Leistungsbonus Schwangerschaft bzw Mutterschutz

    • (1) 21.03.18 - 15:08

      Hallo,

      Ich habe einen Leistungsbonus von bis zu 14% meines Grundgehalts im Monat, der aber nur 1x im Quartal ausgezahlt wird.

      In meiner letzten Schwangerschaft hatte ich leider schon sehr früh ein Beschäftigungsverbot wegen vorzeitiger Wehentätigkeit und habe in dieser Zeit und im Mutterschutz den Bonus in gleicher Höhe wie vor der Schwangerschaft ausgezahlt bekommen. Der Leistungsbonus berechnet sich hauptsächlich an der Anzahl der abgearbeiteten Aufträge, eine Komponente ist die Teamleistung und der geringste Teil

      Nun bin ich wieder schwanger und habe zum Glück sehr viel weniger Probleme als in der ersten Schwangerschaft und kann deswegen theoretisch auch noch voll arbeiten. In der Praxis ist meine Leistung aber durch anhaltende Übelkeit eingebrochen. Jetzt im Nachhinein weiß ich dass ich mich wohl besser hätte krank schreiben lassen, aber ich wollte nicht "vorsorglich" wochenlang zu Hause bleiben nur weil ich ab und an meine Arbeit unterbrechen muss um mich zu übergeben oder hinzulegen und in D gibt es ja keine Teilzeitarbeitsunfähigkeit.

      Nun gab es das vierteljährliche Bonusgespräch und mein Bonus ist drastisch geschrumpft weil ich auch weniger Leistung erbringe.

      Mein Mann zweifelt an, dass das überhaupt rechtens ist und ist der Meinung ich müsste im Schnitt den gleichen Bonus bekommen wie im Jahr davor. Er begründet das mit dem MuSchG. Ich weiß dass Bonuskürzungen von Kollegen (männlich, nicht schwanger) in der Vergangenheit sogar bis vor Gericht getragen wurden und da ich meinen Arbeitgeber als äußerst fair einschätze und die Kürzungen für mich nachvollziehbar sind, bin ich eigentlich nicht bereit da zu wiedersprechen. Ich gehe davon aus, dass mein AG weiß was er tut, die Kollegen haben auch nicht Recht bekommen.

      Im Anschluss an die Gehaltsverhandlungen ( bei denen ich eine Gehaltserhöhung auf Grund der Leistungen im übrigen Jahr bekommen habe) hat meine Abteilungsleitung mir dann mitgeteilt dass ich über unser Personalmanagmentsystem auch schon mein Gehalt im Mutterschutz einsehen kann.

      Die beiden nächsten Bonuszahlungen fallen noch in den Mutterschutz und dafür wird jetzt der letzte errechnete Leistungsbonus angenommen. Die nächste Zahlung ist 3 Tage nach beginn des Mutterschutzes und ich bin der Meinung, dass dann entweder ein Durchschnitt, oder eben der Wert der kommenden 3 Arbeitsmonate ausgezahlt werden sollte. So bräuchte ich mich ja jetzt eigentlich nicht mehr anstrengen wenn ich wegen 3 Tagen im Mutterschutz dann schon keinen Bonus mehr für die Leistung des gesamten Quartals bekomme. Aber auch für die Zahlung die komplett in den Mutterschutz fällt wird bereits jetzt im Vorfeld nur noch ein viel geringerer Bonus angenommen der einmalig zur Auszahlung ansteht.

      Natürlich kann mir nur ein Gespräch mit unserer Personalabteilung da weiterhelfen und ich habe auch ein gutes Gefühl dass ich da "mit gesundem Menschenverstand" argumentieren kann dass die Bonuszahlungen im Mutterschutz bitte meiner vorher erbrachten Leistungen entsprechen sollen, aber ich möchte trotzdem vorbereitet sein und auch rechtlich halbwegs sicher argumentieren können falls notwendig.

      Kann mir jemand weiterhelfen?

      • https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__9.html -> der Arbeitgeber hat deine geringere Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen wenn sie aufgrund der Schwangerschaft besteht! -> siehe §10 !!
        -> (3) Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die schwangere oder stillende Frau ihre Tätigkeit am Arbeitsplatz, soweit es für sie erforderlich ist, kurz unterbrechen kann. Er hat darüber hinaus sicherzustellen, dass sich die schwangere oder stillende Frau während der Pausen und Arbeitsunterbrechungen unter geeigneten Bedingungen hinlegen, hinsetzen und ausruhen kann.

        -> Nachteile aufgrund der Schwangerschaft, der Entbindung oder der Stillzeit sollen vermieden oder ausgeglichen werden.

        Es gibt wie du schon geschrieben hast keine Teilzeitarbeitsunfähigkeit aber in der Schwangerschaft gibt es Teilbeschäftigungsverbote:
        Kommt es zu Leistungseinbussen aufgrund der Einhaltung des MuSchG kommt das einem Teilbeschäftigungsverbot gleich und ist auszugleichen: https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__18.html und https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__21.html damit muss dein Gehalt von vor Beginn der Schwangerschaft herangezogen werden.

        Dir darf durch die Schwangerschaft kein Nachteil entstehen und das ist IMO nicht vergleichbar mit Bonuskürzungen deiner männlichen Kollegen da diese ja nicht so explizit wie im MuSchg gesetzlich geregelt sind.

        Krankenschwestern z.B. erhalten ihre durchschnittlichen Zulagen für Nacht- und Sonntagsarbeit auch in der Schwangerschaft weiter obwohl sie diese nicht mehr ausführen können und dürfen!

        Das ist ja auch alles Geld welche dir dann für die Elterngeldberechnung fehlt.

        • Die Leistungseinbußen erfolgten nicht aufgrund von Tätigkeitsverboten oder von ärztlichen anteiligen BV. Daher kann ich jetzt aus den zitierten Gesetzen nicht entnehmen, dass die TE den Bonus von vor der Schwangerschaft einfordern kann.

          Ich sehe hier keine gesetzliche Grundlage, um den gleichen Bonus wie vor der Schwangerschaft einzufordern. Dazu hätte es tatsächlich ein anteiliges BV gebraucht, z.b. für die frühen Morgenstunden oder um die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren.

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