Theoretische Frage: wer zahlt, wenn Kind lange krank?

    • (1) 05.05.17 - 14:33
      Inaktiv

      Hallo!

      Meine Frage ist wirklich rein theoretisch, weil eine Freundin und ich darüber mal debattiert haben:
      Wenn mein Kind länger erkrankt, als die 20 Arbeitstage, die meinem Mann und mir gesetzlich für Kinderkrankengeld zustehen, zusammen, bekommt man dann noch con iergendeiner gesetzlichen Versicherung Geld?
      Falls nein, kann man sich gegen sowas finanziell absichern?
      Im tatsächlichen Fall würde man ja erstmal seinen Urlaub aufbrauchen oder sich selbst krank schreiben lassen, vermute ich mal.

      Ich bin total ahnungslos...

      • (2) 05.05.17 - 14:54

        DAnn bleibt dir nur Urlaub oder unbezahlter Urlaub und nein, dann gibt es nichts an Geld und selber krank Schreiben lassen wäre ein Betrug.

        • (3) 05.05.17 - 17:06

          "krank Schreiben lassen wäre ein Betrug"
          Jain. Wenn ein Kind schwer krank ist, kann sich das auf die Psyche der Eltern auswirken. Auch so das einer davon Arbeitsunfähig geschrieben werden muss.

          • (4) 05.05.17 - 20:33

            Es ging hier aber nicht um Krank schreiben lassen, weil das Elternteil damit selber AU ist, sondern weil die Kindkranktage aufgebraucht sind.

            Und dazu muss das Kind nicht mal schwer krank sein, das geht gerade in den ersten Jahren der Fremdbetreuung auch problemlos mit lauter Schnupfen!

      (5) 05.05.17 - 15:40

      Um zu vermeiden über seine zustehenden Krankentage zu kommen, sollte man sein Kind auch mal von einem Babysitter betreuen lassen, wenn es dem Kind schon wieder besser geht und es aber noch nicht zur Schule/Kindergarten kann.

      Länger schwerer krank ist ja meist mit Krankenhausaufenthalten verbunden. Die zählen dann übrigens nicht zu den gewöhnlichen Krankentagen.

      Also wirklich Sorgen muss man sich darüber aus meiner Sicht nicht machen.

      • (6) 05.05.17 - 16:19

        Krankenhausaufenthalte zählen nicht zu den normalen Kinderkrankentagen? Wie wird das sonst angesehen und vor allem arbeitgeberseitig behandelt?

        Ich meinte jetzt mal eine wirklich lanwierige schwere Erkrankung als Beispiel. Sowas kann ja u. U. existenzbedrohend werden, wenn nach den 20 Tagen nichts mehr an Geld rein kommt. Da hat man dann neben der Angst um sein Kind auch noch Sorge, dass die Lebenshaltung nicht gesichert ist.

        • (7) 05.05.17 - 17:10

          "Da hat man dann neben der Angst um sein Kind auch noch Sorge, dass die Lebenshaltung nicht gesichert ist."
          Genau so. Eltern von Krebskranken Kindern haben regelmäßig diese Sorgen. Manchmal helfen Stiftungen manchmal Spenden. Viele hängen in der Luft.

          • (8) 05.05.17 - 18:12

            ***Eltern von Krebskranken Kindern haben regelmäßig diese Sorgen. Manchmal helfen Stiftungen manchmal Spenden. Viele hängen in der Luft. ***

            Meiner Erfahrung nach sind es erstmal eher zB die ständigen Fahrtkosten, die den Eltern finanzielle Schwierigkeiten bereiten. Übernachtungen außerhalb des KH, zB wenn das Kind auf der Intensiv liegt, werden auch von der KK bezahlt. Denn meist liegt die nächste Onkologie ja nicht um die Ecke. Dann drohen aber auf längere Sicht oft Kündigungen und damit Arbeitslosigkeit.

            (9) 05.05.17 - 20:37

            "Eltern von Krebskranken Kindern haben regelmäßig diese Sorgen. Manchmal helfen Stiftungen manchmal Spenden. Viele hängen in der Luft. "
            Warum, diese sollten meiner Meinung nach nämlich unter §45 SGB V Absatz 4 fallen, da ist keine Beschränkung der Tage gegeben.

        (10) 05.05.17 - 18:08

        ***Krankenhausaufenthalte zählen nicht zu den normalen Kinderkrankentagen? Wie wird das sonst angesehen und vor allem arbeitgeberseitig behandelt?***

        Der Arbeitgeber muss Sonderurlaub gewähren, mehr nicht. Die Erstattung des Lohnausfalls bei Krankenhausaufenthalten des Kindes, wenn die Anwesenheit der Eltern aus medizinischen Gründen notwendig ist, wird von der gesetzlichen (!) KK in Höhe des Nettolohnes übernommen. Insbesondere bei schwerwiegenden Erkrankungen.

        Privatversicherte bekommen nichts, außer sie haben einen extra Tarif dafür abgeschlossen.

(11) 05.05.17 - 18:35

Bei einer lebensbedrohenden Erkrankung deines Kindes wird oft ein Elternteil mit krankgeschrieben.

Zusätzlich haben unsere Kinder eine Unfallversicherung, die auch schwere Erkrankungen des Kindes mit einbezieht sowie ein daraus resultierendes Entgelt für denjenigen, der evtl. mit dem Job kürzer tritt oder aufhört.

Wir sind beide übrigens privat versichert. Mein Mann kann bei Kindererkrankungen auch mal kurzfristig ein paar Stunden frei nehmen (bis ich wieder da bin, denn ich arbeite TZ) oder ich bin 1-3 Tage zu Hause. Das funktioniert mit meinem Chef auch nach Absprache, dass ich eben nacharbeit o.ä.

Bis jetzt sind wir mit 2 Kindern noch nie über gemeinsame 8 Kinderkranktage gekommen pro Jahr.

(12) 05.05.17 - 18:47

Vielen Dank für Eure Antworten! Wegen einer Versicherung, die so etwas abdeckt, mache ich mich mal schlau.

(14) 05.05.17 - 19:55

Wir haben eine Krankenhaus tagegeld Versicherung. .bzw die Zwillinge bei uns mitversichert. So wird zumindest gezahlt wenn wir im Krankenhaus liegen

(15) 06.05.17 - 06:39

10 Tage?
Ich bin Lehrerin. Und bei uns hängt aus, dass es nur 4 Tage sind.
Braucht man mehr, werden Minusstunden eingetragen.

(18) 06.05.17 - 16:03

***Braucht man mehr, werden Minusstunden eingetragen.***

Bei uns wurden keine Minusstunden eingetragen, sondern der ganze Tag nicht bezahlt. Selbst wenn man teilweise sogar noch da war, zählte das dann als ganzer Kinderkrankentag.

Mittlerweile haben wir insgesamt 12 Tage, inklusive 5 Extratage für schwere Erkrankungen, die allerdings nicht klar definiert sind. Also 7 normale Kinderkranktage. Frag mal beim Personalrat nach, diese Änderung wurde uns auch erst auf intensive Nachfrage bekannt gegeben. Ansonsten würde ich (und die Schulleitung) immer noch von 4 ausgehen.

(20) 06.05.17 - 09:21

Hallo!

Wenn du gesetzlich versichert bist, kann der Arzt des Kindes ausstellen, dass du aus Grund XY zur Betreuung und Pflege zu Hause oder als Begleitung im Krankenhaus gebraucht wirst. Dann gibt es Lohnersatz. Das ist zwar nicht der volle Verdienst, aber immerhin ist man finanziell nicht ruiniert.

Ansonsten haben wir eine Krankenhaustagegeldversicherung. Zumindest für die beiden Kleinen und ich würde es auch jedem empfehlen. Hätten wir bei unserer Großen direkt zur Geburt was abgeschlossen, wäre es finanziell um einiges einfacher gewesen, als sie mehrere Monate mit ihrer Epilepsie in der Klinik mit mir lag. Sie bekam die Epilepsie mit 3 Monaten. Damit rechnet man einfach nicht und denkt, dass man diese Versicherung ja auch noch abschließen kann, wenn das Kind ein halbes Jahr alt ist. Nach der Erfahrung kann ich es deshalb nur empfehlen, sobald wie möglich abzuschließen.

Alles Gute,
Ninly

  • (21) 06.05.17 - 10:12

    "Wenn du gesetzlich versichert bist, kann der Arzt des Kindes ausstellen, dass du aus Grund XY zur Betreuung und Pflege zu Hause oder als Begleitung im Krankenhaus gebraucht wirst."
    DAs sind zwei unterschiedliche Dinge, beim ersten gibt es bis zu 10 Tage je Elternteil und Kind von der KK Kinderkrankengeld, beim zweiten gibt es meist den vollen Lohnersatz und das unbegrenzt.

    (22) 07.05.17 - 16:58

    "Wenn du gesetzlich versichert bist, kann der Arzt des Kindes ausstellen, dass du aus Grund XY zur Betreuung und Pflege zu Hause oder als Begleitung im Krankenhaus gebraucht wirst. Dann gibt es Lohnersatz."

    Lohnersatz gibt es nur, wenn das Kind auch gesetzlich versichert ist.

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