Vollzeitjob und Umwelt

    • (1) 29.12.16 - 18:40

      Hallo, ich fange nach einem Jahr EZ in drei Wochen bei meinem neuen AG an.

      Ich habe in den letzten sieben Jahren immer VZ gearbeitet und mein Mann TZ. Somit ist die Situation generell nicht neu für meinen Mann, unsere Mädchen (11&13) und mich. Unser Sohn hingegen ist dann erst 11 Monate alt. Für mich sicher eine Umstellung, aber ich freue mich auch auf meine Arbeit.
      Alles gut soweit, wenn nicht diverse Kommentare dazu fallen würden, die mich eigentlich nicht tangieren sollten. Warum ich VZ arbeite und nicht mein Mann, dass einige Mütter das nicht nachvollziehen können etc.
      Mich nervt das langsam, selbst in Bewerbungsgesprächen waren ungläubige Personaler dabei, ob mein Mann das denn packen würde mit unserem Sohn tagsüber. Der Kleine wird in der Zeit, in der mein Mann arbeitet, von meiner Schwiegermutter betreut.
      Gibt es hier noch mehr Mütter, die auch mit mehreren Kindern VZ arbeiten? Wie reagiert eure Umwelt? LG

      Wenn meine Zwillinge 2 Jahre sind geh ich auch vollzeit arbeiten. .Mein Mann auch. Anders könnten wir uns die teure kita und unseren Lebensstandard nicht finanzieren. Wenn dann die 800-900€ kita wegfällt werde ich evtl reduzieren. .Aber das dauert ja noch

      Lass dich nicht verunsichern! Egal wie du es machst, du wirst immer von irgendwem einen Spruch an den Kopf geworfen bekommen. Mein Mann und ich gehen Vollzeit arbeiten, da war unser Kind kein Jahr alt. Ging nicht anders und es hat super geklappt. Es ist mir egal, wie meine Umwelt reagiert. Unsere Familien unterstützen uns, unsere echten(!) Freunde auch, den Rest habe ich aussortiert. Fremden Menschen erzähle ich es einfach nicht, das geht sie nichts an.

      Bin aber mal gespannt, wenn ich mir im Sommer eine neue Stelle suchen muss, in meiner Branche ist es eher ungewöhnlich als Frau ein Kind zu haben ;-)
      Alles Gute und viel Spaß :-)

    • Hallo,

      Mein Mann geht Vollzeit in Schichten und ich war 34h /Woche arbeiten plus Fahrtzeit war das auch fast voll.... wäre ich nun nicht ss geworfen hätte ich auf 36h erhöht.

      40h ist mir zu stressig, da wir uns reinteilen mit Kind in die Kita bringen/abholen und Großeltern gehen auch alle noch arbeiten.

      Jetzt gehe ich noch 25 h durch die ss und das tut mir sehr gut!

      Mein Sohn ist auch mit meinem Mann viel alleine, da er öfter zu Hause bleiben darf. Meine beiden genießen das.

      Ich finde das total normal bei euch! Ich finde es etwas befremdlich nicht zu arbeiten... ;)

      Weil, bei aller Emanzipation trotzdem noch das alte "Rollenverständnis" präsent ist und euer Modell die Ausnahme ist.

      Ich habe mich auch auf eine höhere Ebene beworben. Das Gespräch fing an mit: hm, Sie sind ja Mutter von Zwillingen und waren ja bisher in Teilzeit,.....

      Der Personaler war ein alter, im klassischen Rollenbild festhängender Sack.

      Ich habe die Stelle nicht bekommen und bin froh, denn das Verdienst Leistungs Verhältnis ist sehr schlecht. War damals nicht absehbar. Aber gescheitert ist des, daran, dass ich Frau und Mutter bin. Denn der, der die Stelle bekommen hat, hörte vom Chef, dass er ja eigentlich nur die zweite Wahl war und dass eine Mutter mit Kindern immer ein Risiko ist.....

      Hat man Worte!

      Egal, er ist glücklich, ich bin glücklich!

      Aber gegen dieses Rollenbild kämpfst auch du!

      • (9) 30.12.16 - 07:51

        Vom Anti-Diskriminierungs-Gesetz hat der Vogel dann aber auch noch nichts gehört, oder?
        Vor allem, wenn du weißt, dass dem, der es dann geworden ist, gesagt wurde, dass du es nicht wurdest, weil du Mutter bist. Deswegen darf bekanntlich keiner mehr ausgeschlossen werden.

        Aber gut, wenn du sagst, dass du ganz froh drum bist, da nicht zu arbeiten, umso besser. Aber solche Personaler sollte man trotzdem in seine Schranken weisen. Da bin ich recht froh, dass bei meinem Arbeitgeber der Faktor "Frau im gebährfähigen Alter" nun wahrlich kein Grund dafür ist, nicht eingestellt zu werden. Hier sind gerade so viele Frauen schwanger, davon abgesehen lassen wir uns derzeit als "familienfreundliches Unternehmen" zertifizieren. Da macht sich das dann ganz schlecht :)

        (10) 30.12.16 - 08:49

        Recht habe und Recht bekommen sind trotzdem immer zwei paar Stiefel.

        Auch beim Vermieten von Wohnungen in Ballungsräumen müssen sich ja die Interessenten dermaßen ausziehen bis auf die Haut, egal ob das der Vermieter darf oder nicht.

        Egal, wie gesagt, ich liebe meinen Job, wie er ist und mit meinem Kollegen, der die Stelle hat verstehe ich mich auch gut. Und nur darauf kommt es an.

        Ich glaube es gibt vieles, was es gibt, aber eben nicht sein sollte...

        lg

    Hallo,

    meine Kolleginnen haben bis auf eine alle zwei Kinder, eine sogar drei.

    Bis auf eine, die aufgrund der Behinderung ihres Kindes im zweiten Jahr Teilzeit in Elternzeit gearbeitet hat, arbeiten alle anderen seit die Kinder ein Jahr sind wieder Vollzeit.

    Das wird hier nicht in Frage gestellt, es ist eher die Regel.
    Die Umwelt sieht es als vollkommen normal an. Die Männer meiner Kolleginnen arbeiten auch alle Vollzeit.

    Ich frage mich manchmal, in welchem Jahrhundert manche Menschen steckengeblieben sind, wenn ich dein Posting so lese.
    Wie man auf die Idee kommen kann, dass sich der Papa nicht genauso kümmern kann wie die Mutter?

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Spaß im Job.

    LG

    Nici

    Hallo,
    als mein viertes Kind 3 Jahre alt war, habe ich wieder angefangen Vollzeit zu arbeiten. Der Personalleiter hat nur gefragt, ob die Kinderbetreuung wirklich geregelt ist. Das wars.
    Manche Kollegen haben aber wirklich komisch reagiert. Mein Mann ist weitere 3 Jahre zu Hause geblieben, weil die Betreuungszeiten im Kindergarten eine Katastrophe waren. Ein Mann zu hause mit 4 Kindern (3,5,9,11)??? #schock Wer weiß, was da hinter meinem Rücken geredet wurde. Mir haben die Blicke gereicht.
    Seitdem die Kleinste in der Schule ist, arbeiten wir beide Vollzeit.

    LG

    Hallo #blume

    unserer Umwelt reagierte darauf eigentlich fast gar nicht.;-)

    Anfangs wurde nur gefragt, warum ich arbeite und mein Mann die EZ nimmt. Mit "Ich verdiene mehr und habe die besseren Arbeitszeiten" war das ratz fatz abgehakt.

    Andere Paare haben eher noch gesagt: "Oh, das würden wir auch mal machen (eines davon hat es auch so gemacht;-))."

    Und manche Männer haben gesagt: "Kannst Du mich nicht heiraten, dann bleibe ich daheim."#rofl#rofl Manche hatten wohl auch das Bild vor Augen, dass die Männer zusammen mit den Kinderwagen und einer Kiste Bier auf dem Spielplatz sitzen, während die Frauen arbeiten sind.#rofl Das habe ich jetzt nicht beobachten können.#rofl

    Am seltsamsten fanden das damals wohl meine Eltern. Aber auch die haben sich nach anfänglicher Skepsis recht schnell an den Gedanken gewöhnt, dass nicht der Mann die Brötchen nach Hause bringen muss.

    Klappt perfekt.

    Einige seltsamen Situationen gab und gibt es natürlich auch. Z.B. der Arzt bei der U, der dann eindringlich immer mich anschaute und mich Sachen fragte, die ich aber nicht beantworten konnte und auf meinen Mann verweise. Oder im Kiga/Schule, wenn die Erzieherin oder Lehrkraft mit mir das Gespräch suchen möchte, und ich dann auch auf meinen Mann verweise. Da wurde dann manchmal etwas geschluckt. Und wenn ich dann sagte, dass mein Mann zuhause ist, kam nur ein "ach so" und gut war. Blöde Kommentare kamen da nie.

    #liebdrueck
    Sanne #sonne

    Hallo!

    Meiner Erfahrung nach hilft gegen bescheuerte Kommentare von Menschen, die Dein/Euer Familienmodell nichts angeht nur entweder völliges Ignorieren oder ein ganz selbstbewusstes Auftreten mit zwei, drei guten Gegensprüchen im Gepäck.

    Ich musste mich ständig vor arroganten, übergriffigen Menschen für unser Familienleben "rechtfertigen", bis ich mir selbst irgendwann konsequent klar gemacht habe, dass ich NIEMANDEM Rechenschaft schuldig bin und die Gründe für die Entscheidung, die mein Mann und ich gemeinsam getroffen haben, nicht ständig heruntergeleiert werden müssen.

    Ich bin nicht berufstätig.

    Wenn mich jemand fragt, ob ich berufstätig bin, dann sage ich nur noch "Nein" und nicht mehr "Nein,weil...."
    Ich habe eine sehr gute Ausbildung im Finanz- und Versicherungssektor, Fachabitur, Fortbildungen, Führungserfahrung - und eine Entscheidung treffen müssen.
    Für uns und unsere Familie war es der einzig richtige Weg. Wir sind glücklich.
    Die nächste Familie macht aber etwas ganz anderes glücklich.
    Und die übernächste Familie lebt wieder ganz anders.
    Mein Meinung ist nicht der Maßstab für eine neue Weltordnung - und ich weigere mich Menschen, die mir ihre Meinung als den einzig wahren Weg zur Seligkeit aller verkaufen wollen, überhaupt noch zu beachten.

    Ich urteile nicht, aber ich erlaube auch nicht, dass ich und unsere Familie nur aufgrund einer anderen persönlichen Einstellung dumm angesprochen werden.

    Das solltest Du auch so machen. Ihr habt eine tolle Lösung gefunden. Ist doch alles super. Du sorgst hauptsächlich für die Brötchen, Dein Mann tritt der Kinder zuliebe beruflich kürzer, Ihr habt offenbar eine tolle Oma im Hintergrund - ist doch klasse! Euch geht es doch gut.
    Mich würden da komische Kommentare nicht weiter kümmern. Deren Problem, das würde ich nicht zu meinem machen oder mir da überhaupt Gedanken machen.

    Wenn Du noch nicht im entspannten "Komplettignoriermodus" bist, dann überleg Dir ein paar passende Antworten.

    Ich habe mal zu einer völlig überspannten Tussi im Kindergarten auf einen wirklich sehr unverschämten Kommentar geantwortet:
    "Mein Job konnte mir einfach nicht das geben, was mir RTL, 50 Shades of Grey und ein Thermomix geben können!"

    oder

    "Ich war einfach zu informiert über das Weltgeschehen. Das hab ich emotional nicht mehr verkraftet. Es tut gut seine Intelligenz und Allgemeinbildung per Naturgesetz abgeben zu müssen."

    Das funktioniert umgekehrt bei Leuten, die Deine Form der Berufstätigkeit in Frage stellen ganz sicher genauso.

    Du wirst ganz sicher Deinen Weg finden, mit diesen blöden Reaktionen gut umzugehen. :-)
    Einen tollen Start und alles gute im neuen Job!! #pro

    LG

    • ""Mein Job konnte mir einfach nicht das geben, was mir RTL, 50 Shades of Grey und ein Thermomix geben können!"

      oder

      "Ich war einfach zu informiert über das Weltgeschehen. Das hab ich emotional nicht mehr verkraftet. Es tut gut seine Intelligenz und Allgemeinbildung per Naturgesetz abgeben zu müssen.""

      Die Sprüche sind ja der Brüller! Hut ab!

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