Sparpotential Wiedereinstieg Lehrerin 3 Kinder

    • (1) 26.01.17 - 13:39

      Hallo Urbianerinnen,

      Ich brauche heute mal Ideen und muss mir selbst wahrscheinlich einmal meine Gedanken wegschreiben. Ich stehe in den nächsten Tagen vor der Entscheidung, zu wieviel Prozent ich wieder in meinen Job als Gymnasiallehrerin einsteige. Ich weiß weder ein noch aus. Bei uns hat sich im letzten Jahr sehr viel verändert. Mein Mann arbeitet im öffentlichen Dienst ziemlich weit entfernt von unserer Wohnung und ist die Woche fast nicht da. Er überlegt zur Zeit, sich ein Zimmer an seinem Arbeitsplatz zu nehmen und ca. 2 mal die Woche dort zu schlafen, damit er am Wochenende nicht so durchhängt (er ist am Tag 3 Stunden unterwegs und arbeitet 9-10 Stunden- also Fakt, ich bin die Woche allein mit den Kindern).
      Wir haben 3 Jungs, 9, 7 und 6 Monate. Ich bin jetzt daheim, aber habe die Woche gut zu tun, nehme mir aber auch endlich einmal bewusst Zeit für Sport (3xdie Woche). Die großen sind soweit gut in der Schule, aber Schlampen ????, d.h. Ich muss da oft hinterher sein.
      Wir haben vor 1 1/2 Jahren eine Wohnung gekauft (eigentlich nicht mit der Planung, dass da noch ein Baby kommt) und haben da einiges an Kredit aufgenommen, was es da zu bedienen gibt. Dann viel das Auto aus... Fakt, wir haben einiges an Fixkosten. Ich mein, natürlich geht es uns nicht so schlecht (auch wenn der Stundenlohn sich bei den Arbeitszeiten wieder relativiert), aber wir kommen mit dem Elterngeld und dem Gehalt meines Mannes gerade so hin.

      Das ist grob die Lage.

      So, nun wollte ich eigentlich das erste Jahr nur 50 % zurück. Ich denke, ich rotiere da ordentlich, Haushalt, Sport ich Kinder, Kleinkind und meine korrekturintensiven Fächer. Aber eigentlich reicht da das Geld nicht (habe jetzt mehr). 70 Prozent kann ich mir aber überhaupt nicht vorstellen, auch wenn andere Sagen, dass wird schon irgendwie. Ich habe Angst, dass ich wieder total auf Kosten meines Körpers arbeite (schnelles Essen, kaum Bewegung kaum Ausgleich), außerdem ist nun neu, dass mein Mann im Alltag kaum greifbar ist (er arbeitet dort erst seid 8 Monaten). Aber ich weiß nicht, was ich noch sparen könnte. Ich habe nun überlegt, ob wir einige Versicherungen für ein Jahr ruhen lassen könnten. Was wisst ihr darüber. Wo kann man noch ansetzen? Es gibt natürlich auch den ein oder anderen Luxus, den wir uns gönnen (z.b. Eine Fee, die 2-3 Stunden Hemden bügelt und das Grobe erledigt). Das könnte man auch Kappen, aber das ist dann noch stressiger (ich habe schon zu meinem Mann gesagt, lieber esse ich weniger, als dass ich diese 100 pro Monat spare ????)

      So nun mein Anliegen, was ist eure Einschätzung, ich weiß es ist komplex, wieviel denkt ihr ist Einsparungstechnisch machbar, was geht da (vielleicht müsstet ihr auch schon mal durch so eine Phase durch). Oder geht 70 Prozent? Ach ja, der große kommt aus Gymnasium dieses Jahr, also noch eine Baustelle mehr.

      Ach manno, ich bin so ratlos. Der Bauch sagt 50 %, der Kopf und das Konto 70...

      Danke für lesen und hoffentlich euren Senf dazu. Ich würde mich über konstruktive Hinweise freuen. Gruß d

      • ???! Ist eigentlich #cool Und das Auto fiel aus. Sorry und das als Lehrerin aber es musste wie immer schnell gehen. Baby ist nun auf dem Arm :-p.

        ps, auf Arbeit ist die Lage auch Katastophal, kein Nachwuchs und viele kranke Kollegen, alle sind immer Anschlag und fallen oft wegen Überforderung aus. Personaltechnisches Desaster.

        Hallo,

        - Steuerberater zusammensetzten z.B. doppelte Haushaltsführung

        - KV, man muss nicht zwingend privat versichert sein bzw. Tarifwechsel in der PKV

        - Ganztagsklasse bei den Kindern

        - die üblichen Sparmaßnahmen in der Haushaltsführung (Wochenplan, Kleidung Second-Hand, Urlaubsplanung, Angebote)

        - Sport in die Betreuungszeit der Kinder legen

        - das Freizeitverhalten anpassen

        Ansonsten, man kann nicht alles haben.

        LG Reina

        • Bin Angestellte, beinuns wird nicht verbeamtet. Kinder sind schon ganztagsbetreut, fürs Gymnasium gibt es das leider nicht mehr. Urlaub fällt auch sehr klein aus, kleiner Bungalow am See. Neu kaufe ich seltenes, vor allem Klamotten nicht. Also wir leben schon nicht so auf großem Fuß. Darf ich deine Antwort als doch lieber mehr arbeiten lesen? Mit Ruhephasen von Versicherungen kennst du dich nicht aus oder? D

      Hallo,

      beim Lesen bekommt man ja schon Herzrasen - das tut mir leid für Dich.

      Ihr habt 3 Kinder - und dann noch die Konstellation: zeitintensives Kleinkind/Kind(er) aufs Gymnasium.

      Dein Mann ist eigentlich da - und soll am Wochenende ja auch Familienzeit genießen können.

      Dein Job ist zeitaufwändig - Lehrer sein ist nicht einfach und man will und soll ja auch den Schülern gerecht werden. Du bist ja schließlich maßgebend an ihrem Start in ein eigenes Leben beteiligt.

      Erst einmal finde ich prima, dass Du Dir Zeit für Dich nimmst und regelmäßig Sport treibst. Das sollte auch keinesfalls wieder leiden. Denn eigentlich ist die eigene Versorgung und Vorsorge viel zu wichtig. Wenn das unter dem Beruf/Lebensmodell leidet, dann ist es das falsche Modell.

      Ihr werdet unbequeme Entscheidungen treffen müssen. Nimm Dir für Deine Überlegungen noch ein paar Gedankenanstöße mit:

      - Wenn Du mit mehr Prozent wieder einsteigst, verplanst Du Deine zukünftige Gesundheit und belastest Deine zukünftige Arbeitskraft bereits mit Kraftmangel und Stress.

      - Wenn Du keine/wenig Zeit für Dich selber hast, und das über Jahre hinweg, leidest Du darunter.

      - Auch die Familie leidet darunter. Du bist immerhin sehr wichtig für Deine Kinder.

      - Was ist, wenn Du nicht mehr kannst? Was passiert dann?

      - Wenn Ihr keine Rücklagen habt und Du bereits überlegst, weniger zu essen als die 100 Euro für die Putzfrau zu kürzen (überspitzt), dann habt Ihr ein zu geringes Einkommen für eure Ausgaben.

      Ich kann Dir nur raten, keine Änderungen vorzunehmen, die nur eine kurzfristige finanzielle Entlastung zur Folge haben (Versicherungen ein Jahr still legen zum Beispiel - die laufen danach ja weiter).

      Wenn ich in Deiner Situation wäre, mit relativ sicheren Jobs, würde ich größere Umbrüche vornehmen:

      Ich würde zur Miete wohnen.
      Musst Du natürlich nicht - ist erst mal eine Idee.
      Die Belastung eines hohen Kredits für eine Eigentumswohnung, die eigentlich nicht leistbar ist, ist psychisch nicht zu unterschätzen.

      Zudem ist man am Ort festgebunden. Das ist ok, wenn alles stimmt - wenn nicht, aber nicht (Arbeit zu weit weg zum Beispiel, wie bei Deinem Mann).

      Meine Wohnung wäre relativ klein (muss ja jeder selber wissen).
      Kinder und Eltern sind täglich ganztags außer Haus - da braucht es nicht massig leer stehendem Platz.
      Schnell geputzt, eher günstiger als größere Wohnungen, einfach beheizt, jedes Ding hat seinen Platz und man ramscht nicht so viel Kram an - Win/Win.

      Umzug eventuell
      Je nach Wichtigkeit der Arbeitsplätze muss abgewogen werden, wo man wohnt. Es kann ja nicht sein, dass eine Familie nicht gemeinsam wohnen kann, wenn man das will (Gibt auch andere Lebensmodelle, klar - aber Du klangst so, als wäre das bei euch nicht immer so gewesen und Dir fehlt der helfende Partner im Alltag).

      Arbeitsplatzwechsel eventuell
      Je nachdem, wie oben entschieden wird, wechselt einer der Erwachsenen vielleicht seinen Arbeitsplatz.

      Ausgaben senken
      Klaro sollte durchgeguckt werden, wo das Geld hinfließt und was gebraucht wird. Das muss jeder selbst entscheiden.

      Bei allen Änderungen würde ich aber darauf abzielen, langfristige Entlastung zu schaffen, um Energie für Leben zu haben - nicht nur für Arbeiten und Kids (mehr oder weniger) zu versorgen.

      Ich wünsch Dir alles Gute.

      jg

      • Danke für die ehrliche Meinung. Die Wohnung ist für drei Kinder angemessen und von uns aufwendig saniert, käme wirklich nicht in frage, die aufzugeben und ich sage mal, der Kredit ist im Vergleich auch nicht so hoch (ca 150000), hatten damals nur eine ziemlich hohe Abzahlungssumme festgelegt mit noch 2 Kindern und beiden Vollzeit, weil wir in 10 Jahren fertig sein wollten. Da können wir aber 2 mal anpassen und du hast recht, wir sollten da was verändern. Da mein Mann nur befristet bis 2019 im Ministerium arbeitet, wollen wir auch. Nicht umziehen. Ich bin unbefristet angestellt und die Kids haben mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt hier. Die 50 Prozent sind auch nur für das eine Jahr gedacht, dann will ich auf 70 wieder rauf und spätestens in 3 Jahren wieder voll. Die Infrastruktur lässt das hier zu auch ohne Großeltern. Die Betreuung ist gut, die Kita 1 Minute von daheim entfernt, der Hort bis 17 Uhr geöffnet.
        Sicher hast du recht, dass eine Wohnung, wenn alle selten da sind, ein Luxus ist. Wir haben 150 qm 5 räume, einer leider zu wenig, da ich ein Arbeitszimmer brauche. Aber wir wollten aus genau dem Grund kein Haus, weil uns das zu pompös war und wir im Sommer lieber unterwegs sind als im Garten zu Mündeln. Die Wohnung ist auch irgendwie unsere Altersvorsorge, allein mit meinem Mann ist sie zu groß. Trotzdem ist hier alles im Moment am anschlag. Wir müssen uns mit meinem Mann hinsetzen und grundsätzlich ausmisten. Ich habe schon angefangen Sachen zu verkaufen, als Zugewinn und weil es das Leben einfacher und übersehbarer macht. Leider müssen wir an der Wohnung auch noch einiges machen, sodass hier auch ein Loch ist, aber das kann noch etwas warten. Danke für deine Ideen und die klaren Worte. Führe auch seit ein paar Wochen Haushaltsbuch und bin erstaunt, was da die Woche weggeht, auch ohne teure neue Kleidung, allerdings geben wir mehr fürs Essen aus, weil wir gerne bio kaufen. Da ist aber sparpotenzial, vor allem weil noch zu viel wegfliegt. Na ja, Kino und so ist für meinen Mann und mich durchs Gaby eh passe, die Kinder gehen ab und an allein. Dar leben ist halt kein Ponnyhof und manchmal kommt es anders als man denkt. D

        • Hallo,

          das ist doch alles in Ordnung. Natürlich müsst Ihr nicht umziehen. Jetzt verstehe ich die Ausgangslage auch viel besser :-).

          Wenn Ihr an mehreren Schrauben dreht, dann bekommt Ihr das vielleicht besser hin.

          Wenn die Situation bei euch so ist, kann vielleicht Dein Mann sich doch versetzen lassen - auch wenn er eine gute Stelle hat. Wer weiß, was da noch kommen könnte, wenn er sich rechtzeitig umsieht und hört.

          Und für ein Finanzgespräch unter euch Erwachsenen würde ich folgendes vorschlagen:

          Setzt euch zusammen und besprecht, was genau euer Ziel ist - was wollt Ihr beide?
          Das schreibt Ihr euch auf.

          Und lasst es ne Woche oder 2 sacken.

          Und DANN fangt Ihr an, an der entsprechenden Lösung zu feilen, wie Ihr mit angemessenem Einsatz dieses Familienziel erreichen könnt. So zieht man an einem Strang und Veränderungen sind leichter umzusetzen, weil beide Partner das gleiche Ziel vor Augen haben.

          Für den Krempelverkauf kann ich sellercentral von Amazon empfehlen.

          Zwar sind die Gebühren etwas höher, aber Amazon kümmert sich um den Geldeinzug, das Erstellen von Angeboten ist viel viel übersichtlicher und schneller - Fotos braucht man auch keine.

          Ich verkaufe nur noch da, dadurch dass dort so viele Menschen einkaufen, sind die meisten Sachen auch ruck zuck weg - so wenig Arbeit hatte ich mit Ebay und Marktplätzen früher nie!

          Ich wünsch euch das Beste!

          jg

          Wenn Essen so teuer ist, dann mach doch bei foodsharing mit. Da holst du palettenweise Lebensmittel, wirfst weg was kaputt ist, und das andere kannst du verarbeiten und einfrieren etc. Alles umsonst. Und oft in guter Bioqualität.

    Ich könnte jetzt ja fies sein, Lehrer, das ist doch per se nur ein Halbtagsjob, da sollte doch auch 100% gehen. #cool
    So bin ich aber nicht. ;-)

    Versicherungen:
    http://www.zeit.de/online/2006/43/voellig-unnoetige-versicherungen
    https://www.welt.de/finanzen/versicherungen/article115266630/Die-Top-Ten-der-unnoetigsten-Versicherungen.html

    Wenn 50% zu wenig ist und 70% nicht geht ... wie wäre es mit 60%?

    Schon mal drüber nachgedacht Arbeitsort des Mannes und Wohnort der Familie zusammen zu legen. Den Wiedereinstieg ins Gymnasium dann an einer anderen Schule machen, versetzen lassen.

    Schulwechsel beim großen passt da rein ... der Mittlere müsste etwas leiden.
    Dem Baby ist das wurscht wie sonst was.

    DAS würde enorm viele Kosten sparen, die man jetzt vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat. Verschleiß beim Auto und Sprit in erster Linie, aber auch doppelte HH Führung verursacht Kosten ... mal abgesehen davon, dass eine 5-köpfige Familie zusammen gehört.

    Dann wäre die Wohnsituation vielleicht auch besser, denn die Eigentumswohnung scheint für 5 ja knapp bis zu klein zu sein. JETZT ist die ideale Zeit sowohl für Verkauf ETW als auch für Neubau Haus. ;-)

    Über wie viel Kilometer Distanz reden wir denn?
    Gleiches Bundesland?

    Halte es wie Peter Zwegat ... Haushaltsbuch über 2-3 Monate führen und Kosten sammeln.
    Einnahmen dagegen stellen und Strich drunter machen.

    • Den Spruch hat meine Nachbarin auch immer gebracht, bis sie meine Arbeitszeiten des nachts beobachten konnte anhand des Lichts im Arbeitszimmer. Die Pflicht bzw. Anwesensheitszeit ist komfortabel, das vorbereiten und die Korrekturen und die Formulare sieht aber keiner.

      Umzug fällt aus den oben genannten Gründen weg (Befristung Mann, viel Zeit und Geld in Wohnung investiert, wir fühlen uns wohl hier und haben betreuungstechnisch alles vor Ort). Danke für die links, schaue da mal durch.

      Wegstrecke einfach 85 km, aber Mann fährt nur mit Zug. Gleiches Bundesland, übrigens ein Wechsel der Schule ist schwieriger als man denkt, man braucht eine Genehmigung und ggf tauschpartner. Leider bleibt die familiensituation die nächsten 2-3 Jahre erst einmal so. Haushaltsbuch führe ich gerade. Erschreckend!!!!

Welche Fächer unterrichtet man als Gymnasiallehrerin bei dieser Rechtschreibung? Ich bin ehrlich gesagt ein wenig entsetzt...

  • Eine, die normalerweise keine Zeit hat, hier Einträge zu verfassen und dies neben tausenden anderen Dingen (Baby bespaßen, die Großen zum gesitteten Spielen anhalten, Abendbrot richten oder Wäsche aufhängen) tut und die Fehlerquote der automatischen Einsetzfunktion ihres Ipads erst nach dem Absenden bemerkt hat. Für das Korrigieren blieb keine Zeit. Sei entsetzt und zweifle an meiner Kompetenz, bislang bin ich sehr gut durch meinen Beruf gekommen. Danke für den hilfreichen Beitrag (an Zeit scheint es dir ja nicht zu mangeln, ich hoffe andere User kommen auch in den Genuß deiner orthografischen Mission). D

Top Diskussionen anzeigen