Unterhalt im Studium.

    • (1) 27.02.18 - 08:44

      Hallo,

      Mich würde einmal interessieren, mit wieviel Unterstützung eure Studierenden Kinder durchs Leben gehen.

      Falls eure Kinder Bafög bekommen, bekommen sie zusätzlich das Kindergeld (so es denn gezahlt wird) und stockt ihr das Bafög noch auf?

      Es gibt hier Diskussionen um die Finanzierung der Tochter meines Mannes und ich wundere mich etwas über die Ansprüche, die dort aufkommen.

      LG #blume

      • (2) 27.02.18 - 09:30

        Ich bin nun seit fast fünf Jahren mit dem Studium fertig. Meine Eltern haben mich damals mit etwa 800€ pro Monat unterstützt. Es war so zu sagen das Existenzminimum, Miete, Lebensmittel und Semestergebühren etc.
        Meine "Luxus"-Ausgaben wie Kleidung, Ausgehen, Fahrtkosten habe ich mir durch einen Job erarbeitet. Dieses Konzept hatten die meisten in meinen Freundeskreis. Zu Beginn gab es auch noch viele Mitstudierende, deren Eltern sie nicht so stark unterstützen konnten bzw. wollten. Die haben sich durch die viele Arbeit nebenher jedoch stark dezimiert. Entweder sie haben das Studium abgebrochen oder haben nach kurzer Zeit einen Kredit aufgenommen.
        Das mögen jetzt nur meine Erfahrungen sein im Maschinenbau Studium, vielleicht kann man in anderen Studiengängen Arbeit und Lernen besser unter einen Hut bringen, aber bei uns lief das nur auf Mini Job Basis mit vielleicht 200-300€ Zuverdienst im Monat. An der Uni interessiert es niemanden ob du Arbeiten musst oder nicht. Häufig wird in den ersten Semestern aussortiert, bei uns etwas über 50%, waren halt meistens die, die viel nebenbei arbeiten mussten.

        • (3) 27.02.18 - 09:43

          Vielen Dank für deine Antwort.

          Ja, ich hatte auch angenommen, dass man mit 800 bis 900 Euro schon mal so etwas wie eine Grundsicherung hat, mit der man klarkommt ohne durchgehend arbeiten zu müssen.

      (4) 27.02.18 - 09:36

      Eigentlich brauchst du dich da nicht zu wundern. Dein Mann musste gegenüber dem Bafögamt nachweisen, wieviel er verdient. Das gleiche musste die Mutter des Kindes tun. Das Bafögamt hat nun errechnet, wer wieviel zahlen muss. Dein Mann kann sich den Zettel zeigen lassen.
      Das Kindergeld steht zwar den unterhaltzahlenden Eltern zu, da der Unterhalt aber deutlich höher ist, als das Kindergeld, überweist man das gleich ans Kind und kürzt dafür den Unterhalt entsprechend.
      Luxus finanziert das Bafögamt sowieso nicht. Es geht hier wie immer nur um das absolute Minimum, was man zum überleben braucht. Aber eine eigene Wohnung (oder ein Zimmer in einer WG), samt Nebenkosten sind eben nicht billig. Den gesamten Kram, den ein Student braucht, gibt es auch nicht kostenlos - man kann sich nicht alles ausleihen. Das, was man im Haushalt zum überleben braucht, ist da noch das Geringste. Wenn ich mich an meine Studienzeit erinnere...das ging nur, weil mehrere Studenten immer ihr Geld zusammengetan haben und wir große Mengen eingekauft haben. Nudeln kann ich heute nicht mehr sehen.
      Und ich gehörte zu den Studenten, die noch neben dem Studium einige Jobs hatten, damit es überhaupt gereicht hat.

      • (5) 27.02.18 - 09:41

        Es wurde noch gar kein Bafög beantragt und soll wohl auch nicht.

        Das ist einer der Punkte um den es geht.

        Mich würde einfach interessieren, in welcher Höhe andere Studenten von ihren Eltern unterstützt werden.

        • (6) 27.02.18 - 09:49

          Die Grenzen in denen Bafög gezahlt werden sind Recht eng. Hast du im Internet mal geschaut ob dein Mann nicht eh zu viel verdient? Ich hab auch nie Bafög beantragt, war bereits klar, dass ich nix bekomme.

          • (7) 27.02.18 - 09:54

            Mein Mann verdient wenig, ich bin die Hauptverdienerin. Außerdem haben wir noch zwei gemeinsame Kinder.

            Ein Blick in den Bafög Rechner hat ergeben, dass sie 650 Euro Bafög bekommen würde. Selbst wenn man sein altes Vollzeitgehalt angibt müsste er nichts zahlen und sie bekäme volle Förderung,

            Nach meinem Kenntnisstand wird auch das Kindergeld weiter gezahlt, so dass sie über 800 Euro hätte, wenn man ihr das auszahlt.

            Ich will ihr nichts streitig machen; mich ärgert nur, dass sie offensichtlich kein Bafög beantragen möchte.

            Die ganze Geschichte ist etwas verzwickt und ziemlich unschön.

            (12) 27.02.18 - 12:41

            Dann sind eure Kinder sowieso vorrangig berechtigt und er ggf. gar nicht verpflichtet zu zahlen. Es gibt hier keine gesteigerte Erwerbsobliegenheit mehr. Das heißt natürlich nicht, dass er dann auf freiwilliger Basis nicht etwas leisten kann.

            Aber es ist doch hilfreich zu wissen, was man MUSS, wenn man in eine Verhandlung geht.

            LG

            • (13) 27.02.18 - 14:39

              Wie wird das eigentlich beim Bafög Antrag gehandhabt?

              Die Kindsmutter hat mich eine weitere Tochter aus zweiter Ehe und mein Mann mit mir zwei Kinder.
              Für das zweite Kind bekommt die Kindesmutter Unterhalt von ihrem Ex, da ich mit meinem Mann zusammenlebe zahlen wir natürlich niemandem tatsächlich Unterhalt, aber ich finanziere diese Kinder ja.
              Gibt man dann in ihrem Fall den Unterhalt den sie bekommt als Einkommen des Kindes an und im Falle meines Mannes, einen fiktiven Unterhalt, der den Kindern zustehen würde als deren Einkommen.

              ich hoffe, das ist verständlich was ich meine.

              • (14) 27.02.18 - 18:54

                Der Unterhalt taucht beim Bafög nicht auf. Bafög berechnet Freibeträge für andere Unterhaltspflichtige.

                Wichtig für euch ist erst mal die Unterhaltsberechnung nach BGB. Dafür sind erst mal die minderjährigen Kinder vorrangig zu berücksichtigen. Wenn er dann noch über 1300 netto übrig hat, kann man über den Bedarf der großen Tochter nachdenken. Und selbst dann stündest du im Rang noch vor ihr.

                Wenn nach BGB kein Anspruch mehr durchsetzbar ist, weil keine Leistungsfähigkeit mehr besteht, dann würde ich die Diskussionen ums Thema einstellen, denn einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen und dann liegt es im Verantwortungsbereich der Tochter, ob sie Bafög beantragt oder nicht. Wenn die wirtschaftliche Not groß genug ist, wird sie den Antrag schon stellen.

                LG

                • (15) 27.02.18 - 18:57

                  Vielen Dank.
                  Deine Antworten helfen mir wirklich sehr.

                  Spielt eigentlich die Steuerklasse eine Rolle? Zurzeit hat er Steuerklasse 5.

                  • (16) 27.02.18 - 19:26

                    Ja. Das kann tatsächlich ein Problem darstellen. Er sollte sein Netto auf Basis Stkl. 4 berechnen.

                    Allerdings muss er jetzt nicht in Aktivität verfallen. Erst mal ist das Kind an der Reihe aktiv zu werden. Erwachsene und nicht privilegierte Kinder (solche unter 18 oder in allg. Schulausbildung) müssen alles tun, um die Unterhaltslast der Eltern zu mindern. Deshalb vorrangig Bafög. Und erst dann kann ein Restsanspruch gegenüber beiden Eltern erst festgestellt werden.

                    LG

                    • (17) 27.02.18 - 19:29

                      Aber selbst dann läge er nach Abzug des Unterhaltes für die beiden kleineren unter 1300 Euro.

                      Mir geht es nur um die Argumentationsgrundlage

                      • (18) 27.02.18 - 19:44

                        Dann ist doch die Sachlage klar. Die Teilzeit sollte ihm nicht mehr auf die Füße fallen, weil er der Großen gegenüber keiner gesteigerten Erwerbsobliegenheit unterliegt:

                        § 1603 BGB kennt eine allgemeine Leistungsfähigkeit (§ 1603 Abs.1 BGB) und gegenüber minderjährigen und diesen gleichgestellten volljährigen Kindern (= privilegierte Kinder) eine sog. gesteigerte Leistungsfähigkeit (§ 1603 Abs.2 BGB).

                        Die Ansage wäre: Kümmere dich um Bafög, ich bin dir gegenüber nicht leistungsfähig, würde dich aber freiwillig mit xx(x) unterstützen.

                        LG

        (19) 27.02.18 - 10:29

        Hallo

        Haben das im Bekanntenkreis auch, Mann verdient über 40100 Netto, Kind bekommt trotzdem Bafög!

    (22) 27.02.18 - 12:23

    Bafög ist vorrangig zu beantragen. Außer den Eltern ist das egal. Aber darauf bestehen kann jeder Elternteil.

    LG

    (23) 27.02.18 - 15:33

    Tja, das Kind muss schon erstmal berechnen lassen, wieviel seine Eltern zahlen müssen. Als Vater würde ich das ganz klar an mir abprallen lassen. Ohne Berechnung vom Bafögamt würde ich nicht zahlen, wobei natürlich klar ist, dass ich alle benötigten Unterlagen zur Verfügung stelle.

(24) 27.02.18 - 10:15

Nein, das ist falsch. Das BAfög Amt errechent NICHT, was ein Vater zahlen muss. Das BAfög Amt sagt nur, was das Bafög Amt zahlt anhand der eingereichten Unterlagen. Dieser Betrag wird vom zu zahlenden Unerhat laut Tabelle abgezogen, genauso wie das Kindergeld.
Es ist ein Irrtum, da? das Bafög Amt sagt, was Eltern zahlen müssen. Das, was da steht, ist das anzurechnende Einkommen. Das ist nicht der Zahlberag

  • (25) 27.02.18 - 10:31

    Ja, das hatte ich auch so verstanden. Das wäre ja auch seltsam, wenn das Bafög,t bestimmt, wer Wickel zahlen müsste. Tatsächlich ist es aber Umbauphase Rechner so, das dort angegeben wird, was man annimmt, was Mutter und Vater zahlen müssten.

    Eine Frage zum Kindergeld. Wenn man den Höchstsatz an Bafög bekommt, werden einem Elternteil trotzdem noch Kindergeld ausgezahlt. So zumindest habe ich das verstanden.

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