Kind krank und Chef dreht völlig durch

    • (1) 24.09.17 - 08:23

      Hallo ihr Lieben,

      ich möchte mal gerne eure Meinung wissen. Ich bin momentan ein wenig verärgert, bzw. weiss ich nicht so recht wie ich mit der Situation umgehen soll. Folgendes:
      Ich arbeite seit knapp einem Jahr bei meinem neuen Chef. Ich war noch nie, wirklich noch nie krank. Einmal bin ich 2 Stunden früher nach Hause, weil ich 40 Fieber hatte und nichts mehr ging. Ansonsten bin ich immer da. Meine Arbeitszeit beginnt von 8-12 Uhr.
      Ich komme immer früher, um alles vorzubereiten (viele meiner Kollegen nicht) und ich bleibe sehr oft länger und schaffe es dann kaum pünktlich die Kids zu holen.
      Die Schule hat mich auch schon paar Mal angerufen wo ich bleibe, weil ich nicht weggekommen bin.
      Letzte Woche ist meine kleine krank geworden. Sie hatte hohes Fieber.
      Gut ich schickte sie zur Oma. Es wurde immer schlimmer von Tag zu Tag. Am Donnerstag bin ich dann noch einmal mit ihr zum Arzt und es wurde eine Lungenentzündung festgestellt. Dem Kind ging es wirklich sehr schlecht. Sie war sehr anhänglich, weinte viel. Ich habe es mir dann erlaubt, was ein GROSSER Fehler war, mit ihr zwei Tage zu Hause zu bleiben.
      Mein Chef ist völlig ausgetickt. Er schrie rum wie verrückt. Ich sei IMMER krank, was nicht stimmt und das Kind soll doch eingeschläfert werden und verre...! Es sei ihm scheissegal was mit dem Kind ist. Er ist also wirklich ausgetickt. Ich hab seitdem natürlich ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich zu Hause geblieben bin. Ach ja Oma war ab Donnerstag nicht mehr zu Hause. Ich weiss nicht wie ich mich verhalten soll. Ich habe richtig Schiss vor Morgen, weil ich weiss es wird richtig knalle. Er will sogar mir meinen Urlaub streichen in zwei Wochen deswegen. Wie würdet ihr euch verhalten?
      PS: Ich arbeite auch ab und zu nachmittags, natürlich unentgeltlich.

      • Wenn das genau so ist wie du beschrieben hast, hätte ich alles, aber kein schlechtes Gewissen!
        (Eher dem Kind gegenüber).

        Ich gehöre ja zu denen, die auch Plan A, B und C haben, damit sie bei einem kranken Kind nicht fehlen müssen. Auch gehöre ich zu denen, die eher sagen: Arschbacken zusammen und durch.

        Aber wer nach einem Jahr Arsch aufreissen SO ETWAS zu mir sagt, der wäre bei mir unten durch und ich würde mir schnellstens einen anderen Job suchen. Auch hätte ich keine Hemmungen Krankenscheine zu machen, denn ich kann für niemanden arbeiten der meinem (kranken) Kind den Tod wünscht.

        Alles Gute!
        S.

      1. Du kannst dich beruflich ganz ganz schlecht abgrenzen, und das ist ein riesen Problem, für das du selber verantwortlich bist. Warum tust du das alles? Weil du im Gegenzug möchtest, dass der Chef nett zu dir ist? Die Rechnung geht so nicht auf, wie du ja siehst. Die Zeche bezahlen die anderen, die Schule, das Kind und deine Gesundheit.

      2. Wenn dein Kind Fieber hat, dann braucht es in erster Linie dich und einen Arzt. Mit Lungenentzündung und so hohem Fieber musst du dich länger als nur 2 Tage um das Kind kümmern.

      3. Der Chef ist mächtig unter Druck, wie es sich anhört. Aber das ist sein Problem und nicht deines. Ich würde ein Gespräch verlangen, und dann Fakten für seine Behauptungen verlangen. "Bitte die Fakten auf den Tisch legen: wann war ich krank?" Und dann machst du ihm klar, dass du so nicht mit dir umspringen läßt. Es ist übrigens ein Fehler mit dem Chef über die Krankheit des Kindes zu diskutieren. Es muss reichen, wenn du das Attest vorlegst. Fertig.

      • Ja momo da hast du völlig recht. Er macht einem halt wirklich Angst. Ich habe Kollegen den wurde tatsächlich der Urlaub gestrichen. Ich bin auch selber krank momentan, aber das stell ich ganz hinten an, obwohl es ein Fehler ist. Du hast recht in allem was du schreibst.

        • Wenn du selbst krank bist, dann gehst du Montag zum Arzt und nicht zur Arbeit und längst dich ordentlich krankschreiben (und das bitte nicht zu knapp).

          Nutze die Zeit, dass ihr euch beide auskurieren könnt und lass deinen Chef Chef sein. Sei Hirn wird hoffentlich bis du wieder gesund bist dann wieder eingerenkt sein, denn da stimmt ja wohl irgendwas nicht.

          Ich sehe da keine Zukunft in diesem Betrieb, bitte such dir etwas anderes.
          Und für den neuen Arbeitsplatz - wenn die Arbeitszeit 8 - 12 Ihr ist, ist das die vereinbarte Arbeitszeit. Länger bleiben/ früher kommen kann man mal machen, aber bei dir klingt das nach Dauerzustand, wozu? Und deine Kinder werden deshalb zu spät geholt? Bitte ändere diese Einstellung im nächsten Job.

          Das Verhalten, so wie du es beschreibst, ist vollkommen inakzeptabel. Ich nehme an, ihr seid ein so kleiner Betrieb, dass ihr keinen Petsonal/ Betriebsrat habt?

          Bereits genehmigten Urlaub wieder streichen ist im Übrigen gar nicht so einfach, bitte informiere dich da mal, falls der Fall eintreten sollte.

          Liebe Annalena,

          wenn ich in allem Recht habe, dann solltest du anfangen an dir und einer Kommunikation zu arbeiten. Es ist einer der Grenzen überschreitet und auf der anderen Seite einer der es mit sich machen läßt. Wenn du es nicht zulassen würdest, wenn du dich nicht einschüchtern lassen würdest, würde er dich gar nicht anschreien. Es gibt dafür Kurse, die man belegen kann. Nein sagen kann man lernen, Konfliktgespräche kann man lernen, Grenzen ziehen kann man lernen - aber über Kurse. Von selber passiert da gar nichts, weil du das von Kind an anders gelernt hast.

          Du kannst dir zwar einen neuen Job suchen, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es wieder so kommen wird.

          Ich selber mache auch mal mehr als ich müßte und ich schaue nicht minutengenau auf meine Arbeitszeit. Aber das tue ich weil ich weiß, dass mein Chef auch mir gegenüber großzügig ist, wenn's drauf ankommt und mir in allem entgegenkommt. Wenn beide die gleiche Tonart spielen, dann paßt es. Wenn nur einer kuscht und der andere es ausnutzt, dann klappt das so nicht.

          Aber ich würde niemals
          - bei ernsthaft krankem Kind arbeiten gehen
          - selbst bei ernsthafter Erkrankung arbeiten gehen
          - das Kind nicht von der Schule abholen und die Schule in die Beduille bringen*)
          - mich anschreien lassen
          - mir haltlose Vorwürfe an Kopf werfen lassen ohne das richtig zu stellen.

          Wenn du ein Kind von der Schule abholen musst, und dein Arbeitsvertrag keine festen Arbeitszeiten vorgibt, dann hast du ein Problem. Das muss klar geregelt werden, in einem Mitarbeitergespräch.

          • Du kannst dir zwar einen neuen Job suchen, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es wieder so kommen wird.


            ich möchte dir ja in vielen recht geben, aber diese Aussage bezweifel ich schwer.

            es istr schon sehr ungewöhnluch, dass sich ein Chef zu den beschriebenen Äußerungen hinreißen lässt und es ist sicher nicht durch das Verhalten der TE getriggert.

            • Ich meinte damit nicht, dass es zu genau der gleichen Situation kommen wird.

              Aber wer sich derart anbiedert (bei Krankheit arbeiten geht, regelmäßig unbezahlte Überstunden macht, und sogar wenn das eigene Kind schwer erkrankt, noch zur Arbeit geht), der wird wieder in die Ausbeutungsfalle laufen. Solche Menschen finden immer einen Chef oder einen Kollegen der das ausnutzt. Die Bedürfnisse einer solchen Person werden komplett übersehen, da sie sie ja selbst nicht genügend wahrnimmt.

              Abgrenzen heißt, für sich und seine Familie Veranwortung übernehmen.
              Das ist ganz wichtig. Und die Erfahrung lehrt, dass eine Lektion so lange wiederholt werdne muss, bis man sie gelernt hat. Leider.

    Tut mir sehr leid, daas dein Chef so ein Arschloch ist. Lass dir das nicht gefallen. Geh zum Arzt und lass dich ein paar Wochen krankschreiben. Vielleicht lernt er dann, dass man sich so nicht verhält.

    Wenn der meinen Kindern den Tod gewünscht hätte, wäre ich wohl die längste Zeit seine Angestellte gewesen.

    • Wenn es das gäbe, wäre so ein Verhalten des Chefs ein Grund zur fristlosen Kündigung ihrerseits mit Lohnfortzahlung bis zum Ende der regulären Kündigungsfrist.

      Gibt's aber leider nicht.

      • Wenn es was gäbe?

        Ich würde mir was neues suchen. Mit so einem choleriker arbeite ich nicht zusammen.

        • Na die fristlose Kündigung seitens der Mitarbeiterin mit Lohnfortzahlung.

          Wer seine Mitarbeiterin so übel denunziert und beleidigt, der hat es nicht anders verdient, als das die Mitarbeiterin sofort nicht mehr kommt und er aber den Lohn weiter zahlen muss.

          Gibts aber nicht.

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