Selbständig oder lieber angestellt?

    • (1) 23.04.17 - 10:40

      Meine Elternzeit ist in ein paar Monaten schon zu Ende und ich habe immer mehr Angst davor, in meinen Beruf zurückzukehren. Er hat mir noch nie besonders viel Spaß gemacht, aber irgendwie bin ich dort hängen geblieben. Stelle im öffentlichen Dienst mit festem und gar nicht so schlechtem Einkommen, Sonderzahlungen, geregelte Arbeitszeiten und geregelter Urlaub. Also eigentlich tolle Bedingungen. Aber absolut nicht das, was ich bis zur Rente machen möchte (ich bin 31, habe also noch viele Jahre vor mir).
      Nun stelle ich mir die Frage nach Alternativen. Was wäre, wenn ich versuchen würde, mir eine Selbständigkeit aufzubauen? Ob das realistisch ist, weiß ich nicht und es würde wahrscheinlich einige Jahre dauern. Ist es überhaupt möglich, sich neben Job und Kleinkind noch beruflich zu verändern oder sollte ich diese Träume einfach begraben und doch in dem Job bleiben, auch wenn ich es irgendwann bereue? Erwarte ich zu viel vom Leben? Die meisten Leute, die ich kenne, arbeiten einfach, weil sie es müssen und nicht, weil der Job Spaß macht. Meine Mama z.B. hat miese Arbeitszeiten, muss viele Überstunden machen und körperlich laugt der Job sie total aus. Das ist ja bei mir nicht so, also darf ich mich eigentlich nicht beschweren.
      Was sind denn die Vorteile als Selbständige/Angestellte, wenn man Familie hat?

      • Selbstständig ist meist irgendwann (erst nach vielen Jahren) mehr Geld, aber das volle Risiko liegt bei dir, die Abgaben liegen bei dir, du hast eigentlich nie Feierabend, keinen Urlaub usw.

        Also mindestens einer in der Familie sollte meiner Meinung nach einen sicheren Job haben (also angestellt), um davon im Notfall alleine die Familie ernähren zu können.

        Und natürlich kann man sich daneben versuchen was aufzubauen.

        Als Vorteil würde ich allerhöchstens meine zeitliche Flexibilität bezeichnen.

        Wie meinte mal jemand, der selbständig ist zu mir? Die ersten Jahre waren richtig übel, da kam er im Jahr auf maximal zwei Wochen Urlaub. Heute sieht das ganz anders aus, die Arbeit kann er sich sehr gut einteilen und mittlerweile (mit Mitte 50) arbeitet er eigentlich nur noch, weil es ihm Spaß macht, nicht mehr weil er es muss.
        Die Frage ist ja auch womit du dich selbständig machen möchtest? Wie sieht es da an sich mit den Verdienstmöglichkeiten aus? Müsstest du evtl. viel Reisetätigkeit auf dich nehmen? Besteht bei dir in der Gegend für das, was du machen möchtest überhaupt der Bedarf etc.

      • Hallo!

        Was würdest Du denn machen wollen? Wenn Du bisher einen Büroberuf hast, wäre ja eher die Frage, was Du überhaupt KANNST. Fliesenlegen wohl eher nicht, oder?

        Selbständigkeit bedeutet vor allem in den ersten Jahren SELBST und STÄNDIG arbeiten, bis man einen stabilen Kundenstamm hat und wirklich jeden Monat schwarze Zahlen auf dem Konto stehen. Davor hat man aber viele Investitionen und ein sehr hohes Risiko.

        Wenn man keine echte Lücke findet, sondern nur den dritten Second-Hand-Laden im Ort betreibt, dann kann es durchaus sein, dass Du von Anfang bis Ende nie auf einen grünen Zweig kommst. Gerade im Einzelhandel ist auch die Lage ganz entscheidend, wenn es keine Parkplätze in der Nähe gibt, kann das schon ein massiver Minuspunkt sein.

        Für manche Geschäftisideen braucht man auch Fachwissen - etwa Gastronimie ohne Ausbildung in dem Bereich ist gar nicht so einfach, da findet das Gesundheitsamt sonst sicher viel zu viel zu meckern. Da muss man sich vorher weiter bilden, wie man richtig lagert, wie man richtig putzt wenn man für mehr als 10 Leute kocht etc.

        Die ersten Jahre musst Du wahrscheinlich erst mal Schulden abzahlen - für Geschäftsräume, Auto, Einrichtung, Arbeitswerkzeug etc., erst nach Jahren kommt die Gewinnphase. Und das eben auch nur, wenn Du etwas findest, was gebraucht wird, und da entsprechend was aufbaust. Wenn es dann so viel wird, dass es sich lohnt jemanden anzustellen, und Du gleichzeitig gute und verlässliche Arbeitskräfte findest, dann musst Du auch nicht mehr ständig selbst da sein und kannst auch mal 2 Wochen Urlaub machen (solange du wengistens ein wenig erreichbar bist für ganz große Kathastrophen).

        Mein Chef hat sich vor 9 Jahren selbständig gemacht, hat mittlerweile 70 Angestellte, arbeitet locker 50 Stunden pro Woche und ist erst jetzt langsam an einem Punkt, wo er mal länger Urlaub machen kann. Sein Pensum ist aber echt viel, und in den ersten Jahren hätte er durchaus sein eigenes Haus verlieren können, wenn es schlecht gelaufen wäre.

        • Ich würde gerne in den Bereich Lektorat gehen, also hätte ich keine Kosten für Räume, die ich mieten muss etc. Das ist auch nichts, womit ich mir schnelles Geld erhoffe, sondern ich denke, dass ich ein paar Jahre bräuchte, bis ich mir in dem Bereich etwas aufgebaut hätte. Nur weiß ich nicht, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt und ob es das ist, was ich mir erhoffe. Angestellt zu sein hat ja viele Vorteile, aber ich würde gerne in einem Bereich arbeiten, der mich erfüllt, bei dem ich ortsunabhängig und zeitlich flexibel bin.

          Wenn der Kleine später mal zur Schule geht (dauert noch mindestens fünf Jahre) und Ferien hat, muss er ja auch irgendwie betreut werden. Wenn ich dann zu Hause arbeiten kann, ist das einfacher. Zumindest in meiner Vorstellung. Ob man zum Arbeiten kommt, wenn man nebenbei ein Kind betreut, weiß ich nicht, aber irgendwann wird er ja auch älter.

          • Damit kannst du wahrscheinlich keine großen Sprünge machen. Oder hast du da eine ganz bestimmte Marktnische? Es gibt heutzutage gute Rechtschreibprogramme, die Lektorate ziemlich weitgehend ersetzen. Zeitungen machen gar keine Lektorate mehr, die lassen ein Programm drüber laufen und viele Artikel sind voller Fehler. Der Büchermarkt ist rückläufig.

            (Ich habe selbst schon lektoriert und übersetzt.)

            Warum willst du das nicht zweigleisig anfangen? Du kannst doch nebenher in aller Ruhe versuchen das aufzubauen um zu sehen, ob es dir überhaupt gefällt und ob es laufen kann.

            Für so etwas eine so sichere und gute Stelle aufzugeben würde ich niemals machen.

            Hallo!

            Oh je, das wird schwer. Da besteht nur wenig Bedarf, und es gibt ja schon einige Lektoren, die sich bereits einen Namen gemacht haben. Kein Verlag und keine Zeitung wartet auf eine kleine Quereinsteigerin ohne Erfahrung, also am Anfang rennst Du nur herum, um überhaupt Aufträge zu ergattern und verdienst genau null bzw, zahlst noch drauf für Werbung.

            Und nein, wenn ein Kind zu Hause ist, kannst Du nicht konzentriert arbeiten. Der kommt ja alle paar Minuten und will was. "Mama, darf ich fernsehen? Mama, darf ich ein Eis? Mama, darf der Leon zum Playstation spielen vorbei kommen? Mama, mir ist langweilig!" gerade im Grundschulalter kannst Du davon ausgehen, dass Du noch ganz oft im Einsatz bist, und je nach Wohnort auch danach noch viel zu oft Taxi spielst, für Sport, Musikschule, Theatergruppe, Kumpels die weiter weg wohnen. Und wenn Du kein Entertainment-Programm in den Ferien bietest, hockt Junior den ganzen Tag an der Playstation oder vor der Glotze. Den ganzen Tag zu Hause kann man mal zwischen durch machen, aber spätestens beim dritten Tag in Folge geht der die Wände hoch, also Zoo, Freizeitpark, Radtour etc. sollte schon auch geboten werden.

            Ich finde es schon schwierig, mich auf mein Studium zu konzentrieren, wenn mein Mann zu Hause ist - und der ist über 40 und kann auf sich selbst aufpassen. Aber im Nebenzimmer ist dann halt der TV an, also mache ich meine Zimmertür zu, weil das meine Konzentration stört. Dann will die Katze raus, Richtung Futter und Katzenklo, und 10 Minuten später wieder rein. Dann bringt mein Mann mir nen Kaffee zwischendurch, das ist ja total nett von ihm. Oder er fragt, ob ich was vom Einkaufen brauche, er fährt schnell. Oder er kommt rein und holt die Wäsche zum Waschen, mein Schreibtisch steht im Schlafzimmer.

            Das sind alles so kurze Störungen, aber man wird halt erst mal raus gerissen. Muss sich danach erst mal orientieren, wo man eigentlich gerade war, sich wieder ins Thema rein denken, den Faden wieder aufnehmen. Wenn keiner zu Hause ist, dann arbeite ich mal locker 3 Stunden am Stück ohne Pause durch, und schaffe dabei wesentlich mehr - und ich kann das wirklich nachmessen. Wenn mein Mann Spätschicht hat, dann komme ich deutlich weiter.

            Also mit Kind brauchst Du so oder so eine Betreuung, sonst ist das kein konzentriertes Arbeiten, das klappt so nicht.

            Und ich fürchte halt echt, keiner hat da auf Dich gewartet. Du kannst ja mal versuchen, ob Du mal für die Wochenenden Aufträge an Land ziehen kannst, oder wenn Du in der Elternzeit nur Teilzeit arbeitest, ob da noch was nebenher geht, aber ich fürchte, es wird echt schwer, da ausreichend Aufträge zu finden.

      Wäre es dein Haupteinkommen? Oder gäbe es noch einen Partner mit festem Gehalt?

      Könnte sein Gehalt evtl. Schwankungen ausgleichen? oder wärst du wirklich voll und ganz auf dein Einkommen angewiesen?

      wie weit kennst du dich mit den Rechten / gesetzlichen Pflichten aus?
      Würde mich da auf jeden Fall beraten lassen, bevor du startest.
      Steuer, Krankenversicherung, usw.

      Weißt du schon welche Branche, bzw. was?

      Ist es etwas nebenher, was du hier mal da verkaufen möchtest, nebenher zur Familie und das Haupteinkommen liegt beim Partner?
      oder schon was Größeres mit Kundenterminen etc.?

      je nach Ausmaß kann Selbstständig auch bedeuten - selbst und ständig - zu arbeiten. Dann wenn nach der eigentlichen Arbeitszeit noch der Papierkram im Hintergrund zu erledigen ist.

      Wenn dir der Beruf so gar nicht gefällt, wie wäre es mit einer zweiten Ausbildung?
      oder einer Weiterbildung innerhalb deines Bereichs?

      Hallo,

      Nie im Leben würde ich meine Stelle im öD aufgeben!

      Was machst du denn da? Kannst du dir nicht eine andere Stelle suchen, die dir vielleicht mehr Spaß macht?!

      Da gibt's ja immer zig Möglichkeiten....

      Lg

      • Aufgeben würde ich die Stelle nicht, sondern versuchen, nebenher etwas aufzubauen. Nur weiß ich eben nicht, ob ich das schaffe, wenn ich halbtags arbeite und den Rest der Zeit mein Kind betreue. Dann hätte ich nur abends ein bis zwei Stunden Zeit, wenn er schläft und da kann man ja keine großen Sprünge machen.
        Ich stelle es mir so toll vor, zu Hause zu arbeiten und mein eigener Chef zu sein. Aber das ist wahrscheinlich einfach eine idealisierte Vorstellung und wenn ich höre, wie sehr man ein Kind im Grundschulalter noch bespaßen muss, dann sieht das alles schon anders aus. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass ich als Kind jeden Tag Action brauchte, aber wahrscheinlich ist das heute anders. Ich habe oft alleine gespielt oder war mit Freundinnen unterwegs. Ausflüge wie Zoo etc. gab es am Wochenende. Meine Eltern waren auch selbständig, meine Mama hat die Büroarbeit gemacht und trotzdem waren meine Schwester und ich in den Ferien nicht in einer Betreuung, sondern zu Hause.

        Meine Schwester macht sich grade selbständig, sie hat schon viele Aufträge bekommen, das ging erstaunlich schnell, aber scheinbar hat sie da eine Marktlücke gefunden. Aber sie hat auch das Glück, dass ihr Mann in Elternzeit ist und den fast Dreijährigen betreut und meine Eltern, die mit im Haus wohnen, auch gerne mal einspringen, damit sie in ruhe arbeiten kann. Das wäre bei uns eben nicht so.

        Mein Mann ist der Hauptverdiener, ich könnte also langsam anfangen. Trotzdem möchte ich mich nicht finanziell abhängig machen. Aber ich habe Angst davor, immer in diesem Job zu bleiben, weil er auf Dauer einfach sehr belastend ist für mich.

        • Hallo!
          "Ich stelle es mir so toll vor, zu Hause zu arbeiten und mein eigener Chef zu sein. "

          Das stellt sich jeder so vor, ABER - gerade wenn du zu Hause arbeitest bist du NICHT dein eigener Chef, du bist lediglich für alles verantwortlich.

          Dein "Chef" ist derjenige, der dir sagt was du wann zu tun hast:
          - Der Kunde, der seine Deadlines vorgibt und natürlich deren Einhaltung verlangt
          - Dein Kind, das eben gerade JETZT ein Eis will oder dich sonst wie brauchst.
          - Dein Mann, der Vollzeit arbeitet und möglicherweise nur begrenztes Verständniss dafür hat jetzt noch den kompletten Haushalt zu machen da du ja jetzt deine Selbständigkeit aufbauen musst.

          "Chef" bist du nur in dem Sinne das es deine Verantwortung ist alles unter einen Hut zu bringen.

          Man KANN sicher das Glück haben eine Lücke zu finden, aber als Lektor?
          Was stellst du dir denn unter "Lektoriat" denn vor?

          Reine Rechtschreibkorrektur? Das ist noch kein Lektorat.
          Fachliches Lektorat? Welche Fachgebiete könntest du denn abdecken?

          Wer sollen denn deine Kunden sein?
          - Zeitungen/Zeitschriften: Haben alle wegrationalisiert, und nehmen lieber die Fehler in Kauf welche die Autokorrektur übersieht.

          - Buchverlage - haben ihren eigenen Stamm, und setzten zudem entsprechende Vorbildung voraus, also Studium von Germanistik, Literaturwissenschaften oder verwandtes

          Bleiben:
          Private Autoren: Abschlussarbeiten, Nicht-verlagsgebundene Autoren (die gerade erst anfangen).

          Diese Gruppe hat jetzt wiederum ein naturgemäß eher überschaubares Budget.

          um zu Hause zu arbeiten, braucht man auch wirklich EigenDISZIPLIN

          es geht schon, mit Kind nebenher zu arbeiten. Ich selbst bin im Familienbetrieb aufgewachsen.

          ABER dazu gehört auch
          - ein FESTER Arbeitsplatz. am besten ein spearates Zimmer oder eine Niesche, die klipp und klar und eindeutig FINGER WEG für alle anderen ist
          wo es egal ist, wenn du mal was liegen lässt - und du sicher sein kannst, dass kein Eis, Schokoflecken oder sonstiges darauf landet. Ebenso, dass alles was leeres Papier ist, nicht zum Malen geholt wird. Eigene Disziplin: wirklich jedes Papier dem Kind geben, wenn doch mal Schmierpapier abfällt. Das "Mama, ich hol mir schnell mal was zum Malen" kann u.U. wichtige Dokumente bedeuten oder alles noch mal von vorne arbeiten

          - Zeiteinteilung:
          das Wetter ist super, Kind und du habt Lust einen Ausflug zu machen. Der Abgabetermin ist ja erst nächste Woche.
          Dann kommt aber Klassenarbeit oder Kinderbesuch oder Kind krank dazwischen. und schwuppdiewupp ist eine Woche rum und der Berg Arbeit erst zur Hälfe geschafft.
          Auch mal Kind braucht länger bis zum Schlafen. Dann eben danach, wenn Kind schläft noch was tun. Oder nebenher mit quengeldem müden Kind auf dem Schoß.

          es geht! aber die Disziplin sich dann wirklich an den Schreibtisch statt auf die Couch zu setzen, sollte da sein. Meistens jedenfalls.

          - Ablenkung Haushalt.
          Auch der sollte zwar gemacht werden. Aber auch hier ist Zeitmanagement gefragt.
          Maschine anwerfen, Schreibtisch, Wäsche aufhängen, weiter arbeiten. Das macht sich zwar nebenher, kann aber durchaus ein Ablenkungsfaktor sein.

          Versicherung und Zweitarbeit
          interessant wären auch die Informationen (die weiß ich nicht), wie du dann versichert bist. Vermutlich Hauptarbeitgeber, wenn du parallel weiterarbeitst. (umso wichtiger die Zeitfenster siehe oben!)
          dann wäre wichtig zu wissen, ob dein Hauptarbeitgeber einer Nebentätigkeit zustimmt. Sollte deine Nebentätigkeit deine Konzentration oder Kraftreserven mindern und/oder du im regulären daran arbeiten, könnte es schwierig werden.
          In manchen Arbeitsverträgen ist auch geregelt, dass du deinen Hauptarbeitgeber informieren, wenn nicht gar um Erlaubnis fragen müsstest.

          Dazu unbedingt vorher informieren!

          Falls du deinen eigentlichen Job nicht weiter machst, unbedingt den Aspekt der Krankenversicherung klären.

          Meine Mutter hatte als Lehrerin mit Kindern oft erst am Abend Zeit, Hefte zu korrigieren etc., eben weil tagsüber dauernd wir Kinder was gebraucht haben.

          Jemand der nach unseren Hausaufgaben schaut
          Jemand der Geschwisterstreit schlichtet
          Mama darf ich fernsehen/Eis/zu meiner Freundin

          Heute wird es eher noch schlimmer, weil man eben ggf. nicht so idyllisch wohnt, dass man das Kind alleine zur Freundin gehen lassen kann - oder die Freundin wohnt zu weit weg. Und wenn die Kinder dann beide bei Dir spielen, musst Du erst recht drauf achten.

          Zuhause arbeiten heißt eben auch viel Ablenkung, da muss man schon diszipliniert sein und sich nicht ablenken lassen, und bei offener Tür damit Du mitbekommst, ob Dein Kind Quatsch macht, hast Du weniger Konzentration.

          Wenn Dir Dein Job keinen Spaß macht, dann such einen anderen. Mach eine Weiterbildung, studiere noch was, das dir neue Perspektiven eröffnet, wechsle das Fachgebiet.

          Übrigens; nur zu Hause arbeiten macht auch Einsam. Kein Schwätzchen mit Kollegen, keine Erwachsenen um Dich herum sondern immer nur Kinder, denkbar wenig Gesprächsthemen wenn Du immer nur per Mail mit den Kunden in Kontakt stehst. Du kannst ja nicht mal über Stau oder Wetter reden.

          So ganz auf die dauer ist das auch recht öde.

    Eine Stelle im öD würde ich nicht leichtfertig aufgeben.

    Wie wäre es, wenn du dort in Teilzeit arbeitest und die Selbständigkeit nebenher aufbaust?

    Solltest du von deiner Selbständigkeit irgendwann mal gut leben können, kannst du immer noch drüber nachdenken, ob du dein Angestelltenverhältnis an den Nagel hängst.

    • GENAU SO und NICHT anders würde ich es auch machen.

      Genauso überlege ich, es zu machen. Allerdings weiß ich nicht, ob es überhaupt Sinn macht, meine Energie in den Aufbau einer Selbständigkeit zu stecken, um in ein paar Jahren festzustellen, dass es als Angestellte besser war.

      Deswegen finde ich den kritischen Austausch hier im Forum gut, weil mir vor Augen geführt wird, wie es ist. Mir war nämlich z.B. nicht bewusst, dass man Schulkinder die ganze Zeit bespaßen muss, wenn sie Ferien haben und dass dann nichts mit in Ruhe arbeiten ist. Das sind ja alles Dinge, die man bedenken muss.

      Weiß jemand, wie viele Tage man für ein krankes Kind zu Hause bleiben darf? Sind das zehn pro Jahr? Die sind ja schnell aufgebraucht...

      • Hi,

        10 Tage pro Elternteil bei einem Kind. Das sind in der Summe 20 Tage. Irgendwie kann man sich die wohl auch übertragen lassen.
        Du bekommst in der Zeit aber nicht volles Gehalt, sondern in etwa soviel wie Krankengeld.

        Wenn du kein Backup für ein krankes Kind hast, dann kann das schnell aufgebraucht sein. Bei uns springen für fiebrige Erkältungen aber gerne die Großeltern ein. Sohnemann wird manchmal auch taktisch klug krank, ab Mittwoch nachmittag Fieber, da muss ich dann nur Donnerstag bei ihm zu Hause bleiben als Kind krank, da ich Freitag sowieso frei habe und Montag ist dann alles gut.

        LG
        ChaosSid

        • Muss der Arbeitgeber die gewähren? Bei mir im Job weiß ich, dass das kein Problem ist, bei meinem Mann wäre ich mir aber nicht so sicher, was sein Chef dazu sagt. Er arbeitet in einem kleinen Büro, da haben zwar alle anderen Mitarbeiter auch Kinder, aber die sind schon erwachsen, also spielt es keine Rolle, wenn die krank sind. ;-) Was ist denn, wenn man mit den Tagen nicht hinkommt? Nimmt man dann unbezahlten Urlaub? Großeltern gibt es bei uns nicht, die einspringen könnten.

          • Ja Kind krank kann keiner verwähren. Das wäre ja genauso als wenn der Chef sagt, sie können heute nicht krank sein, das geht ja auch nicht.
            Ansonsten musst du dich schlau lesen, wie das mit dem Übertragen ist, wenn du zum Beispiel die 10 Tage von deinem Mann noch zusätzlich bekommst.

            Ich habe mich auch gefragt, was ist wenn die Tage nicht reichen. Manchmal ist man aber auch mit dem Kind parallel krank, das passiert mir meist, wenn Sohnemann eine Erkältung mitbringt, da er soviel mit mir schmust und ich auch bevorzugt von ihm angeniest werde. Da werde ich dann selber krank geschrieben und brauche nicht auf ihn krank geschrieben werden.

            Achso, ich bin auch im öffentlichen Dienst, wir haben ein Eltern-kKnd-Büro, da können wir unsere Kinder bei harmlosen Sachen mitnehmen. Das ist auch ganz praktisch.

            • So ein Büro haben wir auch, aber ich weiß nicht, wie oft man das nutzen darf und ob man nebenbei wirklich zum Arbeiten kommt. Naja, kommt wahrscheinlich wie immer auf das Kind an, ob es sich in der Zeit auch mal selbst beschäftigen kann und wie alt es ist.

              • Hallo!

                Das ist eine gute Möglichkeit und für die "nicht mehr so schlimmen Tage" sicher sehr praktisch. Du darfst ja oft das Kind nicht sofort nach einer Durchfallerkrankung wieder in die Kita bringen, und auch bei leichter Temperatur nicht mit Fieberzäpfchen "fit machen" und mittags hängt es dann in den Seilen. Die Kinder sind da ja oft ansteckend, insbesondere in der Kita wo halt 20 Kinder dieselben Bauklötze anfassen.

                Klar weiß der Arbeitgeber, dass Mütter die in dem Büro arbeiten gerade weniger effizient arbeiten, aber sie geben sich Mühe und kommen, statt irgendwann sich selbst krank zu melden, um die Kind-Krank-Tage aufzupolieren.

                Und da dann das halb-kranke Kind mal nen Tag vor der DVD-Sammlung zu parken ist ja was anderes, als wenn es die ganzen Ferien durch kerngesund ist und trotzdem nur zocken kann. Ein Krankes Kind würdest Du daheim auch nur vor die Glotze hocken, das kann da eh nicht draußen rumturnen. Klar, bei 40° Fieber nimmst Du es auch nicht mit ins Büro, aber gerade diese Zeiten wo Kita halt noch zu viel wäre, aber zu hause bleiben auch übertrieben geht es.

                Sonst gibt es noch die Variante ein wenig mehr zu arbeiten und so Arbeitszeit für Ferien etc, anzusparen.

                Ich nutze das Büro für fiebrige Erkältungen.
                Das schöne bei uns, es ist viel Spielzeug und ein Bett drin, klar komme ich weniger zum Arbeiten als sonst. Aber ich mache mehr, als wenn ich ganz ausfalle.

                Und wenn Junior (2 Jahre) Mittagsschlaf macht, dann schaffe ich wirklich gut was, und wenn er krank ist dann macht er mindestens 2 1/2 Stunden.
                Das ganze andere Spielzeug ist auch interessant.
                Im Zweifel sitzt er neben meinem PC und hämmert auf der Dummy Tastatur rum, malt was oder spielt mit dem Duplo dort.

                Er hat aber auch nicht das Alter wo ich ihn bei Krankheit vor dem TV parke.

                Eine Begrenzung gibt es bei uns bisher noch nicht.

                Es darf bei uns auch nur bei "harmlosen" Sachen benutzt werden.

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