Übungsleiterpauschale Teilhabeassistenz - Mehrverdienst Steuern.

    • (1) 05.01.17 - 15:34

      Hallo zusammen,

      für meinen Sohn wurde eine Teilhabeassistenz/Schulbegleitung vom Sozialamt für 10 Stunden pro Woche bewilligt.

      Das Honorar hierfür sind 10 Euro Brutto.

      Ich habe eine Bekannte die das übernehmen würde. Sie müsste eine Honorarabrechnung an das Sozialamt stellen. 2400 Euro wären als Übungsleiterpauschale nicht zu versteuern.

      Wenn ich davon ausgehe, dass bei ca. 39 Schulwochen ein Verdienst von 3.900 Euro zusammen käme, müssten dann ja noch 1.500 Euro versteuert werden. Kann dadurch der Steuersatz steigen ? (Unterliegt dies dem Progressionsvorbehalt). Ich meine, falls es ungünstig läuft und sie rutschen in die nächste Stufe (gemeinsam mit ihrem Mann)???

      Oder wird es einfach mit aktuellen Steuersatz berechnet?

      Sie arbeitet normalerweise als Krankenschwester (60 Stunden/Monat, ist also auch gesetzlich versichert und nicht mitversichert.).

      Oder wäre es besser, sie als Minijobber anzumelden ? Dann müsste es über mich laufen, sozusagen als Haushaltshilfe, dann zahlen wir aber den Beitrag von gesamt 14,8 % pauschal. Da komme ich dann auf 8,50 Euro. Und müsste ggf. im Krankheitsfall die Kosten übernehmen ?!?!? Keine Ahnung.

      Ganz schön kompliziert.

      Mir wäre lieber, sie würde ihr Honorar selbst abrechnen. Will ihr aber auch keine Unkosten zumuten.

      Danke für einen Rat.

      betty

      • Ich glaube, das hast du völlig falsch verstanden.
        Eine THA über die Eingliederungshilfe gibt es auf 2 verschiedene Arten nach der Genehmigung:
        1.: ihr wendet euch an einen Träger, der diese vermittelt und das Sozialamt macht die Abrechnungen mit diesem Träger. Der Träger ist der Arbeitgeber. Er ist auch zuständig für die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstage (und deren Bezahlung!), die entsprechenden Weiterbildungen, die Lohnnebenkosten,... und das wirklich wichtigste: die Abdeckung des Ausfalls, falls die THA mal krank wird (sie wird ja trotzdem bezahlt, nur das Sozialamt zahlt das nicht) - trotzdem muss das Kind begleitet werden von einer Ersatzkraft
        2.: das Ganze läuft über das PB (Persönliche Budget). Der Unterschied zum oben genannten liegt darin, dass ihr selbst der Arbeitgeber seid. Alles, wofür sonst der Träger geradesteht, müsst ihr selbst machen.

        Die meisten Eltern entscheiden sich nicht grundlos für die erste Variante. Das Sozialamt tritt nie in ein Rechtsverhältnis zu der THA, entweder die Trägervariante oder das PB. Beim Persönlichen Budget werdet ihr ziemlich tief in die Tasche greifen müssen. Das Sozialamt kalkuliert mit dem Mindestlohn. Außerdem musst du von den regelmäßigen Zahlungen immer noch etwas "ansparen" für den Urlaub.
        Will sie das wirklich machen, würde ich in der Schule nachfragen, mit welchem Träger die zusammenarbeiten. Beim Träger würde ich anfragen, ob sie deine Bekannte anstellen würden für dein Kind. Das ist eine gängige Vorgehensweise und so hast du den ganzen Papierkram in professionelle Hände gegeben und kannst sicher sein, dass dein Kind auch wirklich immer eine THA hat.

        Natürlich zählt das als Einkommen sobald es über 450€ kommt und wird regulär versteuert.

        • Hallo Kati,

          ja, danke, das hatte ich mir schon so gedacht bzw. kenne ich die "Nachteile" für uns bei einem Minijob.

          Deshalb die Geschichte auf Honorar Basis. Das geht auch. So das Sozialamt.

          Nichtsdestotrotz werde ich mich an einen Träger wenden. Vielleicht übernehmen sie meine Bekannte...

          Vielen Dank!!

          • Du kannst dich nochmals bei rehakids.de umhören. Dort gibt es einige Eltern, die auch den Weg über das PB gegangen sind. Oftmals sind dann mehrere THA parallel angestellt, die sich im Krankheitsfall vertreten.
            Wende dich mal an einen Träger. Üblicherweise haben die ständig einen Mangel an Personal und durch die I-Kinder verdienen die ja Geld. Wenn du also deine Kraft direkt mitbringst, ist denen das nur recht. Eine win-win-Situation. Die haben überhaupt keine Arbeit und verdienen trotzdem. Kläre nur im Vorfeld, dass die Bekannte von euch wirklich primär euer Kind betreut. Normalerweise müssen die THA nämlich springen bei Krankheit des "eigenen" Kindes. Das muss sie wissen, ob sie das will.

            • Vielen Dank. Genau das habe ich eben getan.

              In der Regel haben die Träger kaum jemanden, der diese Aufgaben übernehmen könnte. Sie muss es mit dem Sozialamt klären - ob 450 Euro Basis möglich ist - normalerweise werden die Personen sozialversicherungspflichtig angestellt. Und der Verdienst wäre auch höher. Lohnt sich aber halt nur als Nebenverdienst....

              Meine Bekannte arbeitet sonst 60 Stunden / Monat Nachtdienst am Wochenende im Krankenhaus. Wäre also machbar (zeitlich)...
              Und nur auf Minijob Basis.

              Ich warte auf die Info :-)))

              • Nein. Es gibt beim Sozialamt exakt 3 Verdienstkategorien und beim Jugendamt gibt es auch 3. Das Jugendamt zahlt besser, ist aber eher geizig mit den Stunden.
                Welche Stufe nun genau bei euch zutrifft (es ist die niedrigste, das kann ich dir auch so sagen), bestimmt konkret dein Antrag. Du hast ganz konkret 10 Stunden die Woche für eine UNGELERNTE Kraft genehmigt bekommen. Etwas anderes hättest du anders beantragen und anders begründen müssen. Dann hätte dein Kind aber auch nicht nur 10 Stunden bekommen, sondern eine 1:1 Betreuung. Der höchste Stundensatz für eine Fachkraft beim Sozialamt liegt bei über 20€, ihr seid jetzt beim Mindestlohn (auf die 10€ kommt ihr nur durch die Lohnnebenkosten).
                Ich kenne keine ungelernte Kraft, die mehr als den Mindestlohn hier erhält. Das Amt zahlt einfach nicht mehr. Da kann der Träger auch nicht mehr zahlen, selbst wenn er will. Bei uns machen das viele Mütter, die eben den Berufseinstieg nach ihren Kindern nicht mehr geschafft haben. Wenn der Mann noch arbeitet, ist das ein gutes Zubrot und die eigenen Kinder sind ja in der Zeit ebenfalls in der Schule. Alternativ gibt es noch einige FSJler und Bufdis. Die letzteren sind für die Kinder, selbst wennn sie noch so engagiert sind, eine Katastrophe. Der jährliche Wechsel kann ja nun nur kindeswohlgefährdend sein - wir reden ja hier sowieso schon über behinderte Kinder.

                • Das stimmt wohl. 10 Euro also nach Abzug der 14.8 % , 8,50 ist der übliche Betrag. Ich habe gerade die positive Rückmeldung bekommen, dass es so machbar ist.

                  Hätte ich die Bekannte auf Minijob Basis angestellt, wäre ich auf diesen Kosten u.a. sitzen geblieben ...(natürlich hätte ich nicht einigen können...)

                  So ist es mir am liebsten... :)

                  • Naja, du hättest 8,84€ gezahlt und den Rest einbehalten für den bezahlten Urlaub. Aber man zahlt heftig drauf über das PB. Bei rehakids haben das mal einige ausgerechnet. Das lohnt sich wirklich nur, wenn sich für das Kind kein Träger findet. Ihr habt nur 10 Stunden, das bedeutet euer Kind ist auch ohne THA beschulbar. Viele Kinder sind das nicht. Sobald die THA fehlt, darf das Kind nicht die Schule betreten. Da ist der THA-Pool des Trägers wirklich wichtig.
                    Die THA meines Jüngsten hatte sich mal im Urlaub den Fuß gebrochen - 6 Wochen war sie krank. Die 1. Schulbegleiterin meines Ältesten ist nach 1 Jahr schwanger geworden - sofort BV und danach Elternzeit. Die üblichen Kinderviren bekommen THAs natürlich in der Schule alle ab und sind sowieso regelmäßig mit den Kindern krank.

          Hat sich die Bekannte denn überlegt, wie sie die Stunden dann abdecken will? Sie hat ja schon einen Job.
          Die Lehrer bestimmen ja, wie die Stunden zu nehmen sind. 10 Stunden sind weniger als die Hälfte der Woche, falls ihr nicht gebundener Ganztag seid. Ich könnte mir vorstellen, dass die Lehrer die Hilfe gern in den Hauptfächern haben wollen (Deutsch, Mathe). Hier ist ein Träger im Rücken auch hilfreich. Der sagt dann ganz gerne mal, dass das unmöglich ist.

    Ich kenne mich auf dem Gebiet nicht aus, aber alles, was über den Übungsleiterfreibetrag hinaus verdient wird, wird mit Profession versteuert (wenn denn für diese Tätigkeit der Ü-Freibetrag genutzt werden kann). Im Krankheitsfall stehst Du dann aber ohne Unterstützung da. Der von kati genannte Weg ist sicherlich sinnvoller.

    VG
    Anja

    (11) 06.01.17 - 08:34

    Guten Morgen,

    zunächst einmal habe ich dies hier gefunden zur Übungsleiterpauschale:
    >>Um vom Freibetrag zu profitieren, müssen Sie für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein, in der Sie im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten.<<
    Die Person arbeitet dann für Dich? Oder im Auftrag des Sozialamtes? Ich verstehe es nicht ganz.
    Weiter meine ich, wäre es in jedem Fall besser, dies auf Minijob-Basis laufen zu lassen und vielleicht sollte sich die Person, die es für Euch übernehem will, selbst eingehend informieren, was am Besten wäre.

    LG

Top Diskussionen anzeigen