An die Lehrerinnen: krankgeschrieben und trotzdem Vorbereitung?

    • (1) 19.02.17 - 19:54

      Hallo ihr Lieben,

      ich hoffe, es finden sich wieder ein paar Lehrerinnen. Hatte hier ja vor einer Woche schon einmal etwas zu dem Thema geschrieben.
      Seit Dienstag und noch bis inklusive morgen (Montag) bin ich wegen Stress in der Schule krankgeschrieben (extrem schwierige Klasse, Arbeitstage von 10h+, Schmerzen im Unterleib, ...). Bin aktuell in der 18. SSW. Natürlich habe ich noch Montagabend einen Vertretungsplan für die Woche in die Schule gemailt, sodass die vertretenden Kollegen wissen, was sie in meinen Klassen machen können.
      Nun ist das Problem, dass ich an einer Schule mit FLEX arbeite, das heißt, ich muss eigentlich für jede Woche Wochenpläne für die Zweitklässler vorbereiten. Diese werden in den Wochenplanstunden in der Woche bearbeitet, in denen ich nicht dabei bin. Heißt, ich bereite neben meinen normalen 27h noch 4 Stunden Wochenplan vor, aber das ist eine andere Geschichte.
      Jedenfalls bin ich ja morgen, wenn die neuen Wochenpläne ausgeteilt und auch schon bearbeitet werden, nicht da und weiß ja auch nicht, wie weit die Vertretungslehrer in dieser Woche mit dem Unterrichtsstoff gekommen sind. Daher habe ich nun keinen Wochenplan für die kommende Woche vorbereitet in der Hoffnung, die Klassenlehrerin würde das übernehmen. Nun habe ich eine Nachricht bekommen, dass das anscheinend von mir erwartet wurde.
      Kann die Schule das verlangen, wenn ich krankgeschrieben bin? Ich bin noch Anfänger, gerade mit dem Ref fertig geworden, FLEX ist völlig neu für mich und ich schaffe es nicht mal eben in einer halben Stunde, einen Wochenplan auszuarbeiten. Noch dazu, da ich nicht weiß, wie weit die Vertretung gekommen ist.
      Ich gehe davon aus, dass ich am Dienstag, wenn ich wieder zurück in der Schule bin, Ärger deswegen bekommen werde... :-(

      • Ich bin zwar keine Lehrerin, aber krank ist krank.

        • (3) 19.02.17 - 20:10

          Das ist das Problem der Lehrer - natürlich muss sie Dienstag vorbereitet in der Klasse stehen. Ansonsten tut sie sich selber keinen Gefallen damit. Etwa 25 Kinder als Anfänger aus dem Stegreif sinnvoll und stundenspezifisch zu bespaßen und gleichzeitig für Ruhe sorgen - keine gute Idee!

          • Ja das mit dem "krank ist krank" ist bei Lehrern halt so eine Sache. Es verursacht mehr Stress, zu Hause nichts vorzubereiten und dann unvorbereitet in der Klasse zu stehen. :/

      Hey,

      könnte sein, dass es einen Spruch von den Kollegen gibt, aber bei klarem Menschverstand-nein, du bist bis einschließlich Montag krankgeschrieben. ...

    Hm, schreib doch eine Rundmail an die betroffenen Kollegen und frag nach dem Stand. Wenn du Antworten bekommst, würde ich am Montag einen Wochenplan ab Dienstag erstellen. Wenn du keine Antworten bekommst, so what? Würde auch gleich die Abteilungsleitung mit im Rundschreiben aufnehmen. Ohne Info - keinen Wochenplan!

    Da fallen mir dann ganz viele Argumente ein, falls du Ärger bekommen solltest. Mist ist, dass du noch nicht eingerockt bist, dann kann man einen Wochenplan schnell abrufen oder kooperiert mit einer Kollegin; oder dem ganzen Jahrgang.

    Trotzdem, ab Dienstag bist du da und da müssen die Stunden stehen!

    • Danke für deine Antwort. Ich habe jetzt ganz grob gesagt bekommen, was geschafft wurde und versuchen, mit diesen Informationen einen abgespeckten Wochenplan ab Dienstag zu erstellen. Ich finde die Lösung jetzt zwar nicht so optimal, aber anders geht es nicht.
      Ja eben, ich kann mir einen Wochenplan leider nicht mal eben in einer halben Stunde aus dem Ärmel schütteln.

Ich bin selbst Lehrerin und krank ist krank und daran versuche ich mich auch zu halten!

(11) 19.02.17 - 20:50

Ich würde dir vorschlagen, dass für morgen eben eine Art Vertretungsunterricht statt finden muss. Du bist nicht da, also gibt es keinen neuen Wochenplan. Die Kids, die mit dem alten nicht fertig sind, müssen ihn morgen fertig stellen und diejenigen, die schon fertig sind, sollten etwas aus der Freiarbeit machen bzw gibt es doch bestimmt noch Differenzierungsmaterial oder Kopierenvorlagen zum letzten Wochenplan?

Am Dienstag solltest du einen neuen Wochenplan haben. Da du ja den alten erstellt hast, weißt du ja theoretisch, woran welche Kinder gearbeitet haben und kannst den neuen Wochenplan daran anpassen. Was anderes wird dir wahrscheinlich nicht übrig bleiben, da du zwar bis Montag krank geschrieben bist, aber am Dienstag voll vorbereitet in der Klasse sein musst. Alles andere wäre unprofessionell und würde zu Recht zu Ärger führen.

Gute Besserung und durchhalten.

  • (12) 19.02.17 - 21:24

    Danke dir für deine Antwort. Finde deinen Tipp hilfreich. Die Vertretung wird sich nun zu morgen für die Wochenplanstunde etwas überlegen und ich werde einen etwas abgespeckten Wochenplan ab Dienstag erstellen.
    Natürlich sollte ich am Dienstag voll vorbereitet sein, da stimme ich dir zu. Das Problem an meiner Schule ist echt, dass ich diese Wochenplanstunden überhaupt vorbereiten muss, die zählen zu meinen 27 Stunden nämlich nicht dazu. Das ist zusätzliche Arbeit. Ich finde das mega seltsam und habe das noch von keiner anderen FLEX-Schule gehört. Sonst machen das immer die Klassenlehrer. Aber jaaaaa, ich versuche, durchzuhalten. Eigentlich ist das gerade auch eine sehr gute Lernphase.

Rein rechtlich musst du gar nichts vorbereiten. Auch nicht korrigieren.

Du bist schließlich Arbeitsunfähigkeit mit der Krankschreibung.

Allerdings solltest du ja am Dienstag vorbereitet in der Schule sein.

Und du bist wegen Stress krank geschrieben.

Eigentlich ist die Schulleitung dafür verantwortlich, jemanden zu Organisieren, der den Wochenplan vorbereitet, wenn er ab morgen laufen soll.

Und wenn du regelmäßig mehr als 8,5 Stunden arbeiten musst wird das mutterschutzgesetz verletzt. Und dazu zählt auch deine Arbeitszeit am Schreibtisch zu Hause.

Die Schulleitung ist verpflichtet, für Mutterschutzgerechte Arbeitsverhältnisse zu sorgen.

Ich würde diesbezüglich unbedingt das Gespräch mit der Schulleitung suchen.

Und wenn du Ärger befürchtest, zieh den Personalrat hinzu. Besser noch die Gleichstellungsbeauftragte. Es ihre ihre Aufgabe auf die Einhaltung der Mutterschutzgesetze zu achten. Geh niemals alleine in so ein Gespräch.

Wenn das alles nicht hilft, sprich mit deinem Arzt über ein eingeschränktes BV aufgrund von Stress.

Vielleicht klappt es, dass du weniger Stunden hast und sich dadurch der Stress reduziert.

Alles Gute weiterhin.

  • Danke für deine Antwort. :)
    Ich weiß, dass ich nicht mehr als 8,5 Stunden täglich arbeiten sollte (und eigentlich sollte das niemand, schließlich wird man ja auch nur für 8 Stunden bezahlt) und ich versuche auch, darauf zu achten. Manchmal ist das allerdings echt schwer und je schlechter ich vorbereitet bin, desto anstrengender wird natürlich die Stunde. :/
    Puh ich glaube allerdings, ich werde erst einmal allein mit der Schulleitung sprechen, wenn ich merke, dass ich das alles nicht leisten kann. Sie wirkte eigentlich sehr verständnisvoll. Meine Stunden werde ich leider nicht reduzieren können. Ich habe zwar "nur" 20 Stunden eigenen Unterricht in der Woche (die restlichen 7h bin ich in der Doppelbesetzung oder Ähnliches), allerdings ist es ja genau dieser eigene Unterricht, der mich so viel Kraft und Aufwand kostet. Die eine Klasse ist einfach furchtbar laut, rotzfrech und raubt mir während des Unterrichts den letzten Nerv, für die andere sind es diese Wochenpläne... :D

Hallo,
ich war vor zwei Wochen auch krankgeschrieben weil mein Impfstatus geklärt werden musste.

Ich habe zu Beginn der Woche einen detaillierten Plan für meine Klasse, an die vertretenden Lehrer geschickt. Mir war das wichtig, weil ich im Endeffekt darunter leide, wenn die Kinder tagelang nur malen oder ähnliches.

So weiß ich immer, was bearbeitet wurde und woran ich anknüpfen kann.
An unserer Schule handhaben das alle individuell. Aber in der Regel erwarten es doch alle:)

  • Danke für deine Antwort.
    Genau das habe ich ja auch gemacht, als feststand, dass ich eine Woche fehlen werde. Ich habe auch einen Plan für jedes Fach und jede Klasse an die Schule geschickt. Mir ging es jetzt wirklich um den Wochenplan für die kommende Woche, den ich nicht erstellen kann, weil ich nicht weiß, wie weit die Vertretungslehrer gekommen sind und der ab morgen gebraucht wird, obwohl ich da noch krankgeschrieben bin.

Ich bin grauenhaft pflichtbewusst und mir fehlt es schwer, meine Klasse dem Vertretungslehrer zu überlassen. Zwinge mich aber dazu. Bin morgen nach drei Wochen krank wieder da und werde mal entspannt die Lage sichten.

  • Ja ich kenne das Gefühl. Obwohl man ja nichts dafür kann, hat man ein schlechtes Gewissen, wenn man seine Arbeit anderen überlässt. Ich würde am liebsten auch erst mal entspannt die Lage sichten, aber dieser blöde Wochenplan... :-[

    Und genauso machst du es richtig.

    Wäre ich wegen Klärung vom Impfstatus krank geschrieben, würde ich auch für Aufgaben sorgen.

    Ich war aber Beispielsweise auch schon eine Woche im Kkh.

    Und da hat doch ein Kollege tatsächlich gefragt, ob nicht mein Mann ihm Aufgaben für meinen Kurs bringen könnte. ... hab ihm gesagt, dass mein Mann sicherlich nicht meine Arbeit übernimmt, wenn ich krank bin. Er würde schon klar kommen. Ist er dann auch, indem er ne Fachkollegin gefragt hat. Sieh mal einer an.

    Ich hatte im KKH ja keine Handhabe. War Montags noch in der Schule, In der Nacht auf Dienstag dann ins KKH. Für eine Woche. Dann müssen die auch klar kommen.

    Und auch die Wochenpläne erstellen...

    Alle Kollegen haben sich bei den parallel Gesetzen Kollegen informiert und der Unterricht lief Reibungslos weiter.

    Ich habe dann erst Aufgaben gemailt, als ich wirklich wieder einigermaßen fit zu Hause war.

    Was ich auch nicht hätte machen müssen.

    Sowas wird bei uns nicht erwartet, aber dankbar angenommen.

    Ich warte auch immer erst den Vplan ab. Sonst erstelle ich zu Hause was, trotz Krankheit und dann wird es gar nicht gemacht. Weil bespielsweise der Mathelehrer der Klasse, die Zusatzstunde für seinen Unterricht nutzt...

    Aber nun ja.

    Bin gespannt wie es denn nun letztlich gelaufen ist bei dem Wochenplan.

    Berichte doch mal bitte.

Hallo!

Ich bin in Bayern an der Schule, mittlerweile im 5. Jahr nach dem Ref.

Gelernt habe ich, dass am Montag in der Früh in meinem Planer (egal ob handschriftlich, Computerausdruck...) der Plan für die Woche auf dem Schreibtisch liegen muss, WENN ich am Montag in der Schule bin. So ist´s bei uns Pflicht für die Direktorin und Schulrätin.
Dieser Plan ist für mich (weiß ich, was ich tun will?) und eben für Vertretungsfälle (was hat sie denn geplant, wo kann ich weitermachen?).
Bin ich krank, sind die vertetenden Lehrer verpflichtet, darin einzutragen was sie gemacht haben (also entweder abhaken oder drüber schreiben, wenn sie was ganz anderes gemacht haben).
Das heißt für jeden kommenden Tag: egal wer vertritt, der schaut darin nach und findet entweder noch eine nicht bearbeitete Aufgabe von einem anderen Tag oder muss sich selbst was überlegen. Studiert haben alle, sie sollten also dazu in der Lage sein (sollte man meinen).

Bin ich nun am nächsten Montag noch nicht da, kann ich keinen neuen Wochenplan vorgelegt haben. Muss ich auch nicht! Hier gilt für die Vertetungslehrer wieder: Schau rein, ob noch was aus letzter Woche zu tun ist oder denke selber. Ich frage mich aber auch immer wieder, wie man z.B. in Mathe nichts finden kann bzw. nicht weiter weiß, wenn die Klasse am Freitag bis Seite 56 gekommen ist. Seite 57 dann vielleicht?

So kenne ich es rechtlich. Bei mir war in so einem Fall sogar mal der Schulrat da und das war in Ordnung.
Blöderweise gelten in Schulen ja immer auch "geheime" Regeln. Und wenn du noch recht neu bist und noch nicht das standing hast, hilft dir das jetzt auch nicht weiter.
Wenn du also einen Plan hinschicken musst (vielleicht hast du den von letzter Woche ja auch auf dem PC?), dann arbeite einfach einen aus, ohne dir groß Gedanken drüber zu machen. Leider läuft es ja oft so, dass man einfach irgendwas abgeben muss und alle sind zufrieden. Und wenn du dann zurückkommst, siehst du, dass nichts von deiner mühevollen Arbeit umgesetzt wurde. Daher übertreibe ich jetzt einfach: tipp was rein und gut ist´s.

Aber es geht ja auch noch um deinen ersten Tag, wenn du wieder zurück bist. Den komplett unvorbereitet mit Erst- oder Zweitklässlern... puh!
Wenn es mir wirklich wieder gut geht, dann fahre ich meist am Nachmittag doch auch in die Schule, hole mir den Wochenplan, die Bücher und AH und verschaffe mir einen Überblick, was alles getan wurde. Dann arbeite ich mir meist doch zumindest für die nächsten 2 Tagen einen Plan aus (wie gesagt, der komplette Plan muss hier nicht vorliegen, wenn ich krank war). Und habe keinen Chaostag. Aber nicht alle Direktoren sehen das gern, wenn man am Nachmittag eines noch krank geschriebenen Tages in der Schule auftaucht. Meist gibt es da ja tatsächlich seitens der Eltern Gerede.

Wenn das nicht möglich ist, du noch nicht fit genug bist, es nicht gern gesehen wird.... dann mache ich das als Klassenlehrerin wie folgt - und vielleicht kannst du davon ja was übernehmen:

Ich starte mit dem Sitzkreis mit unserer üblichen Begrüßung. Die Kinder können dann erzählen, was in meiner Abwesenheit so los war. Bei einigen Kinder frage ich gezielt nach (kenne ja meine Pappenheimer und habe in der Früh auch schon viel im Lehrerzimmer gehört). So haben die Kinder gleich das Gefühl: oh oh, unsere Lehrerin ist wieder da, jetzt gelten wieder andere Regeln. Die Kids erzählen mir aber auch, was gut gelaufen ist, was sie geschafft haben und ernten dafür natürlich auch viel Lob. Das verschafft mir dann schon mal den ersten Überblick, wir phasen uns gemeinsam wieder ein und finden wieder zusammen.

Meist dauert das tatsächlich fast eine Schulstunde und egal ob ich es immer so mache oder nicht, danach ist erstmal Frühstückspause. In dieser Zeit kann ich das was die Vertretungen angeblich gemacht haben mit dem abgleichen, was die Kinder mir erzählt haben. Ich mache mir da meist schnelle Notizen, denn irgendeine Idee für später am Tag, morgen oder übermorgen kommt mir da immer. Und auch ich kann da kurz durchschnaufen. Meist sind ja grad die Kleinen ganz aufgedreht, wenn endlich wieder die Lehrerin da ist.

In der nächsten Stunde korrigieren wir gemeinsam einige der Aufgaben (meist Mathe). Selbst, wenn ich die Hefte wieder austeilen lassen muss. Auch das ist für mich durchaus vertretbar. Ich kann dabei ja ganz gezielt auf Ruhe, Ordnung, Einhalten der Vorleseregeln, was mache ich nochmal wenn ein Ergebnis falsch ist..... achten. Hier sehe ich dann auch, wo es größere Probleme gab und kann mir wieder notieren, dass ich xy noch mal üben muss. Oder ich lasse ein Kind an die Tafel vorkommen, dass einen Aufgabentyp nochmal erklärt.

Diese Stunde hat für mich den Vorteil, dass ich etwas von den Korrekturaufgaben schon mal weiterhabe. (Sorry, gehört ja eigentlich in meinen Nachmittag. Aber normalerweise sollten Vertretungslehrer auch korrigieren. Machen aber nur die wenigsten. Und wie gesagt, dass ist für mich eine gute Wiederholung bzw. Einübung unserer vereinbarten Regeln. Ich kann dabei erzieherisch gut einwirken und die Kids sind meist auch froh drüber. Sie kennen das und wissen, nun ist wieder alles wie immer.)
Für die 3. Stunde bereite ich zu Hause meist ein Deutschblatt vor. Das kann jede Wiederholung der letzten Wochen sein. Und wenn ich krank war, mache ich sogar die Ausnahme, dass ich das AB bei mir zu Hause für alle Kinder ausdrucke, damit ich am Morgen nicht am Kopier anstehen muss. Für solche Ausnahmen, die mir Stress vermeiden, ist mir dann auch meine eigene Druckerpatrone nicht zu schade.

Dieses AB dürfen die Kinder dann alleine, zu zweit bzw. max. zu dritt bearbeiten. Das AB ist auch sehr voll, so dass die Kinder im Normalfall nicht alles schaffen. Für die Kinder ist die Zusammenarbeit im Vergleich zum geordneten Korrigieren eine Möglichkeit, sich ihren Partner selbst auszusuchen und an etwas sinnvollem zu üben. Für mich heißt das, dass ich mit einzelnen Kindern evtl. über Vorfälle der letzten Woche sprechen kann, mir einige Arbeitsergebnisse zeigen lassen kann, meinen Schreibtisch von den Vertretungslehrern entmülle.... Am Ende dieser Stunde weiß ich dann spätestens, was eigentlich wirklich geschafft wurde, was ich korrigieren muss, wie es die nächsten Tage weitergeht. Und das AB ist dann zeitgleich die einzige Hausaufgabe an diesem Tag. Wer fleißig war, hat wenig auf. Wer in der Partnerarbeit geratscht hat, hat mehr auf. Das thematisiere ich natürlich auch immer gleich und frage, wer wie weit gekommen ist und warum es so gut geklappt hat oder warum eben nicht....

Und bis dahin hatte ich tatsächlich mal meine Direktorin bei mir drin sitzen, die mich beurteilen musste und sich auch dafür entschuldigt hat, dass es nicht anders geht. Aber die im Nachhinein gesagt hat, dass sie das für einen ganz konstruktiv genutzten Vormittag hält. Daher beschreibe ich das so ausführlich. Und aufgrund von mehreren Ausfällen habe ich das schon in einen Klassen bzw. häufiger so wiederholt.
Wir haben dann nach der 3. Stunde unsere Hofpause. (Dringend benötigt, denn meist ist man doch nicht zu hundert Prozent fit.)

Für die Stunde danach bietet sich für mich idealerweise HSU an. Gut, vielleicht ist mein Fundus etwas größer als deiner. Aber hier kann ich immer was improvisieren.

Spontane Ideen für dich (je nachdem wo du wohnst): Schäfflertanz in München, Fassenacht in xy, woher kommt der Faschingsbrauch, (bei uns sind dann nächste Woche Ferien) Wir wiederholen die Regeln des Straßenverkehrs (weil wir ja mit unseren Rädern jetzt schon draußen rumdüsen können), die ersten Frühjahrsblüher, ein gesunder Faschingssnack ... Es gibt in HSU eigentlich viele Themen, die in einer Stunde mehr oder weniger abgehandelt sind und einen jahreszeitlichen Bezug haben. Dann ist man nicht auf die Vorarbeit der Vertretungslehrer angewiesen und so ein Einschub ist immer möglich.

Und wenn du dann noch eine 5. Stunde hast (ich habe jetzt bei dir 2. Klasse rausgelesen), dann kann man z.B. die Frühjahrsblüher, die in der 4. Stunde im Sitzkreis mit spontanem Tafelbild erarbeitet und beschriftet wurden, in der letzten Stunde künstlerisch auf ein schönes Blatt zeichnen lassen und darauf ebenfalls die Beschriftungen übernehmen. Entweder man hängt die Bilder dann im Klassenzimmer aus oder hebt sie auf und klebt sie nach der laufenden Einheit ins HSU Heft ein. Du siehst, das muss inhaltlich gar nichts hochtrabendes sein. Es gibt viele Themen, die die Kinder interessieren und vor allem geht es auch hier wieder darum, dass wir so arbeiten, wie wir es gemeinsam vereinbart haben. Letztlich zeigt meine Erfahrung bisher, dass das den Kindern nach so einem Ausfall am Wichtigsten ist.

Mit so einem Tagesplan komme ich eigentlich ganz gut durch den Tag. Teilweise knüpfen wir stofflich an die vorherige Woche an, aber vielmehr ist es ein an Regeln anknüpfen und die Kinder wieder zu der von mir gewünschten Arbeitshaltung bringen. Grad wenn sie aufgeteilt waren.
Und wenn dann immer noch 15min übrig sein sollten, dann treffen wir uns zu einer Art Abschiedskreis. Irgendwas gibt es immer zu besprechen. Ich kann sie loben, dass sie heute so fleißig waren und ich mich freue, wieder da zu sein. Ich kann vielleicht eine Art "Gedanke zum Tag" vorlesen. Gern mögen die Kinder auch "Heute war es schön/nicht schön, weil...".

Du siehst, ich powere nicht gleich stofflich voll los. Mir geht es an den ersten beiden Tage eigentlich immer um unser Zusammensein. Wenn das wieder stimmt, dann geht fachlich auch mehr. Aber fachlich, ohne Arbeitshaltung.... das gelingt bei mir nie.

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas helfen?!

Und wenn du dich jetzt fragst, wieso schreibt die denn so viel.... :-)
Nun, ich bin mit einem Beschäftigungsverbot daheim. Bin in der 24. Woche mit Zwillingen schwanger. Und was mir eigentlich viel wichtiger als so ein Wochenplan grad ist, ist deine Gesundheit und die deines Kindes.

Schwanger sein, heißt nicht, krank sein. Ich weiß. Und es gibt Klassen, mit denen kommt man so gut klar, dass man nicht mal mehr den Mutterschutz bräuchte sondern gleich in der Schule entbinden könnte. Aber es gibt auch andere Klassen, andere Kollegen, andere Schülereltern. Jede Arbeitnehmerin hat das Recht - bzw. deren Gyn - der werdenden Mutter ein BV aufgrund möglicher Gefährdung für Mutter und Kind auszustellen. (Ja, verbeamtete Menschen haben das Riesenglück, dass dadurch ihr Job nicht in Gefahr kommt, dessen bin ich mir mehr als bewusst und dankbar und demütig.) Aber bevor meinem Kind was passiert - du hattest Unterleibsschmerzen erwähnt - bleibe ich daheim. Wir Lehrer haben oft ein Unersetzbar-Gefühl, was aber überhaupt nicht stimmt. Und unseren Einsatz danken uns zwar ganz viele strahlende Kinderaugen, aber der Staat schenkt mir kein Kind.

Ich habe es auf die harte Tour gelernt und habe Gott sei Dank ein fantastisches Rektorat, dass mir, als ich die zweite Chance bekam, gleich gesagt hat, dass dieses mal nur meine Zwerge und ich zählen. Alles andere (Vertretungen etc.) sei nämlich ihre Aufgabe. Wenn ich aus der Elternzeit zurückkomme, dann dürfe ich immer noch die Schule revolutionieren ;-)

Auch wenn ich also jetzt an einigen Tagen zuviel Zeit habe ;-), ich bin heilfroh, dass ich mich in meinem Tagesrhythmus nur nach meinem Bauch richten muss. Denn es gibt Tage, da könnte ich definitiv nicht mehr vor einer Klasse stehen und ich möchte mir gar nicht ausmalen, was das für eine Anstrengung bedeuten würde. (Und das gilt für mich für alle Mütter! Ich weiß, Geld, Jobsicherheit... )

In diesem Sinne... vermeide es, dir Stress zu machen. Wenn ich dir mit irgendwas noch weiterhelfen kann, dann PN mich an. Und wenn es dir gut geht, es dir Spaß macht, dann genieße es und lass dich nicht durch mich verunsichern. Wir werden Mutter, jede von uns muss spätestens jetzt damit anfangen zu entscheiden, was für sie und ihr Kind wichtig ist. Und was für mich gilt, muss nicht für dich gelten und so weiter. Lass dir also nichts einreden, aber auch nichts ausreden.

Alles Gute dir und auch allen anderen schwangeren Lehrerinnen und nicht-Lehrerinnen, die dir hier schon ihre Meinung geschrieben haben.

Liebe Grüße!#winke

  • Wow, vielen lieben Dank für deine Antwort! :) Da sind wirklich super viele hilfreiche Tipps dabei und ich finde es toll, dass du dir die Zeit genommen hast, das alles für mich aufzuschreiben. :)
    Mir ging es jetzt hauptsächlich um den Wochenplan, mit dem die Zweitklässler arbeiten: Also sie brauchen einen Plan, der ihnen sagt, was sie in den Wochenplanstunden in der kommenden Woche zu tun haben. Und da ich bis heute krankgeschrieben war, konnte ich keinen neuen vorlegen bzw. werde ihn erst morgen mitbringen.
    Ich habe nicht nur die 2. Klasse, sondern auch noch eine 6., die wirklich schlimm ist. Momentan fühle ich mich ehrlich gesagt ziemlich gestresst. Am Anfang hatte ich noch die Einstellung, dass ich auf jeden Fall bis zum Mutterschutz arbeite, aber gerade mit dieser 6. Klasse erscheint mir das im Moment total utopisch. Aber ich werde müssen, weil meine FÄ schon meinte, sie wird mir kein Beschäftigungsverbot ausstellen. Sie kann mich nur immer wieder mal eine Woche krankschreiben.
    Aber morgen werde ich es zumindest in den beiden Stunden mit der 2. Klasse auch so ähnlich machen, wie du geschrieben hast. Stofflich nicht so viel, erst mal bisschen Wiederholung und gucken, wie weit die Kinder so gekommen sind.

Für eine schwangere Lehrerin muss der Schulleiter eine Gefährdungsbeurteilung machen. Dazu gehört dass Mehrarbeit untersagt ist. Du darfst also nicht länger als 8,5 Stunden pro Tag arbeiten, was nicht mehr als 6 oder 5 Unterrichtsstunden pro Tag bedeuten.

In die Gefährdungsbeurteilung gehören auch psychische Belastungen durch schwierige Klassen und Stress. Wurde diese gemacht?

Desweiteren gehören Infektionsgefährdungen dazu. Welche Klassen hast du?
Warst du beim Betriebsarzt?

Wenn du verbeamtete Lehrerin bist, gibt es dazu ein Beamtenrecht, das das alles regelt und der Dienstherr ist verantwortlich, dass die Vorgaben eingehalten werden.
Als angestellte Lehrerin ist das MuSchG relevant, und die Gewerbeaufsicht überwacht die Einhaltung desselben.

Wenn das alles beachtet wird, dann brauchst du keine Krankschreibung mehr wegen Überforderung und Stress. Solange du aber krankgeschrieben bist, muss dein Arzt entscheiden, ob von dir eine Stundenplanung erwartet werden kann, trotz Krankschreibung. Im Zweifelsfall muss du die Aufgabe eben zurückgeben.

  • Danke für deine Antwort. :)
    Nee, das wurde alles nicht gemacht. Ich bin aktuell bei 10 Stunden Arbeit pro Tag plus nochmal etwa 5 am Wochenende. Und eine extrem schwierige Klasse habe ich ja auch. Kann ich meinen Arbeitgeber zwingen, diese Gefährdungsbeurteilung zu machen? Wie läuft denn sowas ab? Ich habe davon überhaupt keine Ahnung.

    Momentan bin ich noch angestellt, jedoch mit anstehender Verbeamtung, sobald das Schulamt hinterherkommt.
    Meine FÄ habe ich heute auf die Situation in der Schule noch einmal angesprochen (>10h Arbeit pro Tag, schwierige Klasse usw). Sie meinte, das müsste ich mit der Schule klären.

    • Als angestellte Lehrerin hast du es ganz leicht. Für dich gilt das Mutterschutzgesetz MuSchG und die Gewerbeaufsicht/Aufsichtsbehörde sorgt für die Einhaltung der Vorgaben.

      Die Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht für den AG! Du kannst den AG drauf hinweisen, dass er diese machen soll - mit dir zusammen. Sprich mit ihm über die Überforderungssituation und die psychischen Belastungen. 6 Unterrichtsstunden pro Tag ist die Höchstgrenze, wie lange du zur Vorbereitung brauchst, ist dir überlassen. Pauschal werden für 6 Unterrichtsstunden 8,5 Std. Arbeitszeit gerechnet.

      Wenn der AG nicht reagiert, wende dich einfach an die Aufsichtsbehörde für Mutterschutz in deinem Bundesland! Bitte dort um Untstützung.

      • Danke dir!
        Die Arbeitszeit in der Schule ist objektiv betrachtet nicht das Problem. Habe nur 20 Stunden eigenen Unterricht, 5 Stunden bin ich als Zweitlehrkraft eingesetzt, 1 Stunde wird für Vertretungen genutzt und 1 als Ausgleichsstunde für den Wochenplan.
        Mein Problem ist tatsächlich die Vorbereitungszeit zu Hause und auch einfach der psychische Druck wegen der 6. Klasse. :/
        Ich werde mal die Schulleiterin auf die Gefährdungsbeurteilung ansprechen.

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