Was wenn Arbeitgeber keine Rücksicht nimmt?

    • (1) 11.11.17 - 10:46

      Huhu ihr Lieben,
      Ich bin recht frisch schwanger (morgen 6ssw) und mir grault es schon davor wieder arbeiten zu gehen. Momentan habe ich noch bis Ende November Urlaub und werde es dann direkt meinem AG mitteilen.
      Ich arbeite in einer Drogerie und weis, dass meine Chefin nicht viel Rücksicht nehmen wird. Sie ist selbst direkt mach dem Mutterschutz wieder gekommen und hatte bis zum Schluss noch die Container verräumt mit bis zu 15kg Paketen trotz komplikationen....
      Sie hat sich letztens tierisch über eine andere Kollegin aufgeregt die sich geweigert hat in ihrer SS noch schwere Dinge zu verräumen. Außerdem müssen wir jedes mal zum Ware aus dem Lager holen 2 Stockwerke in den Keller "klettern" weil Madam den weg versperrt mit allen möglichen Sachen. Von 10 Stunden Schichten mit ner Stunde Pause brauch ich garnicht erst reden (und das bei Teilzeit).

      Soll ich das meiner FA direkt so mitteilen?
      Stelle mich eigentlich nicht so an aber da ich weis das keine Rücksicht genommen wird (durfte auch nach nem Bandscheibenvorfall direkt normal weiter verräumen ohne Rücksichtnahme auch dort nix leichtes wie Shampoo oder Co.) find ich es schon echt ätzend :/

      • Ich gehe mal davon aus, dass du bei einer der großen Ketten arbeitest? Dann hast du auch noch einen Bezirksleiter, mit dem du darüber sprechen solltest, sobald Probleme auftreten.
        Die Arbeitszeitplanung zum Beispiel muss sie sofort anpassen, wenn du es ihr mitgeteilt hast. Dann sind Überstunden halt nicht mehr drin. Sollte sie sich nicht daran halten sprich mit eurem BV oder im Zweifel auch mal mit eurem Betriebsrat.
        Was die zugemüllte Treppe angeht. Das ist kein Problem des Mutterschutz, sondern ein allgemeines Problem. Das darf sie einfach nicht. Punkt. Hat sie noch nie Ärger mit den Herren von der Feuerwehr gehabt? Ansonsten einfach an den Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen wenden. Sowas geht einfach nicht.
        Zum Thema Heben: Besprich mit ihr ganz klar, welche Abteilungen du in Zukunft gerne machen würdest, und was einfach nicht geht. NUr weil sie meint WPR veräumen zu müssen in der SS ist das ihr Problem. DEO, Kosmetik, OTC etc. ist für dich ja alles weiterhin kein Problem. Sollte sie sich nicht in der Lage dazu fühlen dir Sachen zuzuteilen, die sich mit einer Schwangerschaft vereinbaren lassen, dann solltest du auf eine Gefährdungsbeurteilung bestehen. Schweres Heben ist davon Bestandteil. Will sie das nicht, dann wende dich an deinen Bezirksleiter oder die zuständige Dame in der Perso.
        Die großen Ketten haben jeden Tag Meldungen über Schwangerschaften auf dem Tisch. Das sollte eigentlich nicht zu Problemen führen, sondern professionell gehandhabt werden. Wenn deine Chefin da noch ein bisschen Nachhilfe braucht, dann wird eure Zentrale ihr die wahrscheinlich gerne geben. Denn sich vorwerfen zu lassen mit Schwangeren schlecht umzugehen will eigentlich keines der Unternehmen.

        • Das hast du so toll geschriebeb, dass man sich dort nur anschließen kann...

          Alles liebe

          Grundsätzlich unterschreibe ich das alles genauso. Bei uns hauen leider nach und nach die Kolleginnen ab und wechseln in andere Filialen weil es katastrophal zugeht. Unsere BZ hält leider extrem viel von ihr. Als meine Kollegin sich geweigert hat die Schütten im 4ten Monat rauszustellen (etwa 30 Flaschen Waschmittel) hat es Theater ohne Ende gegeben :/ habe ja schonmal versucht kein WP mehr zu räumen direkt nach dem Bandscheibenvorfall das war ihr nach einer Woche auch wieder wumpe. Man soll sich halt nicht so anstellen :/

          • Dein Bandscheibenvorfall ist auch solange nicht die Baustelle Deiner Vorgesetzten, solange Du kein Attest vorlegst.
            Jetzt während der Schwangerschaft gibt es exakte Vorgaben, an die sich Dein AG zu halten hat und darauf kannst Du bestehen. Du bist doch erwachsen genug, nein sagen zu können, wenn Du Aufträge bekommst, die dem Mutterschutz widersprechen.

            Alles Gute
            W

              • Und Du hast gesagt: "Ich darf xy aktuell wegen meines Banscheibenvorfalls nicht machen, bitte beachten Sie dazu das Attest, das ich Ihnen vorgelegt habe!" und die hat Dich mit vorgehaltener Waffe gezwungen, doch mehr zu heben?

                Aha und sie hat sich für das Attest nicht interessiert und Dich wie genau gezwungen,
                doch dauerhaft schwerer zu heben?
                Sorry, Du arbeitest doch nicht in einer Einmannklitsche, sondern in einem Riesenunternehmen und es gibt noch zig Hierarchiestufen über dieser Dame sowie einen Betriebsrat.
                Warum bestehst Du nicht auf Deinem Recht (damit meine ich jetzt kein BV, weil Du den Weg des geringsten Widerstandes gehen möchtest)?

                Gruß,
                W

      Dein AG hat sich ans Gesetz zu halten inkl. Gefährdungsbeurteilung. Ansonsten gibt's das Gewerbeaufsichtsamt, Über deren Besuch sich deine Chefin bestimmt freuen wird.

      (10) 11.11.17 - 11:00

      Mach dir da mal keine Gedanken. Gegen das Mutterschutz Gesetz kann sie sich nicht stellen. Und wenn sie das wirklich vom dir verlangt nur weil sie selbst so verrückt ist/war dabn schildere das deiner frauenärztin. Sobald eine Gefährdung für das Kindeswohl und auch für die Mutter besteht kann dir ein Beschäftigungsverbot ausgestellt werden. Bzw kann dir das eigentlich immer ausgestellt werden.
      Sie MUSS sich an einige Richtlinien halten. Wenn sie selbst so bescheuert war ist das ihr eigenes Ding.
      Viel Glück:-)

    (12) 11.11.17 - 11:01

    Ist das eine große Kette? Habt ihr einen Betriebsarzt? Ich würde bei dem einen Termin machen. Gesetzlich ist das alles klar geregelt, egal ob es deiner Chefin gefällt oder nicht. Wenn der Arbeitsplatz nicht entsprechend gestaltet werden oder du umgesetzt werden kannst, gibt es ein BV.

🤔 dann frage ich mich doch, warum du überhaupt in dieser Firma arbeitest...als Schwangere fällst du unter das MuSchuGesetz und bist entsprechend geschützt. Du darfst Pausen machen, schwere Sachen stehen lassen und musst dich nicht von deiner Chefin schikanieren lassen. Nur weil sie das Leben ihres
Kindes gefährdet hat, brauchst du das nicht zu tun. Wenn sie gar keine Einsicht zeigt, lass dich krank schreiben oder versuche ein BV zu bekommen...liebe Grüße und alles gut für dich

  • Mir gefällt die Arbeit sehr und auch wenn meine Chefin in manchen Sachen echt einen an der Waffel hat mag ich das Unternehmen und meine Kollegen. Arbeite ja auch "nur" 20Std. die Woche. Denke aber auch, dass es auf ein BV hinauslaufen wird...

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