Hilfe!!! Arbeitszeugnis

    • (1) 27.02.18 - 00:59

      Heute habe ich mein Zeugnis von meinem Arbeitgeber bekommen. Ich kenne die Geheimcode leider nicht so gut. Ich bin euch sehr dankbar, wenn ihr euch die Zeit nehmen und mein Zeugnis bewertet würdet:

      Wir haben Herrn xxx als motivierten, äußerst zuverlässigen und sehr belastbaren Mitarbeiter kennengelernt, der seine Aufgaben sicher, selbständig und stets verantwortungsbewusst erledigt.
      Herrn xxx zeichnet sich insbesondere durch sein hohes Engagement, seine Kommunikationsstärke und seine Fähigkeit zum analytischen und konzeptionellen Denken aus. Aufgrund seiner raschen Auffassungsgabe, seines systematischen Arbeitsstils und seiner interkulturellen Fähigkeiten gelang es Herrn xxx schnell, sich in die oben genannten Aufgabenstellungen auch im Ausland einzuarbeiten.

      Die Leistungen von Herrn xxx finden jederzeit und in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung. Die Zusammenarbeit mit ihm ist gekennzeichnet durch Teamfähigkeit und Konstruktivität.

      • Moin,
        da ich schon selbst einige Arbeitszeugnisse als Ausbilderin geschrieben habe, kann ich Dir sagen:
        Erst mal herzlichen Glückwunsch zu einem guten Zeugnis!
        Allgemein liegt es im Bereich gut, Schulnote 2.;-) "Volle Anerkennung" heißt zwei, vollste Anerkennung hieße 1.
        Im ersten Teil stehen sogar sehr gute Dinge drin.
        Es kommt für mich sichtbar als einziger "Kritikpunkt" eine leichte Überkorrektheit von dir heraus. Es steht nichts über Umgang mit Kollegen, Kunden etc. drin- evtl. deutet das darauf hin, dass du hier noch an deiner Herzlichkeit arbeiten könntest. (Vielleicht hast Du hier aber nur Teile deines Zeugnis veröffentlicht)
        Auf jeden Fall kannst du mit dir zufrieden sein und findest sicher weiter gute Jobs.
        Viel Glück, smarti

        • Sorry, aber mich schüttelt es immer ein wenig, wenn jemand behauptet, dass er Ahnung von Arbeitszeugnissen hat und dann bei so einem Zeugnis schreibt, es wäre gut bis sehr gut und dem TE auch noch gratuliert, dass er ein so tolles Zeugnis erhalten hat.
          Ich hoffe, Du schreibst jetzt keine Zeugnisse mehr...
          Nix für ungut.

          • Kommt wohl auch auf den Arbeitsbereich an.
            Wer öffentlich sein Zeugnis postet, möchte doch Meinungen dazu. Das war meine, wenn Du eine andere hast, schreibe sie. ;-)
            Und ja, ich schreibe immer noch Zeugnisse.
            Sachlich und wohlwollend,
            smarti

            • Hmmm naja, aber wenn Du der Meinung bist, dass das o.g. Zeugnis "wohlwollend" ist und Du dann ebensolche Zeugnisse schreibst, dann ist das Zeugnis dann leider nicht wirklich wohlwollend, sondern eher hinderlich im Bewerbungsverfahren des Arbeitnehmers!
              Und das ist dann schon ärgerlich, wenn Du ja eigentlich etwas positives schreiben wolltest...

        vielen Dank erstmal für das Feedback.

        Umgang mit Kollegen fehlt tatsächlich...noch was?

        es steht auch nichts über Fachwissen (ich war Management Trainee, habe aber Maschinenbau studiert)

    liest sich doch gut....ich hoffe, du hast mindestens 1 DIN A4 Seite gekürzt .

    lg
    lisa

    Als erstes: Ein Arbeitszeugnis kann man IMMER nur im Ganzen beurteilen. Nur Leute, die nichts davon verstehen, denken immer, dass nur die Beurteilungssätze wichtig wären.
    Dem ist nicht so.
    Es gibt einige Sachen, die man in das "Formale" (Zeugniskopf etc.) reinbauen kann, um auszudrucken, dass der AN schlecht war.
    Besonders wichtig (das vergessen hier fast alle immer) ist die Tätigkeitsbeschreibung. Dort stehen - im Gegensatz zu den floskelartigen Beurteilungssätzen - die Tatsachen drin, Deine Leistung und Kompetenz, was Du kannst bzw. was Du nicht kannst. Auch und gerade bei der Tätigkeitsbeschreibung kann man viele Fehler machen.
    Die Beurteilungssätze, die Du schreibst, sind OK. Mehr aber auch nicht.
    ABER: es sind Standardfloskeln. Nichts besonderes. Und vor allem: sehr wenig, wenig substantiell.
    Wenn Du dort nur 1 Jahr beschäftigt warst, ist es hinnehmbar.
    Wenn Du dort 5 Jahre gearbeitet hast, ist es unzureichend.

    By the way: ein wirklich gutes Zeugnis zeichnet sich durch Individualität aus. Dort stehen dann eben nicht nur diese Standardsätze drin, sondern heben Deine besonderen Erfolge, bespndere Projekte, an denen Du gearbeitet hast, spezielle Fachkenntnisse/Umsatzsteigerungen/Kundengewinnung/.... je nach Job halt etwas, was nur auf Dich zu trifft und Deine Leistung und Kompetenz beschreibt.

    • habe ein zweijähriges Trainee-Programm gemacht und die Tätigkeiten darf ich selber schreiben.

      "Die Beurteilungssätze, die Du schreibst, sind OK. Mehr aber auch nicht."

      ok klingt doch nicht so gut oder?:-(:-(:-(

      • OK, Trainee. Das ist schonmal wichtig zu wissen, dass Du nicht 10 Jahre lang Teamleiter oder so warst... ;-)
        An ein Trainee-Zeugnis würde ich jetzt natürlich nicht die strengsten Maßstäbe setzen.
        Die Beurteilungssätze sind schon ok für einen Trainee. Aber mir persönlich fehlt halt das individuelle. Etwas, was eben über diese Standardsätze hinaus geht; und wenn es nur ein einziger persönlich zugeschnittener Satz ist. Hast Du an irgendeinem Projekt mitgewirkt, was erwähnenswert ist? Irgendeine Umsetzung/Neueinführung/Umstrukturierung etc.?

        • Projekterfahrungen? schon... die sind aber schon in "Tätigkeiten" beschrieben

          ist das Zeugnis heutzutage immer noch so wichtig?

          Jederzeit und in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung durch "vollste Anerkennung" ersetzen? ist diese Formulierung dann übertreibend und unrealistisch?

    (12) 27.02.18 - 17:07

    Große Konzerne verwenden mittlerweile nur noch Standardfloskeln, das Zeugnis wird automatisch generiert aus den Notenstufen, die man für die jeweiligen Fähigkeiten eingibt. Ich bin Führungskraft und hatte noch nie ein individualisiertes Zeugnis (abgesehen von der Tätigkeitsbeschreibung), beim letzten Zwischenzeugnis ist mein Chef schier verzweifelt, weil bei HR noch eine alte Stellenbezeichnung vorlag und diese im Zeugniserstellungstool nicht änderbar war. Es führt aber im positiven dazu, dass keine Bereiche vergessen werden. Auf der anderen Seite sind die Zeugnisse echt kaum mehr aussagekräftig.

    Im Zeignis vom TE irritiert mich der Abschnitt mit der Zusammenarbeit, und das Verhalten ggü. Kunden, Vorgesetzten und Kollegen fehlt anscheinend. Die restlichen Formulierungen sind m. E. Zwischen 2+ und 2- anzusiedeln.

    • Hmm, kenne mehrere große Konzerne und für einigermaßen verantwortliche Jobs werden dort auch vernünftige Zeugnisse geschrieben. Mit 4 Standardsätzen lässt sich dort niemand abspeisen.

      Personalfrau meinte Das Thema Verhalten/ Umgang mit Kollegen ist im Punkt „Die Zusammenarbeit mit ihm ist gekennzeichnet durch Teamfähigkeit und Konstruktivität.“ enthalten.

      Schlussformulierung:

      Herr xxx ver­lässt un­ser Un­ter­neh­men mit dem 31.03.2018 auf ei­ge­nen Wunsch. Wir bedau­ern dies, weil wir mit ihm einen gu­ten Mit­ar­bei­ter ver­lie­ren. Wir be­dan­ken uns für die stets gu­ten Leis­tun­gen und wün­schen ihm für die Zu­kunft be­ruf­lich und pri­vat al­les Gu­te und weiterhin Er­folg.

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