Hausbau: Enorme Kosten, lohnt es sich ?

    • (1) 30.08.17 - 13:36

      Hallo,

      Nach ewigem Überlegen haben wir letztes Jahr im Juli unseren Hausbauvertrag unterschrieben. Schlüsselfertig.

      Nun sind wir fast fertig uns müssen aufgrund unserer Wohungsküdigung nächste Woche umziehen.

      Das der Hausbauvertrag nicht günstig wird wussten wir, daß Geld dafür haben wir auch ausreichend kalkuliert.

      In letzter Zeit habe ich nur immer so ein schlechtes Gefühl wenn ich darüber nachdenke, dass die 1000ter weggehen wie warme Semmel.

      Hier 3000€ für die Telekom, dann Wasseranschluss 4000€.

      Dann der ganze Kleinkram, Briefkasten,Klingel, Lampen und vieles mehr.

      Momentan denke ich schon gar nicht mehr bewusst darüber nach was ich da bezahle weil mir sonst bei der Gesamtsumme am Ende übel wird.

      Wir sind jetzt etwa bei 350.000€ für unser Haus inkl Grundstück und ich frage mich langsam lohnt es sich wirklich? Ich meine jetzt ist es zu spät aber trotzdem stelle ich mir als diese Frage und ärgere mich manchmal regelrecht darüber dieses Haus gebaut zu haben. Auf der anderen Seite können wir es uns leisten?was hätten wir sonst mit dem Geld gemacht ?teurere Autos und Urlaube ?da ist ein Haus ja wohl besser.

      Gerade am Ende wo jetzt der PutzMarathon losgeht und es gefühlt danach so dreckig ist wie vorher, wir jede freie Minute dort verbringen und überall dieser Dreck, Erde und Steine ist und trotzdem draußen noch alles gemacht werden muss wurmt mich das sehr.

      Ich weiss, es geht nicht alles sofort , es dauert, und ja es ist dreckig und das überall, aber irgendwie belastet mich das total.

      War das bei euch auch so ? Oder bin ich einfach nicht belastbar ( wenn man den Bau eines schlüsselfertigen Hauses überhaupt als Belastung sehen kann, andere Bauherren machen ja evtl. viel mehr selbst).

      Ich weiss nicht mal genau was ich mir von euch als Antwort wünsche oder warum ich das hier schreibe aber ich musste das einfach mal loswerden. Es gibt Tage , da will ich dieses Haus nicht mehr , soviel Geld, Freizeit , Nerven , Arbeit.

      • Hallo,

        Geld, Freizeit, Arbeit, Dreck usw., aber ja, es lohnt sich. Wir sind 2003 in unser Haus eingezogen hatten auch die Bedenken, die Du hast, aber was wäre die Alternative ? Ein Haus zu mieten wäre kaum billiger als der Kapitaldienst für das Haus, dann haste eine nervigen Vermieter, bei jedem Spielgerät, das Du im Garten aufbaust must Du fragen, Mietshäuser sind oft schlecht isoliert und wenn was kaputt ist, musst Du ständig hinterherrennen, das es repariert wird. Und wenn es der Vermieter im Kopf kriegt, kündigt er wegen Eigenbedarf.

        Reine Nervensache, aber in 20 Jahren lachst Du darüber ... ;-)

        Viel Spass im neuen Haus

        LG Jupp #winke

        Hallo,

        günstiger und mit weniger Dreck verbunden ist der Hauskauf eines guten "gebrauchten" Hauses. Ich hätte mir die nervliche Belastung eines eigenen Neubaus neben dem Vollzeitjob mit Nacht- und Wochenenddiensten (und jetzt gleiches in Teilzeit plus drei Kindern) nicht zumuten wollen.

        De Nachteil ist, dass es kein Wunschhaus ist. Viele Sachen hätte man selber anders gemacht. Dafür konnten wir uns weiterhin Urlaube/Hobbies/Autos/Kinder leisten und haben das Haus bereits abbezahlt.

        Liebe Grüße Andrea

        Hi,

        alles hat mal ein Ende! Und dann habt ihr euer eigenes Haus, zudem so, wie IHR es euch vorgestellt habt. Ist die Sache auf jeden Fall wert, finde ich. Oder ist es dir lieber, 20 bis 30 Jahre Miete zu zahlen? Überleg mal, was da zusammenkommt;-)

        VG
        Gael

        PS: ein Bekannter hat sich in unserer Nachbarstadt eine 35qm-Wohnung gekauft: 160.000 Euro ohne Nebenkosten wie Notar, Grundbuch usw. Und in unserer Stadt liegt der Grundstückswert bei durchschnittlich 740 Euro pro qm. #zitter Trotzdem würde ich lieber kaufen als mieten, wenns geht. Und das Haus z. B. gleich behindertengerecht bauen, weil man wird ja älter.... das Bücken fällt schwerer, evtl. braucht man einen Rollator usw. Da lohnt sich was eigenes, das bereis entsprechend gebaut wurde, möglichst noch Niedrigenergiehaus, auf jeden Fall trotz Dreck, Arbeitszeit usw.

      • Huhu, wir haben letztes Jahr im August (mit Baby 4 Monate) angefangen zu bauen und sind im Februar eingezogen. Wir haben außer Rohbau, Heizung, Dach und Fenster alles selbst gemacht. Wir sind und waren nervlich und finanziell manchmal ganz schön am Ende. Manche kosten sind einfach nicht kalkulierbar, wenn man alles selbst macht. Aber auch bei der riesen Belastung die bei uns noch durch die ganze Eigenleistung dabei ist, kann ich dir sagen: das lohnt sich! Mir geht es hier so viel besser in dem Haus. Kein Stress mit anderen im Haus, ich kann waschen und machen was und wann ich will und keiner meckert weil mein Zwerg durch die Wohnung rennt. ;-)

        Wir haben im übrigen bis jetzt 380.000 trotz der ganzen Eigenleistung bezahlt :-) wir würden aber so viel nicht mehr selbst machen.

        LG

      Doch ,es wird sich lohnen,wirst sehen!
      Wir lassen auch bauen ,allerdings "nur" ein RMH ,allerdings werden wir die 400.000 € knacken..ja ,so sind die Preise in HH ...
      Gekauft haben wir jedoch bereits im Nov.15 ,unser Übergabetermin wurde nicht gehalten (31.3.17) ...das hat verschiedene Gründe (will ich nicht zu weit ausholen) ....
      Heute & morgen kommt der Estrich ...
      Wir haben einige Gewerke nach d.Übergabe fern vergeben ,d.h. wir haben unseren eigenen Fliesenleger ,Verputzer etc.
      Du siehst ,wir haben auch schon jede Menge Nerven,Zeit investiert ...
      ABER wir sind guter Hoffnung unf freuen uns trotzdem immer noch auf unser neues Heim ....Weihnachten ist unser Ziel


      LG Kerstin

      Hi,
      Ja, es lohnt sich!

      Anfang Oktober 2003 wurde die Bodenplatte gegossen, Anfang Dezember war dann Richtfest und Eingezogen sind wir dann Juni 2005.

      Rohbau, Dachstuhl,Dach und Estrich haben wir machen lassen. Dachstuhl haben wir beim Zimmermann in der Halle gestrichen.

      Fenster habe ich geholfen abladen, Cousin und Vater eingebaut.
      Dämmung, unter dem Estrich und die des Daches, 95 % ich, Rest Vater bzw. Schwager.
      Jede Fliese habe ich im Baumarkt in den Wagen geladen, vom Wagen ins Auto, vom Auto ins Haus.
      110 m2 Parkett, alleine eingeladen, alleine ausgeladen. Mit dem Vater zusammen verlegt, Klickparkett.
      40 m2 Holzdecke, mit Onkel und Schwager, größer Teil alleine.
      Elektrik komplett mein Vater, ich war der Handlanger. Der Elektromeister vor Ort hat den Sicherungskasten verklemmt und alles abgesegnet.
      Abwasser, mein Vater und ich.
      Wasser, Cousin und Vater.
      Heizung, Fußbodenheizung, Heizungsbauer mit Vater.
      Fliesen, ich habe alles Grundiert und hin geschleppt, Horst, ein Nachbar, hat gefliest.
      60 m2 Rigipsdecke, 70% alleine, Rest mit Schwager. Gespachtelt und Geschmirgelt, ich alleine.
      Tapeziert, 80% alleine. Wohnzimmer musste noch mal abgespachtelt werden, das und tapezieren, habe ich dann machen lassen.
      Alles gekehrt und geputzt, ich.

      Es war viel Arbeit, neben einer 40 plus Stunden Woche. Aber es ist mir, mir ganz alleine.

      Der Garten muss immer noch angelegt werden, na und? Ist gerade, wächst was grünes drauf, Trampolin und Schaukelanlage steht, Terrasse gibt's auch.

      Hof ist auch noch Schotter, na und? Wir kommen in die Doppelgarage, reicht uns.

      2 Kinder und ab und an arbeitslos, da war das Geldmäßig nicht drin mit Hof und Garten. Aber im Haus war alles gefliest usw. Alle Türen und Fensterbänke, auch im Keller.

      Ja, Eigentum lohnt sich.

      Viel Spaß im neuen Haus!

      Claudia

      Wir werden uns ab Januar bewusst umschauen, aber für unser Vorhaben Eigentum auch nicht davon ausgehen, sofort was brauchbares zu finden. Einerseits reizen die Angebote im Internet mit Modelhäusern, Teils zum Selbstausbau aber auch Schlüsselfertig machbar. Manchmal bieten die Firmen sogar das Grundstück dazu an, zu für Häuser Spottpreisen von 180.000 Euro aufwärts, je nach Landkreis, Anbindung, Größe des Grundstücks, Größe des Modelhauses, ob Keller oder kein Keller und ob viel in Eigenleistung mitgemacht werden soll oder eben Schlüsselfertig gebaut werden soll. Andererseits hört man zu oft von Pfusch am Bau bei so Modellhäuser und wenn ich nach Bewertungen der Firmen google (bei uns ist es vorwiegend Massahaus) kommen viele Kundenreferenzen wo das böse Erwachen kam nachdem alles begann.

      Da wir selbst uns ein Limit setzen von 300.000 Euro für UNS und 600.000 falls es ein Mehrfamilienhaus wäre und wir 2 Einliegerwohnungen für unsere Mütter integrieren könnten (die aber zwingend KEINEN Zugang zu uns haben dürfen - wir wollen uns ja nicht gegenseitig wegen Kleinkram umbringen oder scheiden müssen. :-p). Wir werden uns einerseits mal Angebote von der Bank einholen mit welchen Limit wir auch realistisch rechnen dürfen und was wir ohne Probleme bekommen würden und wo die Bank nen Riegel davor schieben würde. Dann würden wir uns mal beraten lassen bei nem Architekten wie das ablaufen würde wenn wir bauen lassen würden (was aber wenn es KEIN Modelhaus ist sicher teurer sein würde) ... aber schauen in erster Linie nach Bestandsimmobilien die Renovierungsbedürftig sind. Am besten wären da natürlich Kernsanierte Gebäude wo das Gebäude innen komplett nackt gemacht wurde... keine Heizung, keine Fenster, einfach nur blanke Wände... weil das spart Entsorgungskosten. Mein Mann ist Elektriker und aufgrund seines Jobs hat er genug Conections zu anderen Gewerken. Wir haben da auch eines vor kurzem gesehen, bezweifel aber das das im Neujahr noch verfügbar sein wird - außer natürlich keiner will ein Kernsaniertes Haus bis dahin kaufen. Kann ich mir aber in Augsburg nicht vorstellen. Wenn wir dann ein Haus hätten, würden wir uns KVAs aus den benötigten Gewerken einholen und diese bewusst 15-20 % höher veranschlagen lassen (Da wir die Leute aber kennen, würden die nicht die 15-20% mehr verlangen). Weil die Erfahrung meines Mannes sagt, das das Risiko anderweitig zu hoch ist das das Budget aufgrund ungeplanter Extras schnell aufgebraucht ist. Lieber am Ende noch was über haben als da zustehen wie bestellt und nicht abgeholt. Elektronik würde mein Mann dann selbst machen genau wie viele Trockenbauarbeiten, wie Wände ziehen, verputzen und co. Einzig für ggf. Dachstuhl, Fenster, Heizung und SanitärANSCHLÜSSE legen bräuchte er Fachhilfe. Das was er selbst machen kann, würde er über die Gewerke lediglich die Materialien beziehen und falls von Nöten würden jene noch nen Mitarbeiter stellen oder die Chefs machen es direkt selbst.. weil z.b. auch ne Badewanne trägt sich nicht alleine und beim Wände aufstellen (wenn die Anordnung verändert würde) das geht nicht ohne Hilfe einer 2. Person. Wichtig ist nur bei ner Bestandsimmobilie ein Vorabgutachten über Baumängel und bei Fertighäusern die Reverenzen der Firma checken und wenn möglich sowohl Kontakt zu Leuten aufnehmen (findet man im Internet) die gute Erfahrungen gemacht haben und welche wo schlechte gemacht haben. Nie die Katze im Sack kaufen... nicht bei Immobilien sonst gräbt man sich selbst sein Grab.

      Ob es sich lohnt wenn man alles bedacht hat und nicht auf ein schwarzes Schaf reingefallen ist... auf jedenfall! Kostet es Mühe, Nerven und stellt es ne Beziehung auf die Probe... jap da bin ich mir sehr sicher. Aber finanziell kann es sich nur lohnen iinsofern kein Pfusch am Bau praktiziert wurde (auch Eigenleistungen hab ich schon gesehen wo ich selbst als Leihe denke - aiaiai... das hätte ich aber nicht so gemacht). Denn Miete zahlst du und hast nix davon. Wichtig ist aber auch nicht nur Tilgungsraten zu sehen. Man muss je nach Größe vom Haus monatlich mindestens 250 Euro und mehr zur Seite legen können. Denn man hat Nebenkosten und man muss Rücklagen bilden, wenn mal was repariert werden muss.... man muss Steuern zahlen und Gebäudeversicherungen. Alles andere wäre ne Milchmädchenrechnung, die einem das Genick brechen würde. Wenn man das Thema nicht zu blauäugig angeht, lieber auch mal das Geld für Gutachter in die Hand nimmt und sich von zuständigen Verbraucherzentralen beraten lässt was Nebenkosten etc. angeht. Dann hat man irgendwann ein Eigenheim was einem selbst gehört und man muss in der Rente nur noch die Nebenkosten stämmen können. Man sollte übrigens auch bei der Finanzierung immer drauf achten, dass bei der akutellen Zinslage der Sollzins am besten bis zum Ende reicht und der Vertrag nicht an andere Banken verkauft werden kann. Sonst droht Privatinsolvenz wenn die Sollzinszeit abläuft und man noch nicht abgezahlt hat oder die Bank dein Vertrag an andere Banken verkauft und deren Konditionen ebenfalls deine bisherigen Konditionen übersteigt.

      Hallo,

      so ein Hausbau ist auch ohne Eigenleistung mega-anstrengend.

      Ich weiß nicht, wo ihr gebaut habt, aber ein Einfamilienhaus mit Grundstück für 350000 Euro ist - zumindest in manchen Regionen unvorstellbar günstig.

      Hier in unserer Gegend sind die Grundstücke leider teuer, plus Hauskosten (die Preise sind explodiert), plus Baunebenkosten, neue Küche und Aussenanlagen (und ich meine jetzt KEINEN Luxus-Schnick-Schnack wie Pool usw.), d.h. Pflasterung, Garten, Carport usw. usw.. Da liegt man recht schnell bei fast 600.000 Euro für ein Einfamilienhaus (kein Palast oder Villa) mit Grundstück und all den o.g. Nebenkosten.

      Die ganzen Entscheidungen (welche Fliesen, was passt ins Budget und die "warum-ist-alles-so-teuer"-Fragen, d.h. das strikte Kalkulieren) und die Sorge, dass irgendwas schief geht, können echt völlig stressig und anstrengend sein.

      Jetzt könnte man natürlich meinen, es sei Jammern auf hohem Niveau. Nicht zu vergessen ist aber, dass ein Bau einfach anstrengend ist und es hängt meist die gesamte finanzielle Existenz dran, alle Rücklagen und das Darlehen. Nicht ohne Grund ist auch die Scheidungsrate bei Häuslebauern nicht gerade niedrig. Es stresst..

      ABER: wenn man erstmal drin ist, ist es auch toll. Man hat sich - im Rahmen seiner Möglichkeiten - raumtechnisch auf die Lebensphase bezogen "verwirklicht", Ideen umgesetzt, Wohnen optimiert, alles ist so schön neu und spannend. Man muss das Haus jetzt "nur" noch mit Leben, Möbel und schönen Momenten füllen.

      ... und man kann die Freiheit, die so ein Häuschen einem dann auch bietet, geniessen. Hat man spätabends Lust Klavier zu spielen oder zu lauter Musik im Wohnzimmer zu tanzen? No prob. Stört keinen. Das ist schon nett.
      Ob und inwiefern es die richtige (Lebens-)entscheidung war, ist sowieso nur in der Retrospektive zu erkennen. Aber in Eigentum zu investieren, ist eigentlich meistens eine gute Sache.

      Ich wünsche dir, dass die stressige Phase bald vorbei ist und ihr euer schönes Haus geniessen werdet!
      LG
      Snickerdoodle :-)

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