Arbeitsverweigerung?

    • (1) 11.01.18 - 19:39

      Hallo,

      Ich habe mal eine Frage zu einem relativ heiklen Thema.
      Kurz zur Vorgeschichte: ich arbeite in der Baubranche in der Vermessung und Dokumentation. War ca. 35 Tage im Jahr unterwegs und habe den Rest vom Büro aus gemacht.
      Ich wurde schwanger und leider auch sehr schnell im Beschäftigungsverbot, weil Risikoschwangerschaft. Mein Chef war nicht begeistert, aber freundlich. Dann hat er mir angeboten nach der Elternzeit, einen Teil von daheim zu machen, weil "die Fahrtzeit und die Kinderbetreuung, das geht ja so nicht, aber wir finden da eine teilweise homeoffice Variante"
      Ich war glücklich und dachte, das klingt ja prima.
      Drei Monate vor Ende der Elternzeit habe ich mich zurück gemeldet und wollte mit meinem Chef darüber reden, wie wir es am besten machen können. Tja, homeoffice könne er mir nicht mehr anbieten und ich solle jetzt die nächsten 4 Jahre an einen Einsatzort, der mindestens 2h von daheim entfernt ist, wenn der Verkehr läuft und das ganze nur in Vollzeit oder im 14 tägigen Wechsel in Teilzeit (was bedeuten würde, auch dann wäre ich 2 Wochen im Monat komplett weg). Jetzt habe ich mit ihm per Mail diskutiert (da mündliche Absprachen ja offensichtlich keinen Wert haben), dass das mit einem einjährigen Kind einfach nicht geht. Er stellt sich auf stur und ich solle dann und dann an dem Einsatzort erscheinen, sonst bekomme ich eine Änderungskündigung. Ich werde an diesem Tag da sein und auch den nächsten, aber mit einem einjährigen Kind kann ich nicht auf Montage.
      Da ich ungern bescheiße, würde es am Ende auf Arbeitsverweigerung hinaus laufen.
      Dass mir die Kündigung dann droht ist klar und ich will da jetzt auch einfach nicht mehr arbeiten, würde es aber so lange machen, bis ich was neues habe, wenn es irgendwie mit dem Kind zu vereinbaren ist.
      Meine Frage wäre jetzt, was passiert, wenn ich eine fristlose Kündigung bekommen sollte, was passiert mit dem Arbeitslosengeld? Bekomme ich in dem Fall, wenn ich begründet die Arbeit verweigere, dennoch Arbeitslosengeld, ohne Sperre?
      Bei einem Aufhebungsvertrag mit der Begründung bekomme ich keine, soviel weiß ich, aber eigentlich will ich ihm den Gefallen gerade nicht tun, da das ganze ja nur passiert, in der Hoffnung, dass ich einfach gehe.
      Auf einen Rechtsstreit muss es auch nicht hinaus laufen, das zermürbt nur. Bedeutet, ich würde in dem Fall auf einen Rechtsstreit verzichten, aber ich muss halt sehen, wo das Geld her kommt. 3 Monate kein Geld zu bekommen kann ich mir nicht leisten.
      Danke für eure Antworten
      Derweil schreibe ich Bewerbungen :/

      • Bei meiner Schwester war das auch so. Sie sollte nach der Elternzeit in dem Hauptsitz der Firma arbeiten, der auch ca. 200 km entfernt lag.
        Da das mit Kleinkind einfach nicht möglich war, musste sie kündigen.
        Normalerweise bekommt man ja bei Eigenkündigung eine Sperre, sie hat das aber bei der Agentur für Arbeit näher erläutert und aufgrund ihrer Situation keine Sperre bekommen.

        • Daa mit der Sperre bei einer Kündigung von mir, das ist schon geklärt. Den Gefallen will ich ihm aber eigentlich nicht tun, denn so ist er das Problem, in dem Fall ich, direkt los.

          • Na ja, aber eintn Tod wirst du sterben müssen. Du kannst nicht die Arbeit verweigern und meinen, dann steht dir Geld zu, wenn du die Möglichkeit selbst zu kündigen und Geld zu bekommen nur deshalb ausschlägst, um dem Chef eins rein zu würgen. Und eine Klage willst du auch nicht. Entweder oder. Du kannst nicht alles haben.

      Steht in deinem Arbeitsvertrag der Arbeitsort drin? Wenn da nämlich Buxtehude steht, kann er dich nicht in eine andere Stadt schicken.

    Es sieht schlecht aus für dich. Du hast nach der Elternzeit im arbeitsvertraglichen Umfang wieder zur Verfügung zu stehen. Wenn du das nicht leisten kannst, dann musst DU rechtzeitig kündigen. Tust du es nicht, dann drohen dir u.U. sogar Schadensersatzforderungen. Du kannst doch nicht einfach die Arbeit verweigern, auch wenn du natürlich gute Gründe hast nicht 200 km weit weg fahren zu können.

    So einfach wie du denkst ist es nicht. Der AG ist eindeutig im Recht.

    • Es sind aber nicht die gleichen Bedingungen... Selbst zu den vorherigen wäre es schwierig geworden und er verweigert mir Teilzeit, bzw könnte ich sie haben, mit 2 wöchigem Wechsel, was heißen würde, ich sehe nur zwei Wochen im Monat mein Kind nicht, statt 4. Die Betriebsgröße sind ca 50 Mann, er hätte also gar nicht das Recht dazu.
      Es gibt wohl Arbeitsverweigerung wegen eines Interessenkonflikts, da werden als Beispiele entweder die zu betreuende Oma oder Kinder aufgeführt. In der Richtung hätte ich mir Antworten gewünscht. Dass unter normalen Umständen Arbeitsverweigerung keine gute Idee ist, ist mir durchaus bewusst und eigentlich hätte ich meinen Job auch gerne wieder gemacht, aber nicht unter den Umständen.

      • Es kommt drauf an was im Arbeitsvertrag steht. Das weißt nur du.
        Kannst du denn zu den Bedingungen im Arbeitsvertrag in TZ arbeiten gehen?
        Welcher Einsatzradius steht im Vertrag?

        "Es gibt wohl Arbeitsverweigerung wegen eines Interessenkonflikts, da werden als Beispiele entweder die zu betreuende Oma oder Kinder aufgeführt. In der Richtung hätte ich mir Antworten gewünscht."

        Die Antworten bekommst Du sicherlich beim Anwalt und wenn Du Deine Papiere mitnimmst, sogar auf Deine Situation zugeschnitten.

        Ich finde Deine Antwort ein unverschämt. Das ist diese Art "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Anstatt hier mal auf die einzelnen Antworten zu reagieren, wenn Du schon merkst, dass essentielle Details nicht berücksichtigt werden, weil die Antwortenten davon keine Kenntnis haben, weil Du sie einfach nicht erwähnst, kommst Du frech daher.

        Entweder holst Du Dir kostenpflichtige Rechtsberatung vor Ort mit allen Daten, Fristen und Terminen, die zu berücksichtigen sind oder Du lässt es.

        Hier zu erwarten, dass Dir jemand die Lösung incl. wie Du dahin kommst für lau mal eben in einem Forum präsentiert ist unreif.

    Er ist gar nicht im Recht.

    https://www.ahs-kanzlei.de/2014/11/versetzung-arbeitsort/#vertrag

    In ihrem Arbeitsvertrag steht, wenn ich das richtig verstanden habe, der Arbeitsort. Also kann der Chef sie nicht einfach so durch die Bundesrepublik jagen.

    Sag mal, liest Du eigentlich mal richtig, bevor Du wieder unqalifizierten Müll von Dir gibst? Das ist langsam echt nicht mehr aus zu halten #klatsch

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