Kündigungsschutz in der Probezeit...

    • (1) 05.01.17 - 16:53

      Hallo ihr lieben,

      ich hoffe sehr jemand von euch kann mir helfen. Vorab kann ich sagen, dass ich im Netz zwar schon einiges dazu gefunden habe, aber die Beiträge schon Jahre zurückliegen und ich mir nicht sicher bin, ob sich die Rechtsgrundlage geändert hat.

      Bin heute (5.01.2016) bei 5+2. Die Schwangerschaft ist ungewollt entstanden, daher bin ich mit dem ganzen bürokratischen Kram noch am Anfang.

      Ich arbeite seit August 2016 in einer Kita, generell gilt in Kitas eh: Bist du Schwanger gehst du erstmal ins Beschäftigungsverbot, bevor dir deine Immunwerte kein grünes Licht geben. Ich habe es in meiner alten Einrichtung so kennengelernt, dass die Schwangeren die Einrichtung gar nicht mehr betreten durften. Und die meisten durften danach auch nicht mehr arbeiten, also hatten fast die vollen neun Monate dieses Bechäftigungsverbot.

      Da ich noch in der Probezeit stecke (bis 15. Februar 2017), bin ich mir unsicher, ob mich mein Arbeitgeber aufgrund des Beschäftigungsverbotes kündigen könnte. Ansonsten liegt mir ein unbefristeter Arbeitsvertrag vor.

      Wer von euch kann mir weiterhelfen zum Thema Kündigungsschutz? Stimmt es, dass ich bis 4 Monate nach der Entbindung geschützt bin? Kann mir dazu jemand einen aktuellen Artikel oder ähnliches nennen?

      Ich habe am 2.01.2017 durch meine FA die Bestätigung bekommen und gleich eine Bescheinigung, FALLS (!) ich meinem Arbeitgeber dies mitteilen möchte. Sie rät mir davon ab, aufgrund der hohen Quote von Fehlgeburten in den ersten 12 Wochen. Da ich aber ja durch meine Aufgaben schon ziemlichen Infektionskrankheiten ausgesetzt bin und auch schlecht auf der Arbeit sagen "Ich kann das nicht übernehmen aufgrund der SS" stehe ich leicht zwischen zwei Stühlen.

      Was meint ihr zum Thema früh genug bescheid sagen? Meint ihr ich soll lieber warten oder ist es sicherer für das ungeborene?

      Danke schonmal vorab für die ein oder andere Antwort!

      grüße dreadloeckchen

      • Die Kündigung ohne Angaben von Gründen in der Probezeit gilt nicht sobald du deine Schwangerschaft mitgeteilt hast. Sowas geht nur in Ausnahmefällen mit Genehmigung der Gewerbeaufsichtsamt z.Bm wenn deine Firma Insolvent ist.

        Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

        P.S. Keine Geld und kein Job der Welt ist es wert die Gesundheit deines Kindes zu gefährden!

      Wenn es dir nur um eine feste Anstellung auch nach der Schwangerschaft geht, dann solltest du noch mind. 6 Wochen abwarten.

      Wenn es dir um die Gesundheit des Kindes geht dann solltest du es sofort sagen. Denn eine Infektion mit einer Kinderkrankheit - wenn auch unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich - könnte schwerste Schädigungen beim Kind oder Fehlgeburt/Totgeburt auslösen. Recht häufig sind ja Windpocken, Keuchhusten, evltl Ringelröteln oder CMV. Das alles kann das Kind im Mutterleib schwer schädigen.

      • (6) 06.01.17 - 10:26

        >>Wenn es dir nur um eine feste Anstellung auch nach der Schwangerschaft geht, dann solltest du noch mind. 6 Wochen abwarten.<<
        Was für eine unqualifizierte Aussage.
        Sie hat einen Vertrag und befindet sich in der Probezeit. Kündbar ist sie somit nicht mehr. Egal ob der Vertrag befristet ist, oder nicht, sie geht ins BV und kommt nach der Elternzeit zurück, die Befristung läuft aus, oder sie wird, da sie keine Befristung hat gekündigt oder normal weiter beschäftigt.

        • (7) 06.01.17 - 10:41

          Wie dumm von dir dass du nicht richtig gelesen und verstanden hast.

          6 Wochen abwarten macht Sinn, wegen einer möglichen Fehlgeburt bis zur 12. SSW. Denn nach der Fehlgeburt ist man sofort wieder ohne Kündigungsschutz aus dem MuSchG raus, demnach kündbar.

          Bis zur 12.SSW ist die Fehlgeburtsrate ziemlich hoch und nimmt mit jeder Woche etwas ab.

          Aber wie du auch schreibst, nach der Elternzeit ist man auch kündbar. Wenn der AG es darauf absieht eine Frau mit Kinderwunsch loszuwerden, dann hat er dazu auch Gelegenheiten.

          • (8) 06.01.17 - 10:46

            >>6 Wochen abwarten macht Sinn, wegen einer möglichen Fehlgeburt bis zur 12. SSW. Denn nach der Fehlgeburt ist man sofort wieder ohne Kündigungsschutz aus dem MuSchG raus, demnach kündbar.<<
            Das mag bei jedem AN zutreffen, der bspw. keinen Infektionskrankheiten ausgesetzt ist, die das Leben des Ungeborenen gefährden. Vielleicht liest, bzw. beliest Du Dich mal richtig.
            Es ist einfach unüberlegt, diese Standardsätze so hin zu werfen! Die Aussage in Deinem, dahin geworfenen Satz war nicht die, die Du hier jetzt zum Besten gibst!

            • (9) 06.01.17 - 10:52

              Ich kann nichts dafür, wenn du so schwer von Begriff bist.

              eine Erzieherin sagt z.B. dem Arbeitgeber, dem Träger der Kinderkrippe in der 5. SSW dass sie schwanger ist. Wird freigestellt und wegen unklarer Immunitätslage nach Hause geschickt. In der 7. SSW hat sie eine Fehlgeburt, dann wird sie 2 Wochen krankgeschrieben und danach hat sie KEINEN Kündigungschutz mehr!! Denn der Kündigungsschutz durch das MuSchG endet 4 Monate nach der Geburt. Eine Geburt gibt es aber nicht mehr.

              Wenn sie dann noch in der Probezeit ist, kann sie mit ganz kurzer Kündigungsfrist wieder gekündigt werden. Die Probezeit wird von einer kurzen 2wöchigen Schwangerschaft nicht vorzeitig beendet.

              • (10) 06.01.17 - 10:54

                Versuch nicht wieder, Dich zu winden, wie ein Aal. Du weißt genau, was ich meine und damit ist die Diskussion für mich beendet. Wurde doch schon an anderen Stellen angebracht, oder nicht? Das würde ich mir mal zu Herzen nehmen, da es sich hier auch ganz schnell mal um Fehlinformationen handelt.

                • (11) 06.01.17 - 11:01

                  Deine Hormone drehen durch....!

                  Mein Statement war eines der ersten, nur wenige Minuten nach Eröffnung des Threads, da konnte ich noch keine anderen Kommentare gelesen haben.

                  Geh einfach mal eine Runde an die frische Luft, bis es dir besser geht.

    Hallo :)
    Erstmal herzlichen Glückwunsch!

    Sobald den AG offiziell von deiner SS weiß, bist du NICHT mehr kündbar bis zum vollendeten Mutterschutz!

    Ich würde es auf der Stelle sagen, am besten vor Kollegen (Zeugen!).

    Dass eine FG eintritt, kann natürlich immer passieren, aber ich würde nicht riskieren, mir einen Keim in der Kita zu holen...

    LG

    (13) 05.01.17 - 17:07

    Meiner Meinung und Erfahrung nach kann man dir nicht kündigen,bzw.darf man nicht.Ob du es beichtest oder nicht hängt von dir und deinem Immunschutz ab.Gegen was bist du immun?Oder weist du das noch nicht?

    Hallo :) Herzlichen Glückwunsch :)

    Google mal Mutterschutzgesetz. Da findet sich alles. Hast du eine Klausel im Vertrag, in der steht, dass dein Vertrag nach der Probezeit ausläuft? Wenn nicht, gilt der Kündigungsschutz sogar noch während der Elternzeit bei unbefristeten Verträgen. Ich hab den Titertest auf eigenen Wunsch machen lassen. Muss man halt selbst zahlen, aber dann bist du auf der sicheren Seite. Bis zum Ergebnis krank melden und dann weißt du, ob du es sagen musst, oder nicht. (Wenn du dir was einfängst, was dem Kleinen schadet, wird dich und euch das schwerer und langfristiger treffen als ein möglicher Arbeitsplatzwechsel.)

    Alles Gute :)

    • Dankeschön für die Antwort erstmal. Da meine Probezeit ja kurz vor dem Ende ist, fände ich es unpassender mich jetzt Krank zu melden. Ich glaube da ist dann reinen Tisch zu machen vielleicht sogar noch etwas schlauer. Ich überlege noch sehr viel hin und her, werde diese Möglichkeit miteinbeziehen! Danke :D

      • Da meine Probezeit ja kurz vor dem Ende ist, fände ich es unpassender mich jetzt Krank zu melden.

        Bist du krank oder bist du nur schwanger? Wenn du dich "krankmeldest" ohne krank zu sein - auch mit Attest vom Arzt - dann ist das Betrug und damit bist du sogar trotz Mutterschutzgesetz kündbar.

        Nur soviel zu "unkündbar". Der Kündigungsschutz hat Ausnahmen - krankfeiern wäre einer der Ausnahmegründe. Schwerer Vertrauensbruch.

        • (17) 06.01.17 - 10:42

          Jetzt mal ernsthaft...welcher Arbeitgeber stellt die Krankheit eines Arbeitnehmers in Frage, die vom Arzt attestiert ist, wenn es sich nicht gerade um Häufungen von Krankschreibungen handelt, diese im Vorfeld angekündigt wurden, oder, oder, oder....?

          Du haust immer ganz schön auf den Putz. Wenn die TE eine AU bekommt, bspw. wegen Übelkeit oder sonstiger Beschwerden eventuell doch ins Kreuzfeuer gerät, jedoch nachweist, daß sie schwanger ist es somit Beschwerden während der Schwangerschaft nach sich ziehen kann, passiert überhaupt gar nichts. Die TE schreibt nirgendwo, daß sie "krank feiern" möchte. Wird nachgewiesen, daß die Krankheit mit der Schwangerschaft im Zusammenhang steht, passiert überhaupt nichts.
          Ich bin auch nicht für Krannschreibung wegen chronischer Arbeitsunlust, hier geht es um eine Schwangere, die im Kiga arbeitet, mehr nicht.

Sobald man schwanger ist greift dass Mutterschutzgesetz - auch während einer Probezeit.

Bzgl. Nach Entbindung 4 Monate -dass bezieht sich m. W. auch auf die Elternzeit. Kommt also drauf an ob du in Elternzeit gehst oder nicht. Wenn ja dann gelten die 4 Monate nach Elternzeit und nicht nach Entbindung. Bin mir aber nicht 100%sicher.

Bzgl wann dem AG sagen. Kommt auf deine Grundeinstellung an.
Passieren kann auch in der 30 ssw und auch bei Geburt. Das Risiko minimiert sich zwar aber man kann es nicht komplett ausschließen.
Und es ist halt die frage, sollte es in den ersten 12 Wochen ein Abgang geben, wollt ihr dann gleich versuchen gewollt ein Kind zu bekommen oder würdet ihr den Wunsch schieben.
Wenn ihr den Wunsch schiebt würde ich auch warten, weil sobald du in deiner Probezeit einen Abgang hättest -läufst du Gefahr gekündigt zu werden, da sie befürchten du wirst wieder schwanger. Kann aber natürlich alles anders laufen.

Die andere frage ist halt welche Infektionen kannst du dir holen und welche Auswirkungen hat dass auf den ungeborenen menschen? Können Behinderungen dadurch entstehen? Ja? Dann hast du den 'ärger' und nicht die anderen, da würde ich lieber vorbeugen und dem AG Bescheid geben.
Oder kannst du irgendwie heimlich über den hausarzt deine Immunität ausfindig machen?...

Also wie du siehst viele Möglichkeiten und letztendlich weißt nur du wie und was....und es ist deine Entscheidung. ....

Alles gute!

  • Danke für die ausgiebige Antwort! Da es relativ unerwartet über uns kam #klatsch denke ich kaum, dass Ich es ereut probieren würde.

    Weißt du ob Ich danach noch die probezeit dran hängen muss oder ob ich dann die vollen 3 Monate Kündigungsschutz habe (laut Vetrag)?

    • Mit Bekanntgabe der Schwangerschaft existiert die Probezeit nicht mehr! Ist dein Vertrag befristet wird der danach wohl einfach auslaufen ohne verlängert zu werden. Ist er unbefristet genießt du Kündigungsschutz bis nach der Elternzeit!

      Die Probezeit - die in der Regel drei bis sechs Monate dauert - kann durch eine Schwangerschaft also faktisch verkürzt werden. Denn spätestens ein halbes Jahr nach der Anstellung greift das Kündigungsschutzgesetz. Dann kann nicht mehr ohne Grund gekündigt werden - das gilt auch für Frauen, die in der Zwischenzeit schwanger geworden sind.

      Dass ist ein Auszug von 2011 einer Rechtsanwältin - m.w. ist dass aktuell. Mein freund hat erst letztes jahr eine Weiterbildung gemacht und mir ist keine Änderung bekannt.

      Wenn du am Montag deinen AG über die SS unterrichtetes greift der Mutterschutz und somit ist dann so zusagen am Montag auch deine probezeit beendet. Sollte aber dann z.b. in KW 4 vor Ablauf deine probezeit in Februar passieren -läuft sie wie vereinbart glaub 15.02. Hattest du geschrieben.

      Sollte deine SS gut verlaufen -was wir hoffen ;) dann kann die probezeit nicht irgendwo hinten hin gehangen. Wie oben beschrieben....

(22) 06.01.17 - 10:36

"Bzgl. Nach Entbindung 4 Monate -dass bezieht sich m. W. auch auf die Elternzeit. Kommt also drauf an ob du in Elternzeit gehst oder nicht. Wenn ja dann gelten die 4 Monate nach Elternzeit und nicht nach Entbindung. Bin mir aber nicht 100%sicher."
Nein, genau andersrum, nach der Entbindung, geht man in Elternzeit hat man dies nicht, da man ja durch die Elternzeit erst einmal Kündigungsschutz hat!

  • (23) 06.01.17 - 10:46

    D.h. wenn man in Elternzeit geht "verfallen " bzw. greifen sie 4 Monate nie?
    Nur wenn man nach dem Mutterschutz wieder arbeiten geht?

    • (24) 06.01.17 - 10:49

      Doch, theoretisch hast du auch in Elternzeit die 4 Monate nach der Entbindung Kündigungsschutz durchs MuSchG, da du aber auch Kündigungsschutz durch BEEG hast, benötigst du die einfach nicht, es sei denn du gehst nur z.B. bis nach dem 3. Lebensmonat in Elternzeit.

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