Probleme mit Teil-BV

    • (1) 24.10.17 - 15:34

      Hallo zusammen,

      meine Frage ist etwas speziell, aber vielleicht kann mir trotzdem jemand weiterhelfen.
      Ich habe eine halbe Stelle in der aufsuchenden Familientherapie und Familienberatung. Nun bin ich schwanger (mittlerweile 20. SSW) und habe keine Immunität gegen Cytomegalie. Daher habe ich nun ein BV für die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren, das betrifft knapp die Hälfte meiner Klienten.
      Meine Chefs versuchen zwar, mir andere Aufträge zuzuteilen, aber mir fehlen regelmäßig Stunden. Wenn das so weitergeht, werde ich mit mindestens 50 Minusstunden auf dem Arbeitszeitkonto in den Mutterschutz gehen, die ich nach der Elternzeit dann nacharbeiten muss! Alternative wäre wohl auch noch, den Vertrag heruntersetzen zu lassen, das bedeutet aber dann weniger Elterngeld!
      Ist das wirklich ok, dass ich nun durch das BV entweder Minusstunden anhäufe oder weniger Geld bekomme? Soweit ich weiß, sollten durch ein BV keine Nachteile für die Arbeitnehmerin entstehen...

      Das hat arbeitsrechtlich tatsächlich nicht mal etwas mit BV oder nicht BV zu tun. Du stellst deine Arbeitskraft zur Verfügung. Das deine Chefs nicht genügend Arbeit haben ist nicht dein Problem. Sie befinden sich dadurch im sogenannten Annahmeverzug. Dadurch dürftest du auch nicht einfach so Minusstunden aufbauen, wenn du nicht im BV wärst.

        • Bist du bei Verdi? Dann lass dich dort doch noch mal beraten. Oder hast du eine Rechtsschutz die Arbeitsrecht mit einschließt? Dann lass dir einfach ein SChreiben aufsetzen, dass deine Chefs auf den Annahmeverzug hinweist und fertig. Dann ist nix mit nacharbeiten. Bzw. hast du es bei deinen Chef denn schon mal angesprochen, dass das Quatsch ist mit den Minusstunden`?

          • Ja, ich bin bei Verdi.
            Ich habe darüber bisher nur mit meiner direkten Vorgesetzten gesprochen, die ist zwar fachlich fit, arbeitsrechtlich aber nicht. Als nächstes spreche ich mal den eigentlichen Chef an, vielleicht lässt es sich ja schon klären.

    Sorry, aber wer ist auf die Idee gekommen, dir die Beratung von Klienten mit Kindern unter 3 Jahren zu untersagen? Du hast keinen Körperkontakt zu den Kindern? Wenn die Kinder bei den Eltern auf dem Arm sind - dich kennen sie ohnehin nicht - besteht keine Infektionsgefahr. Einfache Hygienemaßnahmen genügen.

    Wer hat denn diese Entscheidung getroffen? War das ein Betriebsarzt?

    • Ich finde es auch total blödsinnig. Meine FÄ hat mir ein Attest ausgestellt, das den engen körperlichen Kontakt zu Kindern unter 3 verbietet. Den habe ich tatsächlich nicht, wenn ich die Eltern berate!
      Jetzt meinte aber die Dame in der Personalabteilung, ich müsse zur rechtlichen Absicherung des AG jeglichen Kontakt zu Kleinkindern meiden. In meinen Augen auch total schwachsinnig und meine Klienten verstehen es auch nicht...

      • Hier läuft einiges ganz arg schief!

        1. Die Frauenärztin hat sich da überhaupt nicht einzumischen, das ist nicht ihre Zuständigkeit!

        2. Die Entscheidung der Personalabteilung ist so nicht haltbar. Diese Entscheidung wurde aus Angst und Unwissenheit getroffen.

        3. Wende dich bitte an die Aufsichtsbehörde für Mutterschutz und laß dich beraten. Diese Tätigkeit kannst du weiter ausführen, Hygienemaßnahmen genügen, eine erhöhte Infektionsgefahr besteht nicht, solange du keinen ENGEN Körperkontakt zu den Kindern hast. D.h. sie nicht auf den Arm nimmst, keine Tränen wegwischst, keine Windeln wechselst. Und wenn doch, dann mit Handschuhen und Händedesinfektion.

        • Die FÄ darf es in diesem Fall, weil sie durch meinen AG damit beauftragt wurde. Die Frau von der Personalabteilung meint, es würde keinen Betriebsarzt geben (was an sich auch komisch ist).
          Da es nun schon für alle Klienten eine Vertretung gibt, werde ich jetzt an dem BV an sich auch nicht mehr viel rütteln, ich möchte nur nicht, dass mir durch diese unnötige Maßnahme auch noch Nachteile entstehen.

          • Dein AG kann keinen beliebigen Arzt damit beauftragen. Da kommt nur Chaos dabei heraus, wie man ja in deinem Fall sieht.

            Nur ein Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner ist befugt, diese arbeitsplatzbezogenen Gefährdungen einzuschätzen. Und jeder AG hat einen Betriebsarzt oder muss einen haben! Wenn nicht, wird es höchste Zeit das zu ändern.

            Sehr unprofessionell wie das gelaufen ist. Und noch was: Die U2 wird die Kosten für das BV nicht erstatten müssen, also bleibt dein AG auf deiner Lohnfortzahlung evlt sitzen. Das sollten sie bedenken, bei der Fehlentscheidung.

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