Weibliche Führungskräfte

    • (1) 31.12.17 - 12:05

      Ich arbeite in einer Branche, wo Frauen und Männer gleichberechtigt gute Chancen haben, beruflich weiter zu kommen.
      Auch die Bezahlung ist gleich. Also keine Benachteiligung von Frauen.
      Auch sind die Arbeitszeiten flexibel und es werden alle möglichen Modelle angeboten, um Beruf und Familie zu vereinbaren.
      Trotzdem werden interne Stellen mit höherer Verantwortung immer noch zu 80% von Männern besetzt.
      Es ist nicht so, dass die qualifizierter sind, aber die Frauen bewerben sich einfach kaum auf diese Positionen.
      Wenn es denn so ist, dass eine Frau diesen Schritt wagt, ist sie spätestens beim ersten Kind raus.
      Warum trauen sich die Frauen nicht zu Kind und beruflichen Erfolg zu vereinbaren?.Oder warum geht das immer noch nicht zusammen?
      Warum.kann man nicht nach einer Pause wieder seine Arbeit aufnehmen wie ein Mann das nach der Elternzeit auch macht?
      Mir ist das aufgefallen, da in meinem Betrieb eine Stelle innerhalb von zwei Jahren zum dritten Mal neu besetzt wurde, jetzt mit einem Mann, in der Hoffnung, dass der uns länger erhalten bleibt und vielleicht auch trotz Familie seinen Job weiter machen möchte.
      Ich beobachte, dass oft weniger qualifizierte Männer diese Positionen bekommen weil sie einfach zuverlässiger sind.
      Wie seht ihr das?

      • Das kenne ich aus meiner branche in unserem Umkreis überhaupt nicht. Nach 1-2jahren kommt die Mutter zurück und arbeitet weiter als Führungskraft. Während dieser Zeit wird eine befristete Person eingestellt oder intern anders geregelt..kommt halt auf den Führungsbereich an.

        • So finde ich das auch okay. In meiner Branche würde das auch gehen, die Mittleren Führungskräfte müssen weder 60 Stunden arbeiten, noch zu unmöglichen Zeiten parat stehen.
          Bei uns ist eine 30 oder 35 Stunden Woche völlig normal fürs mittlere Management, die Geschäftsführung natürlich ausgenommen,das sind Spitzenpositionen, da rede ich nicht von.

      Aus meiner Sicht hat das noch einen anderen Grund. Männer und Frauen verhalten sich am Arbeitsplatz ganz unterschiedlich. Männer sind eher drauf aus, sich "gut zu verkaufen" und hohe Positionen zu erringen als Frauen. Auch wenn Frauen mehr drauf haben als Männer, dann kehren sie das meist nicht so raus und machen im Stillen sehr gute Arbeit. Es gibt Ausnahmen: nicht alle, aber viele Frauen sind so, nicht alle Männer, aber die meisten verhalten sich so. Das sieht man bereits im Kindergarten und in der Schule. Mädchen machen auf Freundschaft und wollen "gleich" sein, Jungs streben nach Macht, sich Übertrumpfen, nach Führung.

      Gut erklärt ist das in dem Buch von Lutz Herkenrath "Böse Mädchen kommen in die Chefetage".

      An dem Prinzip werden auch noch so viele Frauenquoten nichts gravierendes ändern.

      • Meinst du, dass solche Stereotypen immer noch das Verhalten von Frauen und Männern.beeinflussen?
        Ich kenne das von mir so nicht, bin.auch eher derjenige der sagt wo es lang geht, und in mich jemand mag, ist mir auf der Arbeit egal.
        Wenn ich Freunde will, such ich mit die im.privaten Bereich.
        Im Job geht es um Respekt und nicht um gute Stimmung.
        Mein Patenkind ist auch eher durchsetzungsfähig und ja, dadurch ist man in.der Klasse nicht gerade beliebt.
        Ich kenne viele toughe Frauen und Mädchen, die sich behaupten können und nicht everybodys Darling sind.

        • Hast du schon häufig erlebt, dass ein Mädchen einen Rudel Jungs anführt, z.B.als Straßengang oder Einbrecherbande? Kennst du etliche junge Frauen, die einen BMW tunen und sich mit andern jungen Frauen Straßenrennen liefern? War es in deiner Schulklasse so, dass sich die Mädchen regelmäßig auch mit Jungs und mit Mädchen geschlägert haben? Oder waren in deiner Schulklasse viele Jungs, deren Motivation es war, fleißig zu lernen, um der Lehrerin zu gefallen? Halten sich Mädchen deiner Meinung nach deshalb für toller als andere, weil sie eine größeren Busen als ihre Klassenkameradinnen haben?

          Mädchen haben auch oft eine große Klappe, das heißt aber noch lange nicht, dass die anderen bereit sind, sie als Führungsfigur zu akzeptieren. Führen ist noch was ziemlich anderes als Durchsetzungsvermögen zu haben. Wer eine Führungsposition mit Durchsetzungsvermögen gleich setzt, dessen Mitarbeiter tun mir leid.

    Hallo.

    Ich denke mal, dass das nichts mit "sich zutrauen" zu tun hat, sondern mit "im Endeffekt sieht die Realität oft anders aus als man sich das ausgemalt hat".

    Führungspositionen bestehen meist aus mehr Arbeitszeit, als es den Anschein hat. Welche Mutti kann z. B. SPONTAN Überstunden machen, Dienstreisen antreten, andere Führungskräfte vertreten, abendliche Geschäftsessen ausrichten usw. usw.
    Dies sind Sachen, die Führungspositionen öfter fordern, als man es meint.....

    • Und Väter können das, weil Mutti ihnen den Rücken frei hält.
      Warum sollte das nicht umgekehrt auch gehen?
      Lassen Frauen sich vielleicht doch zu bereitwillig auf diese Rollenverteilung ein?
      Oder sind die Männer noch zu konservativ dafür?

      • Das geht umgekehrt nur, wenn der Mann dafür weniger arbeitet. Denn einer muss zwangsweise zurück stecken, damit das Kind dabei nicht zu kurz kommt. Wenn der Mann das aber nicht will oder nicht kann, weil er eben auch eine Führungsposition inne hat, wird es schwer. Manchmal möchten die Frauen auch selbst gar nicht so viel arbeiten, weil sich ihre Prioritäten verschoben hsbrn und ihnen ihre Familie wichtiger ist als ein Job mit viel Verantwortung.

Hi,
hast du Kinder? Ich habe zwar früher den Spruch "wer keine Kinder hat, kann nicht mitreden" gehasst, im Endeffekt ist es aber so. Mit Kind/ern ist es faktisch schwieriger, alles unter einen Hut zu bringen. Ich hatte eine Führungsposition mit Personalverantwortung und habe mich bewusst, als es an die Kinderplanung ging, intern auf Stellen ohne beides beworben. Jetzt, mit Kind, weiss ich, das das so goldrichtig war. Es hätte einfach nicht funktioniert, sowohl von den Überstunden her als auch von der Verantwortung. Jetzt ist es für mich deutlich einfacher. Und dennoch habe ich ab und zu Probleme. Ich bin nicht so flexibel wie Kollegen ohne Kinder. Meetings um 7:30 oder um 17 Uhr sind einfach nicht möglich, da die Kinderbetreuung das nicht hergibt. Die ist maximal von 7 bis 16:30 Uhr und ich habe gut eine Stunde Fahrt zur Arbeit. Mein Mann hat Arbeitszeiten, die diesbezüglich gut zu meinen passen (6-14 Uhr), da kriegen wir es gut gemeinsam in. Aber auch er hat mal Termine nachmittags / abends wo er alleine hin muss.
Seminare o.ä. mit Übernachtung sind für mich nicht möglich, da wir keine Grosseltern oder andere Verwandtschaft vor Ort haben. Im Notfall (den es zum Glück noch nicht gab) müssten wir da echt jonglieren. Schon ein Arbeitsessen abends geht mir gegen den Strich, da ich meine Tochter so viel wie möglich sehen will und nicht erst nach Hause kommen, wenn sie schon schläft.
Eine große Rolle spielt bei mir aber auch die (nicht)Akzeptanz der meisten Kollegen. Da ist man einfach als Mutter abgestempelt. Das meine ich nicht mal negativ - aber wenn ich höre "nee, ist ja nicht schlimm, wenn der Termin bei dir nicht passt, du bist ja Mutter" werde ich echt sauer. Ist man als Mutter keine normale Kollegin mehr? Den Eindruck habe ich oft. Meistens ist es gut gemeint, es kommt aber (zumindest bei mir) abwertend an.
Klar, es gibt auch den anderen Fall. Auch bei uns gibt es Führungskräfte bzw. leitende Angestellte, die kleine Kinder haben und scheinbar beides unter einen Hut kriegen. Ich schreibe scheinbar, weil ich erst kürzlich das Gespräch mit einer solchen Kollegin hatte. Sie hat eben andere Probleme, nicht mit der Arbeit / den Kollegen, sondern mit dem Kindergarten. Der Sohn wird als erstes gebracht, als letzter abgeholt. Sie sind als Rabeneltern abgestempelt und haben regelmäßig Gesprächstermine dort, weil sie an z.B. Weihnachtsfeiern oder Vorführungen am frühen nachmittag oder gar vormittags nicht teilnehmen. Der Sohn wäre der einziger, dessen Eltern nie kämen usw.

LG N.

  • 》Eine große Rolle spielt bei mir aber auch die (nicht)Akzeptanz der meisten Kollegen. Da ist man einfach als Mutter abgestempelt.《

    Naja, du schreibst doch selbst - Seminare gehen bei dir nicht, bestimmte Uhrzeiten auch nicht. Was sollen deine Kollegen denn statt "Nicht so schlimm" sagen? "Das ist ja total doof, ich erwarte aber, dass du dabei bist!"? Wäre dir auch nicht recht, oder?

    Ich kenne das Thema nämlich von der anderen Seite. Meine beiden direkten Kolleginnen haben Kinder. Und natürlich versuche ich, so zu planen, dass sie dabei sein können. Keine Meetings vor 9 und nach 15 Uhr. Geschäftsessen am Abend nur im Ausnahmefall. Seminare mit Übernachtung gehen gar nicht. Kenn ich. Aber es lässt sich schlichtweg nicht jedes Meeting so legen. Und manchmal nervt es auch. Wir haben einen recht wichtigen Termin jetzt seit drei Monaten nach hinten verschoben, weil der Geschäftspartner erst ab 14 Uhr konnte und der Termin bis ca. 17 Uhr gegangen wäre. Zu spät für meine Kolleginnen. Okay. Mein Standardsatz ist auch: "Kein Problem." Die Kinder gehen vor. Was soll ich denn stattdessen sagen?
    Einfacher wäre es, einfach von vornherein ohne die Kolleginnen zu planen, aber zum einen ist der Termin auch für sie von Interesse, zum anderen fände ich das erst recht unhöflich.
    Sollen kinderlose Kollegen nun Rücksicht nehmen oder nicht?
    Oder sollen sie bei jedem Negativbescheid wieder total überrascht tun, als hätten sie noch nie gehört, dass die Kollegin Kinder hat und deswegen nicht zum Termin kann? Ist doch lächerlich. Man kennt die Situation doch und dann rutscht einem mal ein "Ist nicht schlimm, du bist halt Mutter" raus. So ist das doof formuliert, ohne Frage, aber.. verständlich, meiner Meinung nach.

    • Hi, sie nehmen eben keine Rücksicht. Das du das tust, finde ich super. Wie gesagt, meine Kollegen tun das nicht. Da werden Termine sehr früh oder sehr spät gelegt und wenn ich sage, das das nicht geht bei mir, heisst es eben, ich solle dann eben später dazu kommen oder früher gehen. Fühle ich mich nicht gut bei. Rücksicht nehmen wäre für mich, den Termin so zu legen, das ich auch die ganze Zeit da sein kann. Von Ausnahmen rede ich da gar nicht, nur von ganz normalen Terminen. Rücksichtnahme ist das in meinen Augen nicht.

      • Ah! Sorry, ich hab dich komplett falsch verstanden. Ich dachte, sie nehmen Rücksicht und dir missfällt der Begleitspruch. Vergiss meinen Post bitte. #schwitz

        Okay. Dass sie keine Rücksicht nehmen, ist Mist und unkollegial. Das gehört sich nicht. Normalerweise versucht man doch, alle Beteiligten einzubinden. An deiner Stelle wäre ich auch genervt.

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