Der neue Job ist der horror

    • (1) 08.04.17 - 18:29

      Hi, könnte gerade nur heulen, weiß weder ein noch aus. Ich habe im februar einen neuen Job angefangen, für den ich extra in eine andere Stadt umgezogen bin. Anfangs war alles ok, da der Chef im Urlaub war. Ich habe mich ziemlich wohl gefühlt, doch mit der Rückkehr des Chefs änderte sich schlagartig alles. Die Aufgaben die ich dort machen muss sind sehr anspruchsvoll, was mir auch von Anfang an klar war und eigentlich auch dem Chef klar sein müsste. Ich habe studiert und mich auch während des Studiums mit anspruchsvollen Fragestellungen auseinander gesetzt, was ich auch gepackt habe. Nun ist es so , dass mein Chef von mir bereits nach zwei Wochen erwartete, dass ich eine bestimmte Sache schon zu 100% drauf habe. Ich schaute ihn nur verwundert an und meinte, dass ich dabei bin mich gut in das Aufgabengebiet einzuarbeiten. Hinzu kommt, dass ich nebenbei 1000 Dinge gleichzeitig machen sollte was die Einarbeitung in die Sache um einiges erschwerte und sowieso die Gepflogenheiten im Büro für mich auch neu sind. Und da gibt es auch eine Menge zu beachten, was für mich auch neu war und ich persönlich echt übertrieben finde. Mein Chef hat von Tag 1 an Überstunden angeordnet, da ich soviel wissen meiner Vorgängerin wie nur möglich mitnehmen soll. Dies habe ich auch getan. Täglich war ich da fast 10 h. Zudem vermittelte er mir die ganze Zeit das Gefühl alles falsch zu machen und stellte mich auch vor anderen bloß. Alles was in seinen Augen falsch war wurde sofort lautstark bemängelt.
      Ich hatte schon einige Chefs aber sowas habe ich noch nie erlebt. Ich musste mich echt eine Zeitlang ziemlich quälen um zur Arbeit zu gehen und habe mich immer sehr auf den Feierabend gefreut oder auf die Momente wo er nicht da ist. Die leider nicht so häufig waren. Ich war echt glücklich nach längerer Arbeitslosigkeit einen tollen Job gefunden zu haben der mich fordert und wo ich was neues lerne, doch mein Chef hat mir auf deutsch gesagt alles versaut. Nachdem ich ein ganzes wochenende Kopfschmerzen hatte und Übelkeit bin ich zum Arzt mit dem ich über die ganze Situation gesprochen habe. Er hat mich jetzt erstmal aus dem Verkehr gezogen. Mir ging es schlagartig besser. Insgesamt bin ich noch ne Woche krank geschrieben und insgeheim hoffe ich, dass ich gekündigt werde, denn wenn ich an die Arbeit denke, wird mir wieder speiübel. Hinzu kommt dass ich Hashemito habe und dieser ganze Stress einen Schub ausgelöst hat. Dieser Job hat mir deutlich gezeigt , dass ich doch recht harmoniebedürftig bin und ohne gesundes arbeitsklima nicht arbeiten gehen kann. Nur was mache ich jetzt? Wenn ich kündige bekomme ich eine Sperre beim Jobcenter. Beim aufhebungsvertrag dasselbe. Nun bin ich krank geschrieben und dabei mich woanders zu bewerben. Zu Vorstellungsgesprächen kann ich während einer krankschreibung nicht fahren. Ich hoffe sehr, dass das Unternehmen mich von sich aus kündigt, doch bis jetzt ist noch nichts passiert. Ich weiß gerade überhaupt nicht weiter. Habt ihr einen Rat für mich? Mit dem Unternehmen habe ich eigentlich schon abgeschlossen, da ich für mich erkannt habe, dass dies überhaupt nichts für mich ist. Die anderen Kollegen meinten wenn man kein dickes Fell hat, bekommt man dort eins. Ist ja vielleicht auch richtig aber innerlich Sperre ich mich so, mich dort einzufügen da ich mit der Methodik des Chefs überhaupt nicht einverstanden bin. Bisher bin ich wertschätzenden Umgang gewöhnt gewesen und dass ist dort überhaupt nicht vorhanden.
      Die Frage ist nun was mache ich jetzt? Habt ihr einen Rat? Ich bin echt verzweifelt?

      • Wieso kannst Du krank geschrieben nicht zum Vorstellungsgespräch?

        (3) 08.04.17 - 20:45

        Hast Du einen Kollegen mit dem Du objektiv Deine Situation reflektieren kannst?
        Vielleicht nimmt der Chef gar nicht wahr wie sehr er Dich unter Druck setzt.
        Leg Dir einen Block zurecht und schreibe Dir sachlich auf, welche Punkte an Deiner Arbeitsstelle für Dich unerträglich sind und versuche einen Lösungsansatz zu formulieren.

        Da Du den Job eh schon abgehakt hast, gibt es doch nichts zu verlieren, daher konfrontiere Deinen Chef damit. Nicht unterwürfig, sondern geradeaus.
        Es gibt Typen, die können das gar nicht ab ( vermute mal das ist so einer) aber es gibt auch Andere, die Dir erst dann Respekt zollen. Versuch es. Ansonsten bewerben, bewerben, bewerben....auch wenn Du krank geschrieben bist!
        Arbeit die Dich krank macht ist nicht sinnvoll. Steck Deine Kraft lieber in die Suche nach dem nächsten Job.
        Kopf hoch! LG
        Juva

        (4) 08.04.17 - 20:51

        Wieso kannst du nicht zu Vorstellungsgesprächen fahren? Das kommt ja wohl ganz auf die Art der Krankschreibung an.

      • "Zudem vermittelte er mir die ganze Zeit das Gefühl alles falsch zu machen und stellte mich auch vor anderen bloß. Alles was in seinen Augen falsch war wurde sofort lautstark bemängelt."

        Das erste, auch fairste gegenüber dem Unternehmen, wäre doch das klärende Gespräch mit dem Chef. Du musst ihm sagen, wie das bei dir ankommt, und sagen was du von ihm erwartet. Da du studiert hast, hätte ich eigentlich vorausgesetzt, dass du in der Lage bist, ein Konfliktgespräch zu führen.

        Aber einfach die Flinte ins Korn werfen und den Laden stehen lassen, ohne dass die überhaupt wissen warum, finde ich jetzt auch nicht gerade toll. Immerhin haben sie in dich investiert und offensichtlich brauchen sie dich auch dringend.

        Und du willst Geld vom Arbeitsamt. Also leg die Karten auf den Tisch, damit sich was ändern kann. Gib ihnen eine zweite Chance, und gib dir nochmal eine Chance.

        Warum akzeptierst du Überstunden obwohl du offensichtlich gar nicht körperlich/gesundheitlich in der Lage bist das zu schaffen? Damit beweist du kein Verantwortungsbewußtsein. Zusagen kann man nur das, was man auch schaffen kann.

        Beim Lesen bekomme ich so den Eindruck: du bist ein Ja-Sager und kannst dich in keinster Weise abgrenzen. Du willst es zwar allen rechtmachen, aber das klappt natürlich nicht. Damit gewinnst du auch bei anderen keine Respekt. Und dann ziehst du Leine und flüchtest.

      Hi,
      Rede mit deinem alten Sachbearbeiter vom Arbeitsamt.

      Ich habe mich vom 1.4.16 an gequält. Hauptsache nicht arbeitslos, nur 14 km fahren und Kinderfreundliche Arbeitszeiten. Jackpot, denkste.

      Die Chefin, 72 Jahre alt, Kettenraucher mit Ernte 32, Haare auf den Zähnen. Selbst die Lkw Fahrer, "kamen heulend zu mir", weil die Chefin so hart war.

      Nach 8 Wochen schaute ich nach anderen Jobs, obwohl ich inzwischen keine Probebetrieb mehr hatte und unbefristet war. Die Frau hat mich mit ihrer Art eine fix und fertig gemacht.

      November wurde ich vom alten Arbeitgeber angerufen und Gsd dachte sie, das ich wieder zurück ginge und kündigten mich, da ein alter Bekannte Arbeit suchte.

      Meine Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt meinte dann, NIE herumquälen,. Sie weiß das ich arbeiten will, und man hätte schon eine Lösung gefunden, das ich keine Sperre bekomme. So wie die Chefin mit den Leuten herumspringt, war auch dem Arbeitsamt bekannt.

      Ich war die 3. In 1,5 Jahren, der 1. Ist immer noch in psychosomatische Behandlung. Kam mit geheilten Burn out dort hin, und nach 6 Monaten kam er nie wieder.

      Da du nichts zu verlieren hast, Rede mit deinem Chef und mach einen Termin beim Arbeitsamt.

      Alles Gute Claudia

      • Du kannst nicht von deiner eigenen Erfahrung auf die TE schließen, aber genau das tust du. Du projizierst deine Erfahrungen und willst ihr deine Entscheidung nahelegen. Jeder Fall ist aber ein Einzelfall.

        Ist es nicht menschlich, erwachsen, reif und verantwortungsvoll, erst mal klar zu sagen, womit man nicht zurechtkommt, bevor man Reißleine zieht und verschwindet?

        Wer das nicht kann, dem nützt auch die Fachkompetenz eines Hochschulabschlusses wenig. Nie im Leben kann man es immer allen Leuten recht machen. Man muss Grenzen ziehen und man muss auch zurückweisen, was an Behandlung unfair empfunden wird. Lernt es lieber heute als morgen. Sonst leidet ihr auch an euren nächsten 10 Arbeitsstellen wie schon zuvor auch.

        Dich möchte ich gerne fragen: deine Chefin ist Kettenraucherin, 72 J alt und sehr hart. Und das alles hast du schon beim Einstellungsgespräch nicht bemerkt???? Wie kann das sein? Ich hätte es gemerkt und dort keine Zusage gegeben, denn ich will auch nicht im Zigarettenrauch arbeiten. Und außerdem gibt es das Nichtraucherschutzgesetz, das hättest du ja durchsetzen können. Es steht dir zu.

        • Lieber arbeitslos, als es nicht mal probiert zu haben?

          Wo ich wohne kommen auf eine Stellenanzeige 180 Bewerbungen. Vorher bin ich von 13 bis 17 Uhr arbeiten gegangen, 38 km einen Weg mit Befristung. Diese Stelle hatte ich nach 124 Bewerbungen.

          Warum nicht versuchen? Rauchen habe ich schon gemerkt, dachte aber, daß sie es vielleicht einschränkt. Die Haare auf den Zähnen kamen so nach 4 Wochen zum Vorschein.

          Nur weil man studiert hat und theoretisch ist, heißt es noch lange nicht, das man so tapfer ist und dem Vorgesetzten, sagen kann, wie es läuft und wie es besser laufen kann.

          Manche studieren herum um die Zeit zu überbrücken bis man weiß was man wirklich machen will, bis man den Mann hat für kinder zu zeugen. Viele studierte sind nicht lebensfähig, sie Leben in einer Scheinwelt. Erst auf dem Arbeitsmarkt trennt sich die Spreu vom Weizen.

          Die TE ist tot unglücklich, wenn sie nicht den Mut hat zum Vorgesetzten zu gehen, soll sie zum Arbeitsamt. Wegen "sowas" hätte mein Hausarzt mich nicht mal krankschreiben, da hätte ich auch die Zähne zusammenbeißen müssen, stell dich nicht so an. Lass nicht mit dir Schlittenfahren. Du bist 44 Jahre, du musst dich durch setzen.......

          Sie ist die Chefin, 72 Jahre und wenn sie raucht im Büro, in ihrem Büro, kann ich ja gehen. Ich habe noch zuviel Respekt vor dem Alter. Wenn nicht totaler bullshit kommt, halte ich den Mund.

          Wenn Du so tapfer bist ist das toll für dich. Bringt mir und der TE aber gar nichts

          • 44 Jahre, und kein bißchen Mumm?

            Es wäre nicht nur Mut, es wäre auch reif, erwachsen und fair offen zu sagen was nicht paßt.
            Du bist nicht mehr im Kindergarten oder der Grundschule. Du hast schon dein halbes Leben hinter dir, ungefähr! Eigentlich vom alter her eine reife Frau.

    Ja, ich habe einen Rat!

    Geh zu Deinem Chef, sage ihm, was Dir missfällt. Ich habe das auch schon mal gemacht und es hat Wunder gewirkt.
    Krank zu machen und dann hinterrücks schnell zu wechseln ist feige.

    Hallo,

    ich weiß, daß Arbeitslosigkeit nach einer bestimmten Zeit deprimierend ist. Menschen definieren sich oft über die Arbeit bzw. einige fragen sich, was nicht stimmt, wenn man trotz guter Qualifikation keinen Job findet. Auch ich hatte diese Erfahrung gemacht und war dann wirklich so weit jeden Job anzunehmen, der irgendwie ging. Das Ergebnis: Der Job gefiel mir nicht, ich machte Fehler, ich ging mit Angst zur Arbeit. Und dann ging ich zur Sachbearbeiterin und sagte ihr, daß ich nur einen Job annehme, der zu mir passt. Kein Superjob, aber keinen Job mehr außerhalb oder unterhalb meiner Fähigkeiten. Und das hat geholfen.
    Sprich mit Deinem Chef und Kollegen. Auch als Anfängerin kannst Du höflich und klar formulieren, was Du kannst, wie weit Du bist und was Du nicht machst. Entweder ändert sich was oder der Job passt nicht zu Dir.
    Übrigens habe ich auf eigene Faust einen Job gesucht und gefunden, welcher mir gefällt - mit einer Chefin, welche loben und kritisieren kann, nicht nachtragend ist und Verständnis hat. Ich konnte ihr genau sagen, was ich kann und was nicht, was ich mir zutraue und was nicht. Es nützt ihr nichts, wenn Mitarbeiter ihr das Blaue vom Himmel versprechen, aber dann im Endeffekt in die Hose geht.
    Kopf hoch und trau Dich.

    LG
    Manu

    Du bist ja nun noch eine Woche Zuhause. Dann kannst du dir ja in ruhe überlegen ob du noch mal das Gespräch mit dem Chef suchen möchtest. Du kannst aber im Vorfeld beim Jobcenter bzw Arbeitsamt anrufen und mit denen telefonisch entweder einen Termin ausmachen oder am Telefon deine Situation erläutern und versuchen zu klären, welche Möglichkeiten es für dich gibt. Ich meine dass eine sperre umgangen werden kann, wenn man bestimmte Gründe vorweisen kann, welche das sind kann ich dir leider nicht sagen.

    Ich war aber auch mal in so einer Situation. Schikane ohne Ende. Ich habe das Gespräch mit meinem vorgesetzt geführt und ihm klar gemacht wie ich mich fühle. Sachlich und höflich, aber eben ohne um den heißen Brei zu reden und in der Ich-Form. Dann ging dies eine Zeit lang gut und alles fing von vorne an. Ich also noch mal das Gespräch mit dem Chef gesucht und bemerkte auch das es aussichtslos war. Hatte mich im Vorfeld woanders beworben und bin zu Vorstellungsgesprächen gegangen, wenn ich Urlaub hatte bzw hatte mir dann mal den ein oder anderen Tag frei genommen wegen meiner Überstunden.

    In erster Linie finde ich auch das ein Gespräch wichtig ist. Und glaub mir, mir war so schlecht vorher und ich hatte war so nervös vor dem Gespräch mit dem Chef. Aber ich nahm meinen Mut zusammen und wenn ich ehrlich bin, bin ich froh es getan zu haben. Ich fühlte mich besser und ich fühlte mich stärker. Weil ich mal etwas für mich getan hatte auch wenn ich anschließend das Unternehmen gewechselt habe. Ich Weiss heute, dass ich mir mehr zutrauen kann und ich mich für mich selbst einsetzen kann. Ich kann dir daher nur empfehlen es zu probieren.

    Alles gute und ich drück dir die Daumen für den nächsten Job.

    (14) 05.05.18 - 19:33

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