Beschäftigungsverbot

    • (1) 23.03.17 - 09:25

      Hallo ihr Lieben...
      Ich hoffe es kann mir jemand nen bissel was erklären.

      Ist es in der Pflege generell so das man ein Beschäftigungsverbot erhält?

      Wer stellt das aus, der Fa?

      Lg

      • "Ist es in der Pflege generell so das man ein Beschäftigungsverbot erhält?"

        Kommt drauf an!

        "Wer stellt das aus, der Fa?"

        Kommt drauf an!

        Nein, man erhält nicht generell ein BV, sondern man erhält wie in jedem Beruf einen schwangerengerechten Arbeitsplatz: Gefährdungsbeurteilung, Maßnahmen, wenn nötig eine Umsetzung an einen unschädlichen Arbeitsplatz, ggf auch ins Büro/Anmeldung/Rezeption.

        Nein, dafür ist der AG zuständig, evtl mit Unterstützung des Betriebsarztes, nicht der FA.

        • Danke für die schnelle Antwort.

          Eine Kollegin ist vor 2 Jahren schwanger geworden, sie ist mit einem Schreiben vom Fa zum Arbeitgeber, mit der Bitte um Versetzung, geht bei uns nicht.
          Verwaltung ist fest besetzt.

          Zu dieser Zeit hatten wir viel MRSA.
          Haben wir aktuell auch wieder stark und ESBL.
          Kollegin ist dann wieder zum Fa und bekam es wohl dort.

          Nun gut werde da sehen was die Zeit bringt. :-)

          • Diese Fragen, die du hier erläuterst, sind allein die Aufgabe des Arbeitgebers, der FA hat damit gar nichts zu tun. Auch die Schwangeren können hier keine Abwägungen/Beurteilungen/Entscheidungen treffen. Wenn es nicht läuft, einfach die Gewerbeaufsicht einschalten.

            Es sind ja sicher nur einige Patienten MRSA, ESBL. Zu denen geht einen Schwangere nicht rein. Aber mit der erforderlichen Schutzausrüstung ist es zudem völlig sicher.

      HI

      in meinem alten Haus hat man einfach so gearbeitet das man sich ans MuSchG hält ... hat funktioniert.

      Im aktuellen Haus füllt der Betriebsarzt einen Gefährdungsbogen aus und entscheidet dann ob man ins BV oder nicht.
      VG

      • Mädels vielen Dank jetzt bin ich schlauer.

        Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das in der Pflege möglich sein soll. Es kann auch unvorhergesehenes passieren, dass z.B. jemand stürzt. Da wird eine Schwangere doch instinktiv reagieren. Erzähl bitte, wie ihr das macht, bin neugierig :-)

        • Es gibt doch genügend Aufgaben die man machen kann um ne Schicht rumzubekommen ... Kurven ausarbeiten ... Labor im PC anklicken und Röhrchen bekleben ... BA richten ... Kurven zusammensuchen für OP / Untersuchungen ... Visite gehen ... was weiß ich nicht noch alles ... Essenstabletts austeilen (den Wagen muss man ja nicht schieben), Telefondienst, Patienten zu Untersuchungen schicken oder organisieren das sie dort hin kommen, ...

          Ich war nicht auf ITS schwanger, meine schwangeren Kollegen haben ihren Patienten versorgt (waschen & Betten machen ist ja nicht verboten) ... zum lagern wurde immer geholfen ... rausmobilisiert haben halt die "unschwangeren" Kollegen ... BA über ZVK / Arterie haben die unschwangeren gemacht ... und da gabs gar keine Probleme das man bei einem oder zwei Patienten mehr das Blut abnehmen musste (dafür haben sich die unschwangeren gefreut das sie kein Labor ausarbeiten mussten)

        Sorry, auch auf der Straße kann was unvorhergesehenes passieren. Erst vor paar Wochen ist jemand an der Bushaltestelle gestürzt und wir haben erste Hilfe geleistet.

        Das MuSchG schützt nicht vor normalem Lebensrisiko, sondern nur vor erhöhten Risiken. Und da gilt 1. Maßnahmen ergreifen 2. Umsetzung 3. nur wenn keine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gegeben ist, dann Teilfreistellung oder Freistellung

        Keiner wird deswegen sein Kind verlieren, weil er mal in eine unvorhergesehene Situation kommt. Deswegen braucht man nicht zu Hause unter der Glasglocke sitzen.

        Außerdem gilt bei den Gefährdungen die Abwägung: Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadensrisiko. Wenn jemand unvorhergesehen stürzt und kein anderer Kollege dazueilen kann, dafür ist sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit ziemlich gering als auch das Schadensrisiko sehr gering. Also Entwarnung.

        • Danke für deine Antwort. Ich bin ja nicht aus der Pflege, habe nur mal ein kurzes Praktikum im Krankenhaus gemacht (Geriatrie, glaube ich?). Gerade Waschen und der Gang ins Bad erschien mir doch recht gefährlich (besonders bei alten Menschen, die sehr wackelig auf den Beinen sind) für eine Schwangere. Ich finde das auch für einen einzelnen, nicht schwangeren Menschen sehr anstrengend. Pflege ist ein Knochenjob. Als Büromensch ist mein normales Lebensrisiko natürlich ein ganz anderes als das einer Altenpflegerin.

          Hier im Forum fragen oft Frauen nach einem Beschäftigungsverbot. Liegt wohl daran, dass der AG den Arbeitsplatz nicht MuSchG-gerecht gestalten will.

          • Schwangere Altenpflegerinnen werden sicher nicht in gerade bei den hohen Pflegestufen eingesetzt, sondern dafür gibt es bestimmte leichte Pflegefälle oder Dokumentation/Administration.

            Ich denke, dass das Problem mit dem BV eher bei der durchweg schlechten Arbeitsmoral und geringen Belastbarkeit der heutigen Müttergeneration liegt. Vor 20-30 Jahren haben Schwangere häufig ganz normal weiter gearbeitet, BVs waren selten. Wie kann das denn sein, dass heute gleich nach dem BV gerufen wird?

            Auch mit den Krankheitsquoten liegt Deutschland immer während der guten Konjunkturphasen hoch, während die Krankenrate in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit fällt.

            • Es war halt für mich nur die Frage ob es generell so ist mit dem Bv, vielleicht hab ich mich da ein bissel unglücklich ausgedrückt.

              Als ich vor 14 Jahren schwanger war, war es nur das MuSchG, heißt man durfte im ambulanten nicht arbeiten, weil man ja allein war, und stationär nur bis 20.00 Uhr.

              Da ich jetzt nur höre, Schwanger und dann sind sie alle im Bv.
              Mich hat es halt arg gewundert.

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