Krankentage Kind nicht ausreichend

    • (1) 07.01.17 - 14:06

      Hallo zusammen,

      mein Sohn wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten Monaten einer OP unterziehen müssen. Er hat eine seltene angeborene Herzerkrankung. Momentan wartet unser behandelnder Kinderkardiologe auf eine Antwort aus dem Kinderherzzentrum in St. Augustin.

      Ich bin sehr sicher, dass dort die OP als notwendig angesehen werden wird. Ich weiß bereits von unserem Kardiologen, dass es wohl zwei mögliche Verfahren geben wird. Beide werden einen Krankenhausaufenthalt von mindestens zwei Wochen mit sich bringen, wenn alles gut verläuft. Die Zeit danach wird mein Sohn auch nicht sofort wieder zur Schule gehen können, aber ich habe keine Ahnung, wie lang das sein wird. Ich gehe grade gedanklich von mindestens vier Wochen aus.

      Ich weiß, dass ich regulär zehn Kinderkrankentage habe. Ich bin nicht allein erziehend - ich lebe mit meinem Freund zusammen, der nicht der leibliche Vater ist, falls das wichtig sein sollte - also habe ich keinen Anspruch auf 20 Kinderkrankentage, das ist richtig, oder?

      Könnt ihr mir sagen, da es sich um eine geplante OP handeln wird, ob ich dann für alles, was über die zehn Tage hinaus geht, Urlaub nehme, oder ob es noch eine andere Regelung gibt, die ich beachten muss? Ich arbeite Vollzeit, wir haben in der Firma auch einen Betriebsrat, zu dem ich auch gehen werde, sobald ich sicher weiß, dass und wann die OP stattfindet, aber ich wollte im Vorhinein schon fragen, ob hier jemand Tipps hat. Wir sind zur Zeit eigentlich gedanklich total hinüber und eigentlich auch richtig verzweifelt. Mein Sohn ist 8 Jahre alt. Ich hoffe, das hier ist das richtige Forum.

      Danke und viele Grüße.

      n

      • Unabhängig davon, gehe doch bitte immer erst zu deinem Chef, schildere die Situation, mache Vorschläge (nacharbeiten, Überstunden abbauen, unbezahlten Urlaub, ...) oder frage ihn konkret oder er sich irgendeine Lösung vorstellen kann. Danach kannst du noch immer zu Betriebsrat gehen. Also generell jetzt.

        • Das würde ich generell auch tun. Trotzdem möchte ich gern auch unabhängige Infos sammeln und ob meine Chefin sich da supergenau auskennt, weiß ich nicht.
          Danke für deine Antwort.

      1. Krankenhaustage zählen nicht zu den Kinderkrankentagen dazu, wenn du als notwendig mit aufgenommen wirst, zählt das einzeln und du bekommst in der Regel den vollen Verdienst ersetzt.

      2. "Ich weiß, dass ich regulär zehn Kinderkrankentage habe. Ich bin nicht allein erziehend - ich lebe mit meinem Freund zusammen, der nicht der leibliche Vater ist, falls das wichtig sein sollte - also habe ich keinen Anspruch auf 20 Kinderkrankentage, das ist richtig, oder?"
      Wie kommst du darauf, auch als verheiratete kannst du 20 Tage haben. Dir stehen 10 zu und dem Vater, nutzt der Vater sie nicht, kann er sie auch dich übertragen lassen.

      • 1. Danke für die Information! Da muss ich dann nachlesen. Das hilft mir.
        2. Wir haben keinen Kontakt zum leiblichen Vater, er hat den Kontakt ein halbes Jahr nach der Trennung abgebrochen, da war mein Sohn eineinhalb Jahre alt. Seitdem haben wir nichts von ihm gesehen, gehört o.ä., alles wurde in seiner Abwesenheit verhandelt. Er hat kein Sorgerecht. Ich weiß gar nicht, wie ich mir in dem Fall die Tage übertragen lassen kann. Falls er zustimmen muss, kann ich da nur über das Gericht gehen, denke ich, da er auch schriftlich nie reagiert hat.

        Danke für deine Antwort.

Hallo,

wäre mir vollkommen egal. Ich würde zum Chef gehen und ihm den Sachverhalt schildern. Sicherlich gibt es da Möglichkeiten, wenn er nicht vollkommen aus Granit ist.

Wenn die Kranktage nicht ausreichen - weiß nicht, wie sich die Tage bei Krankenhausaufenthalten verhalten - würde ich unbezahlten Urlaub dem Chef vorschlagen. Hast Du Überstunden? Dann diese noch mit abbauen.

Ich weiß, dann kommen Gehaltseinschnitte dazu. In Deinem Fall bzw. generell bei Krankheitsfällen ist es mir relativ egal wieviel Geld ich bekomme. Da sind andere Dinge im ersten Moment wichtiger. Und das ist definitiv Dein Kind, der Dich braucht.

LG
Caro

  • Naja, also das ist eine ziemliche Luxuseinstellung.
    Ich bin bei uns Alleinverdienerin mit relativ hohem Gehalt und sehr hohen Fixkosten.
    Mir wre ein Gehaltsausfall wegen krankem Kind nicht egal, sondern zum Teil finanziell Existenz gefährdend.
    Sowas kann man sagen, wenn man im Billigbereich arbeitet und die fehlenden 10,80 € nicht auffallen, oder soviel Famiieneinkommen hat, dass alles egal ist.
    Konkrete Tipps wie "Krankenhausaufenthalte zählen extra" helfen da doch etwas weiter...

    • Danke für deinen Beitrag. Ich habe das Glück, dass mein Freund auch gut verdient, wie ich. Aber darum geht es mir nicht. Ich möchte einfach sicherstellen, dass ich alle Tage bei meinem Sohn verbringen kann und das ich das konform mit Arbeitsrecht etc tun kann. Und das ich nicht meine Kinderkrankentage und eventuell (fast) meinen ganzen Urlaub dann im ersten Jahresdrittel genommen habe, denn was kommt dann danach, falls mein Sohn dieses Jahr weiterhin Betreuung durch mich braucht. Daher erleichtert es mich nun sehr, dass stationäre Aufenthalte nicht in diese Tage fallen.

Natürlich geht mein Sohn vor allem anderen. Trotzdem möchte ich ohne den Gedanken "was ist mit meinem Job" in diese Operationszeit gehen. Ich würde natürlich meinen Jahresurlaub und alles andere, was nötig ist, nehmen. Da ich mich damit noch nie auseinander setzen musste möchte ich versuchen, vorher soweit alles mögliche zu klären und zu wissen.

Meine Chefin weiß über die Situation auch bereits Bescheid und zeigt sich aktuell sehr entgegenkommend (das das Kind das wichtigste ist etc). Aber ich möchte natürlich wissen, was ich gesetzlich und arbeitsrechtlich tun kann in dieser Situation, und mir das nicht von meiner Chefin erklären lassen, die es vermutlich selbst nicht genau weiß, da das keine alltägliche Situation ist.

https://www.haufe.de/sozialwesen/leistungen-sozialversicherung/kinderkrankengeld-verdienstausfall-bei-stationaerer-mitaufnahme_242_290418.html

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