Elterngeld für Selbstständige

    • (1) 27.01.17 - 02:11

      Ich hab eine Frage an alle Selbstständigen hier: normalerweise wird für die Elterngeldberechnung ja immer das letzte volle Kalenderjahr zugrunde gelegt, auch bei Freiberuflern. Ist es leicht, davon abzuweichen? Wie sind eure Erfahrungen? Ich habe gelesen, dass man nur mit zwingenden gründen einen anderen Zeitraum zugrunde legen kann. Das wäre aber manchmal praktisch.

      • Also bei uns war das nicht möglich, da müssen schon wichtige Gründe dafür sprechen, die man so "einfach" nicht findet.

        Euch muss auch klar sein, dass im Zeitraum der Elternzeit keine Rechnung eingehen dürfen, da diese das Elterngeld mindern. Beispiel:

        Ihr habt eine Rechnung im Dezember gestellt (die vom Kunden aber nicht bezahlt wird), ihr seid ab April in Elternzeit und plötzlich zahlt er, dann zählt diese Rechnung (auch wenn im Vorjahr gestellt) als Einnahmen. Da es beim Elterngeld nicht wie in der Steuererklärung ist, sondern das Zuflussprinzip gilt. Wussten wir vorher auch nicht. Was natürlich ärgerlich ist (sowohl aus der Sicht, dass man 4 Monate auf sein Geld wartet, als auch, dass es das Elterngeld mindert)

        • Hallo ihr beiden,

          also wenn du mitten im Monat dein Kind bekommst, dann kann es sogar sein, dass du dein Einkommen Tag genau darlegen musst. Mir graut es auch schon davor.
          Eine Sache nur...Da muss mich ich als Steuerberaterin einmischen...Wenn du eine einfache Gewinnermittlung (und keine Bilanz erstellst) gilt für die Steuererklärung auch das Zuflussprinzip...Kommt das Geld nicht, hast du keine Einnahme...

          • hey, also wenn mein partner als selbstständiger einen monat beantragen möchte..angenommen vom 09.04. bis 08.05. dann darf lediglich in diesem zeitraum kein geldeingang (weder aus vorheriger noch aus laufender rechnung) zu verzeichnen sein, ja? läme geld am 07.04. und am 09.05. (überspitzt gesagt) wäre das dann elterngeld"unschädlich"..verstehe ich das richtig? lieben gruß annabella

      Hey, also bei mir im Antrag steht, dass der Bemessungszeitraum individuell beantragt werden kann, glaube ist aber nicht so einfach.

      Würde sonst einfach mal bei der Elterngeldstelle anrufen und nachfragen, die haben wie telefonisch auch schon helfen können.

      (6) 27.01.17 - 09:23

      Hallo.
      Bei meinem Sohn (2011) konnte ich noch die letzten 12 Monate vor der Geburt nehmen.

      Bei meinem 3. Sohn (2014) hat bereits nur noch das Kalenderjahr vor der Geburt gezählt.

      Nur hatte ich mich vorher nicht genug darüber informiert und da wir das Kalenderjahr vir der Geburt umgezogen sind und ich wenig gearbeitet habe, habe ich nur den Mindestlohn von 300€ bekommen.
      Hatte nachgefragt ob dort auch die letzten 12 Mon angegeben werden dürfen. Dann hätte ich über 1000€ Elterngeld bekommen.
      Nein, absolut nicht möglich.

      Nun ja...das war hart aber jetzt beim 4. Krümel bin ich besser informiert und freue mich das das letzte Kalenderjahr gezählt wird.

      Lg Jessica

    • (7) 27.01.17 - 09:47

      Vom letzten Kalenderjahr abzuweichen ist ganz leicht, wenn du Einkommensverluste durch schwangerschaftsbedingte Krankheit, Mutterschaftsgeld o.ä. hattest oder Elterngeld bekommen hast (max. 14 Monate), aber es wird dann das Kalenderjahr davor genommen, nicht ein "anderer" Zeitraum!

      Nein, es gibt reichlich Rechtsprechung, davon kann nicht abgewichen werden. Ich hatte einen Fall, da war die Mutter Insolvenzverwalterin und ihre Umsatzeinbuße trat wegen der langen Abrechnungszeiten zeitverzögert ein. Der Vergleich wird dennoch zwischen dem Jahr vor der Geburt und dem Einkommen nach der Geburt gezogen. Einzelfallgerechtigkeit kann zugunsten einer klaren und transparenten Regelung leider nicht immer hergestellt werden, die Bemessungszeiträume sind einfach so. LG!

      • Sorry, bin mir nicht mehr sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe :-o hoffe, ich hab dich nciht verwirrt! Vom Zuflussprinzip kann jedenfalls nicht abgewichen werden, auch nicht, wenn, wie bei Selbstständigen ja häufig der Fall ist, die Einkommenseinbuße erst nach dem Bezugszeitraum eintrifft.

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