Frage an die Bäckereiverkäuferinnen

    • (1) 04.10.17 - 20:43

      Hallo,

      ich arbeite seit einem halben Jahr als Verkäuferin (ungelernt) in TZ beim Bäcker. Das Betriebsklima ist so weit gut aber.... es hakt an allen Ecken und Enden. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen...

      1) Ständig wird mir von der Chefetage mein Kind "vorgehalten". Sprüche wie "andere Mütter im Betrieb geben ihres doch auch von 7-17 Uhr ab", "ach ihr Kind ist krank? Kann das nicht ihr Mann machen? Nein? Toll, das kommt dann wohl jetzt öfter vor" oder "Also wenn Sie den Kindergarten nicht bis 16.30 Uhr buchen muss ich noch mal gründlich nachdenken..." kommen beinahe wöchentlich. Es k... mich einfach nur noch an. Dabei wussten die bei meiner Einstellung genau daß ich ein 4jähriges Kind habe. Krank war ich selbst seit Eintritt in die Firma noch nie, und wegen krankem Kind habe ich genau einen Tag gefehlt.

      2) Meine anfangs besprochenen Arbeitszeiten werden auch nicht eingehalten sondern ich arbeite ganz kurzfristig nach Dienstplan. Den bekommt man immer nur eine Woche im Voraus, was natürlich mit Familie ganz toll ist.

      3) Überstunden gibt es eigentlich nicht, denn man wird immer Überzahlt. Wenn man z.B. statt 100 Std auf 104 Std kommt, werden ungefragt 110 Std ausbezahlt. So rutscht man natürlich jeden Monat etwas weiter in die Minusstunden, obwohl man eigentlich Überstunden gemacht hat. Die Überstunden kommen übrigens auch nicht durch Mehrarbeit, sondern weil man bewusst für mehr als die vertraglich vereinbarten Stunden eingeteilt wird. Habe das auch schon mehrfach beanstandet, allerdings mit mässigem Erfolg.

      4) Die Pausen sind denk ich mal Branchenüblich. Wer beim Bäcker arbeitet weiß was ich meine :-(

      5) Jetzt soll ich auch noch je eine Nach in Backstube und Konditorei arbeiten (2-10 Uhr) weil man angeblich nur so besser Bescheid weiß über die Produkte und somit auch besser verkaufen kann.

      Ist das zulässig? Oder üblich?
      Von Nachtarbeit steht definitiv nichts in meinem Vertrag...

      Und wie sieht es mit der Überzahlung aus? Ist das ok?

      Ich komme mir langsam echt veräppelt vor.
      Mein längster Dienst am Stück waren übrigens 9 Tage. So vergeht einem echt die Lust und Teilzeit mit Kind habe ich mir auch anders vorgestellt...


      Bin gespannt auf eure Antworten/Erfahrungen

      • Hallo!

        Sagen wir es mal so: wenn Du Minusstunden hast, und die innerhalb einer Kündigungsfrist nicht mehr "reinarbeiten" kannst, dann hat eben der Arbeitgeber Pech gehabt, wenn er Dir zu viel auszahlt. Also mach Dir da bloß keinen Stress.

        Mal je eine Nacht in die Backstube rein schnuppern ist keine schlechte Idee, weil du dabei eben wirklich andere Einblicke bekommst. Und es sind ja nur zwei Nächte.

        Wenn man Dir immer mit solchen bedenken kommt, aber deine Probezeit schon vorbei ist und du einen unbefristeten Vertrag hast, dann darfst Du drauf hinweisen, dass sie zu spät sind, um es sich nochmal zu überlegen.

        Und sind deine Wunsch-Arbeitszeiten schriftlich festgelegt?

        Du bist eine junge Mutter kurz nach der Elternzeit, und hast als ungelernte Kraft die Chance bekommen, als Bäckereiverkäuferin in Teilzeit zu arbeiten, anscheinend bei einem Familienunternehmen. Das könnte man durchweg auch als Chance ansehen. Du bringst ja nicht viel mit, was dich für den Arbeitsmarkt attraktiv macht. Gerade junge Mütter haben es natürlich schwer. Sie sind wegen Kinderbetreuung wenig flexibel, haben eine Doppelbelastung, dazu hast du anscheinend keine abgeschlossene Ausbildung für den Job. Und es ist doch immerhin besser als arbeitslos, oder was wäre denn deine Alternative?

        zu 1.: einfach nachfragen, "Was möchten Sie mir damit sagen?" Vielleicht macht sich die Chefin einfach nur Sorgen, ob deine vereinbarten Arbeitszeiten bei ihr so im Dienstplan auf Dauer integrierbar sind, und was sie macht wenn du weiter plötzlich ausfällst.
        Und zwischen "ständig hält sie mir vor" und einmal pro Woche ist doch noch ein Unterschied.
        Wenn es dich nervt, Mitarbeitergespräch ansetzen und in Ruhe drüber sprechen, wo es für dich klemmt.

        zu 2.: Dienstplan eine Woche im Voraus kenne ich so auch aus dem Einzelhandel. Damit kann man flexibler auf Urlaubswünsche eingehen. Wenn eine Diskrepanz zwischen Arbeitsvertrag und Dienstplan auftritt, sofort ansprechen.

        zu 3.: Wenn du für mehr eingeteilt bist, als vertraglich vereinbart, bitte ansprechen.

        zu 4.: ??

        zu 5.: Wenn du interessiert bist, dich in dem Job zu qualifizieren, solltst du über so ein kurzes Trainee doch dankbar sein. Ich würde mich freuen, wenn ich in anderen Abteilungen reinschuppern dürfte, um den Betrieb besser kennenzulernen. Damit steigt auch die Wertschätzung für die Leistung der Kollegen.

        Mir scheint, du siehst in allem nur das Haar in der Suppe - hast kein einziges gutes Wort über deinen neuen Job gefunden. Du solltest dich vielleicht - wenn eine Klärung nicht möglich sein sollte oder keinen Erfolg zeigt - doch von dem Job trennen, weil diese Einstellung nicht nur unheimlich anstrengend ist, sondern auch nicht gut fürs Betriebsklima ist.

        • Danke für deine ausfürhliche Antwort. Das war wirklich sehr hilfreich :-)
          Werde nun alles nochmal überdenken, denn der Job an sich macht mir großen Spaß und die Kollegen sind toll. Wie gesagt, es sind halt die gehäuften Kleinigkeiten "von Oben" die mir Bauchschmerzen gemacht haben. Und da ich aus einer völlig anderen Branche komme wusste ich nicht ob und was Üblich ist und was nicht...

          In meiner alten Branche ist kinderfreundliche Teilzeit leider nicht möglich, daher habe ich gewechselt und war froh hier unter gekommen zu sein.
          Wahrscheinlich habe ich alles zu eng gesehen, da ich nicht auf das Geld angewiesen bin und daher wenig Kompromisse eingehen werde. Andererseits mag ich auch nicht mehr ständig zu Hause sein, ich muss wieder raus unter die Leute :-)

          Nochmal vielen Dank!

          • Es hört sich jetzt für mich danach an, als hättest du ein Kommunikationsproblem. Ihr habt beide Seiten verschiedene Erwartungen, die man miteinander besprechen sollte. Dabei solltest du auch gut hinhören, was deiner Chefin wichtig ist. Vielleicht schafft ihr es, das diese "Kleinigkeiten" bei dir nicht mehr auf so viele ungute Emotionen stoßen und der Job dann für beide Seiten doch noch schön wird.

      Ich habe als Aushilfe beim Bäcker gearbeitet und kann dir sagen, ja Dienstpläne werden sehr kurzfristig erstellt bzw. geändert. Wir konnten uns immer für den Monat eintragen, aber die Stammbelegschaft hatte Vorrang und das in der Woche ohne Fragen getauscht wurde kam vor da ist mir so einiges an privat Verabredungen für durch die Lappen gegangen.
      Bei Wunscharbeitszeiten, lässt sich sagen nur wenn sie vertraglich festgehalten werden müssen sie beachtet werden. Ansonsten Pech gehabt, auch wenn es für die Kinder Betreuung doof ist.
      Krank war ich zwei Mal, beide Male durfte ich mir den Anschiss meines Lebens abholen, warum ich das nicht schon am Tag zuvor gewusst hätte 🙈. Und Kinderkranktage ist ja nochmal unberechenbarer bzw. du kannst dann ja nicht mal krank zur Arbeit kommen.
      Ob du 9 Tage durcharbeiten darfst, schaust du am besten im entsprechenden Gesetz nach. Und sagen wir so in meinem Vertrag steht alles was mir zu viel gezahlt wird, muss ich bei Nichterfüllung durch Kündigung zurückzahlen.

    • (7) 08.10.17 - 21:24

      Hey
      Ich bin gelernte bäckereichfachverkäuferin und arbeite derzeit teilzeit 80 std im monat.Meine beiden Kiddis sind 9 und fast 3 Jahre .

      Meine erfahrung ist egal in welcher branche du bist hast du mit kindern immer Schwierigkeiten , habe den monat 135 std gemacht statt meine 80 vereinbarten stunden aber dies macht mir erstmal nicht viel aus weil das Geld muss ja irgendwo her kommen und meine Filialleitung weiß sobald was mit meinen jüngeren was ist das ich auch zuhause bleibe und da hab ich weder schlechtes gewissen oder sonst was weil kinder werden krank und bei meiner Einstellung auch direkt gesagt das wenn der kleine krank ist das ich zuhause bleibe und auch kla das es dann etwas miese stimmung ist was ich auch aber verstehen kann aber so ist es nunmal .

      Schlimmere find ich nur diese ewig lang werdenen 21 uhr schichten hab mindenst 2-3 und im monat so 7-10 21 uhr schichten mit familie ist dann auch nicht mehr viel aber dafür ist ja auch noch ein Papa da :)

      Nimm dir das von oben nicht so ernst kein AG sieht es gerne das du krank bist oder sogar das kind noch krank ist steh einfach drüber

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