Unterhalt für erwachsene Kinder NACH der Ausbildung?

Ich frage extra hier, weil sich Männer damit evtl. besser auskennen.
In meiner erweiterten Familie ist ein Mann, 53 Jahre alt, geschieden, eine Tochter, 19, lebt noch bei ihm, sie ist noch in Ausbildung. Sie wollte es selber so, weil sie zum Zeitpunkt, als ihre Mutter mit einem anderen vor 3 Jahren ging, mit dieser im Clinch lag. SIe nahm ihr den Ehebruch furchtbar übel, heulte nur noch und vermasselte ihre Abschlußprüfung der Realschule.
Nun hat sich das Blatt gewendet, sie hat wieder Kontakt zur Mutter und diese hetzt auf Teufel komm raus, sodass die Tochter dem Vater nun schon bald 2 Jahre das Leben zur Hölle macht, neue Partnerinnen beschimpft, bis sie die Beziehung entnervt beenden und vieles mehr(würde den Rahmen hier sprengen). In einem Jahr ist sie mit der Ausbildung fertig, dann soll sie ausziehen.
Muss er sie dann weiter unterhalten, wenn sie arbeitslos ist? Der Vater verdient netto ca. 1700 Euro und es kommt ein Pauschalbetrag dazu, weil er im eigenen Haus keine Miete zahlt. Davon zahlt er aber derzeit alleine eine Rate von 400 Euro für seinen Anwalt, den er über die Jahre brauchte und er hat auch ziemlich hohe Fahrkosten zur Arbeit. Seine Ex fordert nun 1400 Euro Unterhalt, arbeiten "kann" sie nicht.....er braucht seinen Anwalt somit noch länger. Da er wirklich viel arbeitet, ist er mit seinen Nerven (und Geld) schön langsam am Ende. Kann er sich Hoffnung machen, dass er seine Tochter nach der Ausbildung wirklich bitten kann, auszuziehen, ohne dass er sie weiterhin komplett unterhalten muss? Was wäre, wenn der Zustand so unerträglich würde, dass er sie vorher auffordert, auszuziehen) Sie macht keinen Handschlag im Haushalt, ihr Zimmer sieht aus wie bei einem Messi und die Küche ist ein Schlachtfeld, wenn sie was kocht.
Alles gute Zureden wird abgeblockt, auch bei anderen Familienmitgliedern - sie führt sich auf wie eine störrische unreife 13jährige. Sie hat eine Ausbildungsvergütung von ca. 300 Euro, die würde ja wohl angerechnet, reicht ihr aber zum Leben sicher nicht. Sein Anwalt sagt nur, er solle das alles auf sich zukommen lassen, dann würde man schon weitersehen.
Ich sehe das anders, wenn der Vater wüsste, dass er ihr nicht allzuviel für sie zahlen muss bei Auszug, könnte er ihr das mal klar und deutlich sagen! Ich mochte das Mädel wirklich von klein auf - aber meine Geduld ist nun auch am Ende, was ich ihr mittlerweile auch sagte.
Mutter und Tochter haben sich wohl vorgenommen, den Mann gründlich zu ruinieren - dabei ist die Mutter ja gegangen in einem Anfall von "ich will noch was erleben".
Danke für Rat im voraus.
LG Moni

Hallo Früchenomi,

Bin zwar kein Mann :-p, aber ich hoffe ich kann dir weiterhelfen

https://www.anwalt.de/rechtstipps/unterhaltsanspruch-volljaehriger-kinder-wann-ist-schluss-mit-lustig_016856.html

Lt. diesem Bericht dürfte es ziemlich eindeutig sein, dass er spätestens nach erfolgter Ausbildung - ja selbst wenn sie die Ausbildung jetzt noch abbricht - nicht mehr zahlen muss.
Da das "nette" #schein Töchterlein ja schon als Ausbildungsgehalt rd 300,-- bekommt, plus Kindergeld, dürfte sich m.E. der Betrag den er zahlen MUSS m.E. auch in Grenzen halten, wenn er Töchterlein JETZT schon vor die Tür setzt.

Aber ehrlich gesagt, würde ich als erste Maßnahme empfehlen einen anderen Anwalt zu nehmen - einen mit gewetzten Messern und Haaren auf den Zähnen - denn der Anwalt den er jetzt hat scheint mir eine ziemliche Pfeiffe zu sein.

Mit einem neuen Anwalt würde ich das liebe Töchterchen der Mutter vor die Tür stellen. Und den Rest über den Anwalt ausfechten und um jeden Cent kämpfen.
Denn Kampf und Krampf hat er sowieso. So ein Verhalten wie von dir beschrieben, da wär mir schon längst der Kragen geplatzt. Also wenn er schon kämpfen muss, dann soll er was davon haben.

lg

Dankeschön. Das mit dem anderen Anwalt ist so eine Sache - da zahlt er dann ja wieder zusätzlich.....womit denn? Seinen derzeitigen zahlt er eh noch eine Weile, der Streitwert der Scheidung war recht happig. Aber - ich habe ihm den Link schon geschickt, er soll seinen Anwalt einfach fragen, wieviel er zahlen müsste. Der kennt seine Einkommensverhältnisse ja auf den Cent.
MIR wäre meine Ruhe auch wichtiger als ein paar Euro - da mag man ja schon nicht mehr heimkommen, weil man nicht weiß, was Madame wieder angestellt hat.
Er kann ihr ja ein Ultimatum stellen, entweder Bude und Küche ab sofort sauber und Mithilfe im Haushalt ....oder.....
Ich war da auch auf dem falschen Dampfer, ich dachte, er muss sie während der Ausbildung behalten. Meine Kinder waren beide bis nach der Ausbildung zuhause - aber sie halfen auch im Haushalt - ihnen blieb keine Alternative#cool
Danke nochmal.
LG Moni

Hallo,

Ich bin zwar kein Mann und bei mir ist das auch schon ne Weile her. Aber bei mir und meiner Schwester war es damals so das wir nicht hätten ausziehen können ohne festen Job. Weil man Kinder unter 25 unterstützen muss. Also hätten wir unseren Lebensunterhalt nicht allein bestreiten können, hätte kein Amt je für uns gezahlt.

Das ist nicht ganz richtig. Der familienrechtliche Anspruch auf Unterhalt endet mit der ersten abgeschlossenen Ausbildung. Und niemand kann den Vater zwingen, den Terrordrachen bei sich wohnen zu lassen. Ohne Unterhaltsanspruch wird es auch schwer nach SGB Schlagmichtot die Leistungen auf den Vater abzuwälzen. Schon gar nicht bei 1.700 netto.

Daher wäre es am vernünftigsten, die junge Dame vor dir Tür zu setzen und nach dem Ausbildungsende sämtlichen Support einzustellen. Würde der Vater übrigens die LG heiraten, stünde die in der Nahrungskette sprich Unterhaltsrangfolge HINTER der Tochter.

Man sollte die Hand, die einen füttert, nicht beißen. Wird Zeit, dass sie das lernt.

LG

Dankeschön für den letzten Satz, auf den kam ich garnicht. Wenn sie mir ihr nächstes Jammer-WA schickt, kriegt sie das als Antwort !! Du hast so recht. Ihre Schonzeit ist bei mir rum....nach drei Jahren :-( LG Moni

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Hallo

Die Ex fordert 1400 Euro für die Tochter? Die spinnt. Die Tochter dürfte keinen oder nur noch einen geringen Anspruch auf Unterhalt haben.
Er soll sich keine Sorgen machen. Das Kindergeld und die Ausbildungsvergütung(-90 Euro) werden ds mindern.

Die Ex fordert für sich 1400 Euro;-) die Tochter wohnt ja NOCH beim Vater in einem Appartement....aber nicht mehr lange. Er forderte sie schon auf auszuziehen, er kann nicht mehr. Als er ihr sagte, dass sie nicht sehr viel von ihm verlangen könne, drehte sie vollkommen ab und es spielten sichdramatische Szenen ab. Das geht so nicht mehr, er hat einen diffizilen Job an Werkzeugmaschinen, ich warte schon, bis was passiert :-(
Sie ist leider vollkommen verhetzt von der Mutter und hat nichts mehr mit dem lieben Mädel zu tun, welches ich von Geburt an kenne. Schlimm. LG Moni

Ach für sich??? Da hat sie wohl schlechte Karten. Sie kann ja arbeite gehen.

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Andere Teilnehmer haben ja schon korrekt darauf hingewiesen, dass es nach Ausbildungsende grundsätzlich keine Unterhaltsverpflichtung gegenüber erwachsenen Kindern gibt. Ganz ausnahmsweise kommt ein Anspruch noch in Frage, wenn das Kind nach Ausbildungsende arbeitslos ist, wobei allerdings eine echte Erwerbsobliegenheit auch bezogen auf einfachste Tätigkeiten gilt. Regelfall ist also: Ausbildungsende = Ende der Unterhaltspflicht.

Mich würde in dem Zusammenhang interessieren, warum du deine Frage an Männer richtest verbunden mit der Vermutung, dass diese sich evtl. damit besser auskennen. Ob nun als Anspruchssteller oder Anspruchsgegner: Frauen sind von diesen Fragen ebenso betroffen, daher wundert mich das.

Vieles an der Geschichte ist für mich schwer greifbar, manches erscheint mir aber auch einigermaßen ungereimt.

Da ist zum Beispiel diese sagenhafte Unterhaltsforderung der Mutter, die geradezu lächerlich hoch ist. Seit 2008 gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung. Nur wenn ein geschiedener Ehegatte außerstande ist, eine angemessene, den Fähigkeiten, Alter und Gesundheitszustand entsprechende Arbeit zu finden, gibt es überhaupt eine Unterhaltspflicht.

Die Mutter soll sich auf diverse Erkrankungen berufen, sie scheint also schon in die Richtung argumentieren zu wollen. Du schreibst aber, dass nichts nachgewiesen ist, also scheint da nichts dran zu sein.

Hat er denn Trennungsunterhalt gezahlt und wenn ja, in welcher Höhe?

Aber selbst wenn eine Unterhaltspflicht greift, wofür nach deiner Schilderung erst mal nichts spricht, heißt das noch lange nicht, dass dann wirklich auch Unterhalt gezahlt werden muss, Mangelfälle sind eher die Regel als die Ausnahme.

Mir ist es ein Rätsel, warum der Betroffene das trotz anwaltlicher Vertretung nicht weiß. Normalerweise werden solche Fragen schon im Rahmen der umfassenden ersten Beratung erörtert, weil die Ratsuchenden ja nicht einfach sagen, jawoll, Scheidung will ich, sondern auch wissen möchten, was während der Trennungszeit gilt und wie sich bereits angelegte Sachverhalte in der Zukunft auswirken.

In dem Zusammenhang sehe ich nur noch Fragezeichen. Er zahlt an den Anwalt 400,-- € monatlich, da der Verfahrenswert für die Scheidung so hoch gewesen sein soll. Der Verfahrenswert bestimmt sich nach dem dreifachen Nettoeinkommen der Eheleute. Er hat 1.700,-- €, sie gar nichts. Da frage ich mich schon, wo da so ein großer Verfahrenswert herkommen soll, auch wenn natürlich noch der Versorgungsausgleich dazu kommt. Vielleicht hat er ja auch Verfahrenskostenhilfe in Raten bekommen, das passt überschlägig gut zum Netto und einer Unterhaltspflicht bei kostenfreiem Wohnen, wenn sonst keine besonderen Umstände dazukommen.

Aber wie auch immer: lange kann er an der Rechnung nicht zahlen.

Mich beschleicht so ein ungutes Gefühl, dass der Betroffene hier dramatisiert und Stimmung macht. Ganz offensichtlich wird hier ja das ganze Umfeld einbezogen, Fronten haben sich schon gebildet, es wird Stellung bezogen, du bist so aufgebracht und wütend, dass du ihr an seiner Stelle eine geknallt hättest und fragst sogar in einem Forum nach Rat und das mit einem denkbar überschaubaren Sachverhalt, den er in 10 Minuten mit seinem Anwalt klären könnte mit dem Ergebnis, dass er gar keinen Grund hat, alle mit Rechtsfragen zu beschäftigen.

Du schreibst:
"Arme Frau"....sie musste/wollte während ihrer Ehe keinen Tag arbeiten

Ich stelle immer wieder fest, dass sowohl Männer als auch Frauen nach langjährigen Ehen sich im nachhinein gegenseitig Vorwürfe machen. Männer, die völlig überrascht feststellen, dass sie unter Umstände auch hinterher noch zahlen sollen, obwohl die Frau in der ganzen Ehezeit keinen Finger krumm gemacht hat, während Frauen ihren verpassten beruflichen Chancen hinterhertrauern und jetzt auf dem Arbeitsmarkt keinen Fuß auf den Boden kriegen.

Das Problem ist aber hausgemacht und da braucht auch keiner hinterher über das ursprünglich von beiden freiwillig gewählte Modell meckern, das man in diesem Fall jahrzehntelang gelebt hat.

Für deine rechtlichen Fragen spielt es zwar keine Rolle, aber deine positive Einschätzung des alten Scheidungsrechts mit Schuldprinzip kann ich so nicht stehen lassen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du das ernst gemeint hast. Manchmal habe ich bei deinen Beiträgen den Eindruck, dass du auch bei heiklen Themen einfach so aus dem Bauch raus schreibst und dann auch ziemlich in deinen Vorstellungen festgefahren bist.

Schuldprinzip hieß in erster Linie, dass die Ehe überhaupt nur aufgelöst werden konnte bei schuldhaftem Verhalten eines Ehegatten. Das schlichte Auseinanderleben, eine einvernehmliche Trennung – das war gar nicht vorgesehen und schloss eine Scheidung aus.

Da es ohne „Schuld“ auch keine Scheidung gab, kam es im Ergebnis vor Gericht zu ekelhaften Schlammschlachten und Beweisaufnahmen mit oft einer Vielzahl von Familienmitgliedern und Personen aus dem Umfeld und das zu einer Frage, die die Justiz gar nicht beurteilen kann und nicht zu beurteilen hat. Schuld ist häufig ja immer der andere. Und der alleine – versteht sich. Ein so einfach gestricktes Weltbild kannst du doch kaum haben, dass du davon ausgehst, der Fremdgänger sei immer alleine schuld. Wer säuft, kann übrigens auch krank und nicht nur „schuld“ sein.

Bezogen auf die materiellen Folgen war der Ehebrecher dann gesteigert unterhaltspflichtig und das oft unabhängig vom Einkommen des Berechtigten, das war dann tatsächlich eine Art Strafe unabhängig von einer Unterhaltsbedürftigkeit.

Aber wie auch immer: ich bin froh, dass dieses menschenverachtende Schnüffeln im dreckiger Wäsche auf das notwendigste Maß reduziert wurde, zumindest von Seiten der Familiengerichte.

Soweit das Prinzip der Eigenverantwortung noch in den genannten Fällen eine nachehelichen Unterhalt zulässt, gibt es außerdem auch im modernen Recht für gravierendes Fehlverhalten Korrekturmöglichkeiten, d.h. ein Gewalttäter mit Unterhaltsforderungen kann trotz objektiv bestehender Grundlage Unterhalt verwehrt werden. Das hängt aber eben vom Einzelfall ab.

Danke für die Aufmerksamkeit für den Fall, dass jemand den ganzen Text gelesen hat.

Danke für diese dezidierten Erläuterungen zum Schuldprinzip.

Meine Eltern sind im Oktober 1976 noch nach diesem Prinzip geschieden worden (mein Vater der "Schuldige") und die Schlammschlacht erstreckte sich auch nach der Scheidung noch auf mich.

LG
o_d

Danke für Deinen ausführlichen Beitrag.
Der momentane "Fall" hat mit meinem eigenen Fall überhaupt keine Parallelen. An Männer habe ich mich gerichtet, weil ich von ähnlichen Fällen in diesem Bereich schon las, es aber nicht mehr fand.
Wie "einfach gestrickt" ich bin - oder auch nicht ;-) überlasse ich gerne Deiner Phantasie.
Weitere Erläuterungen zu meiner Scheidungsgeschichte mache ich aus Prinzip nicht, weil das für mich seit langem abgeschlossen ist, der Mann ist schon lange tot - und viele Dinge gehen ein Internetforum schlicht nichts an. Es war nur eine Anmerkung am Rande.
Genausowenig erzähle ich noch mehr über der Mann, den ich gerade etwas unterstütze; es ginge zu sehr ins Detail und das wäre ihm ganz sicher nicht recht. Nur eines noch, er hat mittlerweile den Anwalt gewechselt.
LG Moni

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