bin ich unterhaltspflichtig für Kind meines Ehepartners

    • (1) 19.10.17 - 09:34

      Liebe Gemeinschaft,
      ich bitte um eure Unterstützung/Hilfe zu meinem folgenden Anliegen.
      Ich bin seit 19 Jahren verheiratet und lebe mit meinem Mann und unserem Sohn (wird im Dezember 18 Jahre alt) in gemeinsamen Hausstand (Eigentum), Mein Mann hatte im letzten Jahr eine kurze Affäre mit einer anderen Frau. Hieraus ist ein Kind hervorgegangen, welches im August 2017 geboren wurde. Die Ex-Geliebte stellt nun Forderungen wegen Unterhaltszahlungen an meinen Mann. Diese Frau ist ebenfalls verheiratet, lebt aber seit einigen Monaten getrennt von ihrem Mann. Klar, das mein Mann Unterhalt bezahlen muss, wenn der denn auch wirklich der Kindsvater ist.

      Zu meiner Frage:
      Wird mein Einkommen bei der Festlegung der Unterhaltsberechnung auch herangezogen ?. Es ist ja nun nicht mein Kind. Das Jugendamt verlangt nun Auskünfte über meine Vermögenswerte, u.a. soll ich meine monatlichen Einkünfte offenlegen.
      Muss ich dem nachkommen ? Wir haben beide regelmäßige Gehaltseinkünfte, die auf ein gemeinsames Konto gehen. Mann Mann verdient monatlich € 1.150 und ich € 1.700.
      Wir haben eine Hausfinanzierung und laufende Verbindlichkeiten, d.h. kommen mit unserem Geld im Monat gerade so hin.
      Kann mir bitte jemand ein Rat geben, ich bin sehr verzweifelt. Vielen Dank und Grüße
      su1965

      • (2) 19.10.17 - 10:08

        Hallo

        Nein, dein Gehalt spielt erstmal keine Rolle und du musst dein Gehalt nicht offenlegen. Das Ja geht das nichts an.
        Aber.. da dein Mann nur so wenig verdient, wird er zum Mangelfall und da sieht es schon anders aus. Ein Gericht kann dadurch seine Selbstbehalt(1000 Euro) senken auf 880 Euro. Somit muss er dann davon auch Unterhaltszahlungen leisten. Im Übrigen ist er auch der Mutter zu Unterhalt verpflichtet. Was ihr für Verbindlichkeiten habt, ist erstmal egal. Der Kndesunterhalt(für beide Kinder) geht vor.
        Bedenke auch, das dieses Kind auch Erbansprüche an eurem Haus hat.
        Für mich wäre die Ehe beendet.
        Ist er denn schon offiziell als Vater eingetragen? Ist er sicher der Vater?

        (7) 19.10.17 - 11:28

        Vielen Dank für eure Hilfe. Die Vaterschaft hat er noch nicht anerkannt. Seine Ex hat bei Geburt angegeben, dass mein Mann der Vater ist. Mein Mann verdient weniger weil er Steuerklasse 5 und ich 3 bin. Wäre vielleicht ein Wechsel beide in 4 ratsam, dann würde er auch monatlich mehr verdienen.
        Unser Sohn geht in die 12.Klasse und wird die Schule im Sommer 2018 beenden.
        Überlege das Haus auf den Sohn zu übertragen. Meint ihr das getrennte Konten sinnvoll wären.?
        Ich kann meinen Mann nicht einfach rauswerfen, da ihm das Haus auch zur Hälfte gehört. Wenn er sich eine Wohnung nimmt kommen ja zusätzliche Kosten auf uns zu.
        so wie jetzt kann es aber auch nicht weitergeben, da das Vertrauensverhältnis zerstört ist.
        Vielen lieben Dank bin am Boden zerstört.

        • (8) 19.10.17 - 12:00

          Wem gehört das Haus? Gab es einen Vaterschaftstest? Möchtest du dich trennen oder machst du das vom Ergebnis abhängig?

          (9) 19.10.17 - 12:03

          Hallo

          Falls er der Vater ist, muss er in eine andere Steuerklasse nehmen(die 4 nämlich) und danach wird dann der Unterhalt berechnet.

          (10) 19.10.17 - 12:44

          Das Haus einfach übertragen ist eine nette Idee, aber da müsst ihr euch dringend anwaltlich/ beraten lassen, immerhin könnt ihr nicht absichtlich das potentielle Erbe/ Besitz des anderen Kindes schmälern. Solche Tricks hat der Gesetzgeber auch erkannt...

          Wenn das zweite Kind ehelich geboren ist, ist immer erst mal der Ehepartner der Vater (hatten den Fall auch im Bekanntenkreis, war sehr unschön), das wird mit ggf gerichtlichen Vaterschaftstest und dann gerichtliche Anerkennung laufen.

          • (11) 19.10.17 - 13:41

            Hallo

            Natürlich können sie das Haus übertragen. Sie könnten es auch verkaufen und das Geld verprassen. Wo steht, das man was vererben muss? Nirgends. Oder der Mann überlässt der Frau das Haus und sie überträgt es.
            Es zählt das zur Erbmasse, was bei Tode da ist. Und das Haus gehört ihrm eh nur zur Hälfte. Also würde von seinem Teil die Ehefrau 50% erben und den Rest müssten sich die Kinder teilen.
            Aber bei dem geringen Einkommen wird keiner von beden das Haus halten können

            • (12) 19.10.17 - 14:29

              Theoretisch gibt es noch die Ausgleichungspflicht, eines Tages WIRD der Mann sterben, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Daher der Rat, sich dringend rechtlich beraten zu lassen, bevor da große Beträge umgeschoben werden, das würd ich nur mit Expertenrat tun (und dazu zähl ich dieses Forum jetzt nicht). Anwaltlicher Beistand scheint mir in dieser Situation ohnehin sinnvoll... wobei wie du völlig richtig sagst, das Haus halten scheint mir unter diesen Voraussetzungen sicher schwierig, aber das wird ein 18/19 jähriger mit seinem ersten Gehalt sicher auch nicht können.

              • (13) 19.10.17 - 14:30

                Das ist wohl richtig. Am besten verkaufen, vielleicht schuldenfrei rausgehen.
                Für mich wäre die Ehe beendet. Fremdgehen und dann noch zu doof zum verhüten.
                Oh man.

                (14) 23.10.17 - 21:06

                Hallo!
                "Theoretisch gibt es noch die Ausgleichungspflicht,"

                Aber nur 10 Jahre Rückwirkend.Wenn der KV also nicht in den nächsten 10 Jahren verstirbt ist nichts mehr auszugleichen.

            (15) 19.10.17 - 14:30

            vielen Dank für eure hilfreichen Beiträge. Da die Sache noch sehr frisch ist, muss ich mir
            überlegen, wie ich weiter verfahren soll. Ein Verkauf des Hauses kommt derzeit nicht in Frage. Werde mich mal über einen Anwalt beraten lassen.

(17) 19.10.17 - 10:10

Noch etwas. Wenn euer Knd 18 wird und sich nicht mehr in der allgemeinen Schulbildung( bis 12 Klasse) befindet, ist er im Unterhalt an letzter Stelle.

(18) 19.10.17 - 10:22

Hat er die Vaterschaft anerkannt?

(19) 19.10.17 - 10:27

Ist es sicher dass er der Vater ist? Vor allem: solange die Frau noch verheiratet ist zählt der Ehemann als Vater!

(20) 19.10.17 - 17:13

Anwalt fragen!

So lange sie verheiratet ist und das Kind ehelich geboren wurde, zählt zunächst der Ehemann als Vater.
Wurde schon ein Vaterschaftstest gemacht? Selbst wenn dann dein Mann der biologische Vater wäre, müsstet ihr sowieso klären lassen, wer dann der rechtliche Vater ist. Erbe, finanziell usw.

  • (21) 19.10.17 - 17:39

    Es wurde noch kein Vaterschaftstest gemacht

    • (22) 19.10.17 - 17:44

      dann würde ich das als erstes machen.

      in einer Beziehung zu vertrauen, finde ich gut und wichtig

      bei einer Affäre, noch dazu noch verheiratet, würde ich als erstes mal sicher sein wollen.
      wenn sich die Mutter sicher ist, prima. Das ändert jedoch noch nichts daran, dass ihr Noch-Mann u.U. automatisch als Vater gilt.

      Die Vaterschaft müsste dein Partner ja sowieso erst anerkennen. Auch das würde ich in einem SOLCHEN Fall ERST wenn die biologische Sachlage klar ist.

      Bis dahin: Anwalt fragen, was finanziell auf euch zukommen KÖNNTE
      und ab welchem Zeitpunkt ihr dem Jugendamt Auskunft geben müsst.

      Den teuersten raussuchen können sie sich nicht. :-p

      • (23) 19.10.17 - 17:46

        "Den teuersten raussuchen können sie sich nicht. :-p"

        Nach dem Motto: erst mal die finanziellen Mittel prüfen lassen und wenn es da nichts zu holen gibt, wäre es dann doch der eigene Mann :-p

        Erst Vaterschaftstest, dann Unterhalt. Nicht wer mehr zahlen kann, ist der Vater. Sondern wer der Vater ist, muss zahlen (in eurem Fall zusätzlich noch zu prüfen, wer zuerst: der rechtliche oder der biologische - oder vielleicht ist der rechtliche sogar der biologische)

(25) 19.10.17 - 21:23

Ich kann deine Verzweiflung gut verstehen, bin aber leider nur ein Laie, was die juristische Seite angeht. So lange dein Ehemann die Vaterschaft nicht anerkannt hat, muss er meines Wissens noch keinen Unterhalt bezahlen. Außerdem sollte natürlich erst das Ergebnis des Vaterschaftstests abgewartet werden, da ich den Aussagen der Geliebten nicht so ohne weiteres Glauben schenken würde. Rechtlich gesehen ist zunächst der Ehemann der Geliebten der rechtliche Vater. Dieser müsste dann die Vaterschaft anfechten und wäre dann bei einer Vaterschaftsanerkennung durch deinen Mann auch rechtlich gesehen nicht mehr der Kindsvater.

Was das Jugendamt angeht, könnte ich mir schon vorstellen, dass sie auch von dir Auskünfte verlangen dürfen. Natürlich wirst du dem Kind gegenüber keine direkte Unterhaltsverpflichtung haben, aber dein Gehalt kann evtl. auch angerechnet werden. Dein Mann wäre dann evtl. doch leistungsfähig, weil euch beiden ja durch dein Gehalt mehr Geld zur Verfügung steht. Allerdings müssen auch eure laufenden Verbindlichkeiten und der Kindesunterhalt eures Sohnes berücksichtigt werden. Ich würde daher auch zu einem Rechtsanwalt gehen, der klären soll, ob dein Mann auch wirklich leistungsfähig ist. Vielleicht gilt er auch als Mangelfall und muss nur den Mindestunterhalt bezahlen.

Ansonsten würde ich mir an deiner Stelle ernsthaft überlegen, ob du an der Ehe noch festhalten möchtest. Ich würde es nicht tun, da euer Vertrauensverhältnis ja bereits jetzt zerstört ist. Sofern du deinen Mann nicht auszahlen kannst, müsstet ihr das Haus verkaufen. Ob das die Bank so einfach mitmachen würde, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

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