Die liebe Norm und ich ...

    • (1) 09.10.17 - 02:20

      Hallo miteinander,

      Gibt es unter Euch jemanden, der mit Ü30 ins Berufsleben eingestiegen ist und evtl. sogar noch Karriere gemacht hat - bzw. - sind hier Personalverantwortliche, die Ihre Einstellung bezüglich der Einstellung solcher Kandidaten preis geben möchten?

      Hier ein paar meiner Eckdaten: weiblich, Ü30, kinderlos ohne tickende biologische Uhr, spätes Studium, abgebrochene Ausbildung, abgebrochenes Erststudium, immer arbeiten gewesen, lange als Kleinunternehmer, dann "richtig", Selbstständigkeit eher in nicht angesehener/belächelter Branche (den Job habe ich aber anders interpretiert) ... also ein Lebenslauf, der schlimmer nicht sein könnte, obwohl ich immer wusste wohin der Weg gehen soll (sehr zielstrebig), doch die Wirrungen kamen zum Teil wirklich auch durch abstruse Verkettungen/Umstände zusammen - bzw. einfach durch das Leben so wie es wirklich ist.

      Habe mich noch nie beworben und mich plagen in dieser Hinsicht seit jeher Bauchschmerzen.

      Manchmal denke ich, mit meinen Erfahrungen und Einstellungen bin ich der Traum jedes Unternehmers, dann wiederum: vergiss es lieber, als Frau um die 30, die denken doch eh, du willst nur in Ruhe Kinder gebären .

      Was sind denn so Eure Meinungen, Erfahrungswerte?

      Freue mich über Antworten, die nicht an der Thematik vorbeischießen.

      Mit abgebrochener Ausbildung, abgebrochenem Erststudium und offenbar erfolglose Selbstständigkeit (bei erfolgreicher Selbstständigkeit hättest Du den Job ja noch), dazu aktuell noch kinderlos, bist Du wohl eher der Alptraum eines jeden Unternehmens ;-).

      Es hilft nur, Deine Fähigkeiten in den Vordergrund zu rücken (aber keinesfalls lügen) und bewerben, bewerben, bewerben #pro.

      Je mehr Bewerbungen Du schreibst, umso größer wird die Chance einen Job zu erhalten.

      Ich wünsch Dir alles Gute.

      LG

      • Vielen Dank für eine ehrliche Antwort!
        Also ist dieses starre Normdenken immer noch verankert?!
        War wirklich erfolgreich in meiner Selbstständigkeit, hatte andere Gründe, wie immer halt ;).

        Steh gewissermaßen am "Scheideweg": sich ehrlich gut verkaufen und endlich wie die Norm arbeiten ... oder komplett neue Selbstständigkeit auf die Beine stellen.

        Hab richtig Bock auf einen Job, der mich halt erfüllt und der halt zwangsweise komplett anders ist, als mein vorheriges Tun.

        Mich interessieren v.a. Erfahrungen anderer, die vielleicht ähnlich im Zickzackurs unterwegs waren und dennoch das erreicht haben, was eigentlich nur die perfekte Norm erreicht hat.

        Desweiteren ehrliche Gedanken/Vorurteile/pros/cons eines Personalers.

        Grüsse

          • Ehrliche Rückfrage: wie kommst du auf arrogant?

            Habe ich nicht (ver)urteilend gemeint ("starres Normdenken") - die breite Masse entspricht ja eher der Norm: Schule, Ausbildung, vielleicht kurzer Schlenker, Festanstellung, Familie - sind ja eher Ausnahmen, dass man mal komplett aus der Norm schlägt und mag halt nicht unbedingt deswegen automatisch in Ablage P landen ... Potential ist ja da (selbstbewusst und nicht arrogant)

            • (8) 09.10.17 - 10:03

              Wegen "war wirklich erfolgreich in meiner Selbstständigkeit"?

              In erster Linie so gemeint, dass mangelnder Erfolg nicht Grund fürs Beendigen dieser war und nicht, dass ich nun Millionär, die Beste war ...

              Habe einfach nur einen guten Job gemacht - beruht nicht nur auf Selbsteinschätzung ;)

        (10) 09.10.17 - 10:58

        Das "komplett anders" hab ich so gemeint: Festanstellung, etc. - habe für den Job auf den ich mich bewerben möchte, schon die richtigen/gewünschten Voraussetzungen - möchte jetzt nicht auf einmal etwas komplett Neues/Anderes machen, etwas dauerhaft Festes waere halt die grosse "Überraschung" im Lebenslauf und möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich nun eine Festanstellung möchte, da ich in Ruhe Kinder gebären will o.ä.

(11) 09.10.17 - 08:46

Huhu,

hier ich #winke

12. Klasse erst im 2. Anlauf geschafft, Erststudium nicht geschafft, 2. Studium ebenfalls nicht, also 5 Jahre mal so eben verschenkt.

Dann Ausbildung gemacht und mit Auszeichnung abgeschlossen, danach BA-Studium und mit 2 abgeschlossen. (War mit fast 30 erst fertig.)

Eine! Bewerbung geschrieben und zum Glück direkt den Job bekommen. Mein Mann hat mich auf das Bewerbungsgespräch aber auch sehr gut vorbereitet. Er führt Bewerbungsgespräche selbst durch. Das war natürlich vorteilhaft. Karriere mache ich nicht, aber will ich auch gar nicht.

Alles Gute für dich

  • (12) 09.10.17 - 08:57

    Danke :)
    Ehrlich, habe im Gefühl, dass es bei mir (hoffentlich) auch so laufen wird - erste und einzige Bewerbung und Zack.

    Möchte mich ja nicht zwecks Festanstellung bewerben, sondern weil die Stellenausschreibung passt.

    Also, 1x Hoffnung :)

    (13) 09.10.17 - 09:09

    Worauf hat er denn am meisten Wert gelegt - ich meine deinen Mann in der Vorbereitung?

    Natürlich muss man seinen Weg plausibel erklären, was war eurer Meinung die größte (gedachte) Hürde: Alter, Frausein, mangelnde Berufserfahrung, scheinbares Nichtwissen-wollen was und wie ...

    Freue mich über jegliche Anregungen :)

    • (14) 09.10.17 - 09:18

      Er hat darauf Wert gelegt, dass ich meine "Umwege" plausibel erklären kann und ich sollte mir bewusst machen was ich kann und was auch nicht und genau solche Fragen kamen dann natürlich auch.

      Bayrische Firma, reiner Männerberuf. Ich war seit langem die 1. Ingenieurin die eingestellt wurde. Mittlerweile gibt es 3.

      Vielleicht kannst du dir irgendwie zurechtlegen wie du denen klar machst, dass du keine Kinder willst. Zumindest habe ich es so bei dir verstanden. Das ist immer genau der Punkt, der viele einfach abschreckt. Klar geht es die nichts an, aber vielleicht hilft es ja.

      • (15) 09.10.17 - 09:56

        Danke für deine Antwort!

        Plausibel erklären geht, auch wenns manchmal für andere unverständlich/absurd ist :)

        Kinder sind nicht komplett aus Lebensplanung gestrichen, nur eben definitiv nicht die nächsten Jahre, und falls durchaus kooperativ hinsichtlich UN bzw. sehr schneller Wiedereinstieg (mag Arbeit) - bitte aber nun keine Diskussion Kind&Karriere ;) - ich werde erst wissen, wie ich mich verhalte, wenns denn da ist, dann erst steck ich in der Haut

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