Elterngeld beim 2. Kind

    • (1) 09.03.17 - 11:12

      Hallo zusammen,

      und zwar würde ich gerne wissen wie sich mein Elterngeld beim 2. Kind berechnet.

      Am 08.02.16 ist unser Sohn geboren. Elterngeld habe ich beantragt. Seit dem 01.09.16 arbeite ich wieder in TZ (24 Std./ Woche). Seit September ist mein Elterngeld zu Elterngeld Plus geworden. Trotzdem ist der Bezugszeitraum ja 12 Monate, also bis 07.02.17, lediglich der Auszahlungszeitraum verlängert sich. Seit dem 01.09. bekomme ich natürlich geringeres Elterngeld durch mein Einkommen.

      Ende August soll unser zweites Wunder auf die Welt kommen. Jetzt die eigentliche

      Frage. Stellt nur die Mutterschutzzeit vor der Geburt einen Verschiebegrund des Bemessungszeitraums für mein Elterngeld dar? Oder ist der Elterngeldbezug bis 07.02.17 auch ein Verschiebegrund?

      Nach §2b Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. §4 Abs. 1 BEEG dürften die Monate in denen ich Elterngeld bezogen habe, keine Berücksichtigung finden wenn es darum geht das Elterngeld für unser 2. Wunder zu ermitteln. Sehe ich das so richtig? Oder wird hier mein TZ-Verdienst ab 01.09.16 als Grundlage genommen?

      Ich bin der Meinung dass das erst ab 08.02.17 der Fall sein dürfte.

      Ich hoffe auf einen Experten hier, da ich beim Versorgungsamt keinen erreichen kann und schon länger auf eine Antwort auf meine Mail warte.

      • Ja die Monate mit Elterngeldbezug sind bis max die ersten 14 Monate ein Grund für die Verschiebung des Bemessungszeitraums unabhängig davon ob du in der Zeit Teilzeiteinkommen hattest oder nicht. ElternGeldPlus stellt keine reine Auszahlungsvariante wie früher das Splitting dar sondern alle Monate sind Bezugsmonate allerdings ist der Verschiebegrund nur bis max 14 Monate möglich.

        http://www.zbfs.bayern.de/familie/elterngeld/fragen2015/berechnung.php

        Damit ist mit EG-Plus-Bezug der Verschiebezeitraum bei dir bis 7.04.2017 möglich. Damit ist ggf Einkommen ab Mai/2017 relevant bis zum letzten vollen Kalendermonat vor dem Mutterschutzbeginn vermutlich dann Mai/Juni 2017 bei dir ... (es zählen immer nur volle Kalendermonate sobald nur 1 Tag den Verschiebetatbestand erfüllt zählt der Monat nicht in die Bemessungsgrundlage fürs neue Urlaubsgeld)
        Im Monat Mai/Juni 2017 wäre dann dein TZ Gehalt relevant und 10 Monate würden vom vor dem Mutterschutz der 1. Schwangerschaft herangezogen.

        • Dankeschön für die Antwort. Genau so hatte ich das auch verstanden. In meinem Fall habe ich nur 12 Monate Anspruch auf das Elterngeld wodurch der Verschiebezeitraum bis 07.02.17 geht.

          Darf ich fragen ob du in dem Bereich tätig bist? Ich vermute nämlich dass das Versorgungsamt meinen TZ-Verdienst berechnen wollen wird.

          Den Fall hatte ich vor der zweiten Schwangerschaft schonmal nachgefragt (da wir bewusst schnell das zweite Kind haben wollten) und da bekam ich die Auskunft dass dann das TZ-Einkommen ab Arbeitsbeginn für die Berechnung herangezogen wird.

          Hast du zufällig auch ein Urteil hierzu parat? Ich habe gefühlt das ganze Internet durchsucht aber nichts dazu gefunden. Da war immer nur der Fall dass die Mütter nach dem Elterngeld wieder in TZ arbeiten gegangen sind. Aber ebenich nicht bevor die ersten 12 Monate rum waren.

          • http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__2b.html

            Der Gesetzestext ist eindeutig daher gibt es auch kein Urteil dazu da es unstrittig heisst:
            "Bei der Bestimmung des Bemessungszeitraums nach Satz 1 bleiben Kalendermonate unberücksichtigt, in denen die berechtigte Person
            1.
            im Zeitraum nach § 4 Absatz 1 Satz 1 Elterngeld für ein älteres Kind bezogen hat,....."

            Dazu dann "§ 4 Art und Dauer des Bezugs
            (1) Elterngeld kann in der Zeit vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes bezogen werden."

            Daher kommen auch die max 14 Monate die als Verschiebegrund akzeptiert werden...

            Zu der Info mit der Berechnung des TZ-Einkommens gab es wahrscheinlich ein Verständigungsproblem ab wann die Berechnung erfolgt und ob Verschiebetatbestände existieren daher war die Aussage schlichtweg falsch.

            • So, ich habe endlich die Antwort vom Versorgungsamt bekommen. Die bestätigen alles wie oben geschrieben. Und tatsächlich werden 14 Monate als Verschiebegrund bei mir gerechnet.

              Das heißt für mich die bekommen 10 Abrechnungen aus 2015 und nur 2 aus 2017. Hierzu hätte ich dann noch eine Frage: wird dann nach Steuerklasse 1 berechnet, weil die 10 Abrechnungen aus 2015 mit Steuerklasse 1 bzw 4 sind? Oder schauen die sich für die Berechnung die Steuerklasse der letzten Monate an? Seit September bin ich nämlich in Steuerklasse 3. Ich vermute dass es die schlechtere wird weil die Zeit verschoben wird, liege ich mit der Annahme richtig?

        Nachtrag: der Mutterschutz ist ja auch ein Verschiebegrund. Dann passt es so wie du geschrieben hast mit den 14 Monaten.

        • Nein in den 14 Monaten ist der Mutterschutz nicht enthalten der kommt extra. Es sind generell max 14 Monate Verschiebung aufgrund des Elterngeldbezuges möglich. Beziehst du nur 12 Monate Elterngeld dann sind es nur 12 Monate. Du hast aber geschrieben das du seit September ElterngeldPlus beziehst und dann sind es ja schon mehr als 12 Monate Elterngeldbezug. Die ElterngeldPlus-Monate sind auch alles Elterngeldbezugsmonate!!!! Nur die Anrechnung als Verschiebetatbestand ist bis max 14 Monate möglich...

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