Arbeitsfrust in der Schwangerschaft

    • (1) 25.01.17 - 11:35

      Hallo zusammen,

      ich bin zur Zeit mit unserem zweiten Kind schwanger und arbeite als Betriebswirtin in einem kleinenUnternehmen. Nach der Geburt von unserm ersten Kind bin ich auf Drängen des AG nach 9 Monaten in Teilzeit zurück, wa sich finaziell nicht gelohnt hat. Da zu dem Zeitpunkt mein Büro an eine neue Kraft vergeben wurde, musste ich vorübergehend an einen kleinen Schreibtisch im Büro vom Chef. Aus dem "vorübergehend" wurden schließlich Monate und ich wurde mit dem Büro immer weiter vertröstet. Vor ein paar Monaten hieß es dann plötzlich, dass ich doch kein Büro bekäme und das nächste freie Büro dann vermietet werden soll. Ich würde ja dann eh wieder schwanger werden. Ich habe mich natürlich beschwert, blieb aber alles ohne Erfolg...
      Ich hätte mich da schon nach einem neuen Job unsehen sollen, da wir aber tatsächlich ein zweites Kind planten und ich im neuen Job nicht anfangs gleich schwanger sein wollte, blieb ich da. Ich habe dann eine geringfügige Gehaltserhöhung bekommen und die Sache war erstmal erledigt.
      Nun habe ich vor ein paar Tagen wegen eines Buchhaltungsfehlers den Lohnzettel meiner Sekretärin bekommen. Sie arbeitet so viele Stunden und Tage wie ich. Aber, siehe da sie verdient auch so viel wie ich und hat 2 Tage mehr Urlaub. Ich gönne ihr jeden Cent davon, weil ich sie auch sehr mag, aber ich finde es einfach nicht fair, dass ich nach jahrelangem Studium nun so viel verdiene wie meine Sekretärin.
      Jetzt bin ich wie gesagt wieder schwanger. Ein Jobwechsel kommt also nicht in Betracht. Ich bin total unsicher was ich tun soll. Das ganze (mal wieder) schlucken und die paar Monate bis zum Mutterschutz aushalten oder auf Konfrontation gehen. Die Frage ist halt was das bringt...
      Bin total frustriert. Was würdet ihr machen???

      • Deine Arbeitsplatz möchte ich mir nicht vorstellen "musste ich vorübergehend an einen kleinen Schreibtisch im Büro vom Chef. Aus dem "vorübergehend" wurden schließlich Monate und ich wurde mit dem Büro immer weiter vertröstet." ... es hat doch aber auch Vorteile.

        Du scheinst besonderes Vertrauen zu genießen, wenn Du direkt im Machtzentrum sitzt und dort alles mit bekommst. Oder geht er dann für wichtige Telefonate mit dem Handy raus .... oder schickt dich raus ... oder legt alles wichtige in Deine Pausen ... ich stelle mir das komisch vor.

        Jetzt würde ich an der Situation nichts ändern.
        Sitz es aus, melde Elternzeit an und nach der EZ kommst Du entweder zurück oder Du bewirbst dich weg. Letzteres wäre wohl die beste Lösung.

        Mit Konfrontation kommst Du nicht weiter.
        Du könntest mal ein Zwischenzeugnis anfordern ... oder noch besser selbst vorschreiben und zur Unterschrift vorlegen ... das weckt vielleicht Neugier beim Chef. Ansonsten eben weg bewerben, aber erst nach 12 oder 24 Monaten EZ und wenn die Kinderbetreuung steht. Mit 2 Kindern wird es ja wieder auf Teilzeit hinaus laufen.

        Eine Möglichkeit wäre auch, dass Du EZ anmeldest und bei passender Gelegenheit merkst Du dann an, dass Du dich sehr freuen würdest, wenn Du nach der EZ an einen eigenen Schreibtisch in ein eigenes Büro zurück kommen könntest.

        "Nun habe ich vor ein paar Tagen wegen eines Buchhaltungsfehlers den Lohnzettel meiner Sekretärin bekommen."

        Den Zettel hättest du nicht lesen dürfen, das war nicht an dich adressiert!!

        Oder stand da etwa dein Name drauf?

        Ich habe auch mal ein Bündel Kontoauszüge gefunden, den mein Nachbar auf der Straße vor dem Haus verloren hatte. Ich habe nichts davon gelesen sondern sie ihm zurück gegeben.

        So was macht man einfach nicht - es geht dich schlichtweg nichts an was deine Kollegin verdient.

        • Naja, jetzt hast Du aber ordentlich den Moralapostel raushängen lassen.#augen
          Ich denke mal, 9 von 10 Leuten (vorsichtig geschätzt) hätten den Lohnzettel gelesen.

          Mal abgesehen davon, dass man den ja nicht vorsichtig Zeile für Zeile von oben runter liest, sondern mit 1-2 flüchtigen Blicken auf den gesamten Zettel sofort das Wesentliche (Namen UND Zahlen) erfaßt.

          • Willst du dass andere deinen Lohnzettel "versehentlich" lesen und dann beleidigt sind?

            Ich nicht, darum mach ich das auch nicht bei anderen, die sind auch nur Menschen.

            • Der Lohnzettel war in einem Bündel von mehreren an mich adressierten Lohnzetteln dabei. Ich dachte einfach es sei meiner. Der Inhalt war ja quasi identisch. Erst als ich dieUrlaubstage gesehen habe ist mir der Fehler aufgefallen. Da wars dann aber auch schon zu spät. Ich habe ihr den Lohnzettel selbstverständlich umgehend gegeben.

      Nunja, Du hättest von Anfang an darauf bestehen müssen, wieder an Deinen ursprünglichen Arbeitsplatz zurück zu kehren. JETZT ist der Zug eigentlich abgefahren.
      Zumal Du ja wieder schwanger bist und dort an dem Tisch eh bald nicht mehr sitzen wirst.
      Du kannst nur gleich mal deutlich ansprechen, dass Du nach der neuen Elternzeit ein richtiges Büro wie zu beginn haben möchtest aus den und den Gründen (z.B. bessere Konzentration,...).
      Viel machen können wirst Du aber auch nicht, wenn es Dir nicht genehmigt wird, außer Dich nach einem anderen Job umzusehen, der Dir die Rahmenbedingungen liefert, die Du Dir wünschst.

      Zum Gehalt: nunja, das Gehalt hast DU ja mit Deinem Chef ausgehandelt. Anscheinend hat die Sekretärin besser verhandelt, aber DU warst doch bereit, für diesen Betrag zu arbeiten. Du hast sicherlich keinen Anspruch auf mehr Gehalt, nur weil Du eine bessere Ausbildung vorweisen kannst als sie.
      Und als Schwangere, die eh bald ausfallen wird wegen Geburt und Elternzeit hast Du ziemlich schlechte Karten, ausgerechnet jetzt nochmal eine Erhöhung zu bekommen.
      Im Übrigen ist das Argument bei einer Gehaltsverhandlung, dass Kollege XYZ mehr verdient, nichts, was man anführen sollte!
      Behalte dein Wissen doch im Hinterkopf, komm nach Deiner Elternzeit wieder zurück, mach Deinen Job gut und sprich das Thema Gehalt nach einigen Monaten, in denen Du gute Arbeit geleistet hast, an. Du weißt doch jetzt prima, wieviel Deine Firma für andere Positionen mit geschätzt niedrigerer Ausbildung und evtl. niedrigerem Verantwortungsbereich auszugeben bereit ist. Ist doch schonmal ein guter Anhaltspunkt! ;-)

      (10) 25.01.17 - 13:50

      <<<Nach der Geburt von unserm ersten Kind bin ich auf Drängen des AG nach 9 Monaten in Teilzeit zurück, wa sich finaziell nicht gelohnt hat. Da zu dem Zeitpunkt mein Büro an eine neue Kraft vergeben wurde, musste ich vorübergehend an einen kleinen Schreibtisch im Büro vom Chef>>>

      Und warum wollt er dich mit Ach und Krach nach neun Monaten wieder haben, obwohl er gar kein Platz für dich hat? #kratz

      Ich hätte zumindest dann wenigstens auf meinen alten Platz bestanden.

    Hallo.

    Ich an deiner Stelle würde das Thema ansprechen. Sag genauso wie es war, dass du den besagten Lohnzettel versehentlich bekommen hast und sowohl über das Entgelt, als auch über die Urlaubstage sehr erstaunt warst.

    Du musst ja keine Szene machen. Aber ich würde es ansprechen - schon damit der Chef weiß, dass du es weißt.:-[

    Ich kann jetzt natürlich nicht beurteilen, ob eure Arbeit qualitativ gleichwertig - oder die deine höherwertig ist. Aber schon allein die verminderten Urlaubstage finde ich einfach unfair.

    Zudem würde ich mir ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen. Wahrscheinlich im selben Atemzug, wenn ich die Schwangerschaft bekannt geben würde.

    Alles Gute!

    (14) 25.01.17 - 18:59

    In meiner Firma kann jeder das Gehalt des anderen einsehen. Das wollen die Chefs so. Irgendwie führt es dazu, dass die Kollegen versuchen sich gegenseitig zu überholen. So kommen fast alle total motiviert zur Arbeit und freuen sich über den einen oder anderen Bonus, den es auch mal außer der Reihe gibt, was man auch einsehen kann. Wenn du qualifizierter bist als die Sekretärin, würde ich es ansprechen. Wann habt ihr das nächste Mitarbeitergespräch? Dort würde ich mit Fakten auftreten und erklären, warum du (Arbeitsleistung, Qualifikation) mehr Gehalt erhalten solltest.

    Bei uns in der Firma gibt's für alle die gleiche Anzahl an Urlaubstagen. Außer, man kommt nur vier Tage die Woche arbeiten.

    Bist du sicher, dass dein Chef dich nicht rausekeln will? Klingt leider so.

    Hallo!

    Gute kaufmännische Kräfte verdienen gar nicht so viel weniger wie Studierte in den unteren Ebenen. Das liegt eben daran, dass die Anforderungen im kaufmännischen Bereich schon auch hoch sind - für viele Ausbildungen wird ein Abitur voraus gesetzt und die Aufgabengebiete überschneiden sich teilweise auch.

    Noch dazu macht es eben einen unterschied, wie gut man sich verkauft, ob man in regelmäßigen Abständen Mal beim Chef antanzt mit einer Liste der besonderen Leistungen und damit nachverhandelt.

    Wenn Du das ein wenig hast schleifen lassen bzw. durch die Elternzeit eben auch ein wenig draußen warst, kann das durchaus ein Grund sein.

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