Vätermonate: 1000 € weniger an Elterngeld als Verdienst? Kann das sein?

    • (1) 20.02.17 - 16:52

      Hallo,

      unsere anderen Kindern wurden 2009 und 2011 geboren. Da nahm mein Mann keine Elternzeit. Damals wurde ja das Elterngeld bei mir aus dem Nettolohn berechnet. Ich hatte auch einen Bürojob mit gleichbleibendem Einkommen. Daher bekam ich damals glaube ich die 65 %.

      Nun ist mir aufgefallen, dass das geändert wurde und man nun vom Steuerbrutto ausgeht. Und zwar OHNE Prämien, Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

      Mein Mann arbeitet im Schichtdienst. Hat jeden Monat Nachtzulagen (die ja scheinbar mit angerechnet werden) und auch IMMER eine Prämie (wenn auch kein hoher Betrag) und auch Weihnachts- und Urlaubsgeld.

      Das heißt nun, dass Weihnachts- und Urlaubsgeld und Prämie nicht einberechnet werden? Nur der Zeitlohn plus Nachtzulagen?

      Was ist mit Km-Geld? VWL? Mitarbeiterbeteiligung etc.?

      Fakt ist, dass mein Mann ein viel höheres Gesamtbrutto halt als das ausgewiesene Steuerbrutto.

      Der Elterngeldrechner spuckt mir einen lächerlich geringen Betrag an Elterngeld aus. Das wären locker 1000 Euro weniger als das, was er nun netto hat.

      Kann das überhaupt theoretisch möglich sein?

      Oder welchen Betrag muss ich jetzt genau in den Rechner eingeben? Steuerbrutto? Also ohne die steuerfreien Bezüge?

            • Hallo,
              leider für alle Menschen im Schichtdienst negativ, die ihr recht gutes Netto vorwiegend den Zulagen für Nacht,-Feiertags-und Wochenenddiensten zu verdanken haben. Asnahme: Man wurde vor dem Mutterschutz aus Arbeitsschutzmaßnahmen in einen anderen Bereich versetzt und erhielt das Median der letzten (ich glaube) 3 Monate als Monatsbrutto. Dann sieht es besser aus. Leider bei einem Mann unmöglich.
              LG

                • Hallo,
                  kannst du dir vorstellen, dass ein Familienvater mit Lohnsteuerklasse 3 gerade mal 2400€ netto verdient, trotz steuerfreien Zuschlägen? Jetzt stell dir das Ganze mal ohne diese Zuschläge vor. Schwer da in vielen Regionen Deutschlands eine Familie zu ernähren.
                  LG

                  • Darum geht es aber nicht.

                    Es geht darum, dass schon monatlich von steuerfreien Zuschlägen profitiert wird.

                    • Warum wurde das Elterngeld eingeführt? Laut Staat, damit auch Väter daheim bleiben können und die Familien in den ersten Monaten finanziell besser gestellt sind. Unter anderem um eine Möglichkeit zu schaffen, dass ein Elternteil zu Hause bleiben kann und somit keine Betreuung für Kinder unter 1 LJ benötigt wird. Spart Kosten, denn ein KiTa-Platz, den ich erst mal schaffen muss, plus laufenden Kosten (Energie, Personal) wäre teurer. Schlussendlich bleibt aber vom Elterngeld tatsächlich eher so wenig übrig, dass dieses Versprechen, wozu Vater Staat ja niemand gezwungen hat, nicht eingehalten werden kann.
                      Wenn man sich nun den Altenpfleger ansieht, so würde dieser ohne steuerfreie Zuschläge ein Aufstocker bzw. hätte er Anspruch auuf Wohngeld. Die Frage ist (die ich mangels Wissen nicht beantworten kann), was wäre teurer: Aufstocken oder steuerfreie Zuschläge? By the way so ganz ohne Sozialneid: Haben wir nicht genug Schlupflöcher für sehr gut Situierte, die den Staat mehr kosten als ein Schichtdienstarbeiter? Und sind die Probleme, die ein Schichtdienstler gesundheitlich auf sich nimmt überhaupt mit Geld aufzuwiegen? 12 Tage am Stück, einen Tag ausschlafen nach 4 Nächten und dann wieder ran, 2 WE im Monat arbeiten etc, das ist eine große Belastung für den Organismus.
                      LG

                      • Ich finde diese politische Diskussion unsinnig.

                        Gut situierte, wie du es so schön nennst bekommen eh keine 65 % ihres Gehalts, da die Höhe des Elterngeldes gedeckelt ist und diese einen noch viel größeren Einkommensverlust haben und Geringverdiener bekommen sogar bis zu 100% ihres Gehalts an Elterngeld.

                        Ach ja, wenn du das Elterngeld so wenig findest, dann informiere dich doch über das Erziehungsgeld, welches vom Elterngeld abgelöst wurde...

                        • Ich habe nirgends geschrieben, dass ich das Elterngeld zu wenig ist, sondern dass es nicht korrekt ist wie der Informationsfluss und die Bewerbung des EG ist. Mag sein, dass du politische Diskussionen unsinnig findest, aber dann kannst du dich als Bürger in deinem eigenen Land nicht einbringen und auch nichts verändern.

        Ich glaube, ich falle da gerade ein bisschen vom Hocker! Dann wird mein Mann also bestraft im Vergleich zu Jemandem, der ein gleiches Bruttoeinkommen hat??? Nur weil sich SEIN Gesamtbrutto eben auch aus Nachtzuschlägen und Prämien zusammensetzt? Was in der Industrie nicht ungewöhnlich ist? Und das, obwohl das JEDEN Monat so ist?

        Dann kann mein Mann seine Elternzeit abhaken! Wir gingen von den 65 % aus. Und das ist schon arg wenig. Wenn es jetzt sage und schreibe nur noch ca. 55 % seines durchschnittlichen Nettolohnes sind. Na bravo. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein.

        Hoffentlich ist seinem Arbeitgeber das egal. Sorry, ich hab grad echt so eine Wut. Aber da kann er gleich heute Abend hingehen und sageb, dass er das zurückzieht mit der Elternzeit. Das kann sich doch, sorry, keine Sau leisten.

        • "Hoffentlich ist seinem Arbeitgeber das egal. Sorry, ich hab grad echt so eine Wut. Aber da kann er gleich heute Abend hingehen und sagen, dass er das zurückzieht mit der Elternzeit. Das kann sich doch, sorry, keine Sau leisten"
          Doch, können sich viele leisten oder sie arbeiten Teilzeit in Elternzeit.

          Berechnet vom Brutto wird übrigens schon seit 2009!

          Achso, Elternzeit kann man nicht zurückziehen, die ist verbindlich, evtl. lässt der AG sich darauf ein, sonst bleibt nur TZ in Elternzeit!

          "Dann wird mein Mann also bestraft im Vergleich zu Jemandem, der ein gleiches Bruttoeinkommen hat??? Nur weil sich SEIN Gesamtbrutto eben auch aus Nachtzuschlägen und Prämien zusammensetzt?"

          Wieso bestraft?? Jemand der das Brutto deines Mannes als Steuerbrutto hat zahlt auf dieses auch Steuern im Gegensatz zu deinem Mann!

          • Die Schicht-, So- und Feiertagszulagen meines Mannes waren SV- und steuerpflichtig. Zur Berechnung des Elterngeldes wurden sie nicht herangezogen. Wir haben bei der Berechnung professionelle Hilfe in Anspruch genommen und da wurde uns bestätigt, dass dies regelmäßig der Fall ist. Bspw. haben auch Krankenpfleger dieses Problem.

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