Neue Ausbildung mit 38?!? Ergotherpeutin? Evt Alternativen und Finanzierung....

    • (1) 20.03.17 - 11:07

      Hallo, ihr Lieben!

      Ich habe mehrere Anliegen und hoffe auf eure Erfahrungen/ Meinungen .

      Folgende Eckdaten schreibe ich mal auf, damit ihr vielleicht besser durchsteigt:

      - Realschulabschluß, kaufmännische Ausbildung ( alles mit sehr guten Noten abegeschlossen), ca 11-12 Jahre im erlernten Beruf gearbeitet, zwischenzeitlich geheiratet, Kinderwunsch ( klappte nicht so wie gedacht)

      - im Jahr 2009 zog unser erstes Pflegekind bei uns ein, ich hörte auf zu arbeiten, danach immer mal wieder kurzeitpflegekinder, 2011 das nächste " Langzeitpflegekind" , 2013 Geburt unseres leiblichen Sohnes ( auch Ärzte irren manchmal ????) .

      - aktuell wohnt Pflegetochter zwei bei uns und Sohnemann, ich bin zu Hause, Mann Vollzeit arbeiten
      - Tochter wir dieses Jahr eingeschult, Sohn wir Ende des Jahres vier Jahre alt
      - nun möchte ich beruflich wieder Fuß fassen, aber erst nächstes Jahr im Herbst, also in 1 1/2 Jahren. Ich möchte das erste Schuljahr von Tochter noch gerne zu Hause sein. Die Zeit bis dahin möchte ich für Infos etc. nutzen
      - ich möchte nicht zurück in meinen alten Beruf!! Schon immer wollte ich eigentlich einen medizinischen Beruf erlernen. Mein absoluter Favorit " damals" war Physiotherapeutin- ich habe Praktika absolviert. ( auch freiwillig in den Ferien) , mich über Schulen etc. Informiert, aber es war leider nicht realisierbar/ bezahlbar damals.
      - Nun würde ich gerne etwas " Artverwant" Ergotherapeutin lernen. Durch meine Pflegekinder könnte ich einige Einblicke bekommen und ich denke, dass es das ist, was ich will.

      Schule gibt es dafür ums Eck bei uns, nur machen mir die Finanzen echt Kopfschmerzen.

      - wir hätten eine Mehrbelastung von 550 ca im Monat ( Schulgeld, mehr Geld für Betreuung...)

      - ich wäre bei Ausbildungsstart schon 38, wenn ich fertig bin 41- ist das zu alt?
      - hat jemand Ideen für mögliche Alternativen? Medizinisch- kaufmännischer Bereich: medizinisch / sozial sollte im Vordergrund stehen. .
      - meine Kinder wären dann 71/2 und gute 5 Jahre, ist das zu jung ?

      Ich hoffe, ihr könnt was damit anfangen und gebt mir etwas Input....
      Vielen Dank an jeden, der bis hierhin gekommen ist ????

      Lg, Kristina

      • (2) 20.03.17 - 14:09

        Frag doch mal beim Arbeitsamt nach, oft übernehmen die die Kosten.
        Wenn Du mit 41 fertig bist, musst Du noch über 20 Jahre arbeiten. Von daher lohnt sich das auf jeden Fall.

        • Hallo!

          Ergotherapie ist eine schulische Ausbildung. Die wird leider nicht gefördert durch die Agentur für Arbeit. Fragen kann man aber natürlich.

          Lg Sportskanone

      (4) 20.03.17 - 15:45

      Das Alter finde ich egal. Besonders in diesen Berufen eher von Vorteil.

      Ich würde mir aber überlegen ob du wirklich, heutzutage, einen Heilmittelerbringer Beruf (Physio, Ergo, Logo) ausüben möchtest. Die Bedingungen sind nicht gut.

      Man muss diese Berufe wirklich lieben, alleine von Leben kann man in der "Standardversion" meist nicht.

      Viele meiner Kollegen sind sehr unglücklich. Ich würde es auch nicht nochmal machen (Logo).

      Eine Alternative zur Ergotherapie fällt Mr nicht ein. Höchstens Heilerziehungspfleger.

      Medizinische Berufe gibt's natürlich viele schöne ;-)

    • (5) 20.03.17 - 16:03

      Hallo,
      rein finanziell und bezogen auf den Weg, der Dir bevorstehen würde, muss der Rat eigentlich laufen, geh in den Beruf, den Du gelernt hast. Was ist es denn ... Bürokauffrau? Industriekauffrau?

      Man könnte überlegen, da eine Sozialversicherungsfachangestellte draus zu machen mit verkürzter Ausbildung, aber mit 39 einen Ausbildungsplatz zu finden, ist auch nicht die einfachste Aufgabe.

      Warum willst Du nicht in den alten Job zurück?
      Hoffst Du, dass der neue besser ist ... er wird es nicht sein.
      BTW: Physiotherapeuten und Ergotherapeutin gibt es mMn schon zu viele. Die Jobs dazu sind schlecht bezahlt, Arbeitszeiten nicht die besten.

      Ich würde 3 Optionens ehen:
      1. Wenn der alte Job nicht mehr in Frage kommt auf der Basis der 1. Ausbildung in einem anderen Umfeld neu durch starten.
      2. Ergänzug zur Sozialversicherungsfachangestellten oder Kauffrau im Gesundheitswesen machen
      3. komplett neu lernen und als Berufsanfänger mit 41 auf den 6er im Lotto hoffen.

      Bei Option 3 hast Du am Ende vermutlich zwar Deinen Traumjob gelernt, aber Du wirst das gelernte nie mehr anweden können. Du musst dann sehr schnell in den Job kommen. Ab 45 ... es geht auf die 50 zu, sinken die Einstellungschancen rapide.

      Für Tor 1 wärst Du noch U40 ... das geht viel besser.

      • (6) 20.03.17 - 18:13

        Meine erster Beruf ist Kauffrau im Einzelhandel.....
        Dahin möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht zurück. Ich hoffe nicht, dass der neue Job " besser" ist, so naiv romantisch bin ich nun nicht....????????.

        Ich möchte nur nochmal mit etwas durchstarten, was meinen Interessen näher kommt.

        Z.b. Hat mir in meinem alten Beruf die kaufmännischen Sachen sehr gut gefallen ( Abrechnungen, Bilanzen, Rechnungswesen allgemein) - es war ja nicht alles " schlecht" .

        Trotzdem habe ich großes Interesse am Medizinisch/ sozialen Bereich ( auch durch Ehrenämter etc.) . Ne Kombi aus beiden wäre perfekt....????????????.

        Bei den Recherchen bin ich auf die Kauffrau im Gesundheitswesen gestoßen- da werde ich mich näher erkundigen. Auch habe ich erfahren, dass es hier am Wohnort in einem großen Krankenhaus ausgebildet wird , in Teilzeit, und gerade für " Mütter nach der Familienphase" . Mal sehen, was das ist....., vielleicht kann ich durch Vorbildung sogar die Ausbildung verkürzen....

    (7) 20.03.17 - 17:54

    Die Kosten für die Ausbildung kannst Du wahrscheinlich steuerlich absetzen, da es eins zweite Ausbildung ist.

(10) 21.03.17 - 06:49

Hallo,

ich habe in RLP in letzter Zeit schon mitbekommen das es Betriebe gibt die die Kosten für die Phisiotherapeuten Ausbildung übernehmen. Einfach weil es zu wenig Nachwuchs gibt, frag doch mal beim Arbeitsamt und bei größeren Rehazentren, Krankenhäusern nach.

Ich bin Heilerziehungspfleger und würde dir auch eher dazu oder zum Erzieher in Teilzeitausbildung raten. Sprich du hättest während der Ausbildung schon ein Gehalt.
und wenn du jetzt schon ein Pflegekind hast, wäre später vielleicht eine kleine Familienwohngruppe möglich?
Ergotherapie ist super interessant, aber da verdienst du unter Umständen weniger als eine Nichtfachkraft im sozialen Bereich.
Durch die Streiks der Erzieher in den letzten Jahren ist mein Gehalt deutlich gestiegen.

(11) 21.03.17 - 10:04

500 Euro ist echt eine Hausnummer.
Wäre Altenpflege nichts? Die nehmen durchaus ältere Azubis. Es wird bezahlt und nach einem Jahr bist du immerhin schon Helferin. Nach drei Jahren examiniert und dann kannst du ja auch Praxisanleiterin werden, Heimleiter oder dergleichen. Du musst nicht in der reinen Pflege bleiben. Und bezahlt wird es auch. Es gibt ja viele Möglichkeiten: ambulanter Dienst, Altenheim, WG, Residenz usw.

(12) 26.03.17 - 23:48

Also mir fiele da jetzt noch Hebamme als medizinischer Beruf ein. (Eine tolle Sache, wenn man bereits selbst Kinder hat)

Auch deine kaufmännischen Fähigkeiten kannst du hier einbringen - z.b. wenn du dich selbständig machst nach der Ausbildung.

Hebammen werden ja händeringend gesucht. Die Ausbildung soll auch ganz gut vergütet sein. Die Versicherungsprämien sind zwar utopisch hoch, aber hier gibt es ja auch große Bewegungen, die hoffentlich bald den gewünschten Erfolg bringen.

Viele Mütter würden sich sicher freuen, wenn sie eine Hebamme finden - warum nicht dich? ;)

(13) 08.04.17 - 20:06

Hi,
ich bin seit 2009 Ergotherapeutin (als Erstberuf) und arbeite derzeit in einer Kinder- und Jugendreha und bilde auch angehende Ergos aus. Meine älteste Schülerin war bislang 49 Jahre alt, hat den Beruf auch nach langer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich erlernt. Sie sagte, dass ihr das Lernen anfangs sehr schwer fiel (die Ausbildung ist definitiv nicht leicht, das medizinische Wissen ist enorm), sie sich aber nach einer Weile gut eingefunden hat. Die Bezahlung ist sehr unterschiedlich, es kommt völlig auf den Wohnort und das Betätigungsfeld an. In WfbM's oder bei kirchlichen Trägern wird noch recht gut bezahlt. Ich bin im öffentlichen Dienst, kann von meinem Gehalt leben, aber werde niemals reich damit. Zuvor arbeitete ich in einer privaten Praxis. Die Bezahlung ist dort sehr unterschiedlich (ich wurde übertariflich bezahlt, einige Kollegen arbeiten auch für Mindestlohn), die Arbeitszeiten sind katastrophal. Oft beginnt man morgens recht spät (9 Uhr), arbeitet dafür bis spät abends. Mein "normaler" Arbeitstag sah so aus, dass ich gegen 9:15 Uhr begann, oft ein "Mittagsloch" von 1-2 Stunden hatte und dafür bis 20 Uhr abends in der Praxis war. üblich ist, dass auf Honorarbasis bezahlt wird, d.h. Ausfallzeiten werden nicht bezahlt. Und gerade in den Erkältungsmonaten ist das eine Katastrophe, mein Einkommen schwankte durch solche äußeren Einflüsse um bis zu 500€ monatlich. Dies bedeutet nicht automatisch mehr Freizeit, denn oft hat man dann mal von 15-16 Uhr keinen Termin, der Patient um 16:45 Uhr kommt nicht, sagt aber auch nicht ab. Mit Familie ist dies sicherlich sehr schwer zu vereinbaren, es sei denn man hat einen Partner, der sehr geregelte Arbeitszeiten hat.
In der Klinik habe ich zwar feste Arbeitszeiten, jedoch auch Wochenend- und Feiertagsdienste, sowie Bereitschaftsdienste. An manchen Tagen sitzt man abends heulend auf der Couch, weil einen das Elend mit dem man oft zu tun hat, so weh tut. An anderen Tagen weint man mit den Patienten vor Freude und Stolz über die erzielten Erfolge. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, an jedem einzelnen Tag. (Erzählt mir jetzt nix von professioneller Distanz, ich persönlich kann nur dann gute Arbeit leisten, wenn ich mitfühle) Ich erlebte in den 8 Jahren bisher noch keinen einzigen Arbeitstag, den ich als langweilig bezeichnen würde.

Alles in Allem ist es ein großartiger Beruf, den man lieben muss, um die Widrigkeiten in Kauf zu nehmen. Heilerziehungspfleger sehe ich als Alternative kritisch (hohe körperliche Belastung, häufig Arbeit im Schichtdienst), Erzieher wäre da vielleicht sinnvoller.

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