Kind privat oder gesetzlich versichern?

    • (1) 05.07.17 - 22:01

      Hallo,
      Wir kommen nicht so richtig weiter...
      Ich bin als Beamtin 50% privat versichert, mein Mann mit höherem Gehalt als ich gesetzlich.
      Kann man sich aussuchen, wo das Kind mitversichert wird?

      Wenn ja, wo liegen die Vorteile/Nachteile?

      die mitversicherung in der gesetzlichen kV wäre ja kostenlos, bei der Pkv gäbe es für 20% mehr/andere Leistungen...hat wer Erfahrung?!

      • Unbedingt privat, auch wenn es mehr kostet.

        Ich habe damals den Fehler mit gesetzlicher Versicherung gemacht und es bitter bereut.

        Mein Kind ist chronisch krank und ich bekomme schwer Facharzttermine, Kinderarztwechsel ist unmöglich.

        Die Behandlung, wenn man dann mal einen Termin bekommt, ist gleich, soweit ich das als privat versicherte Erwachsene beurteilen kann.

        Unsere Kinder sind über meinen Mann privarversichert und es gibt nichts besseres. Kein stundenlanges Gewarte, Ärzte haben mehr Zeit für einen (so kennen wir es zumindest), rasche Facharzttermine.....

        Auch unser 3. Kind wird Privatpatient.

        incredible ET-23 mit Baby Nr. 3

        Ich war als Kind über meine Mutter (Beamtin) privat versichert. Danach hatte ich ein paar Jahre in der GKV, und seit 10 Jahren bin ich selbst Beamtin und damit beihilfeberechtigt/privat versichert.

        Der Unterschied ist schon heftig. Ich habe einen Arzt, da gibt es getrennte Wartezimmer für die unterschiedlichen Versicherungsarten. Bei meinem Hausarzt habe ich die letzten 10 Jahre nicht mehr das Wartezimmer betreten. Aber das krasseste war mal mein Hautarzt. Ich hab im Oktober angerufen und nach einem Termin gefragt. Da wurde mir was für Ende Januar angeboten. Am nächsten Tag hab ich nochmal angerufen und gefragt, ob das auch für privat Versicherte gilt. Die Antwort war: "Können Sie morgen früh um neun?"

        Mein Hausarzt hat mir mal erklärt, dass sich die medizinische Versorgung nicht unterscheidet. Da muss man also keine Sorge haben. Und in unserer Kinderwunschbehandlung hab ich sogar feststellen müssen, das eine PKV keineswegs immer die bessere Alternative sein muss. Von Untersuchungen, die die GKVen wohl anstandslos zahlen, wurde uns abgeraten, weil laut unserer Ärztin die PKVen die Kostenübernahme regelmäßig ablehnen und man dann auf mehreren 1000 Euro sitzen bleibt. Aber nun gehen wir ja mal nicht davon aus, dass Euer Kind in den nächsten Jahren eine genetische Beratung benötigt. ;-)

        Alles in allem würde ich also an Deiner Stelle das Kind privat versichern. Man hat zwar ein bisschen mehr Aufwand beim Einreichen der Rechnungen, dafür bekommt man (zumindest nach meiner Erfahrung) schneller und unkomplizierter Facharzttermine.

      • Vorteile von der gesetzlichen
        - Lohnersatz bei Betreuung für krankes Kind
        - Mutter/ Vater- Kind-Kur
        - wenn das Kind ernsthaft erkrankt und Hilfsmittel wie Hörgerät/ Rollstuhl etc benötigt ist in der Regel die gesetzliche Krankenkasse wesentlich kulanter
        - wenn der gesetzlich versicherte mehr bedient ist es soweit mir bekannt kostenlos
        - man muss nicht in Vorleistung treten und aufwändige Abrechnungen mit der Kasse machen

        Vorteil von privat
        - die bekommst oft schneller Termine
        - manche Untersuchungen werden schneller verschrieben - kann aber auch Nachteil sein (Über Diagnostik und Über Behandlung)
        - schönere Wartezimmer

        ICH würde die gesetzliche wählen.

      Die PKV hat mehr Risiken als die GKV.

      Die Kosten kann man eh nicht sinnvoll vergleichen, da in der PKV wesentlich mehr ausgeschlossen ist bzw. nicht erstattet wird als in der GKV.

      (8) 06.07.17 - 10:09

      Falls Du Dich für die GKV entscheidest, kannst Du Dein Kind noch privat zusätzlich versichern lassen. Falls es dann zum KH-Aufenthalt kommt, ist Dein Kind zumindest dort dann ein Privatpatient.

      Hallo,

      bei uns liegen die Voraussetzungen wie bei euch vor. Ich Beamtin mit Beihilfeamspruch, mein Mann freiwillig gesetzlich versichert.

      Unser erstes Kind hatten wir zuerst über meinen Mann in der GKV, wo ich allerdings jährlich nachweisen musste, dass ich weniger verdiene.
      Wir hatten nie Probleme mit der GKV.

      Als Kind zwei kam, haben wir beide über mich privat versichern lassen. Allerdings haben wir einen Tarif gewählt, der einiges mehr abdeckt.

      Die Kinder sind bei 20 Prozent PKV Leistung und 80 Prozent Beihilfe. Bei mir das Verhältnis 30/70.

      Bisher haben wir es nicht bereut, die Kinder über die PKV zu versichern, da es schon einige Vorteile hat.

      Wenn die Kinder später selbst im Berufsleben stehen, fallen sie ja aus der PKV raus, da sie selbst versicherungspflichtig werden.

      Wir zahlen bisher recht wenig für die Kinder in der PKV, wobei sich das in den Jahren wie beim eigenen Tarif immer ein paar Cent erhöht hat.
      Zur Zeit überwiegen ganz klar die Vorteile.

      VG

      • (10) 06.07.17 - 11:43

        P.S. Solltet ihr euch für GKV entscheiden würde ich ein paar Dinge zusätzlich über die PKV absichern.

        • (11) 06.07.17 - 12:47

          Was denn und vor allem warum?

          Unser 1. Kind hat die GKV in den ersten 3 Jahren sicherlich so viel gekostet wie nur wenige andere Kinder in ganz DE. Das Geld werde ich vermutlich nie an KK Beiträgen einzahlen und ich verdiene mehr als ausreichend.

          Intensivstation, Chefarzt, endlose Diagnostik, diverse Klinikaufenthalte, diverse Therapien, die teilweise immer noch laufen, weitere stationäre Aufenthalte, bis hin zu Ausgaben für die Mobilisierung ... die GKV, einfach mal ein riesen großes Dankeschön an dieser Stelle, hat kommentarlos und absolut unkompliziert alle Kosten getragen.

          Inzwischen ist unsere Große auf einem sehr guten Weg und besucht eine normale Schule.

          Dieses PKV Gerede ist doch nicht mehr als nur Panikmache.
          Das normale Kind sieht ab dem 1. Lebensjahr vielleicht 5 Mal im Jahr den Kinderarzt wegen Kleinigkeiten und ist 1 Mal im Jahr wegen Stürzen oder normalen Kinderkrankheiten oder anderen Malaisen im Krankenhaus. Das war es dann aber auch.

          • (12) 06.07.17 - 12:49

            PS.: Ich kann aber sehr gut nachvollziehen, dass die PKV händeringend nach jungen Kunden sucht. Denen laufen einfach die Kosten mit den Alten weg.

            (13) 06.07.17 - 13:50

            Was denn, muss jede Familie für sich entscheiden.

            Ich persönlich finde es ganz entscheidend die Zähne zusätzlich zu versichern, Augen , Krankenhausaufenthalte, alternative Heilmethoden.

            Da wir glücklicherweise (Klopf auf Holz) bis auf das übliche Programm gesund sind, gibt es bestimmt noch andere Bereiche, die von der GKV nicht abgesichert sind.

            Letztendlich muss jede Familie selbst entscheiden, wie der Versicherungsstatus sein sollte. Im Beamtentum fällt die Entscheidung oft schwerer.

            Mein Mann ist ganz bewusst freiwillig gesetzlich versichert. Gerade wegen der Kostenexplosion im Alter. Allerdings hat er bei meiner Versicherung sich mit geringen Beträgen zusätzlich abgesichert.

            VG

            • (14) 06.07.17 - 14:00

              <<<Ich persönlich finde es ganz entscheidend die Zähne zusätzlich zu versichern, Augen , Krankenhausaufenthalte, alternative Heilmethoden.>>>

              Das ist doch auch nur Panikmache.
              Die GKV beinhaltet viel mehr Leistung als so manche PKV und man muss die Kosten nicht zwischenfinanzieren oder weitere Zusatzpakete zur PKV buchen.

              Das wir ab und an mal eine Rechnung vom Knochenbrecher o.ä. bekommen ist dabei völlig ok.

              Ist Dir eigentlich der Begriff der Versicherung geläufig? Du deckst damit ein Risiko ab, was vielleicht nie eintritt, das Geld ist aber sicher weg. Ich zahle gerne für Leistung, wenn sie nicht von der GKV abgedeckt ist z.B. beim Zahnarzt, weil ich kein Kunststoff im Mund haben will. Das kostet ... aber auch die PKV zahlt kein Edelmetall.

              Meine Meinung ist, dass ganz viele Leute viel zu viel Geld für absolut unnötige Versicherungen ausgeben. Zahn-, Augen-, Krankenhauszusatz, etc. stehen da auf einer Stufe mit Glasbruch, Ausbildungsversicherung und der Unfallversicherung. Das ist nutzloses Zeugs, das nur Geld kostet.

              Die Deutschen sind ein Volk mit chronischer Überversicherung, was stetig steigende Gewinne der Versicherungsbranche belegen. Diese erfindet regelmäßig neue unnütze und teure Produkte. Getreu dem Motto, jeden Morgen ....

    Danke für eure guten Antworten!
    Ich lese heraus, dass ich es zumindest aussuchen kann.
    Da ich selbst in der pkv bin und bisher mit der Leistung sehr zufrieden bin, wird es wohl darauf hinauslaufen.

    Die hohen Kosten im Alter sind für das Kind ja noch nicht entscheidend, weil es sich mit Ausbildung/Studium sowieso selbst entscheiden muss, welche kV für das Leben passt.

    • (17) 06.07.17 - 17:33

      Ich habe beides hinter mir (fürs Kind) und würde immer wieder die Private nehmen. Kostet mich fürs Kind 30 Euro im Monat und die PKV hat noch nie irgendwas nicht übernommen (in 10 Jahren).

      LG

Hallo!

Ganz ehrlich würde ich wahrscheinlich eher zur gesetzlichen tendieren. 20 oder 30€ sind zwar nicht die Welt aber auf dem Sparbuch der Kinder läppert sich das dann über die Jahre.

Außerdem unterscheiden sind die Leistungen für Kinder wahrscheinlich nicht so gravierend. Sorgen würde mir jetzt eher die Beihilfe machen. Immerhin übernimmt die ja den größten Teil. Ich erlebe es immer so, dass die streichen was zu streichen geht. Bei den Kindern habe ich das zwar noch nicht in großem Ausmaß erlebt aber besonders bei meinem Mann und mir wird regelmäßig der Rotstift angesetzt. Ärzte versorgen Privatversicherte gerne über und machen nicht transparent, was eine Igelleistung wäre. Da wird nicht gefragt, sondern direkt behandelt. Wir bleiben dann auf den Kosten sitzen.

Der Papierkram nervt gewaltig. Wir sind hier immer nur am Überweisungen tätigen, Rezepte abheften und einreichen, zusammenzählen und Anträge ausfüllen.

Die vermeintlichen Vorteile sind mir noch nicht untergekommen. Bei einer Terminvereinbarung werde ich immer erst (wenn überhaupt) erst am Ende des Telefonats gefragt, wie ist versichert bin. Auch ich muss manchmal 2 Stunden warten, bis ich drankomme. Und in einem Wartebereich für Privatpatienten habe ich auch noch nicht gesessen. Selbst wenn es das irgendwo geben mag, die halbe Stunde/ Stunde bekomme ich auch im normalen Wartezimmer rum.

Ich würde mich wohl für die GKV entscheiden.

(19) 07.07.17 - 05:45

Hallo :)

Also wir werden unsere Tochter normal ersetzlich versichern lassen und machen dann eine private Zusatzversicherung sodass sie bei Krankenhausaufenthalten als privatpatientin gilt. Da geht es sich dann darum das sie ausschließlich von Chefärzten behandelt wird, sie Anspruch auf ein Einzelzimmer hat und wir krankenhaustaggegeld von der Versicherung erstattet bekommen und die Zähne sind auch noch dabei und das für nichtmal 10 Euro im Monat !

  • (20) 07.07.17 - 10:28

    Wie oft plant ihr im Krankenhaus zu sein?
    Das sind im Jahr auch 120,- für die Tonne.

    BTW: Chefarztbehandlung klingt zwar toll, ist aber nicht immer von Vorteil, wenn man Mediziner kennt. ;-)

    • (21) 07.07.17 - 11:29

      Ich plane garnicht ins Krankenhaus zu gehen aber wenn der Ernstfall Eintritt möchte ich wissen das mein Kind gut versorgt ist, man im Zimmer Ruhe hat und mein Kind nicht von "Ärzten" behandelt wird die grade noch im Studium sind.

      Ich finde es ehrlich gesagt nicht besonders angemessen von dir das so ins lächerliche zu ziehen ! Für uns ist es wichtig und ich fühle mich sicherer damit und deswegen ist es auch genau das richtige für uns.

      • (22) 07.07.17 - 12:24

        Schon mal auf die Idee gekommen, dass ein junger Assistenzarzt frisch von der Uni vielleicht sogar besser ist, als der 60 Jahre alte Chefarzt? Das ist eine Aussage, die ich von Medizinstundenten und Oberärzten im O-Ton habe!
        Das meinte oben und das war alles andere als lächerlich zu verstehen.

        Auch das läuft im übrigen bei mir unter Panikmache und Angst schüren.

        Junge Ärzte sind keine Metzger.

        • (23) 07.07.17 - 14:14

          Mir geht es auch nicht um junge ausgelernte Ärzte sondern um diese die noch lernen. Grade in den Unikliniken ist es so das diese dann das blutabnehmen oder andere Behandlungen durchführen und versteh mich bitte nicht falsch ! Natürlich müssen sie das lernen und wenn es da um mich geht dann macht mir das auch nichts aus aber bei meinem Kind ist das einfach eine andere sache.

          Und mir ist auch durchaus bewusst das man jemanden der zum 1 mal Blut abnimmt nicht vor ein Baby setzt aber es geht doch viel mehr um das Gefühl von Sicherheit wenn man weiß man hat da eine gute Versicherung und im Ernstfall ist man einfach gut abgedeckt

          und bei dieser Versicherung geht es j auch nicht nur um diesen einen Punkt sondern um das ganze Paket was für uns durchaus Sinn macht

          • (24) 07.07.17 - 15:00

            Unser Sohn ist in der PKV und es ist meiner Meinung nach das Beste was ihn passieren konnte! Waren im ersten Lebensjahr ca zehn mal wg Kiss-Syndrom beim Osteopathen, alles wurde bezahlt. Heilpraktikerbehandlung, kein Thema. Pariboy gab es nagelneu, Facharzttermine ohne Wartezeiten, eigene Rufnummer beim Kinderarzt, apothekenpflichtige Medikamente umsonst auf Rezept. Ich finde dieses zwei-Klassen-System zwar an sich sehr fragwürdig, würde aber bei freier Wahl immer wieder die pkv nehmen... kosten im Alter sind Quatsch, das Kind fällt ja eh irgendwann aus der pkv raus. Liebe Grüße!

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