AG will Urlaub nicht auszahlen?!

    • (1) 12.11.17 - 18:31

      Hallo zusammen,
      Kurze Schilderung der Situation:
      Seit August 2016 beschäftigt, Vertrag befristet auf 2 Jahre. Im Januar 2017 schwanger geworden, 12 Wochen krank geschrieben bis April, anschließend ins BV geschickt worden. ET Mitte September, Mutterschutz bis Mitte November, Elternzeit eingereicht bis Vertragsende Juli 2018.
      Am 1. Januar 2018 trete ich eine neue Stelle an, unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündige ich also Ende November zum 31.12.2017.
      Mein AG hat bereits angekangekündigt, den Urlaub nicht auszuzahlen - Wer nicht arbeitet, hat keinen Urlaubsanspruch.

      Wie sieht das aus, bis einschließlich November habe ich doch Anspruch gesammelt, oder?
      Immerhin würde ich schon auf den Resturlaub und Überstunden aus 2016 verzichten, da ich seit Mitte Januar krank geschrieben/ im BV war, könnte ich die ja auch nicht nehmen, sind immerhin auch 6 Tage insgesamt.
      Oder bin ich total auf dem falschen Dampfer?

      Mein AG und ich gehen leider nicht im Guten auseinander, er wollte mich aufgrund der Krankschreibung wegen der Schwangerschaft direkt im Januar kündigen.

      Wie gehe ich jetzt richtig vor?

      • Hallo!

        Hattest Du vor der Krankschreibung und der BV schon Urlaub beantragt oder gibt es einen Betriebsurlaub für alle? Die Zeiten, die da ins BV gefallen sind, gelten als gewährter Urlaub, du warst ja nicht krank, sondern nur schwanger, dazu gab es bereits ein Urteil. Bei Urlaubstagen, die nicht bereits verplant waren bzw. in die Zeit der Krankschreibung gefallen sind, muss der Arbeitgeber sie auszahlen. Da kannst Du Klage einreichen mit sehr guten Erfolgsaussichten.

        • Das ist inzwischen überholt, der Urlaub gilt während des BVs nicht als verbraucht, egal ob beantragt oder nicht, dazu gibt es ein neues Urteil!

          Somit muss der AG ihr für die ganze Zeit Urlaub auszahlen und zwar bis einschließlich Kündigungszeitpunkt, auch für die Elternzeit!

      Hatte der Betrieb im Sommer Betriebsferien?

      Aus Sicht des AGs kann ich den Ärger verstehen. Er hat dich für 2 Jahre eingestellt und du hast 5-6 Monate gearbeitet, aber verlangst Urlaub für ganze 16 Monate, dabei warst du von 16 Monaten ganze 10-11 Monate gar nicht arbeiten. Davon musste er 6 Wochen lang deinen Lohn im Krankheitsfall fortzahlen, vielleicht sogar länger (je nach Diagnosen). Die AG fühlen sich da eindeutig vom Rechtssystem benachteiligt. Den Urlaub, ggf. auch das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld zahlt nicht die Umlagekasse, sondern der Betrieb.

      Wenn man das mal von der AG-Seite anschaut, kann man doch nachvollziehen, dass er (milde gesagt) nicht glücklich ist. Er wird sich schwertun, demnächst wieder junge Frauen einzustellen.

      Urlaubsanspruch hast du insgesamt für 16 Monate erworben, wobei in Zeiten von Betriebsurlaub auch für dich Urlaubstage abzuziehen sind, wie für alle anderen Mitarbeiter auch.

      • Danke für deine sachliche Auskunft.

        Ob der Arbeitgeber in einer glücklichen Situation ist oder nicht, obliegt dir nicht zu beurteilen, da du nicht alle Facetten dieses Zusammenspiels kennst.
        Immer schön an die Geschichte des blauen Buches denken. Ich erzähle sie dir gerne.

        • Ich kenne das blaue Buch nicht. Kannst es aber gerne erzählen, was vorgefallen ist. Nur sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass auch AG manchmal "zufällig" hier mitlesen. Hab ich schon erlebt.

          Prinzipiell hast du den Rechtsanspruch auf Auszahlung überzähliger Urlaubstage, abzüglich derer die in die Betriebsferien fielen, während du freigestellt warst.

          Ich bin lediglich mal auf die AG-Seite rüber, um zu sehen, wie es sich aus der Sicht "anfühlt". Wenn man sich in beide Seiten hineinversetzt, gibt es ein abgerundeteres Bild.

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