Vertragsidee meines AG

    • (1) 30.01.18 - 19:04

      Mein AG hat mir angeboten, in eine Eingruppierung zu wechseln mit dessen Gehaltshöhe jegliche Mehrarbeit abgegolten ist.

      Würdet ihr sowas eingehen?

      Mir ist Geld total egal.
      Wenn ich Mal ne Woche 50,Stunden mache, ist das nicht schlimm für mich.
      Aber dann will ich mir auch die Zeit selbst raus nehmen und Mal weniger machen, wenn es die Zeit zu lässt.

      • Erfahrungsbericht aus der Praxis:
        1. Klar, mache ich, es gibt mehr Geld und ich kann meine Arbeit frei einteilen.
        2. Hmm, irgendwie habe ich das Gefühl genauso meine Überstunden zu machen wie bisher. Aber frei nehmen, das geht nicht wirklich. Man muss sich jedesmal rechtfertigen (auch gegenüber sich selbst), da man keine Stunden abbauen kann.
        3. Ich mache mir mal eine Exceltabelle und trage meine Arbeitszeiten ein.
        4. Oha, ich arbeite so viel, dass mein Stundenlohn niedriger ist als im alten Vertrag.
        5a. Ich arbeite nun 45 statt 50 Stunden die Woche, damit habe ich den gleichen Stundenlohn wie früher und weniger Freizeit. Die Arbeitszeit wird in der Exceltabelle sauber geführt.
        Oder 5b. Ich kehre zu meinem alten Vertrag zurück.

        Wenn dir Geld total egal ist, lass es. Wenn du heute schon frei machen kannst, wann du willst, dann ändert sich nichts. Wenn du es bisher schon nicht konntest, dann wird es auch zukünftig nicht funktionieren. So ein Vertrag soll Mehrarbeit pauschal vergüten und nicht für mehr Freizeit sorgen. Daher sehe ich darin das falsche Instrument für den Wunsch nach flexibler, eigenbestimmter Freizeit.

      Solche Verträge sind eh nicht zulässig, also was denkt sich der AG dabei?

      Meines Wissens ist das nicht zulässig. Mehrarbeit ist im Prinzip nie mit dem Gehalt abgegolden. In Arbeitsverträgen ist das eine nicht gültige Klausel.

      LG

    Mit oder ohne Zeiterfassung? Gleitzeit?

    Ich würde es annehmen, wenn dadurch X mehr Geld pro Monat raus springt.
    X sollte ungefähr dem entsprechen, was Du an bezahlten Überstunden machst.

    Wähle X nicht zu klein, denn Du kannst es nur noch jetzt ein letztes Mal verhandeln.

    Der AG möchte dich damit vermutlich aus der Zeiterfassung raus haben.

    Gleitzeit ja. Ich komme und gehe wann ich will.
    Ich mach auch Mal was zu Hause, abends oder am WE.

    X ist im Grunde nicht hoch.
    Mit dem angebotenen Gehalt wären theoretisch nur 2 Stunden wöchentlich mehr abgegolten.
    Aber ich befürchte halt mit Arbeit zugebommt zu werden und schnell Mal 5bis 10 stunden die woche mehr zu machen.
    Das mach ich auch gerne und ist für mich selbstverständlich.
    Aber ich möchte selbst entscheiden ob ich es dann aufschreibe oder nicht.

    • (15) 31.01.18 - 17:03

      - Mit dem angebotenen Gehalt wären theoretisch nur 2 Stunden wöchentlich mehr abgegolten. -

      Nein, dann würde ich mich nicht darauf einlassen.

      Für eine Führungskraft ist eine solche Regelung tatsächlich zulässig, dann ist aber das Gehalt auch entsprechend hoch, das eine Überstundenpauschale sozusagen enthalten ist.
      http://fachanwaltfürarbeitsrecht.net/ihre-kanzlei/arbeitsrecht-fuer-fach-und-fuehrungskrafte/

      Du kannst ja selbst ganz leicht ausrechnen, wie hoch so ein Gehalt sein müsste, damit es sich lohnt.

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