Unterer Beitrag - wo muss die Kündigung hin

    • (1) 25.12.16 - 13:25

      Hallo,

      auf Grund des unteren Beitrages habe ich mir nochmal genauer meinen Arbeitsvertrag angeschaut.

      Um irgendwelchen Unkenrufen vorzubeugen: Ich gehe am 3.1. zu meinem ersten Arbeitgeber und werde das Gespräch suchen mit der Niederlassungsleiterin. Da im AV eine Probezeit von sechs Monaten steht und dort eine Kündigungsfrist von 14 Tagen vereinbart ist werde ich dort auch brav die zwei Wochen arbeiten, zumal die Arbeit weder körperlich noch geistig anstrengend ist. Mir steht nach zwei Stunden eine Pause zu, was will ich da mehr - Augen auf und durch.

      Auf der vorletzten Seite dann noch folgendes: " Der AG ist im Fall einer Kündigung berechtigt den AN von der Verpflichtung der Arbeitsleistung unter Fortzahlung der vertraglichen Bezüge und unter Anrechnung der Urlaubsansprüche freizustellen. Dem AN ist verboten eine anderweitige Tätigkeit aufzunehmen." Wenn ich das richtig verstehe kann es es sein (muss aber nicht) das ich gleich wieder nach Hause geschickt werde.

      Ich bin ganz klar der Überzeugung dass ein ordentliches Gespräch oft mehr wert ist als irgendwelcher Schriftwechsel zumal wenn die Gründe (näher am Wohnort, flexiblere AZ, andere Branche) dargelegt werden.

      Aber zu meinem Problem:

      Mein Arbeitgeber kommt aus den alten Bundesländern, im AV steht auch dort die Anschrift drin. Mein Arbeitsort ist in den neuen Bundesländern, dort habe ich den Vertrag auch unterschrieben und die NL hat mit ppa. und ihrer Unterschrift den Vertrag unterschrieben.

      Jetzt gibt es dort einen Zusatz mit folgendem Wortlaut: " Erfüllungsort ist der Ort, an dem die streitige Verpflichtung zu erfüllen ist. Gerichtsstand für beide Vertragspartner ist das für den Erfüllungsort zuständige Arbeitsgericht.....( Standort des Haupthauses)"

      Ich will jetzt hier keine Formfehler machen. Das in der Anschrift die Adresse steht vom Haupthaus ist klar, aber kann ich die Kündigung hier vor Ort abgeben oder muss ich die per Einschreiben mit Rückschein ins Haupthaus schicken? Das müsste ich dann gleich nach der Arbeit machen. Ich möchte keine Zeit verlieren, zumal wenn ich am 3.1. kündige das zum 17.1. das geschehen muss. Ich glaube kaum dass mir der Wunsch mit dem Aufhebungsvertrag erfüllt wird. Aber einen Versuch ist es wert.

      Theoretisch könnte ich einen Anwalt fragen. Da aber Weihnachten ist und die Kosten etwa dem entsprechen was ich an Vertragsstrafe zahlen würde bezahle ich im Notfall lieber die Vertragsstrafe die jedoch nur fällig wäre wenn ich den Job nicht antrete.

      Eine schöne Weihnachtszeit noch

      Geli

                • Eher nein, kündigen dürfte sie dir nämlich vermutlich nicht. Kannst du meist im Handelsregister nachschauen, wer berechtigt ist.

                  • Ja wie jetzt - im Handelsregister stehen alle MA der Poststelle drin?
                    Oder gelten regelmäßig alle Schreiben als nicht zugegangen, da die Poststelle ja gar nicht empfangsberechtigt nicht....

                    • Wenn sie es nur an die Poststelle richtet, dann ist es sicherlich nicht wirklich zugegangen. Es muss schon der richtige benannt sein und ja, wenn sie weiß, dass Frau Müller nicht erreichbar ist und sie legt es auf Frau Müllers Schreibtisch, gilt es nicht als zugegangen.

                      • "Wenn sie es nur an die Poststelle richtet, dann ist es sicherlich nicht wirklich zugegangen"

                        Selbstverständlich ist es das. Wie gesagt, WIE der AG sicherstellt das ein Schreiben den richtigen Ansprechpartner erreicht ist sein Problem. Es ist nicht Sache des AN (oder eines anderen Absenders) zu ermitteln wer denn genau zuständig ist. Bei einem Konzern mit tausenden AN ist das ja kaum möglich.
                        ... ich bin mal gespannt was du sagen würdest, wenn dein Mobilfunkanbieter dir mitteilt "Leider hat sich ihr Vertrag um 1 Jahr verlängert. Sie hatten nicht angegeben das Frau Müller-Sölden für ihre Kündigung zuständig ist, und so konnten wir Ihre Kündigung erst 3 Wochen nach Zustellung als zugegangen betrachten".

                        • Um es nochmal generell zu formulieren:

                          Ein Schreiben gilt als zugegangen, sobald es im Machtbereich des Empfängers angekommen ist, und dieser mit einem Zugang rechnen konnte.

                          Ersteres bedeutet: Sobald es im Briefkasten, Postfach, Poststelle (je nach dem wie der Postempfang organisiert ist) des Empfängers ist, dann gilt es als zugegangen. Der Empfänger ist bei einer Firma immer selbige, und niemals der zuständige Sachbearbeiter.

                          Zweiteres wird nur bei engen Fristen relevant: Ein Schreiben gilt nur als an diesem Tag als zugegangen wenn es zu üblichen Zeiten angeliefert wird. Wird es z.B. um 11 in den Briefkasten geworfen, so kann der Empfänger NICHT einwenden er schaue immer um 9 in den Kasten, und da war nix. Wird das Schreiben allerdings um 23:00 Uhr eingeworfen, dann muss der Empfänger in der Regel nicht mehr mit einer Zustellung rechnen - und es gilt der folgende Werktag als Zustelldatum.

                          (Ja, es gibt Ausnahmen wie z.B. die Zustellung bei Behörden/Gerichten. Hier gilt ein Ein EInwurf 24std).

                  Ppa bedeutet prokura und wenn ich in der schule richtig aufgepasst habe dürfen solche Leute auch Einstellungen und Entlassungen vornehmen. Oder irre ich mich da.?

        "Definitiv nein, denn nur wenn der richtige Ansprechpartner die Kündigung in der Hand hält, ist sie zugegangen und erst ab da läuft die Frist. "

        Das ist natürlich völliger Blödsinn.

        Die KÜ gilt als zugegangen, wenn sie im Machtbereich das AG gelangt. Davon ist auszugehen, wenn sie per Post zugestellt ist, oder aber ein MA des AG das schreiben annimmt und bestätigt.

        Der AN muss natürlich nicht investigativ tätig werden um zu ermitteln wer denn genau dieses Schreiben "In die Hand" bekommen muss. Es ist die Aufgabe des AN die interne Postverteilung zu organisieren.

        ... oder meinen Sie, eine KÜ gilt erst nach 6 Monaten als zugegangen, nur weil Frau Müller-Friedenhof gerade schwer erkrankt ist und vorher nicht wieder arbeitet?

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