Honorarvertrag und Krankenversicherung - Arbeitslosengeld II

    • (1) 21.06.17 - 21:40
      Inaktiv

      Ich hoffe, hier gibt es Spezialisten, die mir weiterhelfen können. Ich bin leider gar nicht im Thema...
      Ich habe Kontakt zu einem Flüchtling, der bereits seit zwei Jahren in Deutschland ist und rasend schnell und gut Deutsch gelernt hat. Nun hat er ein eigentlich tolles Jobangebote erhalten. Er kann an einer VHS als Dozent und Übersetzer anfangen, im Rahmen einer Maßnahme, die Flüchtlinge auf den weiteren beruflichen Weg vorbereiten soll. Es handelt sich dabei um einen Honorarvertrag mit 20 Wochenstunden.

      Er wäre also freiberuflich tätig, wobei die 20 Stunden sicherlich nicht ausreichen, um sich und seine Familie zu ernähren. Zudem ist die Maßnahme und damit auch sein Job zeitlich befristet.

      Wie verhält es sich dabei z.B. ganz konkret mit der Krankenversicherung? Aktuell ist er gesetzlich pflichtversichert. Muss er dann aus der GKV raus und sich privat versichern? Das wäre sicher unmöglich zu finanzieren.

      Zugleich wäre dieser zunächst befristete Honorarvertrag unter Umständen ja der Einstieg in die berufliche Tätigkeit in Deutschland, nur muss er sich das Arbeiten auch leisten können.

      Sorry, ich habe wirklich keine Ahnung von der Thematik und wäre froh, wenn mir jemand helfen könnte. Er möchte nämlich wahnsinnig gerne diesen Job haben, da er auch exakt seine Interessen und Fähigkeiten anspricht.

      • Ein Teil könnte über den Übungsleiterfreibetrag laufen.

        Guten Morgen,

        es ist kaum anders, als würde er eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen. Er gibt seine Tätigkeit mit den voraussichtlichen Gewinnen dem Jobcenter bekannt. Es erfolgt eine neue Berechnung seines Bedarfs. Solange er ALG II erhält, ist er über das Jobcenter weiterhin krankenversichert. Erst wenn seine Gewinne seinen errechneten Bedarf überschreiten, müsste er sich selber krankenversichern. Das vernünftigsten wäre vermutlich eine freiwillige Versicherung in der GKV.

        Viele Grüße vom Knäckebrot

        *** Er kann an einer VHS als Dozent und Übersetzer anfangen, im Rahmen einer Maßnahme, die Flüchtlinge auf den weiteren beruflichen Weg vorbereiten soll.***

        Sollten diese Fragen nicht die Mitarbeiter, die diese Maßnahme betreuen, beantworten können oder sich zumindest schnellstens darüber schlau machen? Gerade bei einem Honorarvertrag.... da muss er ja auch selbständig Steuern abführen....

        In der GKV kann (sollte!) er bleiben. Evtl muss er sich dann freiwillig versichern. Reicht sein Honorar dafür nicht, bzw nicht um seine Familie zu ernähren, kann die Familie weiterhin ALG bekommen, dann eben nur aufstockend. Da wird dann auch die KV eingerechnet.

        VG

        S.

      • (5) 22.06.17 - 11:38

        Das Jobcenter bzw. die VHS können hier sicher fundierte Auskünfte geben.

        Es ist mir immer wieder schleierhaft, weshalb man versucht, einem anderen Menschen Hilfestellung und Rat zu geben, obwohl man selbst gar keine Ahnung hat und sich dann zu dem Zwecke Hilfe in einem anonymen Forum sucht.

        Die Wahrscheinlichkeit, dass man dann falsche oder nicht-verstandene Informationen weitergibt, einfach weil man sie selbst gar nicht verifizieren kann, ist doch wahnsinnig hoch.

        Wenn jemand mich etwas fragt und ich mich da nicht auskenne, dann teile ich das der Person sofort mit und diejenige weiß dann, dass ich nicht helfen kann, erwartet und erhofft nichts, verlässt sich nicht auf mich.

        (6) 22.06.17 - 14:26

        Vielen Dank für die Antworten!

        Ich bin selbst als Honorarkraft an der VHS tätig, jedoch unter gänzlich anderen Voraussetzungen. Das war auch der Grund, weshalb er mich um Hilfe gebeten hat. Die VHS selbst ist keine Hilfe. Honorarkräfte stellen gewissermaßen ihre geleisteten Stunden der VHS in Rechnung und die VHS überweist dann den Betrag. Alles weitere liegt dann beim Dozenten, also Versicherungen, und Steuern. Diesbezügliche Auskünfte seitens der Mitarbeiter der VHS basieren ebenfalls nur auf dem, was man mal irgendwo mitbekommen hat, zumal dieser Fall, also ALG II- Bezug, so wohl auch noch nicht vorgekommen ist. Schlussendlich ist jeder Dozent selbst dafür verantwortlich, dass alles korrekt abläuft. Eine Art "Fürsorgepflicht" seitens der VHS gibt es leider nicht.

        Selbstverständlich ist das Jobcenter der relevanteste Ansprechpartner, jedoch hat er dort erst nächste Woche einen Termin. Die Zusage kam gestern und verständlicherweise macht er sich nun gerade um die Krankenversicherung Sorgen.

        Ich denke, ihr habt mir schon geholfen, sodass ich ihn dahingehend beruhigen kann, dass er sich offenbar nicht privat versichern muss. Diese Info hatte er nämlich von einem Kollegen erhalten. Auch bei uns anderen Honorarkräften gibt es nämlich die unterschiedlichsten Varianten, wie man versichert ist.

        Glücklicherweise ist derjenige, der mich um Rat gebeten hat, klug genug, um die Informationen, die ich ihm gebe, einordnen zu könne. Er weiß, dass ich überfragt war und er weiß, woher die Informationen stammen. Daher verhält es sich auch in diesem Fall so, wie mit allen Informationen und Ratschlägen, die wir im Internet bzw. von unbekannten Personen erhalten. Natürlich bleiben solche Informationen immer unverbindlich und vage, und dennoch bilden sie gewisse Tendenzen ab und können uns ein wenig weiterhelfen.

        Warum sonst wären wir in einem Internetforum überhaupt aktiv?

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