Muss ich für einen Kita-Platz meine Arbeitszeiten ändern (lang)

    • (1) 13.05.17 - 22:06

      Hallo alle zusammen,

      Wir stehen zwecks Kita vor einer sehr komplizierten Situation...

      Vermutlich wird es nicht ohne Anwalt ablaufen, als bin ich schon mal sehr dankbar über Ratschläge von Leuten, die geklagt haben.

      Mein Sohn ist 7 Monate alt und ich arbeite seit 6 Wochen wieder, mein Mann ist in Elternzeit bis 14.12.

      Wir brauchen also einen Kitaplatz ab ca 15.11., und da sieht es hier total schlecht aus.

      Das zweite, viel größere Problem ist, dass ich unter der Woche drei Tage nicht da bin und mein Mann einen Arbeitsweg von 45min hat (sind schon letzten August umgezogen, um diesen zu halbieren) und für uns damit komplett rausfällt, einen Platz irgendwo in der Stadt zu haben.

      So denke ich mir das: mein Mann gibt um 7Uhr den Kleinen in der Kita ab, ist dann um 8 im Büro; gehen kann er damit um 16.30, ist dann um 17.15 in Bamberg und mit Berufsverkehr etc. frühestens um 17.30 in der Kita - die hier alle um 17 Uhr zu machen. Mal davon abgesehen braucht da bloß ein kleines bisschen Stau sein und dann?
      Wir haben hier keine Großeltern, die einspringen könnten.

      Wir haben eine Kita direkt gegenüber, da gibt es aber schon sicher keinen Platz.

      Was genau machen wir, wenn wir keinen Platz bekommen? Was machen wir, wenn wir einen bekommen, der für uns unmöglich ist? Wie kann man da vorgehen?

      Mir geht es Vorallem um den Begriff der Zumutbarkeit (sind im Moment 5km/30min, was ja bei uns definitiv nicht geht) und darum, was von uns theoretisch vor Gericht gefordert werden kann, um die Situation zu verbessern (ein Umzug? Geänderte Arbeitszeiten? ...)
      Und was kann von Arbeitgebern verlangt werden? Kann ja keiner seine Firma zwingen, auf 6h am Tag runterzugehen, oder?

      Ich bin total gestresst durch diese Sache, und hoffe auf eure Erfahrungen.

      • Ohne dir zu nahe treten zu wollen, das hört sich für ein so junges Kind einfach furchtbar an. Von 7-17:30 also 10,5 Stunden täglich in der Kita, mutter 3 Tage die Woche gar nicht da, Papa weckt ihn und bringt ihn ins Bett. Zeit für euer Kind hat keiner von euch. Das ist echt furchtbar! Warum kann einer von euch nicht beruflich kürzer treten und zumindest bis euer Kind 2 Jahre alt ist Teilzeit arbeiten? Euer Kind sieht euch kaum. Ist euch das so unwichtig? Ich bin ja durchaus freund von fremdbetreuung aber ein so kleines Kind 5 Tage die Woche 10,5 Stunden oder mehr fremd betreuen zu lassen, plus seine Mutter an 3 Tagen und Nächten gar nicht in der nähe zu haben ist schon verdammt viel und euer Kind tut mir wirklich richtig leid.

        • (3) 15.05.17 - 15:33

          Ich muss dir voll und ganz zustimmen!!
          Allerdings bin ich ohnehin kein Freund von Fremdbetreuung unter 3 Jahren!

          Ich frage mich, weshalb Leute Kinder in die Welt setzen, wenn sie quasi überhaupt keine Zeit mit ihnen verbringen können/wollen... ):

      Hi,
      die fehlende Zeit mit einer Tagesmutter oder anderen Kindergarten Mutter abdecken?

      Ich wäre vermutlich direkt in den Arbeitsort gezogen, oder hätte das Kind in einer Liga am Arbeitsplatz angemeldet. Blöd ist es dann bei Krankheit, extra das Kind 90 km hin- und her zuführen, oder daheim zulassen.

      Irgendein Elternteil geht immer Teilzeit, auch wegen den Kindergartenzeiten. Kinder sind Einschränkungen, es geht immer nur um Zeit, Geld und wer kann sich drum kümmern.

      Gruß Claudia

    • Wie kommst du darauf, dass du Anspruch auf Kitas hast, die eure Wünsche erfüllen?

      Nimm dir einen Tagesmutter oder einen Babysitter zusätzlich oder ja, es muss einer von euch seine Arbeitszeiten anpassen.

      So wie sich dein Text liest soll die Gemeinde gefälligst dafür sorgen, dass ihr eurer Arbeit nachgehen könnt und das Kind betreut ist. Dafür wollt ihr klagen.

      Habt ihr mal daran gedacht, euer Leben an das Kind anzupassen und nicht nur anders herum?
      Ein Kind bedeutet Einschränkungen - auch im Arbeitsleben.
      Das sind Kompromisse notwendig - untereinander und auch dem Kind gegenüber.
      Und ich spreche hier nicht von Verlängerung der Elternzeit, sondern von Teilzeit - zumindest von einem Elternteil.

      Und du möchtest tatsächlich dein dann Einjähriges bis zu 10 oder 11 Stunden am Tag fremdbetreuen lassen? In dem Alter schläft es nachts etwa 10-12 Stunden, also verbringt ihr nicht mehr viel Zeit mit dem Kleinen.

    • Ja du hast einen Anspruch auf einen Kita-,Platz, aber das heißt nicht
      - dass du einen Ganztagsplatz bekommst
      - dass du zum gewünschten Termin überhaupt einen bekommst
      - dass du in der gewünschten Einrichtung eine bekommst

      Ihr solltetveuch dringend Alternativen überlegen
      - Tagesmutter
      - alternierende Arbeitszeiten, um mit weniger Betreuungszeit auszukommen
      - gibt es Betreuungsmöglichkeiten AG
      - Fahrweg reduzieren

      • (8) 13.05.17 - 23:32

        " dass du zum gewünschten Termin überhaupt einen bekommst"
        Doch, das muss sichergestellt werden, wenn das Kind ein Jahr ist, egal zu welchem Termin!

        • (9) 14.05.17 - 10:33

          Das ist die Theorie. In der Praxis sieht das aber leider anders aus. Auch wenn du einen Rechtsanspruch hast, kannst du erst einmal nur klagen. Davon hast du aber auch noch keinen Platz.

          • (10) 14.05.17 - 10:40

            Meist reicht die Drohung der Klage oder des Schadensersatzes aus, dann hast du einen Platz, es gibt dafür ja überall Notplätze. Mann darf nur nicht vorher schon klein beigeben und sagen, bringt eh nichts, denn die Erfahrung zeigt, die Drohung reicht meist für einen Platz!

            Also nein, das ist die Praxis ;)

            • (11) 14.05.17 - 10:42

              Das ist leider nicht überall so.

              • (12) 14.05.17 - 10:50

                Was, das mit den Notplätzen? Doch, das ist überall so. Aber die müssen eben keinesfalls die Einrichtungen haben, die man gerne möchte.

                • (13) 14.05.17 - 13:33

                  Schön, dass du dich überall in Deutschland so genau auskennst.

                  • (14) 14.05.17 - 15:11

                    Es reicht ja sich in dem Berufsfeld auszukennen oder der entsprechenden Gewerkschaft zu sein, um zu wissen, dass überall Notplätze sind, aber das wird jemandem außenstehenden keiner aus die Nase binden!

                    Also ja, da kenne ich mich in ganz Deutschland aus, dass es diese Plätze immer irgendwo gibt!

                (15) 16.05.17 - 09:34

                Aus eigener aktueller Erfahrung kann ich dir versichern, dass das leider nicht so ist.

                • (16) 16.05.17 - 09:41

                  Was ist nicht so, die Notplätze. Doch die sind so. Frage ist nur, an wen sie warum rausgegeben werden oder ob man vorher aufgibt.

                  Oder meinst du die Klagedrohung. Ja, da gibt es leider Kommunen, die keine Angst vor haben, aber die haben ja bisher dann alle vor Gericht verloren.

                  • (17) 16.05.17 - 10:57

                    Na gut, vielleicht sitzt die Stadt auf geheimen Notfallplätzen, die sie auch bei Klageandrohung nicht herausgibt. Das zu beweisen oder zu widerlegen wird hier schwierig. Aber damit sind wir ja wieder an dem Punkt, dass man zunächst klagen muss. Das kann man aber erst ab Eintreten des Anspruchs (also ab dem vollendeten ersten Lebensjahr) und das dauert eben. Und damit stehe ich dann doch ohne Kitaplatz da, mysteriöse Notfallplätze hin oder her.

                    • (18) 16.05.17 - 11:47

                      "Na gut, vielleicht sitzt die Stadt auf geheimen Notfallplätzen, die sie auch bei Klageandrohung nicht herausgibt."
                      So geheim sind sie nicht. Und klar kann man ab Eintreten des Anspruchs Klage einreichen bzw. Schadensersatz einklagen.

                      Und ich bin mir sicher, dass auch bei dir dann die Stadt spätestens mit Zustellung der Klage reagieren würde.

                      Du hast übrigens keinen Anspruch auf einen Kita-Platz, nur auf einen Betreuungsplatz, hast du das berücksichtigt?

(19) 13.05.17 - 23:18

Huhu,

wir haben ein ähnliches Problem: Beide Eltern arbeiten VZ und brauchen einen Platz bis 17 Uhr. Die Kitas machen aber bis auf wenige Ausnahmen spätestens um 16:30 Uhr zu. Einen Platz in einer Kita mit verlängerten Öffnungszeiten haben wir nicht bekommen.

Wir haben uns deshalb eine Tagesmutter für die U3-Betreuung gesucht. Das hat sehr gut geklappt. Vielleicht ist das auch eine Alternative für euch?

Bei dem Wechsel in die Ü3-Betreuung haben wir das Problem jetzt aber wieder und da wäre uns tatsächlich nichts anderes übrig geblieben als dass einer nur noch TZ arbeitet oder wir die Randstunden mit einer Tagesmutter abdecken. Allerdings kommt jetzt Kind Nummer 2 und durch die Elternzeit ist das Problem nicht mehr akut.

Ich fürchte allerdings, dass ihr euch auch irgendwie arrangieren müsst, der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bedeutet nicht, dass ihr genau den Platz bekommt, der zu euren persönlichen Lebensumständen passt. Und ihr habt ja - wie wir bisher auch - schon einen speziellen Bedarf.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine private Einrichtung - die sind allerdings teuer - oder eine Elterninitiative. Die haben (hier zumindest) auch längere Öffnungszeiten. Habt ihr denn schon einmal Kontakt mit den Trägern oder dem Jugendamt aufgenommen?

Viele Grüße und viel Erfolg bei der Suche!

(20) 13.05.17 - 23:29

Hallo.

Auf was genau würdest Du denn klagen wollen?

Hier z. B. bedeutet der Rechtsanspruch, dass man einen Platz für 4 Stunden in einer Betreuungseinrichtung innerhalb des Stadtgebiets (Großstadt mit 500.000 Einwohnern) bekommt ... und selbst ein Nachmittagsplatz von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr würde den Rechtsanspruch abdecken.

Bei Euren Arbeitszeiten (und entsprechendem Einkommen) müsst Ihr die Betreuung anders angehen und abdecken ... Platz in einer Einrichtung gemäß Rechtsanspruch + Nanny, Au-Pair oder Tagesmutter. So kenne ich das von solch beruflich engagierten und beanspruchten Eltern nur ... keiner käme auf die Idee, einen KiTa-Platz über 10 Stunden in der Wunscheinrichtung einklagen zu wollen.

Bisschen lebensfremd seid Ihr schon ... oder?!

LG

Sofern es keine MiniFirma ist hat jeder Anspruch einen Teilzeitantrag zu stellen.
Ich meine das kann vom AG nur abgelehnt werden wenn es nicht vereinbar ist mit der Arbeit.

Da dein Mann ja in Elternzeit ist, kann er diese auch verlängern und dann Teilzeit in Elternzeit machen..... das kann so gut wie gar nicht abgelehnt werden. Wenn dann die Elternzeit vorbei ist kann er noch leichter dauerhaft auf Teilzeit runter gehen, da es ja währrend der Elternzeit auch möglich war und somit kein Grund mehr besteht warum es danach nicht gehen sollte.

  • (22) 14.05.17 - 09:12

    "Da dein Mann ja in Elternzeit ist, kann er diese auch verlängern und dann Teilzeit in Elternzeit machen..... das kann so gut wie gar nicht abgelehnt werden. "

    Vollkommen falsch, da er ja scheinbar keine 24 Monate Elternzeit angemeldet hat, hat er nun keinen Anspruch darauf die Elternzeit zu verlängern, daher platzt dieses Konstrukt total einfach, denn es geht nur, wenn der AG dies möchte und sehr kulant ist!

Hallo,

da kann dein Anwalt auch nichts tun. Ich gehe davon aus, dass ihr doch über einen gewissen finanziellen Spielraum verfügt. Ein Kind kostet halt Geld.
Ihr habt viele Möglichkeiten:

- Umzug nach Bamberg
- Einer von euch (oder beide) reduziert seine Stunden.

- Ihr versucht beim AG eure Arbeitszeiten so zu verschieben, dass ihr versetzt arbeitet, vielleicht kann dein Mann an den 3 Tagen weniger und an den anderen beiden Tagen mehr arbeiten
- Ihr sucht euch eine Tagesmutter
- Ihr sucht euch ein Au-Pair
- Ihr sucht euch ein Kindermädchen
- Ich sucht euch eine Kita mit langen Öffnungszeiten, zB in Bamberg und dein Mann bringt euer Kind dann immer hin und holt es ab.

Wir haben auch beide immer direkt wieder gearbeitet. Für die ersten drei Lebensjahre eine Tagesmutter, was bei entsprechendem Einkommen zwar teurer ist aber ich finde das einfach behüteter. Weil wir unterschiedliche Arbeitszeiten haben/hatten, sind die Betreuungszeiten pro Tag aber immer überschauber. Über 7 Stunden kamen/kommen wir eigentlich nie hinaus. Geht zwar auf Kosten von Familienzeit, aber in meinen Augen immer noch besser als wenn das Kind sehr lange in Fremdbetreuung ist.

VG S.

  • (24) 14.05.17 - 12:29

    Hallo

    schon mal daran gedacht, dass ihr ein KIND habt.

    10,5 Stunden am Tag weg ohne Fahrzeit zwischen durch keine Pause. da würde jeder Arbeitnehmer durch drehen. der ist erwachsen und kein Baby.

    ihr mutet eurem kind schlicht und einfach zu viel zu.

    ja ihr solltet eure Arbeitszeiten dem Kiga anpassen und auch da nicht alles ausnutzen. Das kind steht morgens auf wird fertiggemacht. selbst muss man sich auch fertig machen. kind läuft irgendwie nebenher. abend wird das muede Kind von müfen Eltern abgeholt. Abendessen und ab ins Bett.

    Theresa

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