Wiedereinsteig ins Berufsleben gescheitert???

    • (1) 22.03.18 - 20:57

      Hallo,

      letztes Jahr im Sommer habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Meine Tochter war da 15 Monate und gut in der Krippe angekommen. Ich arbeite als Erzieherin und stelv. Leitung mit 30 h im Kiga.
      Schon während der Elternzeit habe ich mich nach anderen Jobs umgesucht, bin dann aber also Loyalität wieder zurück gegangen. Die ersten Wochen war ich sehr kaputt, ich habe nie länger als drei Wochen am Stück gearbeitet, da entweder ich oder meine Tochter krank waren... Im Laufe des letzten Jahres wurde mein Gesundheitszustand immer schlechter (davor war ich vier JAhre nicht weiter krank), ich bin eigentlich seit Herbst dauerkrank, mal eine Woche gesund und dann kommt gleich die nächste Nasennebenhöhlenentzündung... dazu kam letztes Jahr noch eine Weiterbildung mit Prüfung und unser Umzug... alles ohne Urlaub so nebenbei gemacht... Hinzu kommt dass meine Tochter bald zwei, nach wie vor sehr unruhig schläft und ich selbst große Schlafprobleme habe... Manchmal schlaf ich nur 4-6 h und quäl mich dann meist noch krank auf Arbeit... Auf Arbeit hab ich zunehmend das Gefühl es dort nicht mehr auszuhalten, der Lärm, die Masse an Kindern, wenn ich daran denke bekomm ich schon Panik... Im Februar hatte ich dann auf Arbeit ne Art Nervenzusammenbruch, ich hatte nachts mal wieder nicht geschlafen und meine Tochter krank... Nun bin ich die vierte Woche zuhause krank geschrieben, die erste Woche meine Tochter mit Influenza, dann war ich erkältet und die letzten zwei Wochen mit Erschöpfung krank (kollegen denken aber Grippe)... nun müsste ich Montag wieder arbeiten und ich fühl mich fix und alle. In den letzten zwei Wochen hat sich eigentlich nichts an meiner Situation verbessert... Ich weiß einfach nicht was ich machen soll... ich überleg den ganze Tag wie ich aus dieser Situation raus komme. Such schon seit Monaten nach ruhigeren Bürostellen (bin Sozpädagogin) was aber nicht so leicht ist... ich hab irgendwie auch die Hoffnung, dass ich wieder Kraft tanken kann und wieder in mein Job zurück kehre... aber vllt bin ich auch einfach nicht mehr belastbar.... ich überleg auch komplett eine Auszeit zu nehmen, aber finanziell würde es dann sehr eng werden... meine Kollegen fragen die ganze Zeit, wann ich wieder komme, was es auch nciht einfach macht und mich weiter unter Druck setzt, da wir seit Monaten mit Personalmangel zu kämpfen haben--... ich fühl mich sehr schlecht, wenn ich 2 h etwas mache bin ich gleich kaputt oder bekomm extreme Kopfschmerzen... Ich ernähre mich gesund, fahr jeden Tag Rad, rauche und trinke nicht, und bin mind. 2h am Tag im Freien und trotzdem ist mein Körper am Ende und ich nehm gefühlt alles mit. Mein mann unterstützt mich so gut er kann, aber mein ständiges "ausfallen" (zb am WE übernimmt er allein unsere Tochter, damit ich mich auskurieren kann) ist auf Dauer auch eine Belastung.... wem geht es vllt ähnlich? Wer hat Tipps und Ratschläge? Und was sag ich meiner Chefin???

      • Hallo,

        hast Du mal über eine Mutter-Kind-Kur nachgedacht? Je nach Träger/Anbieter werden die relativ zeitnah genehmigt bei entsprechender Indikation. Würde zwar Deine berufliche Situation nicht ändern, Dir aber mal 3-4 Wochen "ganz offiziell" eine Auszeit mit etwas Ruhe und Erholung ermöglichen.

        Und besteht die Möglichkeit, Deine Stunden zu reduzieren auf eine halbe Stelle?

        Viele Grüße,

        Kathrin

        • Meine ärztin rät mir von der kur ab da sie denkt dass es vorort wieder zusätzliche Belastung wäre. Tochter würde vllt noch schlechter schlafen bzw ich, hab auch gehört das die Eingewöhnung mit so kleinen nicht so einfach ist.

      Einer guten Bekannten ging es beim Wiedereinstieg nach dem 2. Kind ähnlich wie Dir. Sie ist Grundschullehrerin. Was sie gemacht hat?
      Erst mal ist sie zur Diakonie und zum Hausarzt und hat eine Mutter-Kind-Kur an der Nordsee beantragt (sie hat auch Neurodermitis, die Tochter Asthma).
      Wärend der Wartezeit auf die Kur hat sie mit ihrer Chefin gesprochen und nochmal Erziehungszeit genommen. Insgesamt blieb sie nochmals 8 Monate zu Hause zum Erholen. Der neue Start nach dieser Zeit hat dann funktioniert. Die Kinder waren älter, sie war erholt durch die Kur und die Zeit dazwischen hat sie bewusst für sich selbst genutzt.

    • Hallo,
      hast du mal Vitamin D, Ferritin (Eisenspeicher) und dergleichen prüfen lassen? Mir ging es als die Große 1 1/2 Jahre rum war sehr ähnlich- ständig krank, immer wieder rückfälle, Übelkeit, Schwindel, dadurch langsam Panik unterwegs, Müdigkeit der Hölle, aufstehen war schon eine Riesen Aufgabe. Ergebnis war Vitamin D, Ferritin, B6 völlig im Keller, B12 und Folsäure auf dem absteigenden Ast. Hab mich auch ausgewogen ernährt aber auch lange gestillt, Stress, wenig geschlafen weil die Große auch keine gute Schläferin war usw.
      Es würde sich bestimmt lohnen, dass zu überprüfen. Bei meiner Schwester hat sich vor kurzem herausgestellt dass es ihr auch an Vit D und Ferritin mangelt und sie hat keine Kinder- liegt also nicht nur am Stillen.
      Ansonsten liegt es vll unterschwellig an den Gründen warum du dir eine neue Stelle suchen wolltest? Da wird es ja irgendwas an deinem jetzigen Job geben, warum du dort weg willst.
      Auf jeden Fall alles Gute

      Kannst du eventuell die stellvertretende Leitung abgeben, die dir sicher auch noch Zusatzaufgaben beschert, die nicht immer während der normalen Arbeitszeit leistbar sind?

      Oder von den 30 Stunden nochmal reduzieren? Wie sieht es finanziell bei euch aus?

      Dein Mann unterstützt dich ja bereits, aber wie sieht es im Haushalt aus? Ich habe Schlafprobleme, wenn ich immer Dinge im Hinterkopf habe, die noch zu tun sind. Könnt ihr da was abgeben? (ZB Lebensmittel oder Getränke bestellen, Putzfrau, Bügelhilfe, Fensterputzer und Co)

      Habt ihr Familie, die euch beiden die Kinder mal abnehmen? Damit du einfach mal eine Nacht im Monat durchschlafen, ausschlafen, in Ruhe frühstücken kannst?

      Eine Kur, die hier standig vorgeschlagen wird, finde ich zwar einen Ansatz um erstmal wieder klar zu kommen, löst aber das Problem nicht dauerhaft. Dafür muss man umstrukturieren.

      Hast du dich mal in Einschlaftechniken eingelesen? Da gibt es viele Möglichkeiten...Sport ist eigentlich super, aber das scheint ja nicht richtig zu funktionieren. Schaltest du richtig ab und powerst dich aus? Sonst ist es vielleicht die falsche Sportart...einfach nur "draußen" reicht nicht jedem.

      Du musst ja erstmal "nur" eine gewisse Zeit überbrücken, da sich das Schlafverhalten deiner Tochter ändern wird und sicher auch die Krankheiten abnehmen.
      Hast du dich selbst mal durchchecken lassen? Eisenmangel und Co können ja auch ein negativer Einfluss sein.
      Dass du nämlich auch jeden Infekt mitnimmst, finde ich nicht ganz normal.

      Kehrt ihr beide vielleicht zu früh in Arbeit / Kiga zurück, dass ihr direkt wieder krank werdet, weil das Immunsystem noch durch den letzten Infekt geschwächt ist?

      Es gibt soooo viele Ansatzpunkte. Außer Jobsuche (die dich noch mehr stresst) und Krankenscheine hast du ja noch nicht viel probiert / überlegt... Oder schon einiges ausgeschlossen, was du noch nicht geschrieben hast?

      Vg Isa

    Hi,

    wenn man eine Zeitlang im aktiven Berufsleben nicht teilnimmt, kann es einem am Anfang sehr schwerfallen wieder Fuß zu fassen. Ich würde wenn möglich die Sache langsam angehen z.B. die Stundenzahl jede Woche etwas steigern.

    Viele Grüße
    Hans1899

    (10) 23.03.18 - 06:21

    Klingt übel. Du brauchst dringend Schlaf- kann dein Mann sich Nachts nicht mal um eure Tochter kümmern? Matratze ins Kinderzimmer, du nutzt Oropax?

    Dann hättest du mal die Gelegenheit die Schlafstörungen in den Griff zu bekommen.

    Ich habe 25 Stunden gearbeitet als mein Sohn so alt war- der hat da allerdings viel besser geschlafen. Und ich habe einen ruhigen Bürojob und fand es herrlich morgens meine Ruhe zu haben und ungestört arbeiten zu können. An deiner Stelle würde ich mal scharf rechnen ob es nicht auch ohne dein Einkommen noch eine Weile funktioniert. Bringt ja auch nichts wenn du dich kaputt arbeitest.

    Lg

    Ich kann dich so gut verstehen.Ich bin in einer ähnlichen Situation.Ich arbeite TZ,Studiere TZ und bin grade mitten in den Abschlussprüfungen.Mein Kind ist in der Tagespflege.Ich hetzte zur Arbeit,hole nach 5 Stunden den Kleinen ab,mach Programm,Haushalt und setze mich bis nachts an den Unikram wenn ich nicht völlig platt einschlafe.Ich bin dauermüde und gestresst.Ich habe zudem ein latent schlevhtes Gewissen meinem Kind,Mann,Hunden,Kollegen,Familie... gegenüber.
    Ich suche mir im Alltag kleine Auszeiten und gestalte die freie Zeit mit meinem Kleinen so,dass ich auch Spass habe und mich erhole. Das ist der Einzige Tipp den ich dir geben kann.Wenn es nach mir geht beiss ich mich die letzten Wochen bis zum Abschluss durch und würde dann am liebsten für ein paar Monate in den Sack hauen.Geht leider nicht...Mutter/Kind Kur finde ich schwierig.Ich hatte selber die Idee,möchte mein Kind aber nicht einfach ohne das er die Menschen kennt einfach in die fremde Betreuung schicken.
    Kannst du dich noch weiter krank schreiben lassen?Nach 6 Wochen bist du ausgesteuert und kannst mit deinem Arzt und deinem Mann überlegen wie es weiter geht.Mir fällt noch ein,hast du kein Netzwerk was dich mit der Lütten unterstützt?Alles Gute und Kopf hoch

    Hallo,

    sprich mit deinem Hausarzt darüber.
    Er wird dich sicherlich erst mal weiter krank schreiben.
    Dann bleibst du halt noch ein paar Wochen Zuhause bis du wieder fit bist.
    Dann ist auch die Grippewelle rum.
    Mir half in ähnlicher Situation auch schon die Heilpraktikerin.
    Eine arbeitete mit einer Art Aufstellung, eine zweite mit Atem und Druckübungen, beides hat mir zur innerer Ruhe geholfen.
    Die Aufstellung aber auch um mir einzugestehen, das ich Abstriche machen muss und darf.
    Übrigends Dinge die ich selber auch beruflich gewusst hätte, aber für mich einfach nicht mehr anwenden konnte.
    Sprich mit deiner Chefin, sag ihr du bist überlastet und fällst erst mal weiter aus, dann kann sie sich drauf einstellen.
    Wenn erst mal der Druck raus ist, kommt die Entspannung.
    Hat dein Arzt dir keine Psychotherapie verordnet?

    Hallo,

    ständig Nasennebenhöhlenentzündung und fertig sein, kann auch von einer Allergie kommen. Lass das mal überprüfen, falls Du das noch nicht gemacht hast.

    Ich hatte das vor zwei Jahren und habe schließlich festgestellt, dass ich gegen Hausstaub allergisch bin. Da mein Büro nicht wirklich gereinigt wurde und man jede Nacht das Problem mit den Hausstaubmilben in der Matratze, Bettdecke und Kopfkissen hat, wurde das immer übler. Gut geschlafen habe ich auch nicht mehr.

    Wenn man sowieso einen dicken Kopf hat, macht es eine Horde kreischender Kinder natürlich auch nicht besser. #schwitz

    Bei mir schlug übrigens der Allergietest für Hausstaubmilben gar nicht an, weil es zig verschiedene Arten davon gibt und nicht alle getestet werden. Aber als ich eine Woche im Urlaub und den ganzen Tag draußen war, war die Nebenhöhlenentzündung weg, und ich fing erst abends im Bett an zu schniefen.
    Ich habe dann mal die Nase in eine staubiges Zimmer gesteckt - und bin rückwärts wieder raus gegangen.
    Seit ich Allergikerüberzüge im Bett habe und das Büro selbst reinige, habe ich keine Probleme mehr.

    LG

    Heike

    Ich denke du brachst eine komplette Auszeit für eine längere Zeit. Wie das finanziell zu schaffen ist, kann ich natürlich nicht sagen. Vielleicht gibt es passende staatliche Unterstützung. Aber Gesundheit geht nun mal vor, auch wenn wir meistens das eher verdrängen. Aber du bist jetzt schon so erschöpft und es ist keine Besserung in Sicht. Wie lange machst du das noch mit? Was passiert wenn du komplett ausfällst und dich dann nicht mehr mal um das Kind kümmern kannst, dann wird dein Mann sich um das Kind wahrscheinlich kümmern müssen und dann ist eure finanzielle Lage auch nicht besser. Also lieber jetzt für eine gewisse Zeit zurücktreten und Kräfte sammeln. Und vielleicht findest du ja dann einen ruhigeren Job. Gute Besserung und alles Gute

    1. besprich dich mit deinem Arzt.
    - neben der AU auch, wie du in der Zeit wieder gesund werden kannst.

    2. rechne dir die finanziellen Möglichkeiten durch.
    - ohne Auszeit mit Fehlzeiten
    - ohne Auszeit, mit dauer AU
    - vorübergehende Auszeit, gesund werden und nach finanziellem Engpass wieder arbeiten gehen.

    Was wäre aus finanzieller Sicht weiter gedacht. Jetzt arbeiten, zusammenbrechen, längere Zeit ganz ausfallen
    (ich war selbst längere Zeit krank und kenne inzwischen einige Menschen nach Burn Out. Begünstigende Ursache .... das schaff ich noch, dasschaff ich noch dasschaffichnoch dasschaffichpffffffffffff .....
    das wieder gesund werden kann bei zu spätem Handeln umso schwieriger werden und länger dauern.)
    damit will ich dir keine Angst machen! Sondern Mut auf deinen Körper zu hören!
    Mut zu prüfen, was du BRAUCHST. Jetzt, später, langfristig.
    Was du jetzt tun kannst, um auch langfristig das zu halten/erreichen, was du möchtest.

    3. Mutter-Kind-Kur
    das ist nicht einfach. Dort sind auch Mütter/Kinder. Nur wärst du dann erst mal nur für dich und dein Kind verantwortlich. Nicht für die anderen.
    Nachteil: lange Wartezeiten. Kliniken sind oft voll.
    Vorteil Kur: mit Abstand reflektieren, was du zu Hause tun kannst (nicht tun solltest), heraus finden was DU BRAUCHST, nicht das was andere von dir wollen.

    Mit Kind krank ist in einer Kur zu rechnen. Aber auch nicht mehr, als zu Hause Kind krank aus Kita. Dort müsstest du zumindest nicht mit Arbeit jonglieren.
    Klar, Anwendungen wären dann u.U. nicht möglich. Außerhalb zu sein, mal nicht im Hamsterrad rennen, kann auch gut sein.
    Evtl. vorher erkundigen wie Kliniken das bei Krankheit vor Ort machen.

    Mit dem Arzt besprechen, welche Indikationen du für/in der Kur hättest. Z.B. bestimmtest Klima oder Inhalationen um im wörtlichen UND sprichwörtlichen mal wieder durchatmen zu können.

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