Entscheidungshilfe gesucht

    • (1) 22.11.17 - 09:15
      Inaktiv

      Hallo liebe Gemeinde,

      ich bräcuhte ein paar Meinungen zu folgendem Sachverhalt:

      Mein Mann hat ein tolles Jobangebot bekommen, bei denen ich folgende Vorteile sehe:

      - großes Unternehmen, welches nur sehr selten Quereinsteiger bzw. Ungelernte aufnimmt
      - Tarifvertrag
      - 32 Tage Urlaub
      - Urlaubsgeld / 13. Monatsgehalt
      - zwar Schichtdienst aber trotzdem relativ geregelte Arbeitszeiten
      - guter Verdienst
      - 38-Stundenwoche

      Jetzt kommt aber das große Aber: Es handelt sich erst einmal um einen Einjahresvertrag. Beim Vorstellungsgespräch sagte man ihm zwar, das dies momentan so üblich sei und dieser dann bestimmt verlängert wird, aber schriftlich hat er dies nicht.

      Momentan hat mein Mann einen Job mit folgenden Eckdaten:

      - relativ geregelte Arbeitszeiten, es kann aber immer kurzfristig etwas dazwischen kommen
      - relativ hoher Stresslevel
      - realtiv guter Verdienst, allerdings mit geringem Grundlohn und er Rest über Zulagen, d.h. wenn er Urlaub hat oder mal frei hat, weil seine Tour ausfällt, macht sich dies extrem auf dem Lohnzettel bemerkbar.
      - unbefristeter Arbeitsvertrag und wahrscheinlich würde er nur gekündigt werden, wenn die Firma pleite geht, denn sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm

      Ich bin ja der Meinung, dass er es riskieren soll, es ist wahrscheinlich die letzte Chande, sich beruflich noch einmal umzuorientieren, denn er ist nun auch schon 40. Falls der Vertrag nicht verlängert wird, bekommt er sicherlich relativ schnell wieder einen Job in der alten Branche, da dort immer Leute gesucht werden. Ich arbeite auch Vollzeit, so dass es auch nicht so sehr schlimm wäre, wenn er 1, 2 Monate ALG I beziehen würde.

      Was meint Ihr?

      Vielen Dank für Eure Antworten.

      • (2) 22.11.17 - 09:25

        Hi,
        das Wichtigste ist Spaß am Job und nicht die Parameter, die du hier aufzählst.

        Mein Mann hat eine 60 Std. Woche, arbeitet am Wochenende, etc. aber er liebt seinen Job. Er würde z.B. niemals in einen Konzern gehen, wo die Strukturen festgefahren sind ...ein 9-5 Job hätte.

        lg
        lisa

        • (3) 22.11.17 - 09:33

          Hallo,

          Sorry aber Deine Antwort ist nicht wirklich hilfreich. Natürlich sollte ein Job auch Spaß machen - und jeder kann sich glücklich schätzen, wenn er einen Job hat, der ihm Spaß macht. Trotzdem spielen auch andere Parameter sehr wohl eine Rolle - insbesondere dann, wenn man auch Verantwortung für Kinder trägt. Was nützt es mir, wenn ich einen Job habe, der mir Spaß macht und dabei am Existenzminum rumkrebse bzw. eine 60 h Woche habe?

          Du gehst nicht arbeiten, oder?

      (4) 22.11.17 - 10:43

      Hallo, dein Mann muss sich klar werden um was es geht. Geht es um bessere Arbeitskonditionen (Gehalt, Urlaub etc.) oder geht es um eine Neuorientierung. Je nachdem sind unterschiedliche Aspekte wichtig.

      In Vorstellungsgesprächen wird auch seitens der Unternehmen auch häufiger mal was vorgegaukelt. Was bedeutet denn "relativ geregelte Arbeitszeiten" - doch nichts anderes als das, was er jetzt auch schon hat - er muss flexibel sein ....
      Auch dass das Unternehmen "normalerweise keine ungelernten Kräfte" nimmt bedeutet doch nur nichts anderes, dass sie aufgrund ihrer Bedingungen (Geld, Jahresvertrag) zur Zeit einfach niemand Qualifizierten finden.

      Wenn es dein Mann als Chance versteht, sich beruflich weiterzuentwickeln, dann kann das eine Möglichkeit sein. Wenn er nur mit seinen jetzigen Bedingungen unzufrieden ist, dann muss er darüber mit seinem Chef sprechen (Grundgehalt erhöhen etc.).

      VG
      B

      • (5) 22.11.17 - 11:11

        Der neue Arbeitsgeber hat ein Schichtsystem, den Plan bekommt man für ein halbes Jahr im voraus, natürlich kann auch etwas dazwischen kommen, aber in der Regel weiß man frühzeitig, wie er arbeiten muss.

        Also die Bezahlung ist gut - Grundlage ist der Tarifvertrag.

        Sein Chef wird das Grundgehalt nicht erhöhen - und glaub mir, es ist wirklich frustrierend, wenn mein Mann ca.400 € weniger hat, nur weil er drei Wochen Urlaub hatte. Von Krankheit möchte ich gar nicht erst anfangen, denn bisher war er in 8 Jahren nicht einen TAg krank.

    (6) 22.11.17 - 10:47

    Was macht er denn beruflich? Also wie stehen die Chancen nach einem Jahr wieder was passendes zu bekommen?

    Also außer vom Gehalt(13.Gehalt) seh ich jetzt nicht sooo den Grund für Veränderung. Für mich persönlich wäre aber wichtig: wenn mir meine jetzige Arbeit Spaß macht.. Kollegen und Chef auch gut sind.. die Bezahlung angemessen ist und ein jobwechsel für einen karrieresprung nicht notwendig ist.. dann würde ich den neuen Vertrag nicht nehmen.

(8) 22.11.17 - 11:04

Bei einem Zeitvertrag würde ich es immer davon abhängig machen, wie gut die Chancen stehen, dass dein Mann im Falle der Kündigung bzw. des Ablaufs des Vertrags eine neue Stelle finden würde. Ist das aufgrund seiner Vita / Ausbildung kein Problem, würde ich den Wechsel wagen. Sieht es schwierig aus, im Falle eines Falles etwas neues zu finden, würde ich es nicht machen. Dazu muss man überlegen, in wie fern ein Zeitvertrag anderweitig Einfluss nehmen kann. Plant ihr z. B. alsbald eine Immobilienfinanzierung, wäre das ziemlich schlecht.

Das hohe Stresslevel, dass er jetzt hat, muss nicht zwangsläufig negativ sein. Mein Mann und ich haben auch oft Stress, ich eine 40-45h Woche und mein Mann teils eine 50-60h Woche, aber wir sind trotzdem zufrieden, weil der Rest (incl. des Gehalts) stimmt.
Ein niedriges Grundgehalt wird sich später auch auf Rentenzahlungen auswirken, weil die meisten Zulagen nicht in die spätere Rentenberechnung einfließen. Das sollte man auch bedenken, wenn es bei Deinem Mann der Fall sein sollte. Dafür ist ein höheres Grundgehalt meist wichtig.

Wenn er immer problemlos zurück in den alten Job käme, würde ich es machen, wenn es zu Eurer Familiensituation passt. Es kommt aber wie gesagt, auch immer etwas auf die Branche und die Erfahrung / Ausbildung an. Mein Mann hat seinerzeit eine einjährige Anstellung über eine Personalvermittlung gewagt, um den Fuß in eine andere Branche zu bekommen. Ein knappes Jahr später wurde er durch einen Headhunter abgeworben, hat seitdem eine Festanstellung und verdient jetzt mehr als das Doppelte. Bei ihm hat sich das Risiko mehr als gelohnt.

LG

(9) 22.11.17 - 23:56

Wie ich es verstehe, würde ich es machen. Tarifvertrag, Konzern, Arbeitszeit und hohes Stresslevel im alten Job scheinen wichtige Kriterien zu sein. Wären sie für mich u. U. auch. Ich würde es riskieren ... man sollte auch mal krank und im Bett bleiben können (blaumachen meine ich nicht).
und 40 ist hoffentlich noch nicht zu alt für eine Umorientierung. ;)

(10) 24.11.17 - 03:24

Also nach dem, was ich so im Freundes- und Bekanntenkreis mitbekomme, werden tatsächlich fast nur noch befristete Verträge geschlossen. Meist gibt es dann so 2-3 mal einen neuen 1-Jahres-Vertrag und dann folgt das unbefristete Arbeitsverhältnis.

Ich würde die neue Stelle wahrscheinlich annehmen! 👍
Weniger Stress und mehr Lohn (Tarifvertrag!) klingt doch super!

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