möchte ausziehen...finanzielle Unterstützung?

    • (1) 09.07.06 - 10:26

      Hallo ich bin Studentin (21), mein Freund (20) ist Azubi. Ich wollte mich allgemein erkundigen, welche finanzielle Unterstützung man bekommen kann, wenn man daheim ausziehen will?
      Habe an Bafög gedacht, aber der Bafög-Rechner sagt mir, dass ich keinen Anspruch auf Bafög habe...#heul...aber ich weiß nicht, woran das liegt (meine Eltern verdienen zusammen netto ca. 4000€/Monat und ich bin Einzelkind)...aber da wir in Miete wohnen und noch Auto abbezahlen, bis vor Kurzem einen Kredit abbezahlen mussten, den wir als Einsiedler aufgenommen hatten, haben wir auch nicht übermäßig viel Geld. Wird so was vielleicht auch beim "richtigen" Bafög-Antrag berücksichtigt? Jetzt sollen ja auch noch die Studiengebühren eingeführt werden (mind. 500€/ Halbjahr) und meine Mutter hat mal zu mir gesagt, dass sie mir höchstens 300€ pro Monat geben könnten, dass ich damit aber dann alles bezahlen müsste, was ich zum Leben brauche. Aber ich kann nicht mit 300€/Monat ausziehen und auch noch leben. Mein Freund ist Azubi (noch etwas mehr als 1 Jahr) und verdient ca. 350-400€/Monat netto (glaube ich). Gut, wir würden eh eine kleine Wohnung nehmen, die nicht mehr als 400€ Miete kostet, aber irgendwie scheint mir das trotzdem aussichtslos. Jetzt habe ich mal so einen "Wohngeldrechner" gefunden, aber ich weiß nicht, was es damit auf sich hat. Das größte Problem ist, dass meine Eltern einfach zu viel für Bafög verdienen, ich aber trotzdem nicht mehr als 300€/Monat zur Verfügung hätte. Was ratet ihr mir? Wie habt ihr das geschafft? Ach außerdem könnte ich wahrscheinlich keinen oder nur einen ganz kleinen Nebenjob annehmen, denn mein Studium (Medizin) ist überaus stressig. Nach der Ausbildung muss mein Freund vielleicht zur Bundeswehr und ich weiß nicht, wie das dann weitergehen soll...und seine Eltern haben erst vor kurzer Zeit ein Haus gebaut und daher auch nicht sooo viel Geld, was sie beisteuern könnten. Warum ich ausziehen möchte? Ich möchte endlich erwachsener werden und mein eigenes Leben beginnen mit meinem Freund. Es hat sonst keinen Grund.

      • (2) 09.07.06 - 10:45

        Erst einmal muss ich dich auf den Boden der Tatsachen zurückholen:

        Mit dem Bafög scheint es echt so zu sein, dass deine Eltern zuviel verdienen. Was deine Eltern abbezahlen müssen wird dabei nicht berücksichtigt. Wohngeld gibt es im übrigen für dich auch nicht.
        Du hast ja dem Grunde nach Anspruch auf Bafög, es wird ja nur deswegen nicht gezahlt, weil deine Eltern zuviel verdienen. Egal ob du also Bafög bekommst oder nicht, Anspruch auf Wohngeld hast du leider nicht.
        Ausnahme: behinderte Studierende, Studierende mit Kind (bekommen Wohngeld fürs Kind), chronisch kranke Studierende und Studierende die die Regelstudienzeit um mind. zwei Semester überschritten haben, da man in diesem Fall keinen Anspruch auf Bafög mehr hat. Beurlaubte Studierende haben Anspruch auf Wohngeld.
        ALG II kommt für dich auch nicht in Frage, da du eben wie oben beim Wohngeld erwähnt, dem Grunde nach Anspruch auf Bafög hast. Hierbei ist es egal ob du Bafög tatsächlich bekommst oder nicht.
        Einzige Möglichkeit nebenher jobben, evtl. Studienkredit.

        Was für eine Ausbildung macht dein Freund? Hat er sich mal nach Berufsausbildungsbeihilfe bei der Agentur für Arbeit informiert. Auf BAB hat er aber nur Anspruch, wenn seine Ausbildung dadurch gefördert wird und er nicht mehr zuhause wohnt. Einkommen der Eltern wird berücksichtigt.
        Ist seine Ausbildung dem Grunde nach förderfähig (muss er sich erkundigen), dann gilt das gleiche wie bei dir. Wenn er es nicht bekommt, weil z. B. seine Eltern zu viel verdienen oder weil er noch zuhause wohnt, dann gibt es trotzdem kein Wohngeld und kein ALG II, da er es dem Grunde nach ja bekommen könnte.



      (5) 09.07.06 - 12:07

      hallo aibe,

      es schaut einfach so aus:

      Deine Ausbildung zu gewährleisten ist Sache DEiner Eltern, denn diese sind Dir unterhaltsverpflichtet. Erst wenn sie das nicht mehr können (und da werden Kredite eben nicht berücksichtigt), dann bekommst du Bafög.

      Du kannst ja bei Deinenen Eltern leben, warum sollte Dir also eine Wohnung und ein Leben ausserhalb Deines Elternhauses finanziert werden?

      Entweder musst Du wohl selbst arbeiten (hab ich neben Jurastudium auch gemacht) oder Du musst jemanden finden, der Dich kreditiert. Wenn Du erwachsenere leben willst, musst Du Dich auch erwachsener verhalten, sprich: arbeiten!

      Ich weiss selbst aus eigener Erfahrung, dass man als Student weniger Hilfen bekommt als einer, der sich auf die faule Haut legt. Trotzdem musst Du Dich mit diesen Gegebenheiten abfinden.

      Schon ein 400 € Job würde Dich doch in die Lage versetzen, zumindest im Wohnheim (da gibts auch PÄrchen-wohnungen drin) mit deinem Freund zu leben. Aufwand: ca. 10 Stunden pro Woche.


      Eventuell findest Du ja eien günstigen Studentenkredit, vielleicht können Deine Eltern ja bürgen für Dich.

      Aber wie meine Vorschreiberin schon geschrieben hat: Du bekommst weder Sozialhilfe noch ALG II noch Wohngeld.


      Luise

      (6) 09.07.06 - 13:09

      ich bin kurz nachdem ich18 Jh. war, von zuhause ausgezogen. Ein Nestflüchter also.
      Ich hatte ein 6 m2 "Zimmer" (1,5 * 4m, Stockbett) und habe während des Semesters halbtags, in den Semesterferien ganztags gearbeitet. Dadurch ist das Studium letztendlich auch länger geworden. Die Eltern haben mich mit (umgerechnet auf heutige Verhältnisse) ca. 200 Euro/Monat unterstützt, aber nur das Grundstudium.
      Teilweise war das ziemlich hart, weil ich eben zu Prüfungszeiten nicht arbeiten gehen konnte. Da gab es wirklich nur mittags der abends was zu essen.


      ------

      Eine Studentenbude kostet heute ca. 150 Euro warm.

      Banken vergeben Studenten heute Kredite

      Keine Ahnung, was du als Medizinstudent jobben kannst.

      Hotel Mama ist für die eigene Entwicklung eher hinderlich, auch wenn es z.Zt. wohl usus ist.

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      Klaus

    • (7) 10.07.06 - 13:46


      > aber ich weiß nicht, woran das liegt (meine Eltern verdienen zusammen netto ca. 4000€/Monat und ich bin Einzelkind)...

      cool!

      Kredite können gar nicht berücksichtigt werden, denn da wären all die eltern blöd, die nicht sofort per studienbeginn der kinder sich ein großes haus und schönes auto kaufen, anschließend die kreditraten schön hoch ansetzen und dann die behörde lieb anschauen und sagen 'tut leid, kann nicht zahlen!' - ich weiß schon, dass das bei deinen eltern nicht der fall ist, solche (extrem)fälle müssen aber halt in der gesetzgebung auch berücksichtigt werden!

      ich wa ein ähnlicher fall. verdienst der eltern zu hoch, dass sie aber weniger rausgerückt haben als sie mussten (kindergeld zuzüglich ca 100 euro) hat keinen interessiert. ich bin dann nebenher arbeiten gegangen und hab mir wohnung (kleinst!) selbst finanziert. habs übrigens nie bereut! keinem mehr rechenschaft ablegen, einfach tun wie man will. würds jederzeit wieder machen.

      lg

      (8) 10.07.06 - 16:11

      Selbst ist der Mann/Frau!

      Entweder Deine Eltern können Dir den Luxus (Studium) zahlen oder Du musst halt abends kellnern und/oder früh Zeitungen austragen!

      Ich find es gut, dass es für Studenten unter diesen Vorraussetzungen kein ALGII bzw. Wohngeld gibt.

      Geht erstmal arbeiten, dann kannste auch ausziehen !

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