Zeitarbeitsfirma, gekündigt worden - welcher Satz? (Bin SS)

    • (1) 15.08.17 - 22:18

      Hallo,

      Heute wurde mir (aktuell auf Zeitarbeit, sollte übernommen werden) mitgeteilt, dass ich morgen an meinem Einsatzort nicht mehr auftauchen brauche.

      Eine aus der Elternzeit zurückgekehrte Dame aus dem Schwesterunternehmen, die dort nichts zu tun hat, wird meinen Platz übernehmen. Gerechtfertigt wird das vom GF dort, indem er die Abteilung von 2 auf 1.5 Stellen reduziert hat. Über Nacht. Zumindest für ein paar Monate. Im Januar kommt nämlich die zweite Kollegin zurück aus Elternzeit und die teilen sich das dann wieder, also wird auf 2 Stellen aufgestockt. Eine feste Kollegin besetzt die eine Stelle aktuell voll.

      Soweit so gut.

      Da ich aber gelernt und teuer bin, hat die Zeitarbeitsfirma mich nach Feierabend zu sich gerufen und mir ebenfalls eine vorsorgliche Kündigung überreicht. "Das müssen Sie bitte verstehen. Ich habe aber die ganze Nacht schlecht deswegen geschlafen." Danke..

      Was sie nicht wissen: Ich bin schwanger.
      Sie werden es diese Woche erfahren.

      Und statt bis Ende August werden sie mich bis Mitte Oktober bezahlen müssen. Aber was müssen sie zahlen?

      Gehen wir einfach mal von 12 Euro Basis aus bei 35 Stunden wöchentlich. Beim Einsatzort kostete ich dann pauschal angenommen 14 Euro, also 2 Euro mehr durch Tarife beim Einsatzort. Dort habe ich 37.5 h gearbeitet und das für 4 Monate am Stück.

      Müssen sie mich nun für 35 h mit 12 Euro bezahlen oder gibt's da mehr?

      Grüße
      Mieze

      Noch immer schockiert, aber passieren kann mir ja nicht viel.

      • Grundsätzlich gilt ja der Arbeitsvertrag. Steht da denn etwas drin, was die Modalitäten betrifft?

        Sie müssen das bezahlen, was in deinem Vertrag steht und auch ohne Schwangerschaft würden sie mit so einer Kündigung ernste Probleme haben, denn eine Kündigung, weil sie gerade keinen Einsatzort haben, ist nicht zulässig, erst nach einer gewissen Zeit. Das ist das unternehmerische Risiko für das sie ja ordentlich Geld zwischendurch einstreichen.

        Aber auch dann gilt, sie müsse dein Gehalt laut Vertrag zahlen, sprich die Stundenzahl usw. die dort vereinbart sind, egal ob du arbeitest oder nicht.

        Unterscheide bitte ganz klar zwischen Deinem Arbeitgeber (der Zeitarbeitsfirma) und dem Entleiher (dem Unternehmen, bei dem Du eingesetzt bist).

        Mit letzterer hast Du keinen Vertrag und sie müssen Dir auch nicht kündigen oder irgendetwas bezahlen.
        Mit der Zeitarbeitsfirma hast Du einen Vertrag und da ist es völlig egal, ob das eine Zeitarbeitsfirma ist oder eine Bäckerei oder eine Bank. Du hast als Schwangere Kündigungsschutz nach MuSchG sowie dann auch noch während Deiner Elternzeit.
        Während der Schwangerschaft und des Mutterschutzes bis 8 Wochen nach Geburt bekommst Du vollen Lohn - genau so, wie es in Deinem Arbeitsvertrag vereinbart ist.
        Entleiher-bezogene Zulagen sind nicht relevant, wenn Du dort abgemeldet wurdest.

        • Vielen Dank. :-)

          Mittlerweile macht auch nur das für mich Sinn. Gestern war ich ziemlich durch den Wind.

          Und ich fahre damit deutlich besser, auch ohne Zulage, als Geld vom Amt zu kassieren, was ich so kurz wie möglich halten möchte. Doch tatsächlich stellen nur wenige eine Schwangere (dann um die 25. Woche und sichtbar) ein. Das Amt möchte mir dann auch keinen Strick mehr draus drehen und mich nicht in die Vermittlung stecken vor Ende der Erziehungszeit.

          Liebe Grüße

          Mieze

          • Grundsätzlich ist es allein das Problem der Zeitarbeitsfirma, für Dich einen Einsatz zu finden. Ich kenne es so, dass das in der Regel so gelöst wird, dass die schwangere AN dann intern (also direkt bei der Zeitarbeitsfirma) eingesetzt wird, sofern das irgendwie möglich ist.

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