Sauer und traurig

    • (1) 22.03.18 - 15:31

      Hallo, ich muss mich grad mal ausk*tzen... Bei uns auf der Arbeit ist es so, dass wir immer im Oktober auf einer Messe sind. Die Vorbereitung und die Zeit während der Messe sind die stressigsten Phasen bei uns, weil da neben dem Messeauftritt viele Veranstaltungen sind. Daher haben wir bisher immer einen Bonus im Jahr danach erhalten mit dem Februar-Gehalt (außer neue Mitarbeiter). Dieses Jahr gab es nix. Ich hatte meinen Chef neulich mal drauf angesprochen und er druckste rum, dass der Vorstand uns das dieses Jahr nicht zahlen wollte. Nun erfahre ich heute von meinem Kollegen, dass er sehr wohl den Bonus bekommen hat, der Vorstand aber entschieden hat, dass ich nix bekomme, weil ich ja bald weg bin. Ich war echt kurz vorm Platzen! Mal davon abgesehen, dass mein Kollege nun nicht der Fleißigste ist und sich derzeit einen Schnitzer nach dem anderen leistet, sind solche Boni doch eine Anerkennung von Leistungen, die man schon erbracht hat und nicht als Vorschusslorbeeren gedacht! Zudem, ich war im Zuge der Messevorbereitung bereits schwanger, habe auf der Messe teilweise bis 22:30 Uhr und ohne richtige Pause gearbeitet. Hätte ich laut MuSchG gar nicht machen müssen. Es wusste da halt noch keiner, dass ich schwanger bin. Ich finde das echt übel. Da wir gerade bauen, hätten wir das Geld gut gebrauchen können. Mir geht es aber auch ums Prinzip. So was motiviert ja nun nicht gerade. Ich plane übrigens nur ein Jahr Elternzeit, bin also nicht für immer weg...

      Meint Ihr, ich soll noch mal mit meinem Chef reden? Habt Ihr auch solche besch... Erfahrungen gemacht?

      Viele Grüße #winke

      Hallo,

      wie ist der Bonus denn vertraglich geregelt? Also gibt es da was Schriftliches? Im Arbeitsvertrag oder in einer separaten Vereinbarung?
      Wie lange bekommt ihr diesen Bonus schon? Und war der immer in der gleichen Höhe?

      Bei uns gab es eine Bonuszahlung, die nirgends niedergeschrieben war, aber eben regelmäßig über viele Jahre hinweg kam. Nun sollte das abgeschafft werden und durch ein neues, geregeltes System ersetzt werden. Für die bestehenden Mitarbeiter mit dem jährlichen Bonus blöd, weil es dadurch große Einbußen gegeben hätte. Das ging dann auch zum Anwalt. Es gibt sowas wie eine "Gewöhnung", dh, wenn das 3 oder 5 Mal (oder so) hintereinander gezahlt wird, hat der Arbeitnehmer ein Recht drauf. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie man das in deinen Fall integrieren kann, aber solltest du eine Rechtsschutzversicherung haben, würde ich auf jeden Fall zu einem Anwalt gehen.

      Mit "Mein Kollege hat aber" kommt man wohl nicht weit. In vielen Verträgen steht ja drin, dass man über sowas nicht sprechen darf, da würdest du ihn in die Pfanne hauen.

      • Hallo, im Vertrag steht der Bonus gar nicht drin. Wir bekamen bisher immer ein Schreiben, worin stand, dass wir einen Bonus in der Höhe von X € erhalten, dies eine freiwillige Zahlung ist und man keinen Anspruch drauf an. Von Stillschweigen steht auch nichts drin... Eine Rechtsschutzversicherung habe ich nicht. Da ich mir ein Zwischenzeugnis ausstellen lasse vor der Elternzeit, möchte ich die Sache ohnehin erst mal im Guten regeln. Zumal ich eigentlich ein gutes Verhältnis zu meinem Chef habe...

        Viele Grüße #winke

        • (8) 22.03.18 - 16:08

          "Wir bekamen bisher immer ein Schreiben, worin stand, dass wir einen Bonus in der Höhe von X € erhalten, dies eine freiwillige Zahlung ist"

          Und da ist der Kasus Knaxus: Durch den Hinweis auf die Freiwilligkeit hat er nach meinem Verständnis die betriebliche Übung ausgehebelt (Siehe meinen Link weiter unten).

          Du könntest dann eher auf die Ungleichbehandlung abstellen, aber da sehe ich es wie die andere Userin - Vorsicht, dass man den Kollegen nicht in die Pfanne haut.

          Hab' gerade noch mal meinen Mann gefragt (stv. BR-Vorsitzender) er bestätigt meine Sicht.

      (9) 22.03.18 - 16:05

      Du meinst die betriebliche Übung, ich hatte auch schon in die Richtung überlegt, war mir aber nicht mehr sicher, ob das auch für kleine Betriebe gilt.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebliche_%C3%9Cbung#Beendigung

habe auf der Messe teilweise bis 22:30 Uhr und ohne richtige Pause gearbeitet. Hätte ich laut MuSchG gar nicht machen müssen. Es wusste da halt noch keiner, dass ich schwanger bin.

Wenn du dich entschieden hast, die Schwangerschaft noch für dich zu behalten, dann musstest du doch diese Leistungen bringen. Das MuSchG gilt nur dann, wenn die Schwangerschaft dem AG angezeigt wurde.

Du hast freiwillig auf diesen Schutz verzichtet, das war deine Entscheidung. Da kannst du jetzt nicht hinterher klagen.

Ich würde die Chefs konfrontieren wegen der fehlenden Bonuszahlung.

Haben denn alle anderen, die auf der Messe waren den Bonus bekommen?

Falss ja wäre das aus meiner Sicht die unzulässige Benachteiligung auf Gruddeiner Schwangerschaft.

Vg

(12) 23.03.18 - 19:35

Ich habe sogar einen Bonus bekommen als ich komplett in EZ war und das gesamte Jahr vorher nicht einen Tag gearbeitet hatte. Und zwar in voller Höhe, bezogen auf mein Nettogehalt vor der Schwangerschaft.

Laut Aussage meines Arbeitgebers (habe erstaunt nachgefragt) wäre alles andere eine unzulässige Benachteiligung.

Ich würde mich schlau machen (hast du eine Rechtsschutzversicherung? Meine hat eine Anwaltshotline für solche Fragen) und dann ggf den Arbeitgeber ansprechen.

Hallo und danke für die vielen Antworten. Ich habe meinen Chef jetzt mal damit konfrontiert bzw. einfach mal offen gefragt, was da dran ist. Es waren ja bei dem Gespräch, wo der Kollege das vom Stapel gelassen hat, noch zwei Kolleginnen anwesend, also nix mit in die Pfanne hauen oder so... (die beiden Damen sind neu, hätten also sowieso keinen Bonus erhalten).

Er war total sauer und meinte, das stimme alles hinten und vorne nicht. Der Vorstand hätte dieses Jahr einfach entschieden, dass niemand einen Bonus erhält und dass die Schwangerschaft gar nicht thematisiert wurde bei dieser Sitzung. Ich bin mir nicht sicher, ob das alles wirklich so war. Mich hätte es ja gewundert, wenn unser Chef das dem Kollegen offen erzählt hätte (er weiß, dass der nix für sich behalten kann), aber wer weiß, was da hintenrum läuft. Wahrscheinlich sollte mir das alles einfach egal sein. Ich werd aber das Gefühl nicht los, dass da was gelaufen ist. Dummerweise ist der Kollege gerade im Urlaub, sonst hätte ich den zum Gespräch mal mitgenommen, er kommt erst nach Ostern wieder und dann ist unser Chef im Urlaub. Danach bin ich dann schon weg. Kann man wohl nix machen...:-(

Schönen Sonntag Euch allen #winke

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