Arbeitsvertrag unterschrieben, nun besseres Angebot erhalten

    • (1) 06.03.18 - 20:07

      Hallo,

      vielleicht hat ja jemand so eine Erfahrung auch schon mal gemacht und kann mir davon berichten:

      Ich habe einen Arbeitsvertrag bei AG A unterschrieben (Beginn ist jetzt 1.4.) und heute ein anderes Angebot erhalten (Beginn 1.5.). Die Konditionen sind um 1/3 besser, bessere Sozialleistungen, bessere Zukunftsaussichten usw.

      Vornweg: Ich finde diese Situation wirklich belastend und es gehört für mich ebenfalls in die Kategorie "Das tut man nicht". Und ja, ich habe jetzt schon zittrige Hände, wenn ich daran denke, dass ich AG A so kurz vor Dienstantritt absagen muss :-( Jedoch muss ich hier auch an mich und meine Familie denken.

      Nun ist eine Kündigung vor Dienstantritt bei dem AG A laut Vertrag nicht zulässig. Tritt man nicht an, zahlt man eine Vertragsstrafe. Dies kann ich umgehen, da ich ja erst zum 1.5. bei AG B antreten werde.

      Ich würde mich mit AG A gerne gütlich einigen und einen Aufhebungsvertrag machen. Sollte dies nicht klappen, dann reiche ich eben an meinem ersten Arbeitstag die Kündigung ein (2 Wochen in der Probezeit). Dies kann ja auch nicht im Sinne des AG A sein.

      War schon jemand in so einer Situation? Wenn ja, klappten die Aufhebungsverträge oder bestanden manche Arbeitgeber auf dem Erscheinen?

      Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen.

      LG,
      roteerdbeere

      • Ich hatte die Situation noch nicht, aber ich bin immer für direkte Ehrlichkeit. Sag dem AG jetzt wie es ist und dass du zurück trittst. Findet eine Einigung.

        • Guten Morgen,

          ja, ich setze auch unbedingt auf Ehrlichkeit und werde AG A natürlich die Situation genauso schildern, wie sie ist. Das schlechte Gewissen bleibt jedoch und ein wenig Bammel habe ich auch vor dem Anruf #zitter

          Danke für deinen Beitrag #blume

      Diese "sowas tut man nicht"-Einstellung ist zwar löblich, aber sie bringt weder dich noch deine Familie weiter. Noch dazu würde der AG nicht mit der Wimper zucken, wenn er dich loswerden wollte. Du darfst getrost davon ausgehen, dass er dich in dieser Situation direkt in der Probezeit kündigen würde - denn genau dafür ist sie da.
      Tritt deine Stelle ganz wie der Arbeitsvertrag es dir vorgibt an und kündige dann.

      • Guten Morgen,

        du hast absolut Recht. Den AG schert es auch nicht, wenn er AN entlassen muss. Aber das schlechte Gewissen bleibt einfach, da die Leute da auch wirklich nett waren :-(

        Danke auch dir für deinen Beitrag #blume

        • Solche Meinungen haben nur Leute die noch nie in Führungspositionen gearbeitet haben.
          Kündigungen sind nie schön! Die Gespräche eigentlich immer schrecklich aber manchmal manchmal geht es nicht anders.

          Ich als AG würde erwarten, dass man vorher bescheid gibt, offen spricht und nicht noch vier Wochen arbeitet und dann geht.
          Da hat man gerade Zeit und Mühe in die Einarbeitung gesteckt und dann geht jemand vorsätzlich.

          • Ja, so möchte ich es auch machen. Dem AG die Situation schildern und ihn um einen Aufhebungsvertrag bitten.

            Stellt er sich dagegen quer, dann werde ich ihm mitteilen, dass ich zwar am ersten Arbeitstag erscheinen werden, jedoch sofort kündigen werde. Dies kann ja eigentlich auch nicht im Sinne des AG sein.

            Die Situation ist einfach schlimm und bereitet mir Magenschmerzen. Vor allem, weil ich mich gut in den AG reinversetzen kann. Die rechnen ja nun mit mir, haben evtl. schon Aufgaben für mich vorbereitet und hoffen nun auf baldige Ergebnisse. Einfach doof :-(

            (9) 07.03.18 - 12:05

            LOL...solche Meinungen haben Menschen, die in Führungspositionen arbeiten, einige Angestellte haben und ihre Angestellte als gleichberechtigte Partner in einem Arbeitsverhältnis ansehen.
            Nehmen wir also an, du willst Person X kündigen. Wieviele Wochen vor der Kündigung sagst du Person X Bescheid, dass die Kündigung droht...nur weil du nett bist? Genau das verlangst du hier nämlich vom Arbeitnehmer.
            Eine Kündigung ist nie schön - nicht für den Arbeitnehmer und nicht für den Arbeitgeber.

        Wie ich schon schrieb...
        Quatsch, dass sich AG nen Dreck scheren.

        Mir tun Kündigungen in der Regel immer leid und oberstes Ziel ist Mitarbeiter zu entwickeln, aufzubauen und gemeinsam Spaß an der Arbeit zu haben.

        Wer das anders handhabt ist kein guter AG.
        Andersrum wissen Mitarbeiter oft nicht was der Kündigungsgrund des Kollegen war... Da wird geredet und getratscht.
        Dass der gekündigte Kollege aber vermehrt Arbeitszeitbetrug begangen hat oder sich Kunden gegenüber schlecht verhält etc etc und alle Aufforderung und Unterstützung das zu ändern, ignoriert, dass wird den Kollegen nicht erzählt.

        Übrig bleibt ein böser AG der grundlos kündigt

        • "Mir tun Kündigungen in der Regel immer leid..."
          Mir tut meine Kündigung auch leid und ich tue das nicht, ohne ein schlechtes Gewissen, das kannst du mir glauben.

          Aber ich musste mich entscheiden und habe mich für das bessere Angebot entschieden. Hier geht es auch nicht nur um 200-300 EUR mehr im Monat. Dann hätte ich wirklich nicht gewechselt.

          Es ist und bleibt blöd und es tut mir schon leid, wenn ich den AG anrufen muss. Ist bestimmt nicht schön für ihn und ich bin mir dessen bewusst.

      Den AG schert es auch nicht, wenn er AN entlassen muss.

      Ich habe viele Kontakte zu AG und kann aus meiner Erfahrung nicht sagen, dass das keinen scheren würde. Die AG machen sich Sorgen und Gedanken darüber, wie sie Mitarbeiter fördern und halten können, aber auch wie sie einen loswerden, der das Team aufmischt, sich Dinge zuschulden kommen läßt, schludert usw.
      Die Mitarbeiter sind das wichtigste "Kapital" eines Betriebs. Und es schert den AG schon, auch gerade wenn er weiß, was privat an so einem Mitarbeiter dran hängt an Familie usw.

(13) 06.03.18 - 20:35

Ruf AG morgen an und sag ihm, dass Du nicht anfangen wirst.

Alternativ startest Du bei A und kündigst am 1. Tag per 30.04.18
Kündigungsfrist ist 4 Wochen?

  • Guten Morgen,

    danke für deinen Kommentar #blume In der Probezeit habe ich eine Kündigungsfrist von 14 Tagen. Ich denke auch, dass das eigentlich kein AG machen würde, sondern den Vertrag aufhebt. Was bringt es ihm denn, dass ich mit der festen Absicht nach 14 Tagen wieder gehe und er mir noch ein halbes Monatsgehalt dafür zahlen muss.

    Aber ich fühle mich nicht gut bei dieser Situation :-( Das schlechte Gewissen treibt mich um, obwohl ich weiß, dass ich in erster Linie auf mich schauen muss. Der fade Beigeschmack bleibt...

    • Nun, AG A wird nicht jubeln ... ändern kann er es aber trotzdem nicht.

      Wenn er dich antreten lässt, bezahlt er natürlich den ganzen Monat Gehalt und du kündigst zum Monatsende.

Ja, ich war auch in der Situation: der Arbeitsvertrag bei Firma A war gerade unterschrieben, da meldete sich Firma B mit dem deutlich besseren Angebot. Bei Firma A war eine Kündigung vor Arbeitsbeginn auch vertraglich ausgeschlossen und mit Strafzahlung sanktioniert.

Ich hab mit offenen Karten gespielt.
Firma B habe ich gesagt, dass der Vertrag unterschrieben ist. Von ihnen kam daraufhin das Angebot: "Wenn Firma A dich nicht aus dem Vertrag entlässt, spricht unser Geschäftsführer mit deren Geschäftsführer." Sie hätten auch auf mich gewartet, wenn ich regulär hätte kündigen müssen. Das hat mir schon mal Sicherheit gegeben.

Firma A hab ich dann mitgeteilt, dass ich ein anderes Angebot annehmen möchte. Dass ich bereit wäre, die Arbeitsstelle bei ihnen anzutreten, wenn sie darauf bestünden, aber zum Monatsende kündigen würde.

Firma A hat meinen Arbeitsvertrag noch am selben Tag geschreddert. Ohne viel Aufhebens (mit ein paar bösen Worten, aber das gehört wohl dazu).

Ein schlechtes Gewissen hatte ich auch kurz, aber letztendlich gewinnt halt das attraktivere Angebot. Wenn du deine Rentenberechnung bekommst, steht da ja auch nicht drauf: "... und 'n Bonus extra, weil sie so ein liebes Mädchen war und beim schlechteren Angebot geblieben ist."

  • Hallo,

    das macht mir ja ein wenig Hoffnung. Genauso möchte ich es auch machen, obwohl das schlechte Gewissen einfach nicht gehen möchte. Und ich habe auch ein wenig Angst, vor "den bösen Worten" wie du so schön schreibst. Es ist einfach nicht die feine Art, aber ich muss mich zwingen auf mich zu schauen.

    "Wenn du deine Rentenberechnung bekommst, steht da ja auch nicht drauf: "... und 'n Bonus extra, weil sie so ein liebes Mädchen war und beim schlechteren Angebot geblieben ist."

    Du hast absolut Recht. Ich muss mir das immer wieder vor Augen halten...

    Aber danke für deinen Erfahrungsbericht #blume

    • Eventuell hat der AG noch einige Bewerber, die an zweiter und dritter Stelle stehen und die nicht zum Zug gekommen sind. Vielleicht können die nachrücken, wenn du schnell bescheid sagst.

      Schon gemacht?

      • Nein, leider gibt es keine anderen Kandidaten.

        Diese Stelle war gar nicht ausgeschrieben. Ich hatte mich ursprünglich auf eine andere Stelle beworben und dann dieses Angebot erhalten, da es mehr an meinem bisherigen Aufgaben angelehnt ist. Zudem wollten sie diese Abteilung sowieso gerade ausbauen.

        Ich habe das Angebot von AG B erst gestern erhalten, deswegen AG A noch nicht abgesagt. Dies werde ich jedoch noch diese Woche tun. Es ist ja alles sowieso schon viel zu kurzfristig und einfach nur unangenehm... Für alle Beteiligten #schmoll

Hallo,

was machst Du denn bis zum 01.04.? Wenn Du zur Zeit ohne Beschäftigung bist, fang zum 01.04. an und arbeite den April bei AG A und kündige zum Monatsende in der Probezeit und dann fängst Du am 01.05. bei AG B an. Dann hast Du keine Lücke in Lebenslauf und Rentenberechnung und ein komplettes Monatsgehalt.

Liebe Grüße Andrea

  • Bis zum 31.03. arbeite ich bei meinem alten Arbeitgeber. Und bei AG B könnte ich auch zum 1.4. anfangen, wenn ich möchte.

    Ich möchte AG A definitiv die Karten auf den Tisch legen. Denn ich weiß ja definitiv, dass ich nicht bei ihm arbeiten möchte. Die Einarbeitung und die Mühe muss er sich mit mir somit gar nicht machen. Da hätte ich noch größere Bauchschmerzen, wenn ich mit diesem Wissen bei ihm anfangen würde...:-(

    • Hallo,

      Du hattest zunächst nicht geschrieben, dass Du bei AG B auch bereits zum 01.04. anfangen könntest.

      Liegst es nur an der Bezahlung? Dann vielleicht nachverhandeln?

      Liebe Grüße Andrea

      • Hallo Andrea,

        der Gehaltsunterschied ist so groß, dass ich nicht glaube, dass AG A mitziehen kann.
        AG A ist ein mittelständisches Unternehmen, AG B ein großer Konzern.

        Wir sprechen hier von einem Gehaltsunterschied von monatlich 500 EUR brutto + 5 Tage mehr Urlaub für 0,5 Stunden weniger Arbeit pro Woche. Und weiteren Leistungen a la Arbeitsweg wird vom AG bezahlt usw.

        Wäre die Diskrepanz nicht so groß, hätte ich es mir auch wirklich noch überlegt. Leider spricht aber nun kein Punkt (bis auf evtl., dass es in einem Konzern stressiger werden könnte) für AG A :-(

(24) 07.03.18 - 10:17

Huhu,

Hast du eine Probezeit? Wenn ja ist doch alles total einfach. Tritt an und kündige nach zwei Wochen. So kannst du das andere Angebot annehmen.

LG

  • (25) 07.03.18 - 10:58

    Ich hätte richtige Bauchschmerzen, wenn ich da anfangen würde, mit dem festen Vorsatz dort gleich wieder aufzuhören.
    Mein zukünftiger Chef ist ein ganz nett und würde sich richtig Mühe bei der Einarbeitung geben. Und dann komme ich am zweiten Tag und sage „Sorry, ich kündige“.

    Wenn sie natürlich meine Situation kennen und dennoch auf einen Aufhebungsvertrag verzichten, dann werde ich das natürlich so tun müssen. Dann wissen sie jedoch Bescheid und ich muss mich gar nicht verstellen.

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