Zeugnis

    • (1) 10.03.17 - 11:10

      Hallo,

      ich habe gestern nach fast drei Monaten endlich mein Zeugnis erhalten.
      Mein Eindruck beim ersten Durchlesen war durchaus positiv. Allerdings hat mein Mann mich dann doch verunsichert.
      " war eine sehr zielstrebige und hochmotivierte Mitarbeiterin, deren Engagement sehr weit über das üblich Maß hinausging" : mischt sich in alles ein, kann keine Arbeit delegieren, karrierefixiert

      "das Anstelllungsverhältnis wird aus dringenden betrieblichen Gründen beendet" : kann auch negativ ausgelegt werden; d.h. für das Unternehmen nicht mehr tragbar

      Ich kenne mich in denn Zeugnisformulierungen nicht aus, weiss aber von den versteckten Botschaften in verwendeten Textbausteinen.

      Wie also habe ich den abgebildeten Teil des Zeugnisses zu interpretieren?

      Vielen Dank im voraus

      Brokkoli

      • Hallo,

        noch Ergänzungen ( und ich merke, dass man bei zu häufigen Lesen in jede Formulierung Negatives hineindeuten kann;-))

        1)...darüber hinaus machte Sie Ihre (... ) Art zu einer gerne gefragten und geschätzten Ansprechpartnerin ...: ist geschwätzig und tratscht gern und viel mit Kollegen

        2) Ihr Verhalten gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Kollegen war (...) einwandfrei: lautet die klassische Reihenfolge nicht Vorgesetzter, Kollegen, Kunde? Allerdings war ich in einem Dienstleistungsunternehmen mit Kundenkontakt tätig, indem Kundenzufriedenheit hoch angesiedelt wird.

        LG
        Brokkoli

        • Man kann grundsätzlich ein Zeugnis nur komplett, also inklusive Tätigkeitsbeschreibung und persönliche Daten (als was von wann bis wann beschäftigt) beurteilen.
          Ob ein AN nämlich nur 3 Monate oder 13 Jahre beschäftigt war, ist zeugnistechnisch nämlich ein großer Unterschied.
          Sehr (!!!) wichtig ist auch die Beschreibung Deiner Aufgaben. Denn das was dort attestiert wird, ist entscheidend! Beurteilungssätze kann jeder interpretieren wie er will. Die bescheinigte Tätigkeit dagegen ist ein Fakt!
          Darüber hinaus macht ein wirklich gutes Zeugnis aus, dass es INDIVIDUELL geschrieben ist und nicht nur diese Standardsätze enthält. Werden konkrete Arbeitserfolge genannt? DAS wäre wichtig. Dann kommt man auch zu einem wirklich guten Zeugnis.

      Hallo,

      zum Thema kann ich grad nichts beitragen, aber ich wollte dich darauf aufmerksam machen, dass dein Name in einem Satz noch zu lesen ist.

      LG

    Hallo,

    hier nochmal der Textausschnitt aus dem Zeugnis komplett ohne Namen #schwitz.

    Vielen Dank nochmlas für den Hinweis; ich bion doch wohl nicht so multi tasking fähig, wie es Frauen nachgesagt wird;-)

    LG
    Brokkoli

    • der erste Absatz liest sich wie der Text in einer Traueranzeige. Vergangenheitsform, irgend wie blöd.

      Ansonsten lässt ein Zeugnis immer viel Interpretationsspielraum. Wer negatives heraus lesen will, wird negatives heraus lesen, wer positives will, liest positives.

      • Sag mal, hast Du eigentlich überhaupt irgend eine Ahnung über das Thema Arbeitszeugnisse? Ein Arbeitszeugnis (anders Zwischenzeugnis) wird selbstverständlich immer in der Vergangenheitsform geschrieben. Alles andere wäre kompletter Unfug.

        Der zweite Absatz von dir ist auch nicht viel besser...

        • weisst du, das schlimme ist, dass viele der jenigen, die ein Arbeitszeugnis schreiben, meist keine Ahnung haben. Ob ich Ahnung hab ist somit Wurscht.

          >> Ein Arbeitszeugnis (anders Zwischenzeugnis) wird selbstverständlich immer in der Vergangenheitsform geschrieben. Alles andere wäre kompletter Unfug.<<
          sehen nicht alle so wie du
          >>Die Zeitformen im Arbeitszeugnis sind außerdem ein häufiger Fehler. Die Arbeitsleistung wird in der Vergangenheitsform beschrieben. Sie ist ja schon passiert. Eigenschaften und Fähigkeiten sollten Sie allerdings in der Gegenwart verfassen, denn diese Eigenschaften hat der Arbeitnehmer ja immer noch – auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.<<
          http://www.liemen.de/unternehmen/arbeitszeugnisse-formulieren-eine-anleitung

          • Die meisten Firmen nutzen mittlerweile Zeugnisgeneratoren, die arbeitsrechtlich korrekte und vorformulierte Textbausteinen zur Beurteilung benutzen. Natürlich gibt es immer wieder und wirklich auch leider solche, die "versteckte" Codes in die Zeugnisse packen, dies ist aber zumindest bei größeren Firmen meist nicht mehr der Fall.

            Es ist vorgeschrieben, dass Abschlusszeugnisse IMMER in der Vergangenheit formuliert werden (Ausnahme: XY verfügt über ein großes Fachwissen in ihrem Bereich...), Zwischenzeugnisse in der Gegenwart. Das ist so. Das ist ein Fakt.

            Am schlimmsten sind aber diejenigen, die mit ihrem Halbwissen andere völlig verunsichern und erstmal gegen alles sind und überall nur schlechtes sehen, selbst aber eigentlich von der ganzen Materie keinen blassen Schimmer haben.

    Meiner Meinung nach ist das Schulnote 3.

(13) 10.03.17 - 17:11

Es ist nicht ganz rund.

Beispielsweise kann die Reihenfolge Kunden, Vorgesetzten und Mitarbeitern bedeuten, dass du zuviel mit Kunden gelabert hast. Die richtige Reihenfolge wäre, Vorgesetzte, Kollegen und Kunden. Sehr hilfsbereit und kollegial und daher beliebte Ansprechpartnerin klingt auch nach "quatscht viel bei der Arbeit".

Insgesamt würde ich darauf tippen, dass jemand dir ein gutes Zeugnis ausstellen wollte, aber dich vielleicht für ein Plappermaul hält.

Mehrfach gut im oberen Teil, unten stets zur vollen Zufriedenheit weisen darauf hin.
Auch guten beiderseitigem Einvernehmen, betriebliche Gründe (wichtig), stets gute Leistungen, weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute passen auch ins Bild. Dank ist auch vorhanden.

Insgesamt tippe ich stark auf 2.

  • (14) 10.03.17 - 17:30

    Huhu,

    Bezüglich der Verortung von "Kunden" gibt es mittlerweile anscheinend beide Varianten, wichtig ist, dass die Vorgesetzten vor den Kollegen genannt werden.

    Ich finde auch, es sind hauptsächlicher 2er Formulierungen, bis auf das Fachwissen, das klingt für mich eher schlecht. "Sie verfügte über das notwendige Fachwissen und wandte es in der Praxis an" ist für mich tatsächlich eine Note 4. Das Fachwissen ist "notwendig", nicht aber "umfangreich", "fundiert" oder "breit", nicht einmal "gut", und es wird einfach nur angewendet, nicht aber "stets" und auch nicht "erfolgreich". Mit dem Passus hätte ich persönlich ziemliche Probleme.

    LG

    Hanna

    • (15) 10.03.17 - 17:34

      Gute Einwände.

      Vielleicht könnte man konkret nachhaken wegen des Fachwissens, ob es Anlass zu Kritik gab und darum bitten die Formulierung zu ändern, wenn es auch insgesamt ins gute Bild passen soll?

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