Bereue Befoerderung!!! Hilfe! Was tun?

    • (1) 13.07.17 - 13:36

      Hallo. Ich bin Mutter und lebe mit einem Partner und meinen 2 Soehnen, die 9 und 10 sind in Dresden. Der Partner ist nicht der Vater.

      Ich habe bis vor kurzem, Vollzeit in einem Job gearbeitet der sozusagen mein Traumjob war, ich war jeden Tag erfuellt von der Arbeit, das Gehalt war ganz gut ich hatte Gleitzeit, alle Freiheiten wie Home office etc. die man sich vorstellen kann. Dann wurde mir sehr ueberraschend eine Befoerderung angeboten, in dem ich ein Team von 6 Mitarbeitern leiten muss und die Aufgabenstellung ist auch anders so dass ich jetzt nicht mehr meiner Leidenschaft folge.

      Ich habe nach sehr langem nachdenken die Befoerderung angenommen, ich verdiene viel mehr Geld, schicker Firmenwagen und mir wurde weiterhin viel Flexibilitaet zusgesichert, allerdings wurde auch gesagt ich muss mehr arbeiten. Natuerlich gefaellt mir auch die Anerkennung die ich erlange. Ich habe ausserdem zu dem Job ja gesagt, aus Angst dass ich je aelter ich werden, bin jetzt 43, Schwierigkeiten bekomme mich im Job zu behaupten wenn ich nicht aufsteige und mit Ende 50 keinen Job mehr habe.

      Seitdem ich in dem neuen Job bin (sehr kurz erst), zieht sich bei mir der Magen zu, ich kann nicht mehr schlafen, ich habe ein schreckliches Bauchgefuehl, dass mir sagt ich habe eine Fehlentscheidung getroffen, ich mag meine Arbeit nicht mehr. Ich denke nur noch negativ an die ARbeit, habe Angst dass meine Kinder zu kurz kommen werden. Kurzum ich bereue die Entscheidung total das gemacht zu haben. Allerdings ist es auch sehr kurz, so dass ich noch gar keine Zeit hatte mir ueberhaupt eine Meinung zu bilden ueber den neuen Job. Mein Freund sagt ich solle dem Job erstmal eine Chance geben, aber ich wuerde am liebsten sofort das Handtuch schmeissen und zu meiem neuen Chef sagen dass ich aus familiaeren Gruenden doch noch mal einen Rueckzieher machen muss. Meine alte Stelle ist jetzt noch nicht besetzt und meine alte Chefin wuerde sehr gerne dass ich wieder zu ihr zurueckkomme.

      Ich kann jetzt entweder auf mein Bauchgefuehl hoeren, das Handtuch sofort hinschmeissen und versuchen nochmal einen Rueckzieher zu machen. Allerdings wuerde das sehr peinlich sein, ich wuerde sehr viel Glaubwuerdigkeit intern verlieren, meine weiteren Karrierechancen waeren in dem Unternehmen hinfaellig und ich weiss gar nicht ob ich das ueberhaupt bringen kann, eigentlich gar nicht. Aber ich wuerde es irgendwie gerne tun.

      Oder ich versuche den neuen Job erstmal, aber wenn ich ihm eine Chance gebe ist mein alter Job besetzt und ich muesste mir wahrscheinlich was neues suchen, wobei ich wahrscheinlich nicht einfach nochmal einen Job mit so tollen Kondiditonen und so tollen Inhalten wie mein alter war, bekommen wuerde.

      Was soll ich bloss tun???? Ich weiss nicht ob das schlechte Bauchgefuehl ein bisschen Angst vor Veraenderung und Angst vor der eigenen Courage ist, und wenn ich mich eingearbeitet habe ich darueber lachen werde und mir der Job spass macht. Oder ob ich auf mein Bauchgefuehl hoeren sollte weil ich sonst total bereuen wuerde meinen Traumjob aufzugeben, auch wenn ich das eigentlich nicht bringen kann. .Euere Meinung wuerde mir sehr helfen!

      • Zusatz: Wenn ich zu lange mit einer Entscheidung warte ist mein alter Job besetzt und ich kann auf keinen Fall mehr zurueck.

        ich verstehe, dass deine neue Situation eine Herausforderung für dich ist. Es ist immer ein Unterschied, ob man Mitglied eines Teams ist oder ob man ein solches leitet. Es gibt eben nicht mehr jemanden, der seine schützende Hand über einen hält. Die Vorstellung, eine Führungsposition zu bekleiden ist oft verlockend, in der Realität wünscht man sich aber häufig eine übergeordnete Instanz, die dann einfach fehlt.
        Es dauert eine gewisse Zeit, bis man sich in so einer Konstellation zurecht findet. An dieser Stelle muss ich deinem Partner tatsächlich recht geben. Im alten Job wusstest du halt täglich, was dich erwartet, konntest entspannt deine Stunden ableisten und der Chef war als Ansprechpartner da. Die Frage ist, ob dich diese Konstellation in 10 Jahren immer noch glücklich machen würde.

        Ich würde mir an deiner Stelle überlegen, wieso du in den alten Posten zurück möchtest. Hast du Angst vor der Verantwortung, neuen Aufgaben, vor der Frage wie du führen sollst? Ist es vielleicht, weil du es dir in diesem Job so schön bequem eingerichtet hast? Ist es die Angst vor dem Neuen?

        Die Position zurück zu geben und in den alten Job zurückzukehren ist m.E. Nach eine schlechte Idee. Zukünftig wird in dieser Firma niemand mehr auf die Idee kommen, dich zu befördern ("das ist doch die, die nach x Wochen nen Rückzieher gemacht hat "). Deine Kollegen werden es wie ein Scheitern betrachten und du giltst danach vermutlich als nicht besonders belastbar. Zudem ist Dresden und Umgebung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mit vergleichbaren Jobs gepflastert. Es würde also evt auch schwer sein, einen anderen Arbeitgeber zu finden (und falls man das tut hat es sich womöglich rumgesprochen).

        Dein Jungs sind 9 und 10 in 2-3 Jahren brauchen sie dich noch deutlich weniger als jetzt. Deshalb würde ich an deiner Stelle jetzt durchhalten. Organisiere dich gut. Delegiere Aufgaben. Vertraue deinem Team und nutze seine Kompetenzen. Finde deinen (Führungs-)Stil ( ich persönlich bin ein Freund von Überzeugen durch Leistung und Kompetenz und immer mit einem freundlichen Lächeln/Führen auf Augenhöhe. Hat bisher bei mir auf Arbeit immer super geklappt). Nimm dir im Zweifelsfall eher Arbeit nach Hause mit und gehe trotzdem zur gewohnten Zeit. Dann bist du anwesend und beantwortest die letzten paar Emails eben abends vor dem Fernseher.

        Alles Gute

        Wenn Du Dir sicher bist, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben, geh zurück!
        Vielleicht wirst Du nicht mehr befördert, aber es gibt genug Arbeitnehmer, die zufrieden bis zur Rente auf ihrer Stelle bleiben.

        Wenn Du vorher schon Vollzeit gearbeitet hast, wieviel arbeitest Du denn jetzt?
        Deine Kinder sind noch nicht groß genug, um komplett auf ihre Mama verzichten zu können, die brauchen Dich doch auch.

      • Oha, wirklich schwierig.

        Ich kann zunächst nur meine eigenen Erfahrungen erzählen: ich wollte früher auch "Karriere" machen und habe mich auf eine Teamleiterfunktion mit damals 5 MA beworben. Ich hatte von Anfang an Bauchschmerzen, weil der Arbeitsbereich nicht wirklich zu mir passte. Aber ich wollte diesen Karrieresprung unbedingt für meinen Lebenslauf haben. Nach knapp einem Jahr habe ich das Handtuch geworfen und für mich entschieden, dass man auf seinen Bauch hören sollte.

        Ich selbst werde auch in Kürze 43 und kann Deine Überlegungen, was die Zukunft betrifft, vollkommen nachvollziehen. Ich selbst frage mich auch oft, wie weit ich mit meiner Stabsstelle zukünftig noch kommen werde und ob es nicht vielleicht doch besser ist, wieder eine leitende Position einzunehmen.

        Sind die Inhalte Deiner neuen Position denn vollkommen anders oder einfach nur neu? Fühlst Du Dich überfordert oder nur erschlagen von den Neuerungen? Kannst Du Dir überhaupt für die Zukunft vorstellen, in den Job glücklich zu werden, wenn die ersten Hindernisse überwunden werden? Und wie ist Dein Team, arbeitet das zuverlässig oder tun sich hier jede Menge Problemstellen auf, so dass Du bald noch als "Sozialarbeiter" tätig werden musst?

        Eine Teamleitung erfordert in jedem Fall mehr Zeit als eine Sachbearbeitung. Man muss sich um jede Menge Dinge kümmern, um die Probleme der Mitarbeiter und ist zudem noch das letzte Glied in der Kette, was die Dinge zu Ende bringen muss. Bei mir war es dann bspw. so, dass ich immer die letzte im Büro war und mich für alles verantwortlich gefühlt habe. Wenn man dann noch 2 Kinder zu hause hat, die man zumindest abends noch sehen will, KANN das schwer werden.

        Ich selbst würde mir ein Ziel setzen, bis wann ich eine Entscheidung treffe. Vielleicht schaust Du Dir das Ganze noch einmal 4 Wochen an. Wenn Dein Bauch dann immer noch zwickt, würde ich das Thema offen bei den Vorgesetzten ansprechen. Ich denke eine ehrliche Kommunikation ist das Beste. Und über den „Rückschritt“ und die Glaubwürdigkeit würde ich mir nicht so viele Gedanken machen. Wichtig ist, das DU glücklich bist und das auch auf Dauer. Geld und Autos sind nicht alles im Leben.

        Alles Gute für Dich!!

        Also mein Job ist auch nicht unbedingt eine Leidenschaft.
        Es ist ein Job, ich habe Spaß daran und die Bezahlung stimmt meistens.

        Was machst Du beruflich?
        Wo liegen die größten Unterschiede bei den beiden Jobs?

        Wäre ich Dein AG und Du würdest bei mir nach kurzer Zeit die Beförderung in den Sack hauen und zurück auf Dein altes Pöstchen wollen, wärst Du danach auf der Abschussliste Kandidat Nummer 1.

        Kann sein, dass das in Deinem speziellen Fall nicht zum tragen kommt, weil es z.B. durch die Organisationsstruktur nicht möglich ist.
        Ich würde mir den Schritt zurück sehr genau überlegen.
        Mein Rat wäre es, halte durch.

        Sie es als Herausforderung und passe die Aufgaben und Inhalte der neuen Stelle auf dich an. Optimiere Prozesse, alte Zöpfe abschneiden, nutzlose Dinge einfach mal nicht mehr machen, gehe neue Wege und schlage Verbesserungen vor.

        • (7) 13.07.17 - 14:51

          "Wäre ich Dein AG und Du würdest bei mir nach kurzer Zeit die Beförderung in den Sack hauen und zurück auf Dein altes Pöstchen wollen, wärst Du danach auf der Abschussliste Kandidat Nummer 1

          Ich sehe das ehrlich gesagt nicht so schwarz. Offensichtlich wurde sie befördert, weil sie einen guten Job gemacht hat. Noch dazu ist sie jetzt scheinbar in einer anderen Abteilung. Aus meiner Sicht wäre Ihre Chefin sicherlich froh, sie zurückzubekommen. Gute Leute lässt man nicht einfach so gehen.

          Aber das kann man natürlich nicht pauschalisieren. Hier muss die TE wissen, wie ihr Unternehmen und die Vorgesetzten gestrickt sind.

          • (8) 13.07.17 - 15:01

            Deswegen schrieb ich ja auch...

            "Kann sein, dass das in Deinem speziellen Fall nicht zum tragen kommt, weil es z.B. durch die Organisationsstruktur nicht möglich ist. Ich würde mir den Schritt zurück sehr genau überlegen. Mein Rat wäre es, halte durch."

            ...was Du vielleicht überlesen hast.

      Ich finde die Antwort steht schon im Text.
      Zurück!!!

      Hallo,

      sprich mit dem Vorgesetzten. Wenn Du zurück kannst, dann ist es doch okay. Es ist keine Schande, wenn man beruflich sich überfordert fühlt oder den Aufgaben nicht gewachsen ist. Du weißt nun, was Du kannst und wo Deine Stärken liegen. Ich arbeite gern in einem Team, aber einen Führungsposten könnte ich nicht übernehmen, weil es mir nicht liegt.

      LG
      Mistel

Top Diskussionen anzeigen