Gehaltskürzung nach Elternzeit und erneut schwanger

    • (1) 01.02.18 - 21:25

      Hallo ihr Lieben,

      ich brauch mal euren Rat.
      Gestern war ich bei meiner Chefin um über den Wiedereinstieg in den Job zu sprechen. Der Verlauf des Gespräches war vorher zu erwarten, trotzdem hat mich das sehr aufgewühlt. Ich hatte ein Jahr Elternzeit, die nun im April endet.
      Meine Chefin hat das Team aufgelöst, für welches ich der zuständige Teamleiter war.

      Nun hat sie mir eine andere Stelle mit weit weniger Verantwortung vorgeschlagen, für welche ich ganze 700,-€ Brutto weniger bekommen würde. Das ärgert mich natürlich total... * böse guck*
      Hintergrund ist, dass ich das Teamleitergehalt abgeben soll. :-(

      Die 2. Option ist, ein neues Team zu gründen. Mein "Problem" ist nun folgendes..

      Was die alte Hexe ( Sorry..^^) noch nicht weiß - ich bin erneut schwanger. :-))
      Da es noch ganz frisch ist,habe ich sie natürlich auch noch nicht informiert.

      Wenn sie nun ein neues Team gründet und ich ihr dann mitteile, dass ich nur für 4 Monate da sein werde ( abzüglich Mutterschutz und Urlaub) beißt die mir den Kopf ab!!!


      Ich muss dazu sagen, dass das auch nicht meine Art ist.
      Ich wäre lieber ehrlich und würde sie informieren. Aber dann muss ich auf die andere Stelle und verdiene total wenig.. was sich ja auch wieder auf mein Elterngeld auswirkt. :-(

      Hat jemand ähnliche Probleme oder Erfahrungen gemacht ?

      Liebe Grüße

      • Du hast Anspruch auf deinen Arbeitsplatz bzw einen vergleichbaren sowie auf dein Gehalt. Bevor ich 700euro weniger bekommen würde ..Soll sie doch ein neues Team gründen.. kann ja Ersatz suchen wenn du wieder weg bist.

        Ich hätte keine Lust von einer Leitungsposition herab gestuft zu werden. Wozu hat man sich sonst weitergebildet?

        Darf ich fragen, warum du der Meinung bist, dass du eine Gehaltskürzung klaglos hinnehmen musst?

        • Jepp, das ist die Frage die es zu beantworten gilt.

          @TS
          Klappe halten, die neue Schwangerschaft hat noch Zeit bevor sie verkündet wird.
          Soll sie ein neues Team mit dir als Leitung gründen oder soll sie es sein lassen, Fakt ist, dass Du das gleiche Gehalt wie vor der EZ verdienst, weil es so in Deinem Vertrag steht.

          Wurde eine Änderungskündigung angesprochen?

          Die Hexe kann dich natürlich auch raus schmeißen.

              • Aber dann macht doch die ganze gesetzliche Regelung keinen Sinn mehr? 🤔

                Dann könnte ja jeder AG sofort eine Änderungskündigung vorlegen..

                • "Kurz & knapp: Kündigung nach Elternzeit
                  - Kurz vor und in der Elternzeit gilt ein gesetzlicher Kündigungsschutz. Eine arbeitgeberseitige Kündigung ist nicht erlaubt.
                  - Arbeitnehmer dürfen in der Elternzeit kündigen.
                  - Kommen Sie aus der Elternzeit zurück, ist der Sonderkündigungsschutz aufgehoben."

                  https://www.arbeitsrechte.de/kuendigung-nach-elternzeit/

                  Sicher kann man über die Kündigung dann mit dem AG streiten, aber es deine Position gar nicht mehr gibt, keine andere Verwendung möglich ist, dann läuft es darauf hinaus.

                  Du wirst dich mit dem AG einigen müssen oder riskierst Deinen Job.

                  • Sie riskiert gar nichts, sie ist schwanger und hat Kündigungsschutz und auch sonst riskiert sie da nicht viel bei entsprechender Betriebsgröße.

                    • Ja, ich hatte "bin wieder schwanger" verdrängt.

                      Was hat die Betriebsgröße mit einer betriebsbedingten Kündigung zu tun, Schwangerschaft mal außen vor?

                      • Schon mal was von Kündigungsschutzklage und Sozialauswahl gehört? Je nach Betriebsgröße gibt es eben da einige Leute, die dann erst gehen müssen.

                        • Ja, habe ich.
                          Sozialauswahl trifft aber nur bei Massenentlassung mit entsprechender Massenentlassungsanzeige zu. Damit verbunden ein Sozialplan.
                          Der AG wird aber versuchen betriebsbedingt zu kündigen, weil der Arbeitsplatz oder die ganze Abteilung weg ist.

                          • Du schmeißt hier Sozialauswahl und Sozialplan durcheinander. Ersteres gilt bei jeder Kündigung und macht dem AG oft Probleme.

                            https://www.anderfuhr-buschmann.de/arbeitsrecht/kuendigung/kuendigung_sozialauswahl.htm

                            • Vielleicht vermische ich da was.
                              Wenn aber der Arbeitsplatz Teamleitung weg fällt und sie die einzige Teamleitung des Teams war, es fällt genau ihr Arbeitsplatz weg, dann dürfte die Sozialauswahl keine Rolle spielen und es kommt zur betriebsbedingten Kündigung, weil die Abteilung geschlossen wurde.

                              Das ist für den AG eigentlich eine der einfachsten Varianten und führt regelmäßig zum gewünschten Ergebnis.

                              "Wie das obi­ge Bei­spiel zeigt, setzt die So­zi­al­aus­wahl im­mer vor­aus, dass es mehr Kündi­gungs­kan­di­da­ten als ge­plan­te be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen gibt. Es kommt aber vor, dass der Ar­beit­ge­ber Ein­zel­stel­len strei­chen möch­te und von die­ser Un­ter­neh­mer­ent­schei­dung nur ein ein­zi­ger Ar­beits­platz be­trof­fen ist.

                              BEISPIEL: In ei­nem Be­trieb mit 50 Ar­beit­neh­mern gibt es ei­ne Ver­triebs­ab­tei­lung mit 15 Ver­triebs­kräften und mit ei­nem Ver­triebs­lei­ter, des­sen Auf­ga­ben gemäß Ar­beits­ver­trag al­lein in der Über­wa­chung und An­lei­tung der 15 Ver­triebs­kräfte be­ste­hen. Der Ar­beit­ge­ber be­sch­ließt aus Kos­ten­gründen, die Ver­triebs­lei­ter­stel­le zu strei­chen, so dass die 15 Ver­triebs­mit­ar­bei­ter künf­tig di­rekt ei­nem der drei Geschäftsführer un­ter­stellt sind.

                              In die­sem Bei­spiels­fall ist der Ver­triebs­lei­ter mit kei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer des Be­triebs ver­gleich­bar, denn die ihm un­ter­stell­ten Ver­triebs­kräfte ste­hen auf ei­ner an­de­ren Ebe­ne der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie. Auch mit an­de­ren Führungs­kräften ist er nicht ver­gleich­bar, denn sei­ne Auf­ga­ben sind gemäß Ar­beits­ver­trag al­lein auf die Ver­triebs­ab­tei­lung be­zo­gen"

                              https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Sozialauswahl.html#tocitem1

                              Da vermischst du was, denn es geht nicht um ihren Arbeitsplatz, sondern vergleichbare Arbeitsplätze, wenn es also noch mehr Teams gibt und die Teamleiter ähnliche Aufgaben haben, dann ist eine Sozialauswahl zwischen diesen Teamleitern vorzunehmen und nicht zu sagen, ihr Team fällt weg, also ihr Arbeitsplatz auch.

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