Abmahung wegen verlorener Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

    • (1) 23.12.17 - 23:28

      Hallo ihr Lieben,

      vielleicht weiß ja einer Rat und kann mich beruhigen.
      Ich habe eben in der Post eine Abmahnung meines Arbeitgebers erhalten, da ihm eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus Oktober fehlt. Diese habe ich aber 100% verschickt, sogar mit der Krankschreibung der Woche davor, die komischerweise angekommen ist.

      Der Brief ist auf den 15.12 datiert, ist aber erst heute angekommen, weil sie den Brief an meine alte Adresse geschrieben habe. Meine Adressänderung habe ich direkt Anfang August schriftlich und dann auch zwei mal telefonisch durgegeben.

      Jetzt macht mich das alles total nervös, weil ich ja 10 Tage nicht auf das Schreiben antworten konnte, nicht dass jetzt schon die Kündigung unterwegs ist, was ja eher unwahrscheinlich ist.

      Wenn ich krank war, habe ich das immer umgehend mitgeteilt, das heißt, mein Arbeitgeber wusste immer bescheid, wann und wie lange ich fehle.
      Ich bin schwanger, und die Arbeitsbedingungen entsprechen mit SIcherheit nicht den Mutterschutzrichtlinien (durcharbeiten, ohne Pause inkl Überstunden).

      Zur Information; ich bin Assistenzärztin in einem großen Krankenhaus.

      Greift bei solchen "schlimmen Vergehen", wie verschwundene Krankmeldungen, auch der Kündigungsschutz der Schwangerschaft?

      Auf den Stress hätte ich vor Weihnachten gut verzeichten können *heul*
      Ich hoffe, ihr könnt mich ein wenig beruhigen.

      Liebe Grüße und euch allen ein schönes Fest :-)

      • hallo,

        dir wird ja nicht direkt gekündigt, nur weil du eine Abmahnung bekommst.

        Etwas seltsam ist die Geschichte aber schon. In der Regel würde man doch bei einem fehlendem Dokument erst einmal nachhaken. Dass du direkt eine Abmahnung bekommst deutet eher daraufhin, dass man dich loswerden möchte. Was ist denn vorgefallen?

        Das ist bei einer schwangeren Mitarbeiterin doch viel zu aufwändig, besonders da ich annehme, dass du als Asistenzärztin eh keinen unbefristeten vertrag hast. Aber da mag ich mich irren.
        Auf jeden Fall würde ich mich zurücklehnen, du bist schwanger, bekommst bald dein baby und einen neuen Job nach der Geburt zu bekommen wird sicher nicht schwer sein.

        Das ist in der Tat seltsam.

        Wie ist denn sonst das Verhalten deines AG? Besonders in Bezug auf deine Schwangerschaft?

        Steht denn in der Abmahnung drin, dass du nun etwas tun sollst?
        Zumal sie erst jetzt damit kommen, sehr komisch.

        Aber im Zweifelsfall müsste der AG glaube ich beweisen, dass du die AU nicht abgegeben hast.

        Also abwarten und Tee trinken.

      • Die nicht eingetroffenen Krankmeldungen und die Abmahnung an die falsche Adresse sind das eine - die Arbeitsbedingungen das andere. Das sind doch zwei ganz verschiedene Themen. Warum verknüpfst du beides?

        zu 1: ich würde das Gespräch mit der Personalabteilung suchen und den Fehler mündlich klären. Bei einer schriftlichen Abmahnung steht dir natürlich zu, eine schriftliche Stellungnahme zu verfassen, von der du erwarten darfst, dass sie zur Abmahnung hinzu in deine Personalakte abgelegt wird.

        zu 2: Weiß dein AG denn von deiner Schwangerschaft? Du entbindest im Mai und hättest doch längst Gelegenheit gehabt, die Gefährdungsbeurteilung zu verlangen. Als Assistenzärztin kannst du die GFB sogar selber mal vorsorglich ausarbeiten und als Vorschlag mit dem Vorgesetzten durchsprechen. Wenn du selbst aktiv wirst, hat das den Vorteil, dass du dir überlegen kannst, welche interessanten Tätigkeiten du weiterhin ausüben kannst, ohne in der WBO allzusehr ausgebremst zu werden. Wenn da kein Interesse kommt, habt ihr mit Sicherheit einen Betriebsrat der dich in Bezug auf Arbeitsschutz unterstützt. In deiner Position hast du es wirklich nicht schwer mutterschutzgerechte Arbeitsbedingungen zu erwirken. Große Krankenhäuser haben gewöhnlich auch ein Konzept für Mutterschutz bei Ärztinnen, erkundige dich.

        Hallo!

        Jetzt schreib erst mal sofort einen Brief an den Arbeitgeber, dass Du die fehlende Krankmeldung natürlich nachreichen wirst, sobald dein Arzt wieder erreichbar ist und du dir eine Kopie holen kannst, wie du es gleich gemacht hättest, wenn man dich nur drauf angesprochen hätte.

        Kündigen kann man dich deswegen nicht, und jeder Richter würde den Arbeitgeber erst mal zurechtweisen, warum er nicht einfach nachfragt.

      Hallo!

      "Diese habe ich aber 100% verschickt, sogar mit der Krankschreibung der Woche davor, die komischerweise angekommen ist."
      Das heißt die waren beide in einem Umschlag?
      Dann würde ich dies genau so in die Stellungnahme zur Abmahnung reinschreiben.
      Du kannst nicht nachvollziehen warum die nicht vorliegt, da beide AU in einem Umschlag versendet wurden, und die zweite vorhanden ist.

      Zudem ist eine Abmahnung wegen fehlender AU kein Kündigungsgrund - wenn es die erste ist.

      "Der Brief ist auf den 15.12 datiert, ist aber erst heute angekommen, weil sie den Brief an meine alte Adresse geschrieben habe. Meine Adressänderung habe ich direkt Anfang August schriftlich und dann auch zwei mal telefonisch durgegeben."

      Das zeugt jetzt doch von einigen organisatorischen Defiziten - da wundert es dann auch kaum das ein Sachbearbeiter nicht merkt das zwei AU's in einem Umschlag sind .....

      Ihr Lieben,

      danke für eure zahlreichen Antworten:

      @Bosie: vorgefallen ist nichts, ich mache meine Arbeit sehr gewissenhaft, das bekomme ich auch regelmäßig von meinen Oberärzten zu hören. Mit der Personalabteilung habe ich an sich nichts zu tun.

      @Verena32: Mein Chef hat sich für mich gefreut und mir gratuliert. Das Problem ist, dass wir momentan recht viele Schwangere haben, bleibt halt nicht aus, bei so einem hohen Frauenanteil in der Medizin mittlerweile ;-) Happy wird die Personalabteilung natürlich nicht sein...

      @Susannea: nee, außer dass für diesen Zeitraum keine ARbeitsunfähigkeitsbescheinigung besteht, ich mich somit vertragswidrig verhalten habe...erneutes vertragswidriges verhalten...müssen Sie mit einer Kündigung rechnen.

      @Momo2015: ich weiß, dass das zwei verschiedene Themen sind, aber ich hab mich gestern so geärgert. Die Schwangerschaft habe ich natürlich mitgeteilt, das sogar gleich zu Anfang. Werde direkt am 27.12 versuchen dort wen zu erreichen. Das Antwortschreiben ist fertig, leider geht das Fax nicht durch, werde es aber am 27.12 direkt per Einschreiben mit Rückschein verschicken.
      Theoretisch ist der Arbeitsplatz auch schwangerengerecht. Wir sind aber chronisch unterbesetzt, dass es leider nicht immer umsetzbar ist. Aber das bringt der Beruf mit sich, eigentlich beschwere ich darüber auch nicht, da mir die Arbeit sehr viel Spaß macht, aber gestern hat mich einfach alles an dem Laden geärgert...die Hormone ;-)

      @Hasipferdi: meine Ausfertigung habe ich ja noch. Die werde ich zum Anschreiben in Kopie dazu legen.

      @Gobberblast: jipp, beide in einem Umschlag. Ja, in dieser Personalabteilung läuft so einiges schief, da gehen regelmäßig Unterlagen flöten, das ist so manchen Kollegen von mir schon passiert.

      Hier mein Antwortschreiben:

      Sehr geehrter Herr XXX,
      in Antwort auf ihr Schreiben vom 15.12.2017 möchte ich Ihnen hiermit mitteilen, dass ich Ihnen das Original der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 23.10.2017 bis zum 27.10.2017 zusammen mit einer anderen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zeitnah nach Krankschreibung per Post übersendet habe.
      Da Sie offenbar nur diese eine Krankschreibung vermissen, gehe ich davon aus, dass die fehlende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von 23. bis zum 27.10.2017 in Ihrem Hause verloren gegangen ist.

      Da mir dementsprechend die Arbeitgeberausfertigung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mehr vorliegt, übersende ich Ihnen hiermit eine Kopie der Arbeitnehmerausfertigung der fehlenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für Ihre Unterlagen.

      Da ich Ihnen das Original der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fristgerecht zugesendet habe, besteht – entgegen Ihrer Aussage – kein vertragswidriges Verhalten meinerseits.

      Ich fordere Sie daher hiermit auf, die Abmahnung vom 15.12.2017 zurückzunehmen und mir darüber eine schriftliche Bestätigung zukommen zu lassen.

      Ebenfalls verloren gegangen bzw. in Vergessenheit geraten zu sein scheinen auch mein Brief und meine nachfolgenden 2 Telefonate bezüglich meiner neuen Adresse. Daher teile ich Ihnen hiermit zum insgesamt vierten Male mit, dass sich meine Adresse seit dem 01.08.2017 wie folgt geändert hat:
      XXX
      mit freundlichen Grüßen



      Ich wünsch euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Danke noch mal für eure Antworten! Das beruhigt mich jetzt etwas.

      Theoretisch ist der Arbeitsplatz auch schwangerengerecht. Wir sind aber chronisch unterbesetzt, dass es leider nicht immer umsetzbar ist. Aber das bringt der Beruf mit sich,...

      Aus deiner Antwort wird deutlich, dass dir nicht bewußt ist, was schwangerengerecht bedeutet. Damit sind nicht nur die Tätigkeiten an sich gemeint. (Wobei ich bezweifle, dass du als Assistenzärztin alles wie zuvor machen darfst. Kennst du überhaupt die genauen Vorgaben des MuSchG?.) Sondern damit sind auch die Arbeitszeithöchstgrenzen von 8,5 Std. pro Tag gemeint.

      Nach dem neuen MuSchG ab 1.1.18 ändert sich die Arbeitszeit für Schwangere wie folgt:
      - nicht nur wie bisher höchstens 8,5 Std. täglich, sondern auch
      - keine Mehrarbeit die über die monatlich vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht.

      Und das ist unter allen Umständen einzuhalten. Verstöße können gegen den AG mit Bußgeld geahndet werden.

      Zu deinem Schreiben:

      Es ist gut dass du die Fakten schreibst. Nicht gut ist der bissige Unterton, indem du mutmaßt, wo der Fehler liegt ("in Ihrem Hause verlorengegangen..."). Du weißt nicht, wo der Fehler wirklich liegt, das musst du auch nicht herausfinden. Bleib bei den Fakten ohne unterschwellige Anklagen zu schreiben. Und dann noch eins draufzusetzen: ("Abmahnung zurücknehmen"). Nein, der AG muss keine Abmahnung zurücknehmen, zumal noch gar nicht geklärt ist, ob die Abmahnung grundlos war. Er muss lediglich deine Stellungnahme in die Personalakte abheften. Wenn es zur Kündigung käme, dann kommt das alles auf den Tisch und das geht ja ohnhin so nicht durch.

      Außerdem frag ich mich wie es kommt, dass du zwei Krankmeldungen von zwei aufeinanderfolgenden Wochen gleichzeitig vorlegen konntest. Dann war doch die erste Krankmeldung verspätet zugeschickt worden, oder?

      Zu deinem Schreiben würde ich einen Vorschlag machen, der den Konflikt nicht weiter beheizt.

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