Verdienst und Berufswahl

    • (1) 05.04.17 - 16:57

      Habt ihr bei der Berufswahl das Kriterium Verdienst berücksichtigt?

      Und in wie fern?
      War es euch wichtig dass ihr einen Beruf habt der in erster Linie euren Neigungen entspricht und der finanziell vielleicht weniger attraktiv ist oder habt ihr eher überlegt, was euch gutes Geld bringt um genug Geld zu verdienen um.sorgenfrei leben zu können?

      War euch auch wichtig dass ihr von eurem Verdienst eine Familie ernähren könnt?
      Ich stelle immer wieder fest dass Frauen eher nach Neigung gehen und auch schlecht bezahlte Berufe bewusst wählen, wo klar ist, dass da ein Kind finanziell nicht drin ist und immer ein besser bezahlter Partner den FamilienWunsch finanzieren müsste.
      Bei Männern stelle ich häufig fest, dass sie den Verdienst an erster Stelle sehen und Jobs im Niedriglohnsektor versuchen bewusst zu vermeiden.

      Sie berücksichtigen neben ihren Interessen viel mehr die VerdienstAussichten während Frauen sich fast ausschließlich nach ihren Interessen richten. ...was beobachtet ihr da bzw wie habt ihr es selbst entschieden?

      • Ich habe meinen schlecht bezahlten Beruf nach Neigung gewählt. Ich wusste, dass ich nicht viel verdienen werde. Habe aber damals noch bei meinen Eltern gewohnt und das nicht einschätzen können.

        In den ersten Jahren mit meinem Mann hatten wir zusammen wirklich viel Geld und haben sehr gut gelebt.

        Aber richtig gemerkt was mein schlecht bezahlter Job bedeutet, habe ich erst, als Kind 1 ein Jahr alt war und wir rechnen mussten wegen Haus, Kind 2 etc.

        Abgesehen vom Verdienst würde ich meinen Beruf auch nicht nochmal lernen. Ich gehe nicht darin auf. Ich quäle mich zwar (noch) nicht, aber glücklich bin ich auch nicht.

        Ich hab erst was "Brotloses" studiert. Wenn ich gefragt wurde, was ich später mal damit machen will, hab ich im Scherz immer "Hausfrau und Mutter oder Taxifahren" gesagt. Dass ich studiere war klar, aber dass es auch ein Leben danach geben wird, darüber hab ich nicht so nachgedacht. Erst mit Anfang 30, nach mehreren unbefriedigenden Berufsjahren und befisteten Verträgen war mir dann klar: "Der Plan, mit 30 verheiratet und zweifache Mutter zu sein ist gescheitert, Deine Berufstätigkeit kann nicht bezahltes Hobby sein, Du brauchst einen Beruf, der Dir bis zur Rente und darüber hinaus ein auskömmliches leben garantiert!". Außerdem hab ich festgestellt, dass es gar nicht sooo toll ist, wenn man das Hobby zum Beruf macht.

        Also hab ich umgesattelt und jetzt das, was ich vorher vermisst habe. Ich hab zum Glück trotzdem einen Beruf gefunden, der mir wirklich Spaß macht!

        Ich habe meinen Beruf nach Neigung gewählt. Denn was bringt mir ein Beruf, den ich hasse, der aber Geld bringt? Ich kann keinen Beruf gut machen, den ich nicht mag. Und da der Beruf etwas elementares ist, sollte er einem auch Spaß machen. Der verdienst ist Nebensache. Ein Job muss mich erfüllen, sonst würde ich ihn nicht bis zur Rente ausüben wollen.

        • >>>Der verdienst ist Nebensache.<<<

          So einen Ausspruch kann sich nur eine "versorgte" Hausfrau leisten.

          • Nein, der ausspricht kommt aus tiefster Überzeugung. Als ich mich um die Ausbildung bemüht habe, war mir nur wichtig, das mein Beruf etwas ist, den ich jeden Tag gern mache. Denn 3enn ich mich jeden Tag zwingen muss zur Arbeit zu gehen, kann ich diesen Beruf nicht ausüben. Weder kurz- noch langfristig. Und mal ehrlich, denkt überhaupt jemand beim Auswahl seiner Ausbildung daran, ob der verdienst in 10 Jahren ausreicht? Nein. Denn man weiß doch mit 17,18,19 nicht, ob man überhaupt heiraten will oder ob man überhaupt Kind oder Kinder bekommen will oder wird. So weit denkt man doch nicht. Man wählt einen Beruf aus, der den eigenen Interessen entspricht. Das ist der wichtigste Punkt bei der Berufswahl. Denn was in 10 Jahren sein wird weiß man doch nicht.

            • Deine Interessen bleiben doch nicht dein Lebenlang dieselben. Wenn du glaubst mit 18 Tierpfleger werden zu wollen kann das bereits in 5 Jahren der Horror sein. Bei der Berufswahl sollten Neigungen und natürlich auch der Verdienst und Aufstiegsmöglichkeuten eine Rolle spielen. Mit einem Beruf solltest du deinen Lebensunterhalt bestreiten können, alles andere ist ein Hobby.

              • Ich bin Bibliotheksassistentin und ich arbeite unglaublich gern mit Büchern und Menschen. Das ist der Grund, warum ich diesen Job liebe. Bücher und Menschen, den Job mach ich nicht, weil man da so unglaublich tolle Aufstiegschancen hat oder weil man davon reich wird. Nein, ich mache diesen Job, weil ich Bücher liebe und den Umgang mit ihnen und Menschen Bücher nahe bringen kann. Das ist meine Leidenschaft. Und zwar seit ich mit 5 angegangen aber mich für Geschichten zu interessieren. Natürlich bleibt das, was man gern macht ein lebrn lang das gleiche Interesse. Sonst würde ja jeder in seinem Leben alle paar Jahre umschulen. Wer gerne mit Tieren arbeitet, wird das sein lebrn lang gern machen, wer gern andere versorgt, macht das auch sein Leben lang gern. Wer Interesse am elektronischen Dingen hat, will doch nicht plötzlich Arzt werden. Wenn man das, was einen sein Leben lang fasziniert zu seinem Beruf macht, macht man das, weil man dieses Dinge eben liebt. Wenn es zu den speziellen Interessen auch noch den passenden Beruf gibt (Tierarzt, Krankenschwester, Elektriker), dann macht man diesen Beruf ausschließlich deswegen, weil man den Job liebt und das Geld, das man dabei verdient spielt eine untergeordnete Rolle. An erster Stelle steht dabei, das man gerne macht, was man macht. Wie kann man einen Beruf 50 Jahre und länger ausüben, den man eigentlich total scheußlich findet? Das macht doch keiner. Man macht das beruflich, was man gerne macht. Wofür man ein spezielles Interesse hat. Und dann macht man den Beruf auch gut. Weil man ihn aus Leidenschaft macht und nicht, weil man muss, sondern weil man will.

          Und so einen Kommentar nur eine anderweitig frustrierte Frau...

    Tach auch, Maike ... wie ist das Wetter in Regensburg so?

    Hallo,

    Ich bin froh dass meine Eltern mir da auf meinem Weg eine sehr gute Unterstützung waren.

    Sie hätten mir nie reingeredet, aber sie haben stets darauf geachtet, mich gut zu beraten, denn mit 17 Jahren kann man nicht wissen wohin es geht! Die meisten suchen sich einen Job nach ihren Hobbys. Dann hätte ich Pferdewirtin oder Tierpflegerin lernen müssen.

    Aber meine Eltern haben mir immer empfohlen mir einen sicheren Job im öffentlichen Dienst zu suchen!

    Ich habe da auch tatsächlich meinen Traumjob gefunden!

    Aber mein Lebensinhalt sind meine Kinder, Familie, Hund, Haus, Hobbys und Freunde.

    Mein Mann hat Karriere gemacht und ich habe meine hinten angestellt.... und damit bin ich bzw wir sehr zufrieden :)

    Lg costa

    Gemischt.

    Ausgeschieden wegen Verdienst sind eigentlich nur Berufe im Niedriglohnsektor.

    Die Perspektive war mir aber schon wichtig. Mich hätte u.a. Archäologie interessiert. Ist aber ausgeschieden weil damals auch gesagt wurde: sehr wenige Jobs, und wenn oft nur Anstellung auf Zeit, räumlich flexibel sein.

    Eine Sekretärin in der Firma hat Völkerkunde studiert. Und ist jetzt eben fachfremd als Sekretärin unterwegs, würde ich auch nicht wollen.

    Also hab ich von meinen Neigungen das gemacht was auch Perspektive hat (und verdiene mittlerweile auch gut).

    LG

    huhu..kurze antwort auch von mir.. job nach verdienstmöglichkeit ausgesucht und bin absolut zufrieden mit der entscheidung. lg

    Ich hab zuerst grob nach Neigung das aussortiert, wo ich mir absolut keine berufliche Zukunft vorstellen konnte. Aus den verbleibenden Studiengängen habe ich nach Verdienstmöglichkeiten und Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ausgewählt, und bereue die Entscheidung bislang überhaupt nicht.

    Guten Morgen #winke

    Ich habe meinen Ausbildungsberuf damals ganz klar nach meinen Interessen ausgewählt und nicht nach dem Verdienst. Den kannte ich zu dem Zeitpunkt auch gar nicht. Und selbst wenn - ich lebte noch bei meinen Eltern zu Hause und ich hätte mit irgendwelchen Zahlen bezüglich Gehalt nix anfangen können. Ich empfand selbst die 600€ Ausbildungsgehalt als wahnsinnig viel und bildete mir ein damit bald ausziehen zu können #rofl

    Allerdings wurde ich so erzogen (insbesondere von meiner Mutter), nicht einfach nur einen Beruf zu wählen, der mir Spass macht, sondern eben einen, von dem ich auch leben kann und mit dem ich mich nicht von jemand anderem abhängig mache (sie ist Floristin und weiß wohl wovon sie redet).

    Aus den Gründen waren für mich 2 Kriterien von großer Bedeutung:
    1. Der Beruf muss meinen Interessen entsprechen und Spass machen
    2. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es, was kann ich nach der Ausbildung mit dem Beruf anfangen und wie stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt

    Ich denke auch, dass sich Interessen im Laufe des Lebens ändern oder ändern können, aber nicht grundlegend.

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