Einkommensnachweise für Unterhaltsberechnung Kind

    • (1) 22.02.18 - 09:04

      Hallo zusammen,

      vielleicht kann mir ja hier jemand einen Rat geben. Über meine Anwältin versuchte ich vor einiger Zeit, Einkommensnachweise meines Ex für die Unterhaltsberechnung meiner Tochter zu bekommen. Wir haben von ihm nie etwas erhalten (es hieß immer nur, er sei nicht in der Lage, Unterhalt zu zahlen) und erst, als ich seine Konten pfänden ließ (Titel liegt vor), zahlte er plötzlich den Mindestunterhalt. Vorher hatte er gar nichts gezahlt.

      Meine Anwältin meinte, ich solle damit zufrieden sein, von vielen sieht man keinen Cent. Ich frage mich dennoch, ob er nicht eigentlich dazu verpflichtet Ist, Einkommensnachweise vorzulegen (kann er ja meiner Anwältin schicken und nicht mir) und falls dem so ist, wie ich dies durchsetzen kann. Ich habe gelesen, man hat alle 2 Jahre ein Anrecht darauf, nur wie macht man dies geltend? Als ich bzw. meine Anwältin ihn damals aufgefordert haben, Nachweise vorzulegen, geschah nichts.

      Hat da jemand Erfahrungen bzw. Tipps?

      Viele Grüße,
      Babymatz

      • Hallo.

        Dann hast du eine schlechte Anwältin. Meine hat es immer geschafft, den Gehaltsnachweis zu bekommen, da er mir ihn auch nicht zuschicken wollte. Er muss ja nicht. Aber bei meiner Anwältin wurde dann doch weich.:-p

        LG

        • Hallo,

          nein, das ist falsch - er muss die Auskünfte dem Kind, vertreten durch den jeweiligen anderen Elternteil, erteilen.

          LG

          • Ich weiß, dass er muss. War auch ironisch gemeint. Aber meine Anwältin hat das dann geregelt, da er es mir eben nicht freiwillig herausgeben wollte. Er ist/war immer der Meinung, er muss mir gar nichts geben. Aber meine Anwältin hat ihn dann überzeugt.

      Hallo,

      ja, er hat umfassend Auskunft über sein gesamtes Einkommen inkl. Steuern etc. zu erteilen - dies ergibt sich aus § 1605 BGB.

      Dieser Anspruch kann selbstverständlich vor dem Familiengericht eingeklagt werden, in vorliegendem Fall müsste er dann wohl auch die kpl. Verfahrenskosten tragen.

      Ab der Aufforderung kann dann auch rückwirkend KU gefordert werden

      ggf. kann man gemäß § 254 ZPO auch Stufenklage erheben (das wird bei KU oft auch so gemacht), da der tatsächliche KU-Anspruch ja erst nach vorliegen der Nachweise beziffert werden kann

      LG

    (11) 22.02.18 - 10:12

    <<<Dieser Anspruch kann selbstverständlich vor dem Familiengericht eingeklagt werden, in vorliegendem Fall müsste er dann wohl auch die kpl. Verfahrenskosten tragen.>>>

    Genau diese Sache hat ihn dann überzeugt, dass er doch muss. Wenn nicht mir, dann wenigstens meiner Anwältin.

Hallo,
soeine Neuberechnung kann natürlich auch nach hinten losgehen. Bist du dir sicher, dass er mehr verdient und nicht noch mehr Kinder hat?m

  • Ja, das ist auch das, was mich bisschen zögern lässt. Ich weiß, dass er noch ein Kind hat, mit dessen Mutter stehe ich auch in Kontakt. Sie haben bereits einen Prozess gegeneinander geführt, wo er ebenfalls angab, nichts zahlen zu können. Seit meiner Pfändung zahlt er auch für dieses Kind Mindestunterhalt.

    Das Komische ist halt, dass er immer nur in alle Richtungen angegeben hat, nichts zahlen zu können und hätte er das einmal nachgewiesen, wäre es eben erst mal so gewesen. Das hat er aber nicht, er ließ es sogar bis zum Gerichtsverfahren kommen, was er dann auch noch bezahlen durfte. Da stellt sich unweigerlich die Frage, was er zu verbergen versucht bzw. woher das Geld kommt, was er jetzt zahlt.

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