de/

      http://www.verspiel-nicht-dein-leben.de/spielsucht/was-ist-spielsucht.html

      • Da sollte er am besten zum Therapeuten

        Eigenes Konto für die TE ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee.

        Aber was die Einatmen betrifft: Bitte Achtung was sein Gehalt angeht!
        1. Geldwäsche. Da gibt es Regelungen mit denen man da in Konflikt kommen kann.

        2. Wenn er Schulden macht und eine Pfändung bekommt dann kann sein gesamtes Gehalt gepfändet werden, wenn es nicht auf ein Konto geht das ihm gehört (Auszahlungsanspruch gegenüber Dritten - keine Pfändungsgrenzen)

        LG

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