Angst vor Jobverlust

    • (1) 22.01.17 - 19:44

      Hallo Ihr Lieben,
      Ich bin in der 7. SSW und leide unter Hyperemesis. Ich erbreche fast alles. Letzten Freitag gab es auch schon die erste Infusion. Ich bin seit einer Woche krank geschrieben und habe noch Verlängerung bekommen.

      Ich arbeite in einem kleinen Ingenieurbüro als einzige Angestellte. Am Freitag gab ich meinem Chef Bescheid, dass ich weitere zwei Wochen krank geschrieben sei. Das darauf folgende Telefonat war irgendwie krass. Er wusste noch nichts von der Schwangerschaft. Er fragte mich direkt, ob mein Job mir nicht gefiele und wir das Arbeitsverhältnis lieber beenden sollten. Er wäre ja so zufrieden mit mir und verstünde jetzt die Welt nicht mehr und fragte, ob ich überhaupt wiederkommen wollte.
      Ich fühlte mich total unter Druck gesetzt und meldete die Schwangerschaft und das ich natürlich wiederkommen wolle, aber die Gesundheit im Vordergrund stünde.

      Und jetzt bange ich um meinen Job.
      Solange ich schwanger bin, hat er keine Handhabe, Mutterschutzgesetz ist ja eindeutig. Und nach der Elternzeit möchte ich eigentlich auch nicht zurück.
      Aber ich habe so schon große Angst, dass die Schwangerschaft schief geht - Bin ja erst in der 7. Woche! Und jetzt habe ich doppelt Angst, dass im Worst Case die Schwangerschaft schief läuft und ich direkt darauf auch noch gekündigt werde...

      Hilfe?! Kann ich mich irgendwie beruhigen? Das belastet mich extrem und irgendwie zieht mich das nur noch mehr herunter als Übelkeit und Erbrechen :((

      • Ihr habt da ein großes Kommunikationsproblem. Du bist die einzige Angestellte in einem Ingenieurbüro und ohne dich bleibt das alles beim Chef hängen. Das heißt, dass er gerade ziemlich aufgeschmissen ist. Und er wußte nicht mal warum du fehlst. Da hat er sich natürlich seine Gedanken gemacht.

        Hättest du ihm das nicht früher kommunizieren können? Ja, dann hätte er nicht auf Kohlen gesessen. Er braucht eine Vertretung für dich, und die muss auch eingelernt werden.

        Es gibt aber nicht Arbeit für zwei gleichzeitig. Das ist sein Dilemma. Du sitzt auf dem Job und kannst nicht kommen, und trotzdem muss die Arbeit erledigt werden.

        Ich rate dir zu ihm hinzufahren, sobald dein Zustand das erlaubt und mit ihm eine Lösung zu suchen. Dann solltest du auch offen über deine Zukunftspläne mit Elternzeit usw. sprechen, damit er schnellstens eine Vertretung einstellen kann.

        • Danke für deine offenen Worte, damit triffst du den Nagel wohl ziemlich gut auf den Kopf.
          Ich würde gerne persönlich mit ihm reden, aber ich darf derzeit nicht Auto fahren und es sind immerhin über 200km Strecke. Fernpendler.

          Nächste Woche hat eine Freundin Urlaub, ich habe schon überlegt, mit ihr zu fahren.
          Ich frage mich auch schon, wie so eine Lösung aussehen könnte. Er hat ja keine Planungssicherheit so, das ist mir auch klar. Für Vorschläge bin ich offen.
          Habe ihm zuletzt gesagt, dass ich mal mit meiner Gyn rede, ob sie sich eine Lösung vorstellen kann.

          Achso, er wusste, was los Ist, wusste nur nichts von der Ursache. Das Mutterschutzgesetz verbietet Arbeit mach 20 Uhr und länger als 8,5h. Beides ist im Büro usus, sodass ich von der Schwangerschaft eigentlich erstmal nichts sagen wollte - habe da noch nicht geahnt, dass die Krankschreibung länger geht.

          • Trotzdem steht ja auch im MuSchG, dass du dem AG Bescheid sagen sollst, sobald du es weißt. Und damit hättest du ihm einige Sorgen erspart.

            Sag ihm bitte immer so früh wie nur möglich welche Prognose du siehst, z.B. mir geht es nicht besser und ich werde vermutlich noch nächste Woche fehlen....

            Falls zu zurück kommen kannst, dann ist doch wohl klar dass 8,5 Std. und 20 Uhr Schluß sein muss. Das musst du deutlich machen.

            So viel ich weiß gilt das MutterschutzGesetz nur ab einer Betriebsgröße von 15 Vollzeitmitarbeitern.

            • Das wäre aber sehr traurig... meinst du vielleicht eher das KschG?

              • Ja...sorry, mein Fehler.Das Mutterschutzgesetz gilt in jedem Fall und wenn die TE länger als 6 Wochen fehlt, hat der AG keine Gehaltskosten mehr da die KK dann einspringt.

                Das gleiche gilt im Falle des BV.
                Dann kann der AG sich das Geld von der KK zurückholen.

                Er muss dann nur für eine Ersatzkraft sorgen und die natürlich bezahlen.

                Durch die Schwangere entstehen dem AG keine zusätzlichen Kosten auch wenn sie länger ausfällt.

                • Oh menno, Zarina, schreib doch nicht über Dinge von denen du keine Ahnung hast.

                  Bitte.....!

                  In jedem Fall hat der AG eine Menge Unkosten und Ärger.

                  • (10) 22.01.17 - 20:52

                    Hab ich doch revidiert, hatte das Kündigungsschutzgesetz im Kopf.
                    Reg dich ab und leg dich hin......der AG hat null Ärger. ..du erzählst da Stuss...sie muss gar nichts sagen..da gibt es kein Informationsrecht des AG...es ist lediglich oft im Sinne des AN wenn er es sagt..insbesondere weil dann der Kündigungsschutz greift.. aber sonst gibt es jeine Pflicht es zu sagen.

            (12) 22.01.17 - 20:46

            Natürlich nicht. Es gilt auch schon bei einer Betriebsgröße von 1 Angestellten.

    (13) 22.01.17 - 21:29

    Hallo,

    wie sieht denn die Prognose bei Hyperemesis aus? Hat man das im schlechtesten Fall bis zum Ende der Schwangerschaft? Gibt es gute Medikamente dagegen?

    Bestünde die Möglichkeit, wenn es dir wieder besser geht, dass du im Homeoffice arbeitest? Die Strecke jeden Tag ist ja echt heftig und das hätte ich selbst ohne Hyperemesis nicht gepackt.

    Wenn es ganz schlecht läuft, dann sprich mit deinem Frauenarzt. Bin sonst auch nicht dafür, dass man für jeden Scheiß ein BV bekommt, aber hier wäre es für dich sicher besser.

    Alles Liebe

    • (14) 23.01.17 - 15:57

      Ich habe heute morgen direkt noch einmal mit meinem Chef telefoniert und ein paar Unklarheiten beseitigt. Er ist nicht sonderlich glücklich mit der Situation, was ja zu erwarten war, allerdings kann er sich arrangieren.
      Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich zu hause bleibe, solange mich der Arzt für arbeitsunfähig einschätzt. Danach sprechen wir in Ruhe über Homeoffice und Präsenzzeiten, um die ganze Angelegenheit etwas zu entspannen.
      Da Abendtermine incl. Überstunden eigentlich zu meinem festen Aufgabengebiet gehören (und eigentlich auch mein liebster Aufgabenbereich sind), wird das ganze weniger angenehm in nächster Zeit, allerdings musste ich damit ja rechnen. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof, aber wir finden wohl einen Weg, mit dem wir beide zurecht kommen.

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